Die Mutsammlerin

Eigentlich wollte Emmi mit Lieke nach Schweden fahren, traut sich aber nicht. So verbringt sie ihre Ferien wie immer bei ihren Grosseltern. Dort lernt sie Bianca kennen, die von zwei Jungen gedemütigt wird, nur weil sie eine Sintiza ist. Emmi beobachtet die Ungerechtigkeit, weiss, dass sie eingreifen sollte, findet aber nicht den Mut dazu. Gleichzeitig entdeckt sie auf dem Estrich das Tagebuch ihrer Ururgrossmutter. Ihre Erzählungen lassen in Emmi den Mut wachsen. Und dann weiss sie, was zu tun ist.

Stefanie Taschinski ist es gelungen, einen kindgerechten Bogen zwischen den Gräueltaten im Dritten Reich und unserem Alltag zu spannen. Dabei liegt der Fokus nicht auf Scham und Reue, sondern – mit Bezug auf Ausgrenzung und Rassismus von heute – darauf, mutig für Gleichberechtigung einzustehen. Dies gelingt, ohne zu moralisieren, durch die poetische und einfühlsame Sprache, die Echtheit der Charaktere und eine packende Geschichte. Ein ehrliches und überzeugendes Buch zum Thema Zivilcourage. Katrin Rutner

Titel Die Mutsammlerin
Kollation Geb., s. w. illustr., 208 S.
Verlag, Jahr Fischer Sauerländer , 2026
ISBN 978-3-7373-7648-8
Kategorie Belletristik
Alter ab 10
Bewertung
Rezension publiziert 05.10.2026