Lynn ist mit der Strassenbahn unterwegs, als diese plötzlich liegen bleibt. Lynn kann nicht aussteigen und kämpft fortan mit Panikattacken, welche sie auf Anraten ihrer Psychologin damit abbauen soll, indem sie sich an die Strassenbahnhaltestelle setzt, ohne aber einzusteigen. An dieser Haltestelle lernt sie verschiedene Menschen kennen, allen voran Purple, die mit ihrer furchtlosen und unkonventionellen Art Lynns Leben gehörig auf den Kopf stellt …
Die beiden Hauptfiguren könnten auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein. Doch während die Geschichte um Lynn und Purple schnell an Tiefe gewinnt, zeigt sich immer deutlicher, dass sie mehr gemeinsam haben, als man zunächst vermutet. Beide sind bisweilen voller Selbstzweifel und beide sind sie auf der Suche nach ihrem Platz im Leben, was sie zu sehr glaubwürdigen Identifikationsfiguren für junge Leserinnen macht. Ein sehr einnehmendes, lesenswertes Jugendbuch, das sich zwar ernsten Themen widmet, dabei aber leicht und locker bleibt. Mélanie Gerber