Da sie Schriftstellerin werden will, beginnt Nur ein Tagebuch zu schreiben. Darin hält sie fest, was sie als 13-Jährige bewegt. Als ausgezeichnete Schülerin erhält sie ein Stipendium für die beste weiterführende Schule der Stadt. Zwar freut sich Nur, Tochter marokkanischer Eltern, sehr. Doch dieses Privileg hat einen ungeahnten Preis. Der Spagat zwischen Tradition, sozialem Gefälle und innigstem Wunsch lässt sie beinah verzweifeln.
Ehrlich und nachvollziehbar werden eine ganze Reihe von Themen angesprochen: Rassismus, kulturelle und soziale Unterschiede, Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, Tradition, Geldsorgen, Migration und Freundschaft. Man erhält einen realitätsnahen Einblick in den Familienalltag von Nur und wird überrascht von ihren eigenständigen Gedanken zu ihrer Lebenssituation und ihren geheimen Wünschen. Weil das Tagebuch in Ich-Form geschrieben ist, ist man der Protagonistin und ihren Gefühlen ganz nah. Auch im Unterricht einsetzbar. Katharina Siegenthaler