Der Coming-of-Age-Roman erzählt von zwei einschneidenden Ereignissen in Jips Pubertät: wie ihre Freundschaft zu Oever zerbricht (übrigens der Originaltitel auf Niederländisch) und sie sich in einen Jungen verliebt, den sie in Briefform mit «Du» anspricht. Niemand glaubt Jip, dass sie Jungen mag, nur der Junge, in den sie sich verliebt – oder zu verlieben glaubt?
Die Geschichte ist in der Ich-Form geschrieben und adressiert Fragen der Individualität und Geschlechtsidentitätsfindung. Dass Jip den wahren Grund für das Zerbrechen der Freundschaft mit Oever verschweigt, zeigt sich erst viel später. Diese Unbestimmtheit zählt zu den Qualitäten des Stils. Die fragmentierten Erzählungen und unfertigen Zeichnungen von Jip sind Ausdruck der eigenen Zurückhaltung bezüglich ihrer Identität. Diese blitzt gelegentlich in unglaublich schönen Vergleichen auf, z. B. wenn sich Jip mit der Bleistiftstärke 2B oder einem Stück Pastellkreide vergleicht. Ein zartes, sehr persönliches und relevantes Buch. Alexia Panagiotidis