Die neue Pultnachbarin Ruby hat kurzes, struppiges Haar und zeichnet konstant Wolfmonster und andere komische Kreaturen – für Gustav, den Aussenseiter, interessiert sie sich nicht. Aber als dieser in einem Referat über den Kampfsport Ninjutsu – sein Hobby – berichtet, lädt sie ihn zum Gamen mit VR-Brille in ihrem Zuhause ein. Mit Headset sowie Sensoren um Arme und Beine – Gedanken steuern den Einsatz – tritt Gustavs Avatar in die faszinierende Spielwelt von Deepworld ein. Die beiden lösen rätselvolle Quests, reiten auf Schreiechsen und Springmäusen, werden bedroht von Sandmonstern und kopflosen Robotern. Aus dem Spiel wird gefährlicher Ernst, als Ruby mitteilt, dass sie im Game nach ihrem Bruder – sein Geist ist hängen geblieben – sucht.
In atemlos schneller Folge werden die Abenteuer detailliert schonungslos und plastisch beschrieben, so dass man als Leser:in nicht unbeteiligt bleibt; man fiebert mit. Eindringlich wird hier vorgeführt, wie Spielsucht entsteht und was sie bewirkt. Katharina Kellerhals