Gwendolins autistischer Bruder hat eine spezielle Obsession: Er ist überzeugt, dass man um die Löcher im Käse herum essen muss, damit das Universum im Käseloch intakt bleibt. Auch bei Gwendolin selbst spielt Käse eine grosse Rolle: Sie muss einen Aufsatz über Käseherstellung schreiben, und um an die Halloweenparty einer beliebten Mitschülerin eingeladen zu werden, bastelt sie ein Kostüm, das sie in ein Käseloch-Universum verwandelt. An der Party wie auch zu Hause gibt es jedoch ein grosses Chaos, das sich erst im Käseladen auflöst.
Die Geschichte wirkt teils sehr realistisch, teils skurril und macht die Perspektive der Schwester und die besondere Wahrnehmung eines autistischen Kindes sichtbar. Ebenso werden Themen wie Ausgrenzung, Freundschaft und Verantwortung aufgegriffen. Einige Szenen wirken konstruiert, andere berühren durch ihre Plausibilität. Die klare, präzise Sprache sowie die ausdrucksstarken s/w Bilder, die eng mit der Handlung verwoben sind, machen das Buch gut zugänglich. Katharina Marti