Diego nimmt die Welt anders wahr. Als Kind wird er von Schüler:innen dafür ausgelacht und ausgeschlossen, wenn er Nummern und Geräusche in Farben sieht. Die auf ihn einprasselnden Reize in der Schule sind zuweilen heftig. Als Ismael in die Klasse kommt, scheint sich das Blatt zu wenden. Ismael ist sportfanatisch und farbenblind. Aufgrund seiner Offenheit und seines Interesses befreunden sich die beiden schnell. Allerdings wird die Freundschaft während der Schulreise auf die Probe gestellt.
Synästhesie wird heute als Normvariante ausgewiesen. Trotzdem kann es sehr schwierig sein, diese überhaupt als solche zu erkennen, wie das Fallbeispiel von Diego authentisch aufzeigt und erklärt. Das Kinderbuch ist klar und spannungsreich geschrieben. Themen wie Klassenzusammenhalt, Loyalität und Authentizität stehen im Fokus, und ganz allgemein wird über die erste beste Freundschaft zwischen Jungen auf eine ungewöhnlich sensible Art referiert. Es eignet sich daher gut als Schullektüre. Alexia Panagiotidis