Die Bienen sind weg und die Jahreszeiten nur noch eine blasse Erinnerung älterer Menschen. Jess lebt in einer geschlossenen, kontrollierenden Gemeinschaft, unter Vater Renatus. Diese schreckt nicht davor zurück, Mädchen unter Zwang zu verheiraten. Jeden Morgen wird Jess zusammen mit anderen auf einem kleinen Laster in die Apfelbaumplantagen zum Bestäuben der Blüten gefahren. Die Äpfel sind rar und Vater Renatus verkauft sie teuer. Vorsichtig und mutig beginnt Jess, sich mit Pinsel und Farbe gegen das menschenverachtende System zu wehren. Doch Vater Renatus nimmt sie ins Visier.
In kurzen Kapiteln wird diese spannende Dystopie von Jess erzählt. Rückblenden zeigen eine Welt, wie wir sie jetzt kennen, und versetzen damit die Geschichte in eine nicht allzu ferne Zukunft. Die Verhältnisse in dieser geschlossenen Gesellschaft lassen einen erschaudern. Die Charaktere zeigen ein breites Spektrum von jungen Menschen. Sie bieten damit Identifikationsmöglichkeiten und Grund zur Hoffnung. Katharina Siegenthaler