Dort, wo sich Dachs, Fuchs und Bär tummeln, wohnt Emil. Er ist glücklich. Jeden Winter zieht er mit Mama in die grosse, graue Stadt. Emil vermisst den Wald, findet jedoch bald zwischen den Wolkenkratzern farbige Flecken und vor allem neue Freunde. Im Frühling geht es dann zurück in den Wald. Der treue Mond bleibt bei ihm, egal wohin Emil geht.
Die Befürchtung, Frances Ives betreibe Stadt-Bashing, löst sich rasch auf, als Emil die schönen Seiten seines Winterwohnorts entdeckt. Ives malt mit leuchtenden Farben, detailtreu und klar. Die vielen Grüntöne des Waldes kontrastieren in der ersten Hälfte stark mit den Grautönen der Stadt. Im zweiten Teil nähern sich die Farben einander an, vermischen sich sanft, reflektieren sich gegenseitig. Neben der starken, eindeutigen Bildsprache flachen Handlung und Textebene ab. Wovon lebt die Familie? Geht Emil zur Schule? Warum ziehen sie um und warum tragen sie dabei nur eine kleine Tasche? Vieles wird nicht thematisiert, der Text ist nichtssagend. Sandra Dettwyler