«Es begann mit einem kleinen Häufchen – mit ein paar Wachsstiften und ein, zwei Bonbonpapierchen – nur ein kleines Chaos.» Was zu Beginn nach wenig aussieht, wächst in wenigen Buchseiten zu einem grossen, unübersehbaren Chaos an, bis schliesslich Floras geliebte Kuschelkatze vom Chaos verschlungen wird. Flora beschliesst, sich selbst ins «Chaos» zu stürzen, und beginnt darin aufzuräumen.
Dieses Bilderbuch ist mehr als eine Aufräumgeschichte. Es verzichtet auf Moralanweisungen, stattdessen laden liebevoll gestaltete Illustrationen dazu ein, gemeinsam mit Flora ins Chaos einzutauchen, bis sie von allein den Punkt erreicht, eigene Lösungen zu finden. Das Werk vermittelt auf spielerische Weise, dass Grenzerfahrungen zum Leben gehören. Nur wer die Grenzen im Leben auslotet, kann ein Fingerspitzengefühl und Augenmass fürs Leben entwickeln. Es ermutigt kleine Leser:innen, Fehler zuzulassen und zu akzeptieren, dass man nicht perfekt sein muss, um handlungsfähig zu sein. Lukas Hiller