Jamil, seine zwei Schwestern und sein Freund Sergey wohnen seit Wochen mit vielen anderen Kindern in einem fahrenden Zug. Nebst dem Lokomotivführer Anton begleiten sie Betreuer, Lehrer und eine Köchin. Die Kinder freuen sich stets auf den Sonntag, wenn der Zug für kurze Zeit auf einer Brücke Halt macht und sie von dort aus ihren am Ufer wartenden Eltern zuwinken können. Diese sind mit dem Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser beschäftigt. Ausgerechnet an Sergeys Geburtstag steht dessen Vater nicht an der Brücke. Aber Anton hält den Zug an einem geheimen Bahnhof an …
Die vornehmlich in Blau, Grün und Gelb gemalten ein- oder doppelseitigen Bilder schaffen ein Gefühl der Ruhe und Sicherheit, ohne das traurige Thema zu beschönigen. Es herrscht bzw. herrschte Krieg im Land, doch es gibt Menschen, die sich um die Kinder kümmern, bis diese wieder daheim sein können. Der schlichte Text und das starke Bild des fahrenden Zugs machen Zerstörung und Trennung in Kriegszeiten auch für kleinere Kinder fassbar. Doris Lanz