Semiya und Gamze sind noch Teenager, als ihre Väter von dem rechtsextremen Terrornetzwerk NSU ermordet werden. Es sind insgesamt neun Tote, alles Menschen mit ausländischen Wurzeln, alle mit derselben Waffe erschossen. Während für die Familien der Betroffenen von Anfang an ein rassistisches Motiv im Vordergrund steht, ermittelt die Polizei aber in eine ganz andere Richtung. Sie werden immer wieder konfrontiert mit den Vorverurteilungen der Polizei, die ein Drogen- oder Mafiamotiv ins Zentrum ihrer Ermittlungen stellt.
Das Buch erzählt die lange Geschichte bis zum Prozess aus der Sicht von Gamze und Semiya. In einem intensiven Dialogstil erzählen die beiden, wie sie die erschütternden Geschehnisse damals erlebt haben, wie sie gegen die Anschuldigungen und Verdächtigungen von Polizei, Medien und Nachbarn kämpften und wie es ihnen gelang, die Stärke zu entwickeln, die sie brauchten, um bis zum Prozess und darüber hinaus durchzuhalten. Ein aufwühlendes und wichtiges Buch gegen das Vergessen! Mélanie Gerber