Als Isabelles Grossmutter stirbt, beginnt ihre Mutter Katherine nach ihren leiblichen Eltern zu forschen. Sie erfährt, dass sie in einem norwegischen Entbindungsheim der Nazis zur Welt kam. Ihre Mutter war damals sehr jung, wie auch ihr Vater, der als deutscher Soldat in Norwegen stationiert war. Katherine reist nach Norwegen und lernt einen Teil ihrer Familie kennen. Zu ihrem Vater nach Deutschland wird sie von ihren Töchtern begleitet. Ihr Sohn geht nicht mit, weil er nicht ertragen kann, einem Nazi-Programm zu entstammen.
Diese autobiografische Graphic Novel erzählt aus der Perspektive der Illustratorin Isabelle Maroger von einem wenig bekannten Thema des 2. Weltkrieges. Der Fokus bleibt auf den persönlichen Erlebnissen und den Auswirkungen für die Familie. In Rückblenden erfährt man viel über die Entbindungsheime («Lebensborn»). Der Zeichenstil mit feinem Strich, Panels ohne Rahmen und Figuren mit grossen Augen wirkt leicht. Eine berührende wie auch informative Herkunftsgeschichte. Karin Böjte