Adam und Zero haben nichts gemeinsam. Doch beide wohnen im selben Quartier, besuchen dieselbe Schule, haben Geschwister an der Front, und genau da wollen sie schnellstmöglich hin. Von den Plänen des jeweils anderen wissen sie nichts. Seit zwischen ihren Heimatländern Krieg herrscht, sprechen Adam und Zero nur noch mit Fäusten. Da kommt ihnen dieselbe verrückte Idee: in einem Hilfsmitteltransporter direkt an die Front zu fahren. Ohne es zu ahnen, machen sie sich so gemeinsam auf den Weg. Doch schon bald werden sie entdeckt und brauchen einen neuen Plan. An verrückten Ideen mangelt es den beiden nicht. Dass sie sich dabei in grosse Gefahr begeben, ahnen Adam und Zero zu diesem Zeitpunkt nicht.
Diese Geschichte über Krieg und Freundschaft startet euphorisch und erzählt bald von der harten Realität des Alltags im Kriegsgebiet. Dabei kommen Gedanken und Gefühle beider Jungs zur Sprache. Das eingeflochtene kulturelle Hintergrundwissen erleichtert die Einordnung einiger Szenen und Begegnungen. Kurze, durch Zeilenumbrüche getrennte Sätze machen das Lesen leicht zugänglich und kurzweilig. Elf schwarz-weisse Comicseiten veranschaulichen die emotionalen Momente von Adam und Zero. Die Simplizität der Comicszenen steht dabei klar gegensätzlich zum komplexen Inhalt des Buches. Es zeigt damit die zwei Seiten des Kriegs – die Euphorie und die Vorstellung von Schnelllebigkeit sowie die harte Realität, das zähe Durchhalten – auch formal auf. Anfangs liest man mit Unverständnis über die Naivität der Protagonisten, später aus Neugier auf den nächsten Zwischenfall. Leider wirkt das Ende etwas gehetzt und die Geschichte dadurch nicht fertig erzählt. Empfohlen als Klassenlektüre für alle Leseniveaus ab der Oberstufe. Begleitend ist Arbeitsmaterial auf der Webseite des Verlags kostenlos zugänglich. Chantal Vogt