Erwin und Margrit arbeiten seit Jahren in ihrer Metzgerei. Vieles hat sich verändert. Früher schlachtete Erwin noch selber und verkaufte vom Tier von Kopf bis Fuss alles. Heute hat er zwar weniger zu tun, dafür plagen ihn Albträume und nerven ihn die Kunden. Es wäre langsam an der Zeit, die Nachfolge für die Metzgerei zu regeln. Das ist aber gar nicht so einfach. Während Erwin die Fleischindustrie hinterfragt, plagen seine Frau Zweifel an ihrer Ehe.
Martin Oesch – selbst gelernter Metzger – zeichnet mit den Leitfarben Rot und Blau. Die Bilder sind trotz dieser Farbgebung sehr realistisch; was auf dem Schlachthof oder bei der Tierkörpersammelstelle recht hart ist. Bei den Träumen wirken die Bilder surreal und beklemmend. Der Comic erzählt nicht nur Erwins Geschichte, sondern thematisiert auch Fleischkonsum, Tierhaltung und Klimawandel. Er überrascht und erweitert den Horizont. Oesch gelingt eine Kritik an der Fleischindustrie ohne erhobenen Zeigefinger und sogar mit einer Prise Humor. Karin Böjte