Die Mutter muss abends weg und überlässt die zwei Kinder ihrer Nachbarin zum Aufpassen. Als diese im weichen Sessel einnickt, glauben die Kinder zu sehen, dass sie sich in eine Hexe verwandelt, und verlassen zusammen das Haus. Sie gehen durch die Nacht bei Wind und Wetter, finden Unterschlupf in einer Höhle und begegnen einer Frau mit Ziegenbeinen und Blumen in der Hand. Diese nimmt die beiden mit auf eine Nachtwanderung, zeigt ihnen die Wunder der Natur bei Dunkelheit und den Weg nach Hause.
Licht und Dunkelheit geben in diesem Buch den Ton an. Manchmal sind nur schemenhaft Tiere im Schatten zu erkennen, manchmal sind sie von einem Lichtkegel teilweise erhellt. Das Auge muss sich an die dunkelblaue, schwarzviolette Bildgestaltung gewöhnen. Gekonnt ist die Schönheit einer Sternennacht oder einer Berglandschaft in fahlem Mondlicht farblich eingefangen. Grosse und kleine Paneele bringen etwas Dynamik in diese Geschichte zwischen Traum und Wirklichkeit, die ohne Worte auskommt. Katharina Siegenthaler