Unverhofft verschwindet eines Tages die Libelle, eine Freundin des kleinen Otters. Sie sei aber gemäss den erwachsenen Ottern noch immer an der Seite ihres trauernden Freundes, obwohl er sie weder sehen noch fühlen kann. Nun begibt sich der einsame Otter auf die Suche und hofft, im Aussen eine Antwort auf die Leere in seinem Innern zu finden. Mit jedem Umblättern werden Betrachtende weiter auf die Reise seines Trauerprozesses mitgenommen.
Mit grossflächigen, kindlich gehaltenen Aquarellen und wenig Text richtet sich das Bilderbuch über Tod und Verlust an ein jüngeres Zielpublikum. Gleichzeitig bleibt die Handlung sowohl auf Wort- als auch auf Bildebene zu abstrakt und dürfte mehr irritieren als ansprechen. So wird die Libelle beinahe durchgehend abgebildet, zudem bleibt rätselhaft, wie ausgerechnet sie Süssigkeiten verteilt oder in einem Sessel sitzt. Es wäre wünschenswert, dass Phasen der Trauerbewältigung nachvollziehbar und ohne klischeehafte Metaphern wie Regenbogen dargestellt werden. Nina Meister