«Ha, du bist ja nackig!», ruft die Gehäuseschnecke einer Nacktschnecke zu. «Stimmt», sagt die Nacktschnecke, «denn ich bin ein Weichtier.» Sie lebe vom Schleim, habe Fühler, die sie bei Gefahr einziehen könne, und liebe es, Salat zu essen. Die Menschen fänden das nicht immer so toll; die wenigsten wüssten, dass sie auch helfe, verrottendes und altes Gemüse zu zersetzen, damit wieder Nährstoffe in den Boden gelangen.
Reich an wissenswerten Details, aber ohne die Seiten textlich zu überfrachten, erklärt das Buch wissenschaftlich korrekt und zugleich sehr humorvoll das Leben einer Nacktschnecke. Dazu nutzt die Illustratorin unterschiedliche Comicschriftarten, die das Ganze auflockern und den Blick auf je ein Schlagwort richten. Die klar gezeichneten Figuren nehmen dabei viel Raum ein, wirken in ihrer Dynamik zueinander oder zu einem Menschen frech und lustig. So wird Wissen auch an Weniglesende oder kleinere Kinder wie nebenbei vermittelt, und Berührungsängste zum Weichtier werden abgebaut. Christina Weirich