Es kennen ihn viele Kinder, den Moment des Zögerns und der Furcht am Ende eines Sprungbretts. Wohin er führt und was danach passiert, bleibt offen. Unser Held steht dort auf dem Brett und es gehen ihm viele Gedanken durch den Kopf. Er braucht Zeit. Ob er wirklich den Mut findet, zu springen?
Das nicht alltägliche Bilderbuch begleitet vor allem das innere Ringen der Hauptfigur, ohne viel zu erklären oder vorzugeben, wie man sich fühlen soll. Der Text ist knapp gehalten. Die Illustrationen sind mit Filzstift gezeichnet und wirken einfach. Durch die wechselnden Perspektiven entsteht Bewegung, aber auch Unsicherheit. Man schaut mal von oben, ganz nah oder aus der Distanz auf dieselbe Situation und erlebt so das Schwanken zwischen Angst und Mut mit. Gerade diese Offenheit macht das Buch besonders. Es richtet sich an Lesende, die Lust haben, genau hinzuschauen und eigene Gedanken zu entwickeln. Es ist keine klassische Vorlesegeschichte. Als leiser Impulsgeber funktioniert es dafür umso besser. Sandra Jung