Heinz Janisch erzählt 12 Märchen nach, die er in seiner Schatzkiste aufbewahrt, wie er im Vorwort des Kinderbuchs erwähnt. Die märchenhaften Kurzgeschichten haben oft einen Bezug zu bekannten Märchen von H. C. Andersen und der Brüder Grimm. So spielt die erste und auch titelgebende Geschichte, «Der Bär auf der Erbse», deutlich auf «Die Prinzessin auf der Erbse» an.
Jedes der 12 Märchen wird von einer Illustration begleitet. Maslowska hat einen ganz eigenen Stil, der sich durch disproportionale und abstrakte Formen kennzeichnet, so dass Figuren oftmals unheimlich erscheinen (spindeldürre Arme und riesige Köpfe). Der disparate Stil passt irgendwie zu den assoziativen Märchen, deren Figuren und Handlungen unmotiviert bleiben. Sie lesen sich gar träge und haben eher etwas von schlechten Nacherzählungen. Dafür laden sie zu Relektüren der Originale ein. Gerade Andersens Märchen mit der Erbse ist hochaktuell (Stichwort: Hochsensibilität), herrlich verspielt und regt eher zum Nachdenken als zum Einschlafen an.