Die Sommertage im Wald sind herrlich. Viele Tiere leben hier friedlich zusammen. Die Bärin liegt im weichen Moos und geniesst die Blaubeeren. Als es kühler wird, kriecht sie in ihre Höhle. Mitten im Winter kommt ihr Junges zur Welt. Die Mutter erzählt ihm vom Wind, den Blättern und den alten Bäumen. Doch im kommenden Frühling ist der Wald verschwunden. Vor der Bärenhöhle stehen graue Hochhäuser. Mit Einkäufen beschäftigte und von digitalen Geräten abgelenkte Waldtiere gehen auf zwei Beinen durch die Strassen. Der Wald scheint bloss ein Märchen zu sein.
L. Moroni zeichnet von Hand, mit Stift und Pinsel. Ihre unterschiedlich grossen Bilder illustrieren Schönheit und Zerstörung der Natur eindrücklich und enthalten trotz des ernsten Themas witzige Details. Menschen sind darauf nicht zu sehen, doch die Tiere halten einem auf eine feine Art den Spiegel vor. Zum Glück endet das Buch hoffnungsvoll: Mit der Unterstützung der Tiere verwandelt sich die Betonwüste nach Jahren wieder in ein grünes Paradies. Doris Lanz