In Piesnitz fällt man auf, wenn man anders ist. Als Kinder von indischen Einwandererfamilien sind Dilly und Heer ziemlich anders. Die beiden Familien betreiben die einzigen indischen Take-aways der Stadt und wohnen direkt gegenüber voneinander. Dennoch haben sie noch nie ein Wort miteinander gewechselt. Als Heers Vater stirbt, verliert Heer völlig den Boden unter den Füssen – bis sie auf einer Party auf Dilly trifft. Die beiden kommen sich langsam näher. Gemeinsam treten sie einer Jugendgruppe bei, die sich für die Umwelt und die Community stark macht und sich gegen rechten Hass wehrt. Zwischen rechter Gewalt, Rassismus und familiären Konflikten erfahren Dilly und Heer das erste Mal echten Zusammenhalt, und was Heimat bedeutet.
Der Roman wird abwechslungsweise aus Dillys und Heers Perspektive erzählt. Wichtige Themen wie Migration, Queerness, Freundschaft und Familienzusammenhalt werden aufgegriffen. Der Autorin gelingt es sehr gut, diese schweren Themen auf eine lockere Art rüberzubringen. Timea Böjte