Mikolay hat es an eine renommierte Ballettschule geschafft, droht sich aber zwischen hartem Training, vernichtenden Urteilen und der Einsamkeit im Internat zu verlieren. Ein wenig Zuwendung und Bestätigung erhält er durch seine lasziven Fotoposts im Internet. Über diesen Weg lernt er Luke kennen, der ihn als Aktmodel malen möchte. Mikolay lässt sich darauf ein und merkt bald, dass die Zeit im Atelier für ihn mehr als eine Auszeit vom Alltagsstress ist.
Kurze Sätze und die klare, direkte Sprache schildern nachfühlbar das Leben der jungen Tänzer:innen, die bis zur totalen Erschöpfung alles ihrem Traum opfern. Obwohl man Mikolay in seinem Denken und Fühlen eng begleitet, fällt es gelegentlich schwer, ihm zu folgen. Zu sprunghaft und assoziativ sind manche Passagen. So merkt man spät, dass er wieder Hoffnung schöpft, und kann nur erahnen, was dies ausgelöst hat. Es bleibt die Frage, wie viel man bereit ist, für seine Kunst zu opfern – ein Denkanstoss für Ballettinteressierte und Kunstliebende. Katrin Rutner