Die Künstlerin Ayesha malt Bilder von der Schönheit der Welt, die Betrachtende glücklich machen. Als der Krieg ihre Stadt erreicht, suchen die Menschen Zuflucht im Keller ihres Ateliers. Inmitten kahler, grauer Wände sind das Grauen und die Hilflosigkeit fast greifbar. Ein Junge reicht Ayesha einen Pinsel und gemeinsam malen alle ihre Erinnerungen und Liebgewonnenes an die Wände. Inmitten der Trümmer setzt Ayesha schliesslich mit einem gemalten Fenster ein Zeichen für Hoffnung und Neuanfang.
Dieses Buch behandelt eine schwere Thematik mit beeindruckender Feinfühligkeit. Dass sich Cornelia Funke von realen Biografien inspirieren liess, verleiht der Geschichte authentische Tiefe. Der Text ist reduziert und lässt den sorgfältigen Illustrationen den Vortritt. Die Mischtechnik aus Tusche, Aquarell und Kugelschreiber wirkt nahbar und unterstreicht die kreative Widerstandskraft. Das Spiel mit Licht und Schatten fängt die Stimmung meisterhaft ein und führt zu einem hoffnungsvollen Schluss. Nathalie Fasel