Widerstand gegenüber der Besatzung der Nazis hatte in den Niederlanden viele Gesichter. Papiere wurden gefälscht, Dokumente und Geld transportiert, Flugblätter gedruckt, Menschen geschmuggelt, Fotos geknipst, Leben gerettet. Auch Emma Bergsma schliesst sich 1943 in Amsterdam dem Widerstand an und bringt verfolgte Kinder bei Pflegefamilien unter. Einige von ihr gefertigte Kunstdrucke tauchen im Jahr 2011 bei Annicks schwer kranker Oma auf und enthüllen die tragische Vergangenheit der alten Frau im Krieg.
Durch das Kombinieren von Originalfotos der 40er-Jahre und den gezeichneten Bildern der Autorin entstand eine einzigartige, herausragende Graphic Novel, welche auf historischen Fakten basiert. Die beiden Erzählstränge sind farblich gut auseinanderzuhalten: Im aktuellen Geschehen wurden gelbe, im historischen Teil rote Akzente gesetzt. Ein wichtiger und sowohl künstlerisch als auch inhaltlich sehr überzeugender Beitrag an die dringliche Kultur des «Nicht vergessen» und des «Nie wieder». Sandra Dettwyler