Was passiert, wenn im Theater die Scheinwerfer auf Einzelne im Publikum und nicht auf die Schauspieler:innen gerichtet sind? Eigentlich ist das Kind mit seinem Vater verabredet; muss aber widerwillig seine Mutter ins Theater begleiten. Dort gibt es eine Überraschung: Die Schauspieler:innen stehen klatschend am Bühnenrand und die Strahler richten das Licht auf einzelne Zuschauer:innen, die mit Winken, Rufen und Tanzen reagieren. Die Mutter erhält fürs Tanzen sogar: Bravo! Jetzt sieht das Kind sie in anderem Licht und ist bereit, mit ihr ein Eis essen zu gehen.
Orit Gidali erzählt in diesem Bilderbuch von doppeltem Perspektivenwechsel und zeigt, was dieser dem vermutlichen Trennungskind ermöglicht. Die Erzählung in passenden Worten aus der Sicht des Kindes hat Lucia Engelbrecht aus dem Hebräischen übersetzt. Die bunten, ornamentreichen Zeichnungen von Keren Katz ergänzen und illustrieren den Text in fröhlich-leuchtenden Farben. So bietet die Geschichte Anknüpfungspunkte für viele Gespräche. Mechthild Bauer