Florentin ist 64 Jahre alt und führt ein einigermassen ruhiges Leben, bevor Mentha in sein Leben tritt: ein klitzekleines Mädchen, das aus einem Pfefferminzstängel in seinem Garten gewachsen ist. Mentha versteht die Tiersprache, kann sich manchmal unsichtbar machen und hat ein phänomenales Gedächtnis. Eines Tages wird sie von einer Fledermaus zu einer Insel gebracht, wo die Tiere sie um Hilfe bitten. Die Welt ist in eine Schieflage geraten, weil die Menschen ihre guten Erinnerungen vergessen und das Schlechte droht, überhandzugewinnen.
Die Entstehung und Grösse von Mentha dürfte von Hans Christian Andersens Märchen «Däumelinchen» inspiriert worden sein, während die Thematik der positiven Gedanken, die Mangelware geworden sind, eine spannende Perspektive eröffnet. Die Illustrationen hingegen wirken etwas altbacken; vielleicht hätten sie farbig besser zum Stimmungsbild gepasst. Die märchenhafte Handlung und der (pfefferminz-)frische Erzählton eignen sich besonders gut zum Vorlesen. Alexia Panagiotidis