Der stets gut gelaunte Leuchtturmbär geniesst das Leben auf seiner kleinen Insel, das Bad im Meer, das abendliche Anzünden der Lampe, das Spiel mit seinem Freund. Als er aber in Zeitungen, die das Postboot geliefert hat, wilde Geschichten des Abenteuerbären liest, scheint ihm sein Dasein auf einmal unglaublich langweilig. In einem Sturm rettet er einen Schiffbrüchigen. Dabei handelt es sich ausgerechnet um den Abenteuerbären, der allerdings viel weniger mutig und sympathisch ist, als Leuchtturmbär geglaubt hat. Das Zusammenleben mit ihm gestaltet sich schwierig.
In kurzen Kapiteln und mit lebendigen, teils collageartigen Zeichnungen wird die Geschichte eines Angebers erzählt, der zuerst grossen Eindruck macht, sich dann aber als eigentlicher Angsthase entpuppt. Erst als Leuchtturmbär die Geduld mit ihm verliert, ist der Aufschneider bereit, die Wahrheit zu erzählen. Ein gelungenes Erstlesebuch über den Mut, zu sich selbst zu stehen, und über das Glück, ganz unerwartet einen Freund zu finden. Doris Lanz