Rezensionsdatenbank Info


Anzahl Resultate: 82
Titel: Romeo und Jabulile
Kollation: Geb., 107 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2010
ISBN: 978-3-7795-0281-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Fremde Welten, Liebe
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.07.2016
Romeo und Jabulile
Jabulile hat bei einem Fussballspiel soeben ein Traumtor geschossen. Von allen Seiten kann sie Glückwünsche entgegen nehmen. Unter den Gratulanten befindet sich auch ein Junge, ein Flüchtling aus Simbabwe, den sie bisher noch nie gesehen hat. Der Fremde geht Jabulile nicht mehr aus dem Kopf und als sie ihn später wieder trifft, beginnt eine zarte Liebesgeschichte. Doch die „Simbos“ sind im Township nicht gerne gesehen und so lebt Romeo in ständiger Angst vor Übergriffen.
> Masiphumele, das kleine Elendsviertel südlich von Kapstadt, in dem diese Geschichte spielt, ist immer wieder Schauplatz von gewalttätigen Auseinandersetzungen. Der Autor, der selber in diesem Township Entwicklungsarbeit leistet, lässt Vorfälle in sein Buch einfliessen, die im Mai 2008 bei ausländerfeindlichen Ausschreitungen an diesem Ort wirklich stattgefunden haben. Entstanden ist so auf wenigen Seiten eine authentische Geschichte für Jungen und Mädchen, die wunderbar zur Fussball-WM 2010 in Südafrika passt. Béatrice Wälti

Titel: Unheimliche Begegnung auf Quittenquart
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2010
ISBN: 978-3-7795-0294-4
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Fantasy, Reisen
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 20.07.2016
Unheimliche Begegnung auf Quittenquart
Auf dem Planeten Quittenquart kann es ganz schön langweilig werden. Unsere drei spitzohrigen grünen Helden verlassen die öde Fernsehecke, gehen los und begegnen ganz unglaublichen Wesen: geselligen Pummeligen, ohrenbetäubend Lauten oder gestreiften Unscheinbaren. Es gibt unbequeme oder überraschende Zufallsbekanntschaften – die beängstigend behaarten Ungeheuer zum Beispiel entpuppen sich als sehr liebenswürdig. Am unheimlichsten ist die Begegnung mit den weissen Zweibeinern, die auf Quittenquart notgelandet sind. Vielleicht wäre man doch lieber zu Hause geblieben?
> Nadja Budde bringt wirklich wüste, gefährliche Wesen so fröhlich wild aufs Papier, dass man sich schnell mit ihnen anfreunden kann. Die bunten Illustrationen verstärken den kurzen Text und regen bestimmt zu manch fantastischer (Weltall-)Reise an. Denn: Wer was wissen will, muss los! Muss anderen begegnen, sich überraschen lassen und mit dem Unheimlichen vertraut werden. Soviel ist am Schluss des Buches klar. Nathalie Fasel

Titel: Der Wind hat Geburtstag
Kollation: Geb., farb. illustr., 44 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2010
ISBN: 978-3-7795-0282-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Gedichte, Alltag
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.07.2016
Der Wind hat Geburtstag
In diesem Buch finden sich Gedichte über Jahreszeiten und Wetter, Tiere, Vater und Mutter, Wünsche, Gefühle, Alltag und „die Welt und alles“.
> Das kleine Buch vereint in fünf Kapiteln meist kurze Gedichte und richtet sich an Kinder. Fantasievolle Worte wie „Seelenseide“ oder „Vaters Bartstoppellachen“, sowie schöne Vergleiche wie „der Schnee ist aus leisem Glas“ sind reine Poesie. Der Autor scheut sich aber auch nicht, schwierigere Themen aufzugreifen wie die Abwesenheit des Vaters oder der Streit der Eltern. Die Aussagen der Texte sind unterschiedlich schwierig zu verstehen. Hilfreich ist, dass jedes Gedicht mit einer von Farbstift gemalten Illustration versehen ist. Leider ist sie jedoch nicht immer ganz passend, zum Beispiel die Totenköpfe zum Gedicht über die Birnen. Ein roter erdballähnlicher Stempel führt in jeder denkbaren Kombination durch das Buch, mal als Bonbon, mal als Ball oder als Planet Saturn. Ein hübsches Buch, auch für den Unterricht oder zum Verschenken geeignet. Katharina Siegenthaler

Titel: Mit Leidenschaft leben und glauben
Kollation: Zwölf starke Frauen Lateinamerikas. Geb., s.w. illustr., 239 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2010
ISBN: 978-3-7795-0285-2
Kategorie: Sachbuch
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.07.2016
Mit Leidenschaft leben und glauben
Die warmen, braunroten Farbtöne des Einbandes ziehen die Blicke an. Der Titel fokussiert. Das Buch enthält zwölf Portraits von wenig bekannten Frauen, die der Befreiungstheologie in Lateinamerika wichtige Impulse vermitteln. Kompromisslos setzen sie sich für Schwächere ein, ihr Glaube gibt ihnen die nötige Kraft dazu. Die Jüngste von ihnen ist 51 Jahre alt, die meisten sind um die achtzig, einige schon gestorben. < Dieses Thema interessiert wohl nur eine begrenzte Leserschaft. Die Texte sind schlicht und sachlich – es handelt sich auch um keine reisserischen Stories von Boulevard-Stars. Aber sie ermutigen, weil sie von Menschen berichten, die sich mit ihrem Leben und ihrer Kraft für die Menschenrechte einsetzen. Es tut gut, von Frauen zu lesen, die selbstbewusst, eigenständig und mit Engagement wirken, den Widerständen trotzen und gerade dadurch vieles bewirken. Darum sind diese Lebensbilder auch für ein junges Publikum lesenswert. Sie vermitteln Tragfähigkeit wie ein braunroter Boden. Katharina Wagner

Titel: Wie der Kiwi seine Flügel verlor
Kollation: Nach einem Mythos der Maori. Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2010
ISBN: 978-3-7795-0301-9
Kategorie: Bilderbuch
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.07.2016
Wie der Kiwi seine Flügel verlor
Eines Tage kommt eine schreckliche Plage über den Wald von Aotearoa. Käfer und Würmer fressen Blätter, Rinde und Wurzeln der Bäume. Der Wald wird kahl und krank. Tane Mahuta, der Hüter des Waldes, kennt nur einen Ausweg: Ein Vogel muss das Dach des Waldes verlassen und fortan auf dem düsteren Waldboden leben. Anstatt süssen Nektars muss er die Insekten verzehren, welche den Wald vernichten. Doch welcher Vogel nimmt ein solches Los auf sich?
> Ein Mythos der Maori beschreibt, wie der Kiwi zum berühmtesten Vogel Neuseelands wurde. Krejitschi belässt in seiner Übertragung die Namen der Tiere und Menschen. Menschen westlicher Zunge stolpern zwar beim Lesen, die Sage behält dadurch aber das Ursprüngliche. Einmal mehr illustriert Krejitschi meisterhaft: Die erdfarbenen Figuren haben etwas Archaisches. Breitbeinig steht Tane Mahuta da, geerdet wie ein Baum. Der Hüter der Vögel ist ein schlanker Mann, der bis zu den Wolken ragt. Das passt. Ein wertvoller Beitrag zur Kulturverständigung. Katharina Wagner Mehrere Stufen

Titel: Die Nichte in der Fichte
Kollation: Geb., farb. Illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2009
ISBN: 978-3-7795-0272-2
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Weihnachten, Reime
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.07.2016
Die Nichte in der Fichte
„Da reitet meine Nichte einfach auf die Fichte“, wundert sich ein sprachloser Onkel. Das Mädchen will Baumzapfen sammeln, weil sie so schön knistern, wenn man sie zum Trocknen auf den Herd legt. Die Zapfenernte ist unmöglich, das Hinunterkommen ein Kunststück. Als der Schimmel wieder sicheren Boden unter den Hufen verspürt, galoppiert er eine Runde um den Baum. Ein Zapfen löst sich und fällt den dreien vor die Nase. Im warmen, gemütlichen Stall, versammelt mit den anderen Tieren, lassen alle das Abenteuer ausklingen und geniessen die feierliche Stimmung. – Das Kletterabenteuer wird in Reimen erzählt. Ob unter, neben, im oder auf dem Baum: Der Schimmel und die Nichte in orangefarbenem Pulli und knallroten Gummistiefeln leuchten stets ausdrucksstark aus dem sattgrünen Gewirr von Fichtenästen hervor. Tannengrüne, einfarbige Drucke wechseln sich in mehreren Grüntönen gestalteten Seiten ab. Fantasievoller Bilderwitz für kleine Leute, zum Vorlesen und gemeinsamen Betrachten. Iris Boldt

Titel: Wenn der Löwe brüllt
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2009
ISBN: 978-3-7795-0273-9
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Dritte Welt
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.07.2016
Wenn der Löwe brüllt
Emanuel hat einen Löwen. Den wird er nicht los, der sitzt in seinem Bauch. Manchmal knurrt er. Wenn Emanuel schrecklich Hunger hat, brüllt der Löwe ganz laut. Nur selten fühlt sich das Raubtier zufrieden und schnurrt. Tagein, tagaus besteht Emanuels Hauptsorge darin, diesen Löwen zu bändigen.
> Die Künstlerin arbeitet mit Collagen. Sie verwendet dazu auch Schnipsel, die aus Illustrierten stammen könnten. Damit schafft sie es ausgezeichnet, Details aus dem Alltag afrikanischer Strassenkinder hervorzuheben. Mit einer Ausnahme findet sich der Löwe auf jeder Seite – als Metapher für den Hunger ist er omnipräsent. Die Geschichte von Emanuel und seinen Freunden ist schnörkellos erzählt und mutet beinahe sachlich an. Dass der Löwe zupackt, wenn sich ein Brot als Beute präsentiert, ist nachvollziehbar und stellt Emanuels Aussage, er habe doch gar nicht gestohlen, in ein neues Licht. Ein aufrüttelndes Buch für Gross und Klein, das sich hervorragend als Diskussionsgrundlage eignet. Katharina Wagner

Titel: Zebra, Zecke, Zauberwort
Kollation: Ein ABC-Buch. Farb. illustr., geb., unpag., Euro 15.90
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2009
ISBN: 978-3-7795-0226-5
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: ABC
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.07.2016
Zebra, Zecke, Zauberwort
Ein neues ABC-Buch: Von A bis Z erfindet Jürg Schubiger wunderliche Zweizeiler und endet mit „Zebra, Zecke, Zauberwort, Zwiebel, Zwieback und so fort.“ Jeder Vers ist anders, ohne oder mit Sinn, immer äusserst überraschend und fantasievoll. Isabelle Pin erzählt mit ihren Bildern ebenso skurril ihre eigenen Geschichten und zeigt Schubigers A-bis-Z-Wörter auf ihre typische Weise, scheinbar absichtslos in grossräumige, farbige Hintergrundwelten eingebettet. Auf jeder Doppelseite finden die Betrachterinnen also zahlreiche Zauberwörter, die alle den gleichen Anfangsbuchstaben aufweisen: z.B. Teufel, Tube, Teekanne, Toilette. – Zwischen Vorsatz (A) und Nachsatz (Z), von Kinderhand gezeichnet, befindet sich ein listiges und lustiges Sprach- und Schaubuch voller Miniaturen und Traumwelten, das anregt weiterzuspinnen und eigene passende Zauberwörter zu suchen. Beatrix Ochsenbein

Titel: Das fünfte Schaf
Kollation: -
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2008
ISBN: 978-3-7795-0201-2
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: -
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 12.07.2016
Das fünfte Schaf
Lina träumt jede Nacht von einem fürchterlichen Monster und versucht deshalb mit Schafezählen wach zu bleiben. Weil sie die Schafe, die über ihre Bettdecke hüpfen, nicht nur zählt, sondern auch genau anschaut, entdeckt sie im Schaf Nr. 5 den Wolf im Schafspelz. Verunsicherung und Angst entstehen unter den Schafen, nicht aber bei Linda. Sie spannt das Raubtier gegen das Monster ein und hilft klären, dass hier ein Wolf unter Schafen lebt, der ein Schaf sein will. – Die Geschichte erzählt leichtfüssig und tiefsinnig zugleich von einer dreifachen Befreiung: ein kleines Mädchen befreit sich auf witzige Art von seinem Alptraum, ein Wolf teilweise von seinen Raubtieranteilen und eine Schafherde von ihren Feindbildern. Der Text ist einfach, frisch in der Wortwahl und meist in Dialogform. Die doppelseitigen Illustr. auf braunem Hintergrund sind in Schwarz, Weiss, Rot und Braun gestaltet. Die auf die verschiedensten Charaktere karikierten Schafe vom Punk bis zum Strickschaf drücken bestens die unterschiedlichen Stimmungen aus. Ein wunderbares Buch zum Thema Toleranz und Emanzipation. Maria Veraguth

Titel: Der Hühnerdieb
Kollation: -
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2008
ISBN: 978-3-7795-0202-9
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: -
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 12.07.2016
Der Hühnerdieb
Hilfe! Der Fuchs hat ein Huhn geklaut! Vorbei ist es mit der Gemütlichkeit auf der Waldlichtung, zu Hause bei Bär, Hase und Hahn. Sofort nehmen sie beherzt die Verfolgung auf, durch den Wald, über die Berge und das Meer. Wieder an Land, haben sie die beiden endlich eingeholt. Bewaffnet mit einem Holzstock, stellen sie sich dem Fuchs und wollen das Huhn retten. Doch dieses hat sich schon längst anders entschieden und will gar nicht gerettet werden. – Die Geschichte kommt ganz ohne Worte aus. Die zarten, farbigen, ganzseitigen Bilder sind so angeordnet, dass auf der rechten Seite der flüchtende Fuchs mit dem Huhn zu sehen ist und auf der linken Seite die Verfolger, Bär, Hase und Hahn. Die erwachende, gegenseitige Zuneigung zwischen Huhn und Fuchs ist nur an winzigen, aber deutlichen Details zu erkennen. Eine kleine, feine Geschichte, die sich gut eignet, um kleineren Kindern zu erklären, was Vorurteile sind. Katharina Siegenthaler

Titel: Der weisse Bär und der schwarze Bär
Kollation: -
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2007
ISBN: 978-3-7795-0078-0
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: -
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.07.2016
Der weisse Bär und der schwarze Bär
Das kleine Mädchen kann abends nicht einschlafen. Der weisse Bär schimmert im Dunkeln und lenkt das Kind ab, aber er beantwortet keine Fragen. Plötzlich ist er weg, da taucht der schwarze Bär auf. Dieser ist in der Nacht unsichtbar und ruhig, aber auch er schweigt. – Ein recht anspruchsvolles BB zum Thema Angst vor der Dunkelheit. Da sind einmal der anspruchsvolle, philosophische, äusserst knappe Text in überaus stimmiger Diktion, aber auch die seltsamen Mischtechnik-Bilder in gedämpften Farben, welche überraschende Einblicke durch Türen, Fenster und Spiegel in verschiedene Räume des Hauses blosslegen. Weisser und schwarzer Bär überlagern die Alltagsszenen und verweisen auf Vermischung von Realität und Fantasie. Zahlreiche Details erzählen Parallelgeschichten und verbinden Betrachter mit der Protagonistin. Das Buch ist ein hintersinniges Kunstwerk, das sich erst nach mehrmaligem Betrachten vollumfänglich erschliesst und aus der üblichen Produktion herausragt. Als Familienbuch sowie für Bild(erbuch)betrachtung im Unterricht (auch MS und OS) geeignet. Beatrix Ochsenbein

Titel: Facing the Lion
Kollation: -
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2007
ISBN: 978-3-7795-0081-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: -
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.07.2016
Facing the Lion
„Mit den Rindern kommt die Achtung. Je mehr Rinder ein Mann hat, desto mehr Achtung geniesst er.“ Das ist eine Aussage des Autors, eines ehemaligen Massai-Nomaden aus Nordkenia. Lemasolai Lekuton beschreibt sein Leben und seine Karriere. War seine Jugend im Massailand mehrheitlich unbeschwert und „traditionell“, nahm sie mit seiner Schulpflicht eine grosse Wende. Familie und Dorf waren weit weg, die Einflüsse der westlichen Kultur stürzten auf ihn ein. Bald stellte sich die Frage: Tradition oder Studium? Er entschied sich für letzteres und hatte dazu, neben den Opfern seiner Familie, namhafte Gönner. Heute ist Lekuton Hochschullehrer in Amerika. Er pflegt seine Wurzeln bewusst und zeigt, was afrikanische Tradition bedeutet. Eine Tradition ist das Erzählen, und das tut er in diesem Buch wunderbar, eindringlich und farbig. Er moralisiert nicht, vermittelt aber klar die Werte seines Volkes. Geschickt bewegt er sich sowohl in traditioneller Kultur als auch in der sogenannten „Zivilisation“. Ulrich Zwahlen

Titel: 33 Bogen und ein Teehaus
Kollation: Geb., s.w. illustr., 145 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2016
ISBN: 978-3-7795-0522-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Flüchtlinge
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 25.05.2016
33 Bogen und ein Teehaus
Mit zwei Koffern nur flüchtet die sechsköpfige Familie aus dem Krieg im Iran. Nach der Revolution, mit den zusehends rigoroseren Gesetzen droht nun dem ältesten Bruder (unter 15!) der Ich-Erzählerin die Rekrutierung. Drei Tage dauert die Busfahrt nach Istanbul. Die Familie sitzt zehn Monate fest, bis sie mit Visum und Flugtickets weiterkommt: Über Ost- und Westberlin sowie Karlsruhe finden alle sechs in Heidelberg endlich einen zugewiesenen neuen Ort zum Bleiben.
> Die Autorin führt realitätsnah vor Augen, was Flüchtlinge aushalten müssen. Nebst dem Verlust der positiven Dinge in der alten Heimat, der Ungewissheit, ob und wie die Flucht gelingt, den teilweise unwürdigen Aufenthaltsorten schildert sie nicht ohne Humor, wie ihre Familie mit den andern Sprachen und Sitten zurechtkommen muss. Ein wichtiges Buch liegt vor, das viel zum Verständnis der Flüchtlingssituation beiträgt. Eveline Schindler

Titel: Am Tag, als Saìda zu uns kam
Kollation: A. d. Span., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2016
ISBN: 978-3-7795-0540-2
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Kulturen, Sprache
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 25.05.2016
Am Tag, als Saìda zu uns kam
Sa’ída ist arabisch und bedeutet glücklich. Doch dies weiss die Erzählerin erst viel später, denn: „Am Tag, als Saída zu uns kam, schien es mir, als hätte sie die Sprache verloren.“ Sie entschliesst sich, das Mädchen aus Marokko ihre Wörter zu lehren. Sobald sie Vertrauen zueinander gefasst haben, erkunden die beiden, wie sich Worte auf der Zunge anfühlen, wie sie klingen und wirken, was sie bedeuten, woher sie kommen und wohin sie gehen und welche davon über Bord geworfen werden könnten.
> Das Buch lebt von der Symbiose von Text und Bild. Da verweben sich ungewöhnliche Bildausschnitte mit fantasievollen, verträumten Gedankengängen. In passend gestalteter Umgebung, z. B. auf dem Nilpferd oder an einer Wäscheleine, werden in Wort-Bildern die Dinge in zwei Sprachen erklärt, ergänzt mit eingestreuten arabischen Buchstaben, „die manchmal wie Blumen oder Insekten aussehen“. So wird dieses Buch zu einer überaus geheimnisvollen und poetischen Begegnung zweier unterschiedlicher Kulturen. Katharina Siegenthaler

Titel: So leicht, so schwer
Kollation: Kartoniert, farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2016
ISBN: 978-3-7795-0538-9
Kategorie: Bilderbuch
Alter: Kleinkinder
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 24.03.2016
So leicht, so schwer
Auch Tiere lieben Spielplätze! Wenn ein Elefant auf der Wippe sitzt, braucht es auf der Gegenseite viele Tiere: Pinguin, Affe, Strauss und Giraffe schaffen das Gleichgewicht nicht, und das Krokodil hat keine Lust zum Mitmachen. Erst als das Nilpferd dazustösst, ist das Gleichgewicht hergestellt. Aber nicht für lange, denn ein trötendes Kind erschreckt die ganze Gesellschaft derart, dass alle Tiere durcheinanderpurzeln und gegenüber beim Elefanten landen. Als sich auf der andern Seite das Kind mit einem Dino und einem Schmetterling (!) einrichtet, klappt es endlich: Die Wippe wippt und alle geniessen das Auf und Ab.
> Die knallrote Wippe steht auf jeder Doppelseite genau in der Mitte und leuchtet vor dem blauen Hintergrund. Neugierde, Spannung und Schalk sind den Tieren ins Gesicht geschrieben. Wer findet auf jeder Seite den Schmetterling? Der kurze und einfache Text ist in die Illustrationen integriert. Kleine Kinder wollen dieses Buch immer wieder anschauen. Madeleine Steiner

Titel: Wie man mit dem Feuer philosophiert
Kollation: Geb., farb. illustr., 460 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2015
ISBN: 978-3-7795-0526-6
Kategorie: Sachbuch
Schlagwort: Elemente, Experimente
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 01.02.2016
Wie man mit dem Feuer philosophiert Chemie und Alchemie für Furchtlose
In 32 voneinander völlig unabhängigen Kapiteln wird dem Leser das weitläufige Gebiet der Chemie offenbart, ohne dass er sich dauernd von Reagenzgläsern, Kolben oder Phiolen bedrängt sieht. Von der Mischerei mit Naturstoffen (z.B. Curare, Blausäure, Gummi) über Alchemie (mit u.a. Zinnober, Salpeter, Silber, Gold) bis zur Laborchemie (etwa mit Giftgasen, Radium) und schliesslich zur DNA: Zu jedem Thema wird ein eigener Artikel geboten; es wird nicht einer Fortsetzung gefolgt, so dass man sich gezielt einzeln informieren kann. Spezielle Vorkenntnisse braucht man nicht mitzubringen, hinterher staunt man über die vielen Aha-Erlebnisse. Ein Drittel des Buches regt überdies zu eigenen, ungefährlichen Experimenten an, wobei jedes Mal Materialien und Ausrüstung angegeben werden.
> Die Sprache ist leicht fasslich, die Inhalte der Kapitel sind informativ, sehr oft auch unterhaltsam, mit feinem Humor gewürzt. Auch ohne Chemie am Hut wird man sich gerne vom inspirierenden Erzähler belehren lassen. Siegfried Hold

Titel: Haifische kommen nicht an Land
Kollation: Geb., 199 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2015
ISBN: 978-3-7795-0513-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Alltag, Dritte Welt
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 18.12.2015
Haifische kommen nicht an Land
Auf der Insel Ometepe im Nicaraguasee lebt Joaquin Villa, 12-jährig, Ältester einer kinderreichen, vaterlosen Familie. Immer auf der Suche nach etwas Arbeit, Verdienst und Essen trifft er zufällig Rosa Hein und ihren Vater. Dieser ist Ethnologe und sammelt unter anderem Erzählungen des Volkes auf der Insel. Zwei Welten stossen aufeinander: Rosa, die gebildete weisse Tochter, die schon die halbe Welt kennt, und Joaquin, der Arme, der froh ist, wenn er und seine Familie genug zu essen haben. Er verliebt sich in sie. Die Trennung von Rosa wirft den Jungen aus den gewohnten Gleisen. Er will auswandern, geht deshalb in die Stadt und merkt bald, dass das Leben als Strassenkind viel härter ist als die Armut zuhause.
> Die kurzen Szenen aus Joaquins Leben lassen einen bunten und spannenden Roman entstehen. Die Gegensätze Arm-Reich, Weisse-Indio, Herr und Knecht klagen nicht an, sondern ergeben sich aus den Schilderungen des Alltags. Der Schluss ist hoffnungsvoll: Joaquin lernt schreiben und lesen! Ulrich Zwahlen

Titel: Kreuz und quer, Josefine und der Bär
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag., 3. Auflage
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2015
ISBN: 978-3-87294-794-9
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Heiteres
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 13.12.2015
Kreuz und quer, Josefine und der Bär
Rückwärts, vorwärts, rollend, schleichend, singend oder springend – Josefine und der Bär sind unterwegs durch Sand und Wiesen, in den Bergen und in der Stadt. Mit Kälbern tollen sie herum, mit den Igeln rollen sie den Hang hinunter und mit den Steinböcken klettern sie über Felsen. Immer freudig, immer drauflos, immer weiter zügigen Schrittes.
> Da steckt Bewegung in den Bildern – und Farbe! Orange der Boden um die Moschee, lila der Fels im Hochgebirge, blau und grün die Blumenwiese in Australien. Die zwei Freunde reisen durch unterschiedliche Landschaften, ohne genau zu definieren, um welche Länder es sich handelt. Durchs Buch zieht sich fast nur ein einziger langer Satz, in dem alle Gangarten vorkommen, die Josefine und der Bär ausprobieren. Nachmachen empfohlen! Teilweise stehen auf einer Doppelseite nur ein oder zwei Wörter, einfache Reime wie "mal gerade ... mal krumm ... mal links- ... mal rechtsrum". Ein Gute-Laune-Buch mit traumhaften Bildern! Sandra Dettwyler

Titel: Kleopatra
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2015
ISBN: 978-3-7795-0529-7
Kategorie: Bilderbuch
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 27.09.2015
Kleopatra
Die Tüpfelhyäne Kleopatra lebt einsam am Rande der Welt, gleich neben der Müllhalde. Sie betreibt dort einen Laden mit einem Sammelsurium an gebrauchten, unnützen Dingen, die eh niemand kaufen will. Nur Ed, der kleine Junge aus der Wohnwagensiedlung, kommt ab und zu vorbei und leistet ihr Gesellschaft. Dann erzählt sie ihrem neuen Freund von ihrem Traum von einem wilden, heissen Land, welches sie, da im Zoo aufgewachsen, noch gar nicht kennt. Als Ed ihr eines Tages auf einer Landkarte den Weg nach Afrika zeigt, überlässt sie ihm den Laden und macht sich auf den weiten Weg ins Land ihrer Träume.
> Hyänen gehören ja nicht gerade zu unseren Lieblingstieren, doch dem Illustrator Tobias Krejtschi gelingt es, dass uns Kleopatra schon beim Betrachten ihrer witzigen, grinsenden Posen auf dem Vorsatzblatt geradezu ans Herz wächst. Dennoch wird nichts beschönigt, ja nicht mal bewertet in dieser Geschichte über Freundschaft und Sehnsüchte der zwei am Rande der Gesellschaft lebenden Protagonisten. Ruth Fahm

Titel: Der kleine Löwe und der kleine Clown
Kollation: Geb., farb. illustr., 59 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2015
ISBN: 978-3-7795-0530-3
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Vorlesen, Zirkus
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 12.09.2015
Der kleine Löwe und der kleine Clown
Sie sind ein tolles Team, der kleine Clown und der kleine Löwe! Jeden Tag bestreiten sie zusammen eine Vorstellung im Zirkus. Eines Tages müssen sie das Zebrababy hüten. Das ist gar nicht so einfach. Denn das kleine Zebra ist schnell und hat viele Flausen im Kopf – es springt einfach über die Strasse und läuft in die Stadt. Nach einer wilden Verfolgungsjagd hat der kleine Clown dann aber eine zündende Idee, um den Wildfang gesund und munter wieder zum Zirkus zurückzulocken. Die beiden sind jedoch so müde, dass die Nachmittagsvorstellung ausfallen muss.
> In dem hübschen Vorlesebuch finden sich acht Kapitel mit kurzen Episoden um die beiden Protagonisten. Witzig und bunt illustriert eignet es sich schon für Kinder ab vier Jahren. Dank guter Typografie können sich auch Erstleser daran versuchen. Silvia Kaeser

Titel: Young Blood
Kollation: A. d. Engl., geb., 263 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2015
ISBN: 978-3-7795-0518-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Soziales, Kriminalität
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 12.09.2015
Young Blood
"Vusi und der Anruf, den 740i zu holen – diese Sekunde war der Übergang. Ich wählte Geld statt Freiheit." Schnelle Autos, unverbindlichen Sex, Drogen und Alkohol. "Ich war der letzte Neuzugang, ein Frischling in der Welt entschlossener Worte und eiskalter Taten." Für Sipho ist es ein kleiner Schritt vom Fussballplatz seiner Kindheit in die Illegalität einer Durbaner Township. Er kennt sich mit Autos bestens aus und durch seine Fahrkünste zieht er das Interesse etablierter Krimineller bald auf sich. Das Geld fliesst schnell: Hugo Boss, BMW und Partys in noblen Villen. Doch genauso schnell kommt der Abstieg. "Ich weinte darüber, mit welchen Vorstellungen ich den Schritt ins Mannsein getan hatte. Ewiges Glück und der Besitz von Dingen, egal um welchen Preis."
> Sein rasantes Debüt widmet Sifiso Mzobe seiner und jeder anderen Township. Er weiss, wovon er spricht, wenn er dem Alltag von Umlazi Leben einhaucht, seine Leser die nach verbranntem Gummi stinkende Luft atmen lässt, während schnelle Autos mit durchgedrücktem Pedal über den Asphalt driften. Temporeich und schnörkellos treibt Mzobes Sprache sein Publikum durch eine authentisch anmutende Geschichte in einem glaubhaft erscheinenden Milieu. Dabei verzichtet er auf Romantisieren oder Dramatisieren, wodurch es ihm gelingt, zwischen der fernen Welt einer südafrikanischen Township und der europäischen Welt eine Brücke zu bauen. Thema und Stil sorgen dafür, dass sich auch Lesemuffel fesseln lassen. Mzobes Geschichte ist keine neue, dennoch überzeugt sie von Anfang bis Ende und ist mehr als nur eine spannende Story über jugendlichen Leichtsinn und das blendende Antlitz von Geld: Dass mehr Bildungsangebote in der Township eine Alternative zur Strasse sein könnten, wird deutlich. Und ohne diese Moral, sagt Mzobe in einem Interview, hätte er die Geschichte nicht erzählen können. Ein Buch, das nicht grundlos bereits mehrere Preise ergattert hat! Andrea Eichenberger

Titel: Die Fünferbande
Kollation: Kartoniert, farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2015
ISBN: 978-3-7795-0514-3
Kategorie: Bilderbuch
Alter: Kleinkinder
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 12.06.2015
Die Fünferbande
„Der Daumen ist der Heinz, das ist die Nummer eins." So werden die Finger der rechten Hand vorgestellt. Vergnügt reisen die fünf lustigen Kerlchen durchs Land, bis sie erstaunt auf ihre Doppelgänger an der linken Hand treffen. „Heinz trifft auf Hans, o Graus! Der sieht genauso aus!“ Sofort stürmen sie aufeinander los und prügeln sich. „Auf einmal sind sie Ringer, die zehn erbosten Finger.“ Doch da passiert etwas Unerwartetes und sie merken, dass sie ohne ihre Gegenspieler hilflos sind.
> Kurze Fingerabzählreime gibt es zuhauf, doch dieses Pappbilderbuch birgt mehr, nämlich eine längere, pfiffig gereimte Geschichte mit einer Moral, die auch die Kleinsten verstehen. Die Reimsprache ist altersgerecht, die Illustrationen sind witzig und bunt, und jede einzelne Fingerpuppe ist mit einer unglaublich treffenden Mimik ausgestattet. So macht es Kindern und Eltern Spass, die Geschichte der Zehnerbande mit den eigenen Fingern nachzuspielen oder sogar selber solche Fingerpuppen zu basteln. Cornelia Brühlmann

Titel: Jelena fliegt
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2015
ISBN: 978-3-7795-0512-9
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Aussenseiter
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 28.04.2015
Jelena fliegt
Jelena ist viel zu dick, viel zu gross und viel zu dumm. Sie passt weder in die enge Schiessbude der Mutter noch auf die Achterbahn des Vaters. Ihre einzigen Freunde sind Frau Süss, die Jelena Zuckerwatte schenkt, und Herr Kraft, dem der Hau-den-Lukas gehört. Doch eines Tages geschieht ein Wunder. Jelena merkt, dass sie etwas kann und geliebt ist.
> Jelena ist eine Aussenseiterin und extrem übergewichtig. Die Illustratorin betont dies, indem sie das Mädchen in ein unvorteilhaftes Kleidchen steckt, das viel zu viel von ihrer Haut zeigt. Jelenas Trost liegt in der Zuckerwatte. Dadurch entsteht ein Teufelskreis: Das Mädchen wird noch dicker. Einzig Herr Kraft traut Jelena etwas zu. Er macht ihr Mut zu zeigen, was sie kann. Und Jelena gewinnt eine Luftballontraube. Vor lauter Freude hebt sie ab und fliegt fort. Plötzlich erinnert Jelena an eine Nana von Niki de Saint Phalle, die wunderbar leicht über den Menschen schwebt. Ein hoffnungsvoller Schluss, der das zarte Buch auszeichnet. Katharina Wagner

Titel: Über tausend Hügel wandere ich mit dir
Kollation: Geb., 302 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2015
ISBN: 978-3-7795-0517-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Länder: Afrika, Gewalt
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 05.03.2015
Über tausend Hügel wandere ich mit dir
Als mittleres von drei Kindern lebt Jeanne geborgen in einem kleinen Dorf in Ruanda. Ihre Eltern sind Lehrer und bei allen bekannt und beliebt. Doch im Jahr 1994 eskaliert der Bürgerkrieg – das Dorf wird von einer Welle der Gewalt überrollt. Alle Bewohner, welche der Minderheit der Tutsi angehören, werden von den zahlenmässig überlegenen Hutu verfolgt und brutal ermordet. Als einziger Überlebender ihrer Familie gelingt der achtjährigen Jeanne die Flucht, indem sie sich einer anderen Gruppe anschliesst. Eine Grossfamilie aus Deutschland nimmt sie schliesslich bei sich auf.
> Diese wahre Geschichte erschien schon vor dreizehn Jahren in einem anderen Verlag. Die engagierte Autorin, Jeannes Pflegemutter, hat die ursprüngliche Ausgabe überarbeitet und mit einer hilfreichen Zeitleiste versehen. Da es nicht viele Jugendbücher zu dem schrecklichen Völkermord in Ruanda gibt, ist diese Neuauflage mit attraktivem Cover und neuem Layout wichtig und empfehlenswert. Rita Racheter

Titel: Nanas Liebe
Kollation: A. d. Engl., geb., 189 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2014
ISBN: 978-3-7795-0499-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Liebe, Fremde Welten
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.10.2014
Nanas Liebe
Nachrichten aus Afrika sind meist wenig erfreulich. Da geht es um Armut und Gewalt, um korrupte Politiker oder um Krankheiten, die sich epidemienhaft ausbreiten. Auch Nanas Geschichte, nach einer wahren Begebenheit erzählt, zeigt etwas davon. Das Mädchen wächst vorerst behütet bei seiner Grossmutter auf, lebt später aber in beengten Verhältnissen in einem Township nahe Kapstadt. Als Nana sich in Agnes verliebt, fangen die Probleme an.
> Der junge Autor spricht die Missstände in seiner Heimat offen an. Denn obwohl in Südafrika das Recht auf gleichgeschlechtliche Liebe in der Verfassung verankert ist, gibt es im Land noch oft, wie im Buch geschildert, "korrigierende Vergewaltigungen". Der Autor lässt Nana die Vorkommnisse in einer einfachen Sprache erzählen. Manchmal spricht sie eine dritte Adressatin in der direkten Du-Form an. So macht sie Betroffenen Mut, ihren eigenen Weg zu finden. Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Der Fluss
Kollation: A. d. Engl., geb., farb. illustr., unpag., 25 cm x 41,5 cm
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2014
ISBN: 978-3-7795-0496-2
Kategorie: Bilderbuch
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 26.09.2014
Der Fluss
Der Fluss Po in Italien: Einmal fliesst er ganz ruhig dahin, ein anderes Mal schwillt er nach einem Gewitter an und tritt über die Ufer. Landschaften und Farben am Wasserlauf verändern sich stetig, aber stets dem Rhythmus der Jahreszeiten folgend. Für einmal ist der Fluss die Kulisse für die Menschen, die an ihm leben und es sind ihre Geschichten, die hier gänzlich ohne Worte erzählt werden. So werden Bilder zu einer Bühne und das Alltägliche zu etwas ganz Besonderem.
> Überraschend und prachtvoll ist es geworden, das Kunstbilderbuch von Alessandro Sanna. In sequenzieller Bildfolge reiht der italienische Künstler hunderte von schmalen Panoramen aneinander, immer vier pro Seite und so, dass jeder einzelne Moment zeitlich leicht versetzt ist. Die vielen Aquarellbilder wirken leicht und durchlässig; sie erzählen von Liebe, Geburt und Zusammengehörigkeit. Über mehrere Jahre ist hier eine Liebeserklärung an den Fluss entstanden, an dessen Ufer der Illustrator selber lebt. Einzigartig! Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Meine grüne Schüssel
Kollation: Kartoniert, farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2014
ISBN: 978-3-7795-0485-6
Kategorie: Bilderbuch
Alter: Kleinkinder
Bewertung:
1 von 4 Büchern
Rezension publiziert: 15.05.2014
Meine grüne Schüssel
Hans, Paulchen und Nina sind drei Kinder, die alle mit der grünen Schüssel ihren Spass haben. Mal dient sie ihnen als Hut, mal als Segelschiff oder als Trommel. Und schliesslich noch: „Ich steck in meine Schüssel ein kleines Samenkorn. Dann warte ich ein Weilchen… Nun wächst in meiner Schüssel ein schönes blaues Veilchen“.
> Auf den mit Kreidestiften auf Packpapier gezeichneten Bildern ist eine grüne Schüssel gut erkennbar. Aus welchem Material sie gemacht sein könnte und ob es sich immer um dieselbe grüne Schüssel handelt, ist nicht ersichtlich. Denn im Verhältnis zu den Kindern stimmt die Grösse nicht überein. Der kurze gereimte Text ist banal und dadurch überflüssig. Mit Verlaub: Das Säen von Veilchensamen, es sind "Kaltkeimer", macht Kindern kaum Freude. Welche Altersstufe sich von diesem Buch angesprochen fühlen soll, bleibt leider genauso verborgen wie ein möglicher Unterhaltungswert. Kleinkindern zu erzählen, wie man mit einer Schüssel spielen kann, ist überflüssig. Katharina Siegenthaler

Titel: Auf keinen Fall will ich ins All!
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2014
ISBN: 978-3-7795-0484-9
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Heiteres, Reime
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 23.04.2014
Auf keinen Fall will ich ins All!
Ein jeder möchte in die Ferne schweifen: "Papas bester Freund Guiseppe will nach Osten in die Steppe / Meine wilde Tante Anne möchte mal in die Savanne / Line möchte nach Medina und Miranda? Klar, nach China!" Doch eines Tages wird allen bewusst, dass weder eine Reise um die Welt noch ein Flug ins All so schön sein kann wie ein Tag im Schwimmbad um die Ecke.
> Dass etwas Hässliches bei genauem Hinschauen plötzlich schön werden kann, zeigt Nadia Budde einmal mehr in ihrem neusten Bilderbuch. Auf einfarbigem Hintergrund lässt sie ein Heer von stark karikierten Figuren aufmarschieren. Ausgestattet sind die mit dünnem, schwarzen Pinselstrich gezeichneten Wesen, welche eingescannt und am Computer coloriert wurden, mit allerlei Requisiten. Taschen, Brillen, originelle Kleidung und lustige Frisuren gibt es zu entdecken. Der Text in Strophenform ist gestalterisches Element und wurde von der Autorin selber geschrieben. Speziell! Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Die Entstehung der Gürteltiere
Kollation: A. d. Engl., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2014
ISBN: 978-3-7795-0483-2
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Tiere, Sagen
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 01.04.2014
Die Entstehung der Gürteltiere
"Mein Sohn, wenn du einem Igel begegnest, musst du ihn ins Wasser werfen, dann rollt er sich auseinander, und wenn du eine Schildkröte fängst, musst du sie mit der Pfote aus ihrem Panzer heben." So wäre der kleine Jaguar bestens instruiert, doch Igel und Schildkröte sind schlau und können die Raubkatze überlisten – nicht ahnend, dass sie dabei ihre Gestalt verändern und zu Gürteltieren werden.
> In Ulrike Möltgens Bildern geht es turbulent zu und her. Collagen aus eingefärbten Papieren, Garnfäden und allerlei Schnipseleien explodieren als gewaltige Farb- und Formenpracht. Äusserst inspiriert! Dabei wird nicht nur dem Jaguar schwindlig... Rudyard Kiplings Geschichte ist dabei nicht zu unterschätzen, leicht greift die Verwirrung des Jaguars auf zu junge Leserinnen und Leser über. Sowohl für das Auge als auch inhaltlich ein Genuss, erfrischend und amüsant. Sandra Dettwyler

Titel: Der fette Fang
Kollation: A. d. Französ., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2013
ISBN: 978-3-7795-0478-8
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Traumhaftes
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 18.10.2013
Der fette Fang
Während sich die anderen Fischer in der Kneipe mit ihren grossen Fängen brüsten, erlebt der gemütliche Fischer in der Ecke träumenderweise sein ureigenstes Abenteuer. Sein Fang ist dermassen gross, dass er mitsamt der Angel ins Meer gerissen wird. Während er mit dem Riesenfisch an Land gespült wird, muss sein verlassenes Hündchen im Boot die Insel ansteuern, Möwen verjagen und danach sein Herrchen wiederbeleben. Der Fisch passt kaum ins Boot und mit grossem Jubel werden die beiden im Hafen empfangen.
> Ohne Worte lassen die einfachen, aber ausdrucksvollen Zeichnungen die Fischer prahlen, das Meer rauschen, den Hund heulen und die Möwen schreien. Es ist keine grosse, aber eine sympathische Geschichte, die wunderbar in die kleine Kneipe am Meer passt. Und obwohl alles nur ein Traum war, spricht die Zufriedenheit auf dem Gesicht des Fischers für sich. Kathrin Wyss Engler

Titel: Zeit der Krabben
Kollation: Broschur, 185 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2013
ISBN: 978-3-7795-0477-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Entwicklung, Gewalt
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 08.10.2013
Zeit der Krabben
Cynthia (17) ist vom Festland zurück, in der Tasche ihren Highschool-Abschluss. Sie hat sich auf ihr Zuhause gefreut, doch ausser der alljährlichen Wanderung der Krabbenweibchen von den Bergen zum Meer ist nichts mehr wie früher. Dad ist dauernd schlecht gelaunt und mit dem Motorrad unterwegs, Mum hat oft allergiebedingt gerötete Augen, die Schwester pubertiert, der Bruder ist verliebt, Perro weist sie schroff ab, und sie selbst lässt sich von Giuguito, dem Lawlessboy, den Kopf verdrehen. Undurchsichtige Ereignisse und Lügen lassen Cynthias Vertrauen in ihre Mitmenschen schwinden. Doch sie gibt nicht auf, trotz der vielen Hindernisse.
> Auf der karibischen Insel herrschen Korruption und Gewalt, deren Zusammenhang Cynthia langsam zu erkennen beginnt. Rückblickend erzählt sie glaubhaft ihre Geschichte und diejenigen der anderen beteiligten Personen. Vom Schicksal des süchtigen Perro erfährt man in einem zweiten Handlungsstrang, der ausgezeichnet dazu dient, die Spannung zu erhöhen. Katharina Siegenthaler

Titel: Das Wild im Marmeladenglas
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2013
ISBN: 978-3-7795-0479-5
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Angst, Alltag
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 01.10.2013
Das Wild im Marmeladenglas
Kira will nicht mehr in den Kindergarten, denn auf dem Weg dorthin muss sie an einem Baum vorbei, der von einem Wild bewohnt ist. Es kann knurren wie ein Bär oder es zwickt und lacht so laut, dass Kira hinfällt. Darum beschliesst das Mädchen, den Tag mit Papa im Büro zu verbringen. Während des langen Stillsitzens malt Kira das Wild in einem Marmeladenglas und gibt es Papa, damit er es im Schreibtisch einschliesst. Am nächsten Tag marschiert sie wieder in den Kindergarten.
> Einmal mehr ist den beiden bekannten Bilderbuchautorinnen ein Volltreffer gelungen. Die Kinderzeichnungen auf der letzten Seite waren wohl der Auslöser dazu. Kiras Ängste und Phantasien sind alterstypisch und gut nachvollziehbar. Die Geschichte zeigt sehr schön, wie das Mädchen es schafft, seine Angst zu bewältigen, sodass es gestärkt daraus hervorgeht. Ein hilfreicher und unverkrampfter Beitrag zur Auseinandersetzung mit dem Thema Angst. Das macht Mut – Kira genauso wie den Betrachtenden. Katharina Wagner

Titel: Wie Grossvater schwimmen lernte
Kollation: Geb., farb. illustr.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2011
ISBN: 978-3-7795-0353-8
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Generationen, Alltag
Alter: ab 4
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 24.05.2013
Wie Grossvater schwimmen lernte
Das kleine, kecke Mädchen erlebt zusammen mit seinem Grossvater so einiges: Sie schauen den Zügen zu, gehen in den Zoo und auf den Markt, arbeiten im Garten oder machen zusammen Mittagsschlaf. Ungewöhnlich ist bloss, dass der Grossvater bei allen Unternehmungen vorher und nachher sagt: "Vielleicht machen wir das zum letzten Mal." Bis die Kleine schwimmen will. Der Grossvater kann aber gar nicht schwimmen. Sie bringt es ihm bei und er wird ein richtig guter Schwimmer – einmal ist immer das erste Mal!
> Fröhliche, farblich etwas eintönig gehaltene Zeichnungen begleiten das ungleiche Paar durch den Alltag. Überflüssigerweise weist jede Illustration eine gestempelte Zeit-, Richtungs- oder Namensangabe auf. Die Geschichte lässt sich problemlos erzählen, doch am Ende bleibt eine gewisse Ratlosigkeit, was die Autorin damit eigentlich sagen will. Gesamtwertung: erfrischend und nach dem Zuklappen wieder vergessen. Kathrin Wyss Engler

Titel: Die Kröte, der Marabut und der Storch
Kollation: A. d. Französ., illustr., 127 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2013
ISBN: 978-3-7795-0436-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Länder: Afrika, Fabeln
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 07.05.2013
Die Kröte, der Marabut und der Storch und andere Geschichten aus der Savanne
„Was sind westafrikanische Fabeln und Märchen?“ fragt der Herausgeber in der Einleitung dieses Buches. Er gibt die Antwort gleich selber: Für Kinder, die im Licht des Mondes herumtollen, sind sie fantastische Geschichten, für Baumwollspinnerinnen willkommener Zeitvertreib in den langen Nächten der kalten Jahreszeit.
> Für Europäer sind die traditionellen Geschichten vor allem Türöffner zu den faszinierenden Kulturen der Fulbe, der Bambara, der Marka sowie anderer Savannenvölker. Sie handeln von Menschen – Fischern und Jägern, Königen und Untertanen, von Tieren – Hyänen und Löwen, Horntieren und Krokodilen, und natürlich von Geistern, Zauberern, von Liebe und Hass. Wo nötig, finden sich kursiv gedruckte Erklärungen zum besseren Verständnis sowie eine Zusammenfassung der Moral von der Geschichte. Da diese europäischem Denken oft fremd ist, eignet sich das Buch erst ab Mittelstufe – aber natürlich für alle Afrikafans. Katharina Wagner

Titel: Das Kind im Mond
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2013
ISBN: 978-3-7795-0434-4
Kategorie: Bilderbuch
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 26.03.2013
Das Kind im Mond
Die Frau und der Mann auf dem Mond leben zusammen mit Kind, Hund und Katze in einem Mondkrater. Als Dach dient der Himmel. Getrunken wird Sternenmilch, gegessen werden Zwiebeln, die im Sternenstaub wachsen. Wenn stinkende Besucher mit Raketen landen, verstecken sich alle Mondbewohner. Am Abend schauen sie fern. Der Blick ruht auf der blauen Erde. Die Frau erzählt vom Leben dort, bis die Sehnsucht des Kindes so stark wird, dass es eines Tages zur Erde stürzt. Nun erzählt die Frau, wie das Kind zur Schule geht und wie es Schwarzwäldertorte isst.
> Ein poetisches Buch mit einer Geschichte und Bildern voller Geheimnisse. Die Sehnsucht nach unbekannten Welten, Loslassen, Abschied und Trost werden thematisiert. Besonders das Titelbild mit dem borstigen Mondgras und dem Jungen, der soeben zur Erde abspringt, besticht mit feiner Gestaltungstechnik. Dieses fantasievolle Buch wird vielleicht philosophische Gespräche anregen. Kathrin Hirsbrunner

Titel: Die Sache mit Nummer Acht
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2013
ISBN: 978-3-7795-0432-0
Kategorie: Bilderbuch
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 20.03.2013
Die Sache mit Nummer Acht
Als Linas Schlafwolf einen Drohbrief bekommt und bittere Angsttränen weint, beschliessen ihre Schlafschafe, ihn zu verteidigen. Schafe gegen Wölfe. Die Chancen stehen schlecht. List ist die Waffe der Wahl, und Wolfskostüme werden genäht. Punkschaf mit Sicherheitsnadel im Ohr schlüpft in den falschen Pelz, genauso Kahlschaf, das aussieht, als hätte es eine üble Schlägerei hinter sich. Auch Omaschaf und Muskelschaf machen mit, und Lina zieht mit Kriegsbemalung und einer Horde falscher Schafsberserker in die vermeintliche Schlacht. Schlafwolfs Ehre wird gerettet und der Traum eines einzelnen Schafes wird zum neuen Abenteuer der ganzen Herde.
> Schlafschafe fernab vom pummelig-flauschigen Massenkitsch: Eine Wohltat, die vermutlich aber nicht alle zu begeistern vermag. So können die fahlen Farben und die charakterstarken Tiere auch als zu düster empfunden werden. Eine Geschichte mit inhaltlicher und optischer Tiefe, von Mal zu Mal besser. Andrea Eichenberger

Titel: Und ausserdem sind Borsten schön!
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2013
ISBN: 978-3-7795-0433-7
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Heiteres
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 20.03.2013
Und ausserdem sind Borsten schön!
Skeptisch prüft der Igel seine Borstenfrisur und die Eule versucht ihre Taille in ein Korsett zu zwängen. Während der Kater sein helles Kopfhaar verflucht, sehnt sich das Nilpferd nach einem Schwanenhals. Die Mädchen möchten sein wie Elfen und die Jungs wie Superman. Sie alle wären zu gerne ein bisschen schöner.
> Auch Kinder wären gerne ein bisschen schöner oder besser oder anders. Die Figuren zeigen ihnen, dass sie mit ihren Wünschen nicht allein sind, auch wenn die Quintessenz des Buches „So wie du bist, so bist du richtig“ nicht immer als Patentrezept greift. Mit feinem Humor trifft Nadia Budde den Nerv der allgegenwärtigen Perfektionstrends und Schönheitsideale. Ihre selbstironischen Figuren mit den markanten Zügen faszinieren und erheitern mit ihren überhöhten Ansprüchen an sich selbst. Sie ermuntern Erwachsene, mit Kindern über Muskelmasse, stramme Waden, lange Nasen, aber auch verstärkte Lippen und andere aufgehübschte Körperteile zu sprechen. Ungeschminkt und topaktuell! Marcella Danelli

Titel: Herzsteine
Kollation: Geb., 200 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2012
ISBN: 978-3-7795-0374-3
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 20.02.2013
Herzsteine
Sam muss auf die Insel Sylt umziehen. Grund dafür ist das Leiden seiner Mutter Fe, die vor siebzehn Jahren vor dem Völkermord in Ruanda nach Deutschland geflohen ist und jetzt von ihren traumatischen Erlebnissen eingeholt wird. Sam und sein Vater hoffen, dass es der Mutter auf der Insel bald besser geht. Doch erst als Fe zurück nach Afrika reist, um sich ihrer Vergangenheit zu stellen, findet sie zu sich selbst.
> In diesem problemorientierten Jugendbuch geht es um die Gewalt und den Völkermord in Ruanda und um das Zusammenleben verschiedener Kulturen. Der Roman beginnt in Deutschland, wo Sam sich in Enna verliebt. Der zweite Teil spielt in Ruanda. Hier erfährt der junge Mann endlich, wer seine afrikanische Mutter wirklich ist und was sie vor ihrer Zeit in Europa erlebt hat. Durch die spezielle Erzählkonstellation, mit Einschüben aus dem Leben der Mutter und Tagbucheinträgen von Sam, setzt sich die Geschichte Stück für Stück zusammen, bis die Zusammenhänge sichtbar werden. Béatrice Wälti

Titel: African Kids
Kollation: Geb., farb. illustr., 104 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2012
ISBN: 978-3-7795-0423-8
Kategorie: Sachbuch
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 13.02.2013
African Kids Eine südafrikanische Township-Tour
Sive lebt in Masiphumelele. In der Xhosa-Sprache bedeutet dies „Wir werden es schaffen“. Sive ist erst zehn, gibt sich aber als zwölf aus, „das klingt doch besser, oder?“ Als Reporter führt er durch seine Stadt. Lebhaft beschreibt er sein Umfeld, die Schule und die vielen Freunde. Einige erzählen gleich selber aus ihrem Leben. Qualitativ hochstehende Fotos dokumentieren die eindrücklichen Stories.
> Auf den ersten Blick wirken die Gesichter heiter, doch der Text relativiert einiges. Masiphumelele ist ein Township in Südafrika. Die Menschen wohnen in Hütten, mehrere Familien teilen sich eine Toilette. Sive und seine Freunde leben im Kinderheim. Die meisten, auch Sive, sind seit Geburt HIV-positiv. Dennoch träumen die Kids - wie überall auf der Erde - von selbstbestimmtem Leben, von Liebe, Freundschaft und einer guten Zukunft. Das Buch geht unter die Haut. Der Herausgeber ist Mitbegründer der HOKISA-Stiftung. Er lebt in Johannesburg und hat bereits mehrere preisgekrönte Bücher verfasst. Katharina Wagner

Titel: Der fürchterliche Hermann
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2012
ISBN: 978-3-7795-0417-7
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Mut, Fantasie
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 26.10.2012
Der fürchterliche Hermann
Richtig böse und gefährlich knurrt und bellt der riesige Hund Hermann. Stig, der Junge auf dem Fahrrad, erschrickt jedes Mal. Doch eines Tages traut er sich, das Ungeheuer anzusprechen. Ganz vernünftig können die beiden sich unterhalten. Da findet Stig heraus, dass der Hund eine fröhliche, musische Seite hat. Anstatt, wie üblich, die Vögel zu verbellen, tanzt er mit seinen Ballettschuhen zu ihrer Musik.
> Grosse, plakative Bilder in kräftigen Farben erzählen die Geschichte von Hermann, der sich vom gefährlichen Untier zum begeisterten Tänzer mausert. Der Text steht unaufdringlich unten auf der Seite als Hilfe für die erzählenden Erwachsenen. Zuerst wirkt der in Ballettschuhen tanzende Hund eher befremdend. Bald erkennt man jedoch den schönen Gegensatz von scheuem Stig und bösem Hund gegenüber mutigem Stig und sanftem Hund. Monika Fuhrer