Rezensionsdatenbank Info


Anzahl Resultate: 65
Titel: Outside The Lines
Kollation: A. d. Engl., geb., 261 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2017
ISBN: 978-3-7795-0577-8
Kategorie: Belletristik
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 08.10.2017
Outside The Lines
Nach dem Tod von Franks Frau, der Mutter von Cathleen und James, ist nichts mehr wie zuvor. Der Vater hat finanzielle Sorgen, obwohl die Familie als reich gilt und in einem wohlhabenden Vorort von Johannesburg wohnt. Die Tochter treibt haltlos durch die Bars der Stadt und konsumiert Alkohol und Drogen. Flora, die integre Haushälterin der Franks, kann nicht verhindern, dass die Familie auseinanderbricht. Eines Tages überschlagen sich die Ereignisse, denn Cathleen wird entführt ...
> Die junge südafrikanische Autorin beschreibt in ihrem Debütroman real mögliche Lebensweisen aus dem heutigen Johannesburg. Sie verwebt fünf Einzelschicksale mit den grossen Themen des Landes und erzählt von wirtschaftlichen Missverhältnissen, religiösen Konflikten, von Drogenmissbrauch und Kriminalität. Fast all ihre Protagonisten verletzen Gesellschaftsregeln und bewegen sich so "outside the lines". Eine bittere, sprachlich lebendige Erzählung zwischen Familiendrama und Thriller aus dem südlichen Afrika. Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Esel und Bärin
Kollation: Geb., farb. illustr., 60 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2017
ISBN: 978-3-7795-0567-9
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Freundschaft, Lustiges
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 06.10.2017
Esel und Bärin
„Mir tut der Bauch weh“, klagt die Bärin. Kein Wunder, denn das Bärenmädchen und ihr Eselfreund haben masslos viel Brombeerkuchen verdrückt. Heisshungrig haben sie sich darauf gestürzt. Mit Händen und Füssen haben sie genascht, ohne diese vorher zu waschen. Und jetzt weinen sie brombeerrote Tränen, weil der Bauch sie kneift. Doch eines ist gewiss: Sie würden am nächsten Tag wiederkommen, um noch mehr Brombeerkuchen zu essen.
> Genau: Esel und Bärin sind manchmal unvernünftig. Das macht die beiden so sympathisch. Auch dass sie mal in süsser, mal in herber Manier füreinander da sind. Die gut zwanzig Episoden beginnen alle ohne Präambel mit einer kleinen Aufregung, die sich nach rund zwei Seiten wieder legt. Passend zu der Kürze, liegt auch die Würze in den Texten. Als Krönung endet jedes Ereignis mit einer winzigen Pointe zum Schmunzeln. Klare Texte, kantig gezeichnete Figuren – das Autor-Illustrator-Duo scheint sich ebenso zu mögen wie die beiden Tierfreunde. Klein, aber fein. Marcella Danelli

Titel: Was man nie vergessen kann
Kollation: Broschur, 179 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2017
ISBN: 978-3-7795-0578-5
Kategorie: Sachbuch
Schlagwort: Flüchtlinge
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.10.2017
Was man nie vergessen kann Erinnerungen vietnamesischer Bootsflüchtlinge
„Radikales muss geschehen, das grosse Ängste in einem auslöst, damit ein Mensch die Entscheidung trifft, all seine geliebten Strukturen hinter sich zu lassen und den Tod zu riskieren.“ Von 1,6 Mio. geflohenen Menschen fanden 10.000 der sogenannten Boatpeople Zuflucht auf dem Schiff Cap Anamur. Zwölf erzählen in diesem Buch ihre Erlebnisse. Unterwegs in schwimmenden Särgen, ständig Übergriffen durch Seepiraten ausgesetzt, bedroht von Hunger, Durst und Vergewaltigung, bewahren sich die Menschen ihre Hoffnung und ihren Mut. Auch die Helfer der Cap Anamur kommen zu Wort, berichten von glücklichen Rettungen, aber auch von Konflikten.
> Die sich ähnelnden Episoden und Tagebuchauszüge wirken durch ihre einfache Struktur sehr authentisch und für Jugendliche gut nachvollziehbar. Wegen der Gewalt für Jüngere nur mit Begleitung Erwachsener empfohlen. Die Autoren und Gründer der Cap Anamur setzen ein nicht zu vergessendes Mahnmal in der aktuellen, brisanten Debatte zur Flüchtlingskrise im Mittelmeer. Christina Weirich

Titel: Am Freitag sehen wir uns wieder
Kollation: Geb., 207 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2017
ISBN: 978-3-7795-0569-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Flüchtlinge
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 24.09.2017
Am Freitag sehen wir uns wieder
Die 14-jährige Juni sieht zufälligerweise den Flüchtlingsjungen Sahal aus dem Politprojekt ihrer Klassenkollegin wieder. Sie folgt ihm und beobachtet, wie er Obst stiehlt und sich damit auf den Friedhof zurückzieht. Später kehrt Juni dorthin zurück und bringt etwas zu essen mit. So kommen die beiden ins Gespräch. Sahal ist aus dem Flüchtlingsheim abgehauen und steckt in Schwierigkeiten. Juni beschliesst, ihm zu helfen. Dabei belügt sie ihre Eltern und Freunde und muss schliesslich sogar mit Sahal untertauchen.
> Witzig und mitreissend wird diese Geschichte aus Junis Perspektive erzählt. Gleichzeitig erfährt man viel zum Thema Flucht und möglichen Gründen dafür. Interessant ist die Wendung, dass sich auch die Protagonistin plötzlich auf der Flucht befindet und somit den Leserinnen und Lesern sehr nachvollziehbar darüber berichten kann. Nicht ganz klar wird, warum Juni für Sahal Kopf und Kragen riskiert. Karin Böjte

Titel: Finn macht es anders
Kollation: Geb., farb. illustr., 29 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2017
ISBN: 978-3-7795-0582-2
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Mobbing
Alter: ab 7
Bewertung:
kontrovers
Rezension publiziert: 24.09.2017
Finn macht es anders
Wieder haben Paul, Max und Sven das Pausenbrot von Finn am Boden zertrampelt. Und nicht nur das; die drei schikanieren ihn auch in der Schulstunde. Finn ist ihnen hilflos ausgeliefert, denn die Mitschüler wollen mit dem frechen Trio auch keinen Streit. An diesem Morgen erscheint die Polizei im Schulzimmer. Ein Mann erkennt Paul, Max und Sven als diejenigen, die sein Auto zerkratzt haben. Diese streiten jedoch alles ab. Jetzt hat Finn die Möglichkeit sich zu rächen, aber er entscheidet sich anders.
> Die Mobbing-Situation ist sehr eindrucksvoll dargestellt und passend bebildert. Doch das Verhalten von Finn wirft auch Fragen auf: Warum vertraut er sich nicht seiner verständnisvollen Mutter an? Liegt es an der Tatsache, dass sie alleinerziehend ist und nicht belastet werden sollte? Oder warum spricht er nicht mit seiner Lehrerin? Diese beiden wären doch die ersten Personen, die etwas gegen Mobbing unternehmen könnten. Aber solange sie nichts davon wissen … Dass Finns Befreiungsschlag auf einer Lüge basiert und er sich damit Respekt verschafft, ist mehr als verwirrend. Denn jetzt steht ein Erwachsener, dessen Auto von den drei Jungs zerkratzt worden ist, als Lügner da. Diese Wendung der Geschichte ist problematisch und sollte unbedingt diskutiert werden. Sich selber aus der misslichen Situation zu befreien, ist sehr schwierig. Deshalb sind Geschichten zu begrüssen, die Kindern Mut machen, sich gegen Mobbing zu wehren. Tatsächlich ist eine gute Idee eingebaut, nämlich dass sich die drei Jungs von nun an um einen Kaninchenstall voller Tiere kümmern sollen und so Verantwortung übernehmen müssen. Dies könnte dem Mobbing tatsächlich den Riegel schieben. Das Buch richtet sich in seiner ganzen Aufmachung an Leseanfänger oder Leseanfängerinnen und eignet sich gut als Diskussionsgrundlage für den Unterricht. Katharina Siegenthaler

Titel: Immer wieder Minna
Kollation: Geb., farb. illustr., 54 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2017
ISBN: 978-3-7795-0581-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Alltag, Erstes Lesen
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 24.09.2017
Immer wieder Minna
Minna ist inzwischen eine erfahrene Erstklässlerin. Sie geht gerne zur Schule und teilt sich mit ihrer Freundin die Hausaufgaben, denn so gehts schneller. Beim Schulausflug ärgert sie sich über Merlin-Aaron, dem sie in der Reihe die Hand geben muss und der im Streichelzoo alles nur doof findet. Doch dann bekommt er sein Fett ab, als er ausgerechnet im Gehege mit den Hochlandrindern ein Kälbchen streicheln will. Zum Glück kann ihn die Lehrerin rechtzeitig retten! Als dann endlich Mamas Baby zur Welt kommt, hält es für alle eine grosse Überraschung bereit.
> Im zweiten Band erzählt die muntere Erstklässlerin weitere drei Episoden aus ihrem manchmal turbulenten Alltag. Man spürt, dass Viola Rohner nahe bei den Kindern dran ist und diese Altersgruppe gut studiert hat. Der Text ist unterhaltsam und von geübteren Erstlesern gut zu bewältigen. Die einfachen, jedoch sehr aussagekräftigen Illustrationen von Dorota Wünsch untermalen den Text genial. Liebenswürdige Erstleselektüre für aufgeweckte Kinder! Ruth Fahm

Titel: Oma, Onkel, Papa und Cousine
Kollation: A. d. Engl., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2017
ISBN: 978-3-7795-0575-4
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 05.09.2017
Oma, Onkel, Papa und Cousine Mein Familienalbum
„Das ist mein Papa. Er nennt mich Sohn.“ Immer mehr Brüder, Neffen, Cousinen, Onkel, Tanten, Omas und Opas sowie Angeheiratete erobern die weissen Seiten. Bis sich am Ende Vater und Sohn wieder alleine treffen und der Sohn seinen Vater fragt, warum alle unterschiedliche Namen haben. „Weil wir für jeden etwas anderes bedeuten“, lautet dessen Antwort.
> Das puristische Spiel mit wenigen Farben ist überzeugend. Mit einfacher Drucktechnik und weichem Bleistift entsteht eine Familienbiografie, die der Frage nachgeht: Wer nennt wen wie? Dabei greift der britische Illustrator auch Themen wie Homosexualität, Stiefväter und Verwitwung auf. Je komplizierter die Familienverhältnisse werden, umso verwirrender fallen auch die Verneinungen aus, wie: "Die Freundin nennt Papa nicht Bruder. Sie nennt meine Cousine auch nicht ihre Nichte. Genauso wenig wie meine Cousine sie Tante nennt." Unterhaltsamer Spass zur Klärung der Familienverhältnisse. Christina Weirich

Titel: Als die Bäume davonflogen
Kollation: A. d. Span., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2017
ISBN: 978-3-7795-0565-5
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Naturschutz, Parabeln
Alter: ab 4
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.07.2017
Als die Bäume davonflogen
Wegen seiner Herzprobleme hat Pablo viel Zeit, von seinem Zimmer aus die Bäume zu beobachten. Er fühlt sich mit ihnen verbunden und denkt sich zu ihnen Geschichten aus. Eines Tages steigen die Bäume wie Drachen in die Lüfte und fliegen davon; nicht nur vor Pablos Daheim, sondern überall auf der Welt. Ihnen fehlen Zuneigung und Wertschätzung der Menschen. Mit seinen Tränen gelingt es Pablo, die geliebten Bäume zurückzuholen. Überall versprechen Männer, Frauen und Kinder, die Bäume in Zukunft besser zu schützen, und bewegen diese so zur Rückkehr.
> Die Parabel über das Wegfliegen und die Wiederkehr der Bäume ist in einer Zeit fortschreitender Umweltzerstörung hochaktuell. Der dringende Aufruf zu vermehrter Rücksichtnahme auf die Natur wird von der nicaraguanischen Autorin aber etwas gar direkt formuliert. Poetischer und stimmungsvoller als der Text wirken die in braunen Farbtönen gehaltenen Schattenbilder von Barbara Steinitz. Sie verleihen der Geschichte eine wohltuende Leichtigkeit. Doris Lanz

Titel: So müde und hellwach
Kollation: Kartoniert, farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2017
ISBN: 978-3-7795-0564-8
Kategorie: Bilderbuch
Alter: Kleinkinder
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.06.2017
So müde und hellwach
Höchste Zeit, ins Bett zu gehen! Die sieben Kuscheltiere sind müde und liegen alle zusammen in einem grossen Bett. Doch dann merkt der Seebär, dass er noch aufs Klo sollte. Und der Pelikan hat plötzlich Durst. Einem nach dem anderen fällt ein Grund ein, das Bett nochmals zu verlassen. Klar, dass alle einen letzten Gute-Nacht-Kuss von ihrem Kind brauchen! Und weil es da so schön ist, legen sie sich auch gleich ins Kinderbett dazu. Nur: Wie soll das Kind nun bei dem Gedränge einschlafen können? Die Lösung kommt unverhofft …
> Ein wunderbares Pappbilderbuch, das ein Phänomen thematisiert, welches Eltern und Kinder sehr gut kennen: Abend für Abend finden sich noch tausend Ausflüchte, um das Bett ein letztes Mal zu verlassen und das Einschlafen hinauszuzögern. Das Kind tritt hier an die Stelle der Eltern – seine Plüschtiere sind quasi seine Kinder. Eine witzige Idee, den Kindern ihr eigenes Ritual in diesem Perspektivwechsel aufzuzeigen. Eine warmherzige, lustige Gutenacht-Geschichte. Sabine Wewerka

Titel: King kommt noch
Kollation: Geb., farb. illustr., 36 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2017
ISBN: 978-3-7795-0568-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Flüchtlinge
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 29.04.2017
King kommt noch
"In dem neuen Land weiss Mama nicht mehr viel. Und Papa auch nicht." Auch sonst ist vieles anders als im alten Land. Der Junge, der erst seit drei Tagen mit seinen Eltern und dem Baby im neuen Land ist, beobachtet alles ganz genau. Warum macht man beispielsweise hier Hundedreck in eine Tüte? All die neuen Sachen sind spannend, lassen den Jungen aber nicht vergessen, dass King fehlt. Sein lieber Hund konnte nicht mit über die Berge und mit dem Boot übers Meer. Aber Mama sagt zum Glück: King kommt noch.
> Aus der Perspektive des Jungen werden die ersten Tage der Ankunft in einem neuen Land erzählt. Am Ende der einzelnen Kapitel spricht der Junge Botschaften für seinen Hund in den Wind. Dabei erfährt man indirekt, was er auf seiner Flucht erlebt hat. Die zwei verschiedenen Erzählstränge sind durch die Schriftfarbe und leicht unterschiedliche Illustrationsstile klar voneinander abgegrenzt. Berührend und mit feinem Humor erzählt das Buch vom Schicksal einer Flüchtlingsfamilie. Karin Böjte

Titel: Wie wir einmal Weihnachten gerettet haben
Kollation: Geb., farb. illustr., 45 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2016
ISBN: 978-3-7795-0552-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Weihnachten
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 15.11.2016
Wie wir einmal Weihnachten gerettet haben
Unglaublich! Mama und Papa müssen in diesem Jahr beide an Heiligabend arbeiten. Nachdem sich die drei Kinder (8–11) vom ersten Schrecken erholt haben, beginnen sie, alles für ein traditionelles Fest vorzubereiten. Dass es statt einer richtigen Ente eine aus Teig gibt und dass der Weihnachtsbaum nur unten mit Kugeln behängt ist, stört die Eltern nur im ersten Moment. Bald sitzen alle am Tisch und freuen sich an der gelungenen Überraschung.
> Weihachten ist das Familienfest, an das sich die Kinder noch als Erwachsene erinnern, weil immer alles genau gleich abgelaufen ist. Das machen sich die drei "verlassenen" Kinder zunutze. Sie versuchen, nach ihren Möglichkeiten die fehlenden Eltern zu ersetzen und der Familie ein Weihnachtsfest nach ihrem Brauch zu bereiten. Die leise Ironie, mit der die Autorin die Geschichte erzählt, lässt Erwachsene schmunzeln. Die zahlreichen pastellfarbenen Kreidezeichnungen der Illustratorin erfreuen Jung und Alt und sorgen für die passende Würze. Monika Fuhrer

Titel: Gott, der Hund und ich
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2016
ISBN: 978-3-7795-0557-0
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Gott, Philosophisches
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
kontrovers
Rezension publiziert: 10.10.2016
Gott, der Hund und ich
Der Junge sitzt auf einer rostigen Schaukel. Es regnet. Da kommt Gott in seiner alten Jacke. Er ist barfuss in Flip-Flops und trägt eine komische Fellmütze auf dem Kopf. Der Junge erkennt ihn sofort. Gott nimmt ihn mit auf einen Spaziergang – und plötzlich sieht die Welt anders aus. Sie besuchen die Mama, welche im Supermarkt an der Kasse arbeitet, und den arbeitslosen Papa, der seine Zeit auf dem Fussballplatz verbringt. Gott kümmert sich auch um einen herrenlosen Hund. Als er mit dem Hund durch die Büsche verschwindet, sehen die beiden aus «wie alle, die immer unterwegs sind».
> «Gott» erscheint als ausgeflippter Mann mit Halstuch. Er braucht kein Geld für die Strassenbahn. Sogar die beiden Magnum für sich und den Jungen bekommt er geschenkt. Es fällt auf, dass «Gott» die Leute akzeptiert, wie sie sind. Das verändert Menschen und Tiere. Protagonist ist der Junge, der in der Ich-Form erzählt. Auf der Erwachsenenebene ist die Geschichte für Menschen mit theologischen Kenntnissen interessant, um über Gott zu philosophieren. Für kleinere Kinder ist dieser Zugang problematisch, da sie noch nicht auf die Metaebene wechseln können. „Gott“ kommt sehr unvermittelt und klassisch als Mann. Als Bekannter und doch als Fremder spricht er den Jungen an und zieht mit ihm herum. Dieses metaphorische Bild wird im Buch nicht erklärt. Eine ähnliche Szene passiert im Supermarkt. «Gott» legt Mama die Hände auf den Kopf und Mamas Haare beginnen in tausend Farben zu leuchten. Ein schönes Symbol, das aber in der Realität schief wirkt. Was, wenn ein fremder Mann einer Frau einfach über die Haare streicht? „Gott“ ist dargestellt als jemand, der zu allen gut ist. Tröstlich – aber auch einseitig. Fazit: Ein Buch, das herausfordert. Katharina Wagner

Titel: Pssst!
Kollation: Broschur, farb. illustr., 95 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2016
ISBN: 978-3-7795-0556-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Gefühle, Pubertät
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 30.09.2016
Pssst!
„Pssst!“ – Worauf der Titel des Buches hindeuten mag? Vielleicht auf jene Fragen, bei denen die Antworten still bleiben, wie: „Was ist schlimmer, tot zu sein oder noch gar nicht geboren?“ Oder gibt „Pssst!“ einen Hinweis auf die Metamorphose eines Mädchens, das sich in eine Frau verwandelt, so wie sich die Raupe des Zitronenfalters in aller Stille verpuppt? Ist es ein beruhigendes „Pssst!“, welches den Lärm der vielen Empfindungen, Verwirrungen und Ängste im Leben der pubertierenden Viola wegscheucht, damit Zuversicht und Selbstvertrauen einkehren können?
> Tagebucheinträge, Bildabfolgen, Erinnerungsstücke aus früheren Kinderzeiten, gepresste Blumen, Bilder der Liebsten, Engelsoblaten, eine Haarsträhne, Listen, Notizen auf herausgerissenen Heftblättern, Kritzeleien, Gedanken, Fragen ... Ein bunter, zarter, wilder, frecher Mix aus Bildern und Texten, der die Aussen- und Innenwelt eines verträumten Mädchens in weichen Farbtönen und sprachlich präzis wiedergibt. Wunderschön! Marcella Danelli

Titel: Als der Tod zu uns kam
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2011
ISBN: 978-3-7795-0312-5
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Tod, Entwicklung
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Als der Tod zu uns kam
Ein Mädchen erzählt von einer früheren Zeit, in der alles blieb, wie es war und “jeder Morgen war gut”. Da kommt eines Tages ein Fremder ins Dorf. Sein Name ist Tod und er klagt, dass ihm alles in den Händen zerbricht, was er anfasst. Die Bewohner des Dorfes sorgen sich jedoch nicht und lassen ihn in der Scheune übernachten. Ein Entscheid mit schwerwiegenden Folgen, denn bei einem verheerenden Brand stirbt der Bruder des Mädchens.
> Die farbigen Zeichnungen ergänzen mit “unscheinbaren” Details den einfachen Text. Was zu Beginn idyllisch und paradiesisch erscheint, entwickelt sich zu einer Katastrophe, die einen Neuanfang nach sich zieht. Als Schicksalsgemeinschaft stellen sich die Bewohner nun der Wirklichkeit, mit allen Gefahren, die sie mit sich bringt und lernen damit umzugehen. Eine aussergewöhnliche Geschichte, gut geeignet als Grundlage für Diskussionen über die Themen Tod, Abschied und Neuanfang. Katharina Siegenthaler

Titel: Das Hühnerglück
Kollation: A. d. Französ., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2012
ISBN: 978-3-7795-0386-6
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Abenteuer, Freundschaft
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Das Hühnerglück
Was tun, wenn kein Essen mehr da ist? Das Huhn überlässt sein behütetes Ei dem geliebten Fuchs und geht auf Futtersuche. Bald hat es einen riesigen Fisch an der Angel, aber ein grosser Adler packt sich den Fang und fliegt, das Huhn im Schlepptau, hoch in die Berge. Knapp entkommt das Huhn den hungrigen Küken, um sogleich im Meer von einem Ungeheuer gejagt zu werden. Doch alles wendet sich zum Guten und das mutige Huhn landet schliesslich mit grossem Fang am Strand. Freudig rennt es ins Haus, doch oh Schreck: Da liegt nur die zerbrochene Eierschale. Hat der hungrige Fuchs das Ei gefressen?
> Wiederum ohne Worte bezaubert die rasante Geschichte mit tollen, aufs Minimum reduzierten Bildern kleine und grosse Betrachtende. Besonders der kleine Krebs, der in dieser "Bilderbuchtrilogie" erstmals auftaucht, ist mimisch sehr witzig gezeichnet. Während im ersten Band "Der Hühnerdieb", die Handlung immer wieder überraschte, ist sie diesmal allerdings vorhersehbarer – bis auf das verblüffende Ende. Kathrin Wyss Engler

Titel: Der grosse Hund
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2011
ISBN: 978-3-7795-0313-2
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Angst, Freundschaft
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Der grosse Hund
Für den kleinen Jungen ist der Schulweg eine einzige Tortur. Ängstlich geht er durch eine dunkle Unterführung, wird von einem tobenden Wachhund erschreckt und rennt eingeschüchtert an einem betrunkenen alten Mann vorbei. Doch eines Tages wartet ein grosser Hund mit Schlappohren vor der Schule. Von nun an begleitet er den Kleinen jeden Tag. Die Hundefreundschaft erleichtert dem Jungen nicht nur den Alltag, sie eröffnet ihm sogar eine neue Freundschaft. Ein wunderbares Happy-End zu dritt. < Das Buch handelt von Kinderängsten und deren Überwindung, vom Grosswerden und einer innigen Freundschaft, die über Generationen hinausreicht. Die Bilder erzählen in ihrer Schlichtheit so farbig und lebendig, dass jedes Wort nur stören würde. Kleinformatige Bildfolgen, abwechselnd mit ganzseitigen Illustrationen, lassen Freud und Leid der Hauptfiguren unmittelbar miterleben. Die anrührende, warmherzige Geschichte ist nur zu empfehlen. Esther Marthaler

Titel: Einer mehr
Kollation: Kartoniert, farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2011
ISBN: 978-3-7795-0335-4
Kategorie: Bilderbuch
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Einer mehr
Da sitzt ein Bub mit Flossen ganz allein im Bassin und – schwups – springt noch ein zweiter Schlingel rein. Einer mehr. Auf jeder Pappseite kommt ein weiterer Bengel und mit ihm weiterer Schabernack dazu. Es wird gezankt, geheult, gespielt, genascht und als ein aufregender Tag um ist, schlafen neun kleine Bengel wie kleine Engel. Kommt noch wer? Einer mehr? Oder ist da am Schluss doch keiner mehr?
> Eine lustig gezeichnete Bande Buben und simple Reime in kinderfreundlicher Schrift bringen Gross und Klein auf 22 Seiten zum lachen und führen spielerisch ans Zählen von eins bis zehn heran. Bunt, witzig, aus dem Leben gegriffen und dank festen Kartonseiten auch geeignet, um mit den Kleinsten Bubenabenteuer zu erleben, mitzumachen und zu schmunzeln. Andrea Eichenberger

Titel: Wär ich Pirat...
Kollation: Geb., farb. illustr., 47 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2012
ISBN: 978-3-7795-0372-9
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Schule
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Wär ich Pirat...
Leander geht in die zweite Klasse und kann die hohen Erwartungen, die seine gestressten Eltern an ihn stellen, nicht erfüllen. Natürlich leidet er sehr darunter. Seine Eltern verplanen Leanders Freizeit total, ohne auf seine Bedürfnisse zu achten. Nur ein Termin macht Spass: Bogenschiessen! Leander verbringt gerne seine Freizeit am Flussufer - denn hier träumt er vom Piratenleben. Als Pirat hätte er Zeit zum Spielen und Freunde. Doch eines Tages sind die Schulprobleme so gross, dass er von zu Haus wegläuft.
> Karin Koch lässt Leander seine Geschichte selbst erzählen. Sofort tauchen die Lesenden in die Welt des Jungen ein. Die Erwachsenen erleben ihr Handeln aus der Sicht des Kindes. Die Autorin erinnert in der nachdenklichen, kurzweiligen und mit Humor geschriebenen Geschichte die grossen Lesenden an ihre eigenen Kindheitserfahrungen. Andrè Rösler malte die grossformatigen, lustigen Bilder. Martina Friedrich

Titel: Wipfelwärts Wurzelwärts
Kollation: Leporlello, farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2012
ISBN: 978-3-7795-0370-5
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Fantasie
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Wipfelwärts Wurzelwärts
Genau in der Mitte des Baumes kreuzen sie sich: Der Wurzelwicht klettert am Baumstamm hoch und begegnet dabei dem Biber, dem Elch und dem Eichhörnchen. Der Wipfelwicht seinerseits hangelt sich am Baumstamm abwärts und trifft auf Elster, Specht und Eule.
> Beide Wichte begegnen den gleichen Tieren in umgekehrter Reihenfolge. Deren Handlungen schreiten voran: Als der Wipfelwicht vorbeikommt, schlägt der Specht gerade einen Nagel ein. Der Wurzelwicht begegnet kurz darauf dem Specht, der seinen verletzten Flügel verarztet. Genial! Aufgeklappt auf einer Länge von mehr als 2,5 Metern ist der ganze Baum mit seinen Bewohnern zu sehen. In warmen Erdtönen gehalten, streicht Tobias Krejtschi zudem die besonderen Eigenschaften der Tiere hervor, indem er zum Beispiel den Biber als typischen Baumeister mit Helm und Bleistift hinter dem Ohr darstellt. Für Erwachsene ist ausserdem ein humoristischer Leckerbissen versteckt: Der Specht nagelt „Der Schrei“ von Edward Munch an den Baum.

Titel: Das Zauberei
Kollation: A. d. Französ., geb., farb., illustr.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2011
ISBN: 978-3-7795-0355-2
Kategorie: Bilderbuch
Alter: ab 4
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.07.2016
Das Zauberei
Bär, Hase und Huhn werden auf ihrer Reise übers Meer von einem Sturm überrascht und mehr tot als lebendig von Schildkröten in eine Höhle gerettet. Der Hahn, der sich als erster erholt, entdeckt dort ein grosses, leuchtendes Ei. Schnell schleicht er sich damit davon, aus Angst, dass es ihm jemand stehlen könnte. Die Flucht führt ihn durch dunkle Höhlen, einen unheimlichen Pilzwald mit fliegenden Viechern und übers nächtliche Meer. Seine Freunde folgen ihm, und vor lauter Hast stolpert der Hahn, und sein kostbares Ei zerbricht. Was jetzt?
> Wer Band 1 („Der Hühnerdieb“) kennt, wird von einer viel rasanteren Geschichte überrascht. Naht- und wortlos knüpft „Das Zauberei“ mit denselben liebenswürdigen Figuren und schönen Illustrationen an Band 1 an. Diesmal packt die Autorin aber einiges zuviel an wunderlichen Welten und gefährlichen Situationen ins Buch. Die Freunde entzweien sich, ohne dass sie recht wissen warum. Eine einfachere Geschichte wäre stimmiger gewesen. Kathrin Wyss Engler

Titel: Der Friseur von Harare
Kollation: A. d. Engl., 299 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2011
ISBN: 978-3-7795-0358-3
Kategorie: Belletristik
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.07.2016
Der Friseur von Harare
25, schwarz, alleinerziehend in Harare, der Hauptstadt von Zimbabwe: Das ist Vimbai. Sie hat einen guten Ruf als Friseuse und arbeitet in einem angesehenen Salon. Doch da bekommt sie Konkurrenz von Dumi, einem jungen Mann, der die Kundinnen um den Finger wickeln kann. Aus Rivalen werden Freunde und bald stellt Dumi Vimbai seiner Familie als Verlobte vor. Von jetzt an scheinen die kühnsten Träume der jungen Frau in Erfüllung zu gehen, bis sie herausfindet, dass Dumi homosexuell ist.
> Das Schicksal der tapferen jungen Afrikanerin fesselt die Lesenden von Anfang an. Die politischen Verhältnisse wirken sich auf ihren Alltag aus, der lebendig beschrieben wird. Familienstreit, der Verlust von Gütern und von geliebten Menschen sind allgegenwärtig. Soziale Ungerechtigkeiten, Korruption und Gewalt können nicht einfach umgangen werden, und Homosexualität ist schon fast ein Todesurteil. Das Buch gibt jungen Menschen einen realistischen Einblick ins Leben in einer ehemaligen Kolonie. Monika Fuhrer

Titel: Kleiner Riese, grosser Zwerg
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2011
ISBN: 978-3-7795-0354-5
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Fantasie, Aussenseiter
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.07.2016
Kleiner Riese, grosser Zwerg
Die Riesen schreien, brüllen und dröhnen, die Zwerge zirpen, wispern und flüstern vor Erstaunen über ihr eben Neugeborenes: Hier zu klein und dort zu gross! An beiden Or-ten beginnt nach der Verwunderung das üble Spiel mit den Übernamen und der Verspot-tung. Doch der kleine Riese und ebenso der grosse Zwerg gehen traurig weg. Sie treffen einander unerwartet und werden Freunde.
> Die Geschichte macht deutlich, wie unfähig man oft auf Ungewohntes reagiert. Sie zeigt, was Andersartige erleiden müssen, bevor sie vielleicht ihnen entsprechende, respektive gleichartige Gesellschaft finden können. Zwerg und Riese erleben das Gleiche, entsprechend wird parallel erzählt. Das Buch ist grosszügig im Format. Die Figuren und Formen sind vereinfacht gestaltet und wirken etwas stereotyp. Eveline Schindler

Titel: Romeo und Jabulile
Kollation: Geb., 107 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2010
ISBN: 978-3-7795-0281-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Fremde Welten, Liebe
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.07.2016
Romeo und Jabulile
Jabulile hat bei einem Fussballspiel soeben ein Traumtor geschossen. Von allen Seiten kann sie Glückwünsche entgegen nehmen. Unter den Gratulanten befindet sich auch ein Junge, ein Flüchtling aus Simbabwe, den sie bisher noch nie gesehen hat. Der Fremde geht Jabulile nicht mehr aus dem Kopf und als sie ihn später wieder trifft, beginnt eine zarte Liebesgeschichte. Doch die „Simbos“ sind im Township nicht gerne gesehen und so lebt Romeo in ständiger Angst vor Übergriffen.
> Masiphumele, das kleine Elendsviertel südlich von Kapstadt, in dem diese Geschichte spielt, ist immer wieder Schauplatz von gewalttätigen Auseinandersetzungen. Der Autor, der selber in diesem Township Entwicklungsarbeit leistet, lässt Vorfälle in sein Buch einfliessen, die im Mai 2008 bei ausländerfeindlichen Ausschreitungen an diesem Ort wirklich stattgefunden haben. Entstanden ist so auf wenigen Seiten eine authentische Geschichte für Jungen und Mädchen, die wunderbar zur Fussball-WM 2010 in Südafrika passt. Béatrice Wälti

Titel: Unheimliche Begegnung auf Quittenquart
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2010
ISBN: 978-3-7795-0294-4
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Fantasy, Reisen
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 20.07.2016
Unheimliche Begegnung auf Quittenquart
Auf dem Planeten Quittenquart kann es ganz schön langweilig werden. Unsere drei spitzohrigen grünen Helden verlassen die öde Fernsehecke, gehen los und begegnen ganz unglaublichen Wesen: geselligen Pummeligen, ohrenbetäubend Lauten oder gestreiften Unscheinbaren. Es gibt unbequeme oder überraschende Zufallsbekanntschaften – die beängstigend behaarten Ungeheuer zum Beispiel entpuppen sich als sehr liebenswürdig. Am unheimlichsten ist die Begegnung mit den weissen Zweibeinern, die auf Quittenquart notgelandet sind. Vielleicht wäre man doch lieber zu Hause geblieben?
> Nadja Budde bringt wirklich wüste, gefährliche Wesen so fröhlich wild aufs Papier, dass man sich schnell mit ihnen anfreunden kann. Die bunten Illustrationen verstärken den kurzen Text und regen bestimmt zu manch fantastischer (Weltall-)Reise an. Denn: Wer was wissen will, muss los! Muss anderen begegnen, sich überraschen lassen und mit dem Unheimlichen vertraut werden. Soviel ist am Schluss des Buches klar. Nathalie Fasel

Titel: Der Wind hat Geburtstag
Kollation: Geb., farb. illustr., 44 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2010
ISBN: 978-3-7795-0282-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Gedichte, Alltag
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.07.2016
Der Wind hat Geburtstag
In diesem Buch finden sich Gedichte über Jahreszeiten und Wetter, Tiere, Vater und Mutter, Wünsche, Gefühle, Alltag und „die Welt und alles“.
> Das kleine Buch vereint in fünf Kapiteln meist kurze Gedichte und richtet sich an Kinder. Fantasievolle Worte wie „Seelenseide“ oder „Vaters Bartstoppellachen“, sowie schöne Vergleiche wie „der Schnee ist aus leisem Glas“ sind reine Poesie. Der Autor scheut sich aber auch nicht, schwierigere Themen aufzugreifen wie die Abwesenheit des Vaters oder der Streit der Eltern. Die Aussagen der Texte sind unterschiedlich schwierig zu verstehen. Hilfreich ist, dass jedes Gedicht mit einer von Farbstift gemalten Illustration versehen ist. Leider ist sie jedoch nicht immer ganz passend, zum Beispiel die Totenköpfe zum Gedicht über die Birnen. Ein roter erdballähnlicher Stempel führt in jeder denkbaren Kombination durch das Buch, mal als Bonbon, mal als Ball oder als Planet Saturn. Ein hübsches Buch, auch für den Unterricht oder zum Verschenken geeignet. Katharina Siegenthaler

Titel: Mit Leidenschaft leben und glauben
Kollation: Zwölf starke Frauen Lateinamerikas. Geb., s.w. illustr., 239 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2010
ISBN: 978-3-7795-0285-2
Kategorie: Sachbuch
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.07.2016
Mit Leidenschaft leben und glauben
Die warmen, braunroten Farbtöne des Einbandes ziehen die Blicke an. Der Titel fokussiert. Das Buch enthält zwölf Portraits von wenig bekannten Frauen, die der Befreiungstheologie in Lateinamerika wichtige Impulse vermitteln. Kompromisslos setzen sie sich für Schwächere ein, ihr Glaube gibt ihnen die nötige Kraft dazu. Die Jüngste von ihnen ist 51 Jahre alt, die meisten sind um die achtzig, einige schon gestorben. < Dieses Thema interessiert wohl nur eine begrenzte Leserschaft. Die Texte sind schlicht und sachlich – es handelt sich auch um keine reisserischen Stories von Boulevard-Stars. Aber sie ermutigen, weil sie von Menschen berichten, die sich mit ihrem Leben und ihrer Kraft für die Menschenrechte einsetzen. Es tut gut, von Frauen zu lesen, die selbstbewusst, eigenständig und mit Engagement wirken, den Widerständen trotzen und gerade dadurch vieles bewirken. Darum sind diese Lebensbilder auch für ein junges Publikum lesenswert. Sie vermitteln Tragfähigkeit wie ein braunroter Boden. Katharina Wagner

Titel: Wie der Kiwi seine Flügel verlor
Kollation: Nach einem Mythos der Maori. Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2010
ISBN: 978-3-7795-0301-9
Kategorie: Bilderbuch
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.07.2016
Wie der Kiwi seine Flügel verlor
Eines Tage kommt eine schreckliche Plage über den Wald von Aotearoa. Käfer und Würmer fressen Blätter, Rinde und Wurzeln der Bäume. Der Wald wird kahl und krank. Tane Mahuta, der Hüter des Waldes, kennt nur einen Ausweg: Ein Vogel muss das Dach des Waldes verlassen und fortan auf dem düsteren Waldboden leben. Anstatt süssen Nektars muss er die Insekten verzehren, welche den Wald vernichten. Doch welcher Vogel nimmt ein solches Los auf sich?
> Ein Mythos der Maori beschreibt, wie der Kiwi zum berühmtesten Vogel Neuseelands wurde. Krejitschi belässt in seiner Übertragung die Namen der Tiere und Menschen. Menschen westlicher Zunge stolpern zwar beim Lesen, die Sage behält dadurch aber das Ursprüngliche. Einmal mehr illustriert Krejitschi meisterhaft: Die erdfarbenen Figuren haben etwas Archaisches. Breitbeinig steht Tane Mahuta da, geerdet wie ein Baum. Der Hüter der Vögel ist ein schlanker Mann, der bis zu den Wolken ragt. Das passt. Ein wertvoller Beitrag zur Kulturverständigung. Katharina Wagner Mehrere Stufen

Titel: Die Nichte in der Fichte
Kollation: Geb., farb. Illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2009
ISBN: 978-3-7795-0272-2
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Weihnachten, Reime
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.07.2016
Die Nichte in der Fichte
„Da reitet meine Nichte einfach auf die Fichte“, wundert sich ein sprachloser Onkel. Das Mädchen will Baumzapfen sammeln, weil sie so schön knistern, wenn man sie zum Trocknen auf den Herd legt. Die Zapfenernte ist unmöglich, das Hinunterkommen ein Kunststück. Als der Schimmel wieder sicheren Boden unter den Hufen verspürt, galoppiert er eine Runde um den Baum. Ein Zapfen löst sich und fällt den dreien vor die Nase. Im warmen, gemütlichen Stall, versammelt mit den anderen Tieren, lassen alle das Abenteuer ausklingen und geniessen die feierliche Stimmung. – Das Kletterabenteuer wird in Reimen erzählt. Ob unter, neben, im oder auf dem Baum: Der Schimmel und die Nichte in orangefarbenem Pulli und knallroten Gummistiefeln leuchten stets ausdrucksstark aus dem sattgrünen Gewirr von Fichtenästen hervor. Tannengrüne, einfarbige Drucke wechseln sich in mehreren Grüntönen gestalteten Seiten ab. Fantasievoller Bilderwitz für kleine Leute, zum Vorlesen und gemeinsamen Betrachten. Iris Boldt

Titel: Wenn der Löwe brüllt
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2009
ISBN: 978-3-7795-0273-9
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Dritte Welt
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.07.2016
Wenn der Löwe brüllt
Emanuel hat einen Löwen. Den wird er nicht los, der sitzt in seinem Bauch. Manchmal knurrt er. Wenn Emanuel schrecklich Hunger hat, brüllt der Löwe ganz laut. Nur selten fühlt sich das Raubtier zufrieden und schnurrt. Tagein, tagaus besteht Emanuels Hauptsorge darin, diesen Löwen zu bändigen.
> Die Künstlerin arbeitet mit Collagen. Sie verwendet dazu auch Schnipsel, die aus Illustrierten stammen könnten. Damit schafft sie es ausgezeichnet, Details aus dem Alltag afrikanischer Strassenkinder hervorzuheben. Mit einer Ausnahme findet sich der Löwe auf jeder Seite – als Metapher für den Hunger ist er omnipräsent. Die Geschichte von Emanuel und seinen Freunden ist schnörkellos erzählt und mutet beinahe sachlich an. Dass der Löwe zupackt, wenn sich ein Brot als Beute präsentiert, ist nachvollziehbar und stellt Emanuels Aussage, er habe doch gar nicht gestohlen, in ein neues Licht. Ein aufrüttelndes Buch für Gross und Klein, das sich hervorragend als Diskussionsgrundlage eignet. Katharina Wagner

Titel: Zebra, Zecke, Zauberwort
Kollation: Ein ABC-Buch. Farb. illustr., geb., unpag., Euro 15.90
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2009
ISBN: 978-3-7795-0226-5
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: ABC
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.07.2016
Zebra, Zecke, Zauberwort
Ein neues ABC-Buch: Von A bis Z erfindet Jürg Schubiger wunderliche Zweizeiler und endet mit „Zebra, Zecke, Zauberwort, Zwiebel, Zwieback und so fort.“ Jeder Vers ist anders, ohne oder mit Sinn, immer äusserst überraschend und fantasievoll. Isabelle Pin erzählt mit ihren Bildern ebenso skurril ihre eigenen Geschichten und zeigt Schubigers A-bis-Z-Wörter auf ihre typische Weise, scheinbar absichtslos in grossräumige, farbige Hintergrundwelten eingebettet. Auf jeder Doppelseite finden die Betrachterinnen also zahlreiche Zauberwörter, die alle den gleichen Anfangsbuchstaben aufweisen: z.B. Teufel, Tube, Teekanne, Toilette. – Zwischen Vorsatz (A) und Nachsatz (Z), von Kinderhand gezeichnet, befindet sich ein listiges und lustiges Sprach- und Schaubuch voller Miniaturen und Traumwelten, das anregt weiterzuspinnen und eigene passende Zauberwörter zu suchen. Beatrix Ochsenbein

Titel: Das fünfte Schaf
Kollation: -
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2008
ISBN: 978-3-7795-0201-2
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: -
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 12.07.2016
Das fünfte Schaf
Lina träumt jede Nacht von einem fürchterlichen Monster und versucht deshalb mit Schafezählen wach zu bleiben. Weil sie die Schafe, die über ihre Bettdecke hüpfen, nicht nur zählt, sondern auch genau anschaut, entdeckt sie im Schaf Nr. 5 den Wolf im Schafspelz. Verunsicherung und Angst entstehen unter den Schafen, nicht aber bei Linda. Sie spannt das Raubtier gegen das Monster ein und hilft klären, dass hier ein Wolf unter Schafen lebt, der ein Schaf sein will. – Die Geschichte erzählt leichtfüssig und tiefsinnig zugleich von einer dreifachen Befreiung: ein kleines Mädchen befreit sich auf witzige Art von seinem Alptraum, ein Wolf teilweise von seinen Raubtieranteilen und eine Schafherde von ihren Feindbildern. Der Text ist einfach, frisch in der Wortwahl und meist in Dialogform. Die doppelseitigen Illustr. auf braunem Hintergrund sind in Schwarz, Weiss, Rot und Braun gestaltet. Die auf die verschiedensten Charaktere karikierten Schafe vom Punk bis zum Strickschaf drücken bestens die unterschiedlichen Stimmungen aus. Ein wunderbares Buch zum Thema Toleranz und Emanzipation. Maria Veraguth

Titel: Der Hühnerdieb
Kollation: -
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2008
ISBN: 978-3-7795-0202-9
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: -
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 12.07.2016
Der Hühnerdieb
Hilfe! Der Fuchs hat ein Huhn geklaut! Vorbei ist es mit der Gemütlichkeit auf der Waldlichtung, zu Hause bei Bär, Hase und Hahn. Sofort nehmen sie beherzt die Verfolgung auf, durch den Wald, über die Berge und das Meer. Wieder an Land, haben sie die beiden endlich eingeholt. Bewaffnet mit einem Holzstock, stellen sie sich dem Fuchs und wollen das Huhn retten. Doch dieses hat sich schon längst anders entschieden und will gar nicht gerettet werden. – Die Geschichte kommt ganz ohne Worte aus. Die zarten, farbigen, ganzseitigen Bilder sind so angeordnet, dass auf der rechten Seite der flüchtende Fuchs mit dem Huhn zu sehen ist und auf der linken Seite die Verfolger, Bär, Hase und Hahn. Die erwachende, gegenseitige Zuneigung zwischen Huhn und Fuchs ist nur an winzigen, aber deutlichen Details zu erkennen. Eine kleine, feine Geschichte, die sich gut eignet, um kleineren Kindern zu erklären, was Vorurteile sind. Katharina Siegenthaler

Titel: Der weisse Bär und der schwarze Bär
Kollation: -
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2007
ISBN: 978-3-7795-0078-0
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: -
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.07.2016
Der weisse Bär und der schwarze Bär
Das kleine Mädchen kann abends nicht einschlafen. Der weisse Bär schimmert im Dunkeln und lenkt das Kind ab, aber er beantwortet keine Fragen. Plötzlich ist er weg, da taucht der schwarze Bär auf. Dieser ist in der Nacht unsichtbar und ruhig, aber auch er schweigt. – Ein recht anspruchsvolles BB zum Thema Angst vor der Dunkelheit. Da sind einmal der anspruchsvolle, philosophische, äusserst knappe Text in überaus stimmiger Diktion, aber auch die seltsamen Mischtechnik-Bilder in gedämpften Farben, welche überraschende Einblicke durch Türen, Fenster und Spiegel in verschiedene Räume des Hauses blosslegen. Weisser und schwarzer Bär überlagern die Alltagsszenen und verweisen auf Vermischung von Realität und Fantasie. Zahlreiche Details erzählen Parallelgeschichten und verbinden Betrachter mit der Protagonistin. Das Buch ist ein hintersinniges Kunstwerk, das sich erst nach mehrmaligem Betrachten vollumfänglich erschliesst und aus der üblichen Produktion herausragt. Als Familienbuch sowie für Bild(erbuch)betrachtung im Unterricht (auch MS und OS) geeignet. Beatrix Ochsenbein

Titel: Die schlaue Mama Sambona
Kollation: -
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2007
ISBN: 978-3-7795-0149-7
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: -
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.07.2016
Die schlaue Mama Sambona
Eines Tages findet der Tod Mama Sambona auf seiner Liste. Sofort schickt er den Hasen, um der Königin anzukündigen, dass ihre Zeit abgelaufen sei. Der Hase aber fürchtet sich vor imaginären Jagdhunden. Schliesslich geht der Tod selber hin. Doch Mama Sambona ist viel zu beschäftigt und liebt das Leben zu sehr, um sich gleich mitnehmen zu lassen. Furchtlos tritt sie dem Tod entgegen und lädt ihn zu einem Fest ein, wo die beiden so ausgelassen tanzen, dass er seine Absicht vergisst. – In Afrika leben nicht nur arme und kranke Leute, sondern auch lebensfrohe wie Mama Sambona. Mit Humor erzählt der in Ostafrika geborene Autor die Episode. Bilder in satten Farben sowie schwarzweisse Drucke untermalen die Geschichte exzellent. Sie zeigen die weise Alte mit Kopftuch, Tabakpfeife und rotem Kleid auf einer Kinderschaukel oder mit ihrer Enkelin tanzend. Der Tod erscheint in schwarzem Anzug und ähnelt einem gestressten, weissen Manager. Am Schluss lernt sogar er von Mama Sambona. Ein wunderbar heiteres Buch, das Gross und Klein afrikanische Lebensart näherbringt. Für mehrere Stufen. Katharina Wagner

Titel: Facing the Lion
Kollation: -
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2007
ISBN: 978-3-7795-0081-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: -
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.07.2016
Facing the Lion
„Mit den Rindern kommt die Achtung. Je mehr Rinder ein Mann hat, desto mehr Achtung geniesst er.“ Das ist eine Aussage des Autors, eines ehemaligen Massai-Nomaden aus Nordkenia. Lemasolai Lekuton beschreibt sein Leben und seine Karriere. War seine Jugend im Massailand mehrheitlich unbeschwert und „traditionell“, nahm sie mit seiner Schulpflicht eine grosse Wende. Familie und Dorf waren weit weg, die Einflüsse der westlichen Kultur stürzten auf ihn ein. Bald stellte sich die Frage: Tradition oder Studium? Er entschied sich für letzteres und hatte dazu, neben den Opfern seiner Familie, namhafte Gönner. Heute ist Lekuton Hochschullehrer in Amerika. Er pflegt seine Wurzeln bewusst und zeigt, was afrikanische Tradition bedeutet. Eine Tradition ist das Erzählen, und das tut er in diesem Buch wunderbar, eindringlich und farbig. Er moralisiert nicht, vermittelt aber klar die Werte seines Volkes. Geschickt bewegt er sich sowohl in traditioneller Kultur als auch in der sogenannten „Zivilisation“. Ulrich Zwahlen

Titel: 33 Bogen und ein Teehaus
Kollation: Geb., s.w. illustr., 145 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2016
ISBN: 978-3-7795-0522-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Flüchtlinge
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 25.05.2016
33 Bogen und ein Teehaus
Mit zwei Koffern nur flüchtet die sechsköpfige Familie aus dem Krieg im Iran. Nach der Revolution, mit den zusehends rigoroseren Gesetzen droht nun dem ältesten Bruder (unter 15!) der Ich-Erzählerin die Rekrutierung. Drei Tage dauert die Busfahrt nach Istanbul. Die Familie sitzt zehn Monate fest, bis sie mit Visum und Flugtickets weiterkommt: Über Ost- und Westberlin sowie Karlsruhe finden alle sechs in Heidelberg endlich einen zugewiesenen neuen Ort zum Bleiben.
> Die Autorin führt realitätsnah vor Augen, was Flüchtlinge aushalten müssen. Nebst dem Verlust der positiven Dinge in der alten Heimat, der Ungewissheit, ob und wie die Flucht gelingt, den teilweise unwürdigen Aufenthaltsorten schildert sie nicht ohne Humor, wie ihre Familie mit den andern Sprachen und Sitten zurechtkommen muss. Ein wichtiges Buch liegt vor, das viel zum Verständnis der Flüchtlingssituation beiträgt. Eveline Schindler

Titel: Am Tag, als Saìda zu uns kam
Kollation: A. d. Span., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2016
ISBN: 978-3-7795-0540-2
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Kulturen, Sprache
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 25.05.2016
Am Tag, als Saìda zu uns kam
Sa’ída ist arabisch und bedeutet glücklich. Doch dies weiss die Erzählerin erst viel später, denn: „Am Tag, als Saída zu uns kam, schien es mir, als hätte sie die Sprache verloren.“ Sie entschliesst sich, das Mädchen aus Marokko ihre Wörter zu lehren. Sobald sie Vertrauen zueinander gefasst haben, erkunden die beiden, wie sich Worte auf der Zunge anfühlen, wie sie klingen und wirken, was sie bedeuten, woher sie kommen und wohin sie gehen und welche davon über Bord geworfen werden könnten.
> Das Buch lebt von der Symbiose von Text und Bild. Da verweben sich ungewöhnliche Bildausschnitte mit fantasievollen, verträumten Gedankengängen. In passend gestalteter Umgebung, z. B. auf dem Nilpferd oder an einer Wäscheleine, werden in Wort-Bildern die Dinge in zwei Sprachen erklärt, ergänzt mit eingestreuten arabischen Buchstaben, „die manchmal wie Blumen oder Insekten aussehen“. So wird dieses Buch zu einer überaus geheimnisvollen und poetischen Begegnung zweier unterschiedlicher Kulturen. Katharina Siegenthaler

Titel: So leicht, so schwer
Kollation: Kartoniert, farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2016
ISBN: 978-3-7795-0538-9
Kategorie: Bilderbuch
Alter: Kleinkinder
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 24.03.2016
So leicht, so schwer
Auch Tiere lieben Spielplätze! Wenn ein Elefant auf der Wippe sitzt, braucht es auf der Gegenseite viele Tiere: Pinguin, Affe, Strauss und Giraffe schaffen das Gleichgewicht nicht, und das Krokodil hat keine Lust zum Mitmachen. Erst als das Nilpferd dazustösst, ist das Gleichgewicht hergestellt. Aber nicht für lange, denn ein trötendes Kind erschreckt die ganze Gesellschaft derart, dass alle Tiere durcheinanderpurzeln und gegenüber beim Elefanten landen. Als sich auf der andern Seite das Kind mit einem Dino und einem Schmetterling (!) einrichtet, klappt es endlich: Die Wippe wippt und alle geniessen das Auf und Ab.
> Die knallrote Wippe steht auf jeder Doppelseite genau in der Mitte und leuchtet vor dem blauen Hintergrund. Neugierde, Spannung und Schalk sind den Tieren ins Gesicht geschrieben. Wer findet auf jeder Seite den Schmetterling? Der kurze und einfache Text ist in die Illustrationen integriert. Kleine Kinder wollen dieses Buch immer wieder anschauen. Madeleine Steiner

Titel: Wie man mit dem Feuer philosophiert
Kollation: Geb., farb. illustr., 460 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2015
ISBN: 978-3-7795-0526-6
Kategorie: Sachbuch
Schlagwort: Elemente, Experimente
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 01.02.2016
Wie man mit dem Feuer philosophiert Chemie und Alchemie für Furchtlose
In 32 voneinander völlig unabhängigen Kapiteln wird dem Leser das weitläufige Gebiet der Chemie offenbart, ohne dass er sich dauernd von Reagenzgläsern, Kolben oder Phiolen bedrängt sieht. Von der Mischerei mit Naturstoffen (z.B. Curare, Blausäure, Gummi) über Alchemie (mit u.a. Zinnober, Salpeter, Silber, Gold) bis zur Laborchemie (etwa mit Giftgasen, Radium) und schliesslich zur DNA: Zu jedem Thema wird ein eigener Artikel geboten; es wird nicht einer Fortsetzung gefolgt, so dass man sich gezielt einzeln informieren kann. Spezielle Vorkenntnisse braucht man nicht mitzubringen, hinterher staunt man über die vielen Aha-Erlebnisse. Ein Drittel des Buches regt überdies zu eigenen, ungefährlichen Experimenten an, wobei jedes Mal Materialien und Ausrüstung angegeben werden.
> Die Sprache ist leicht fasslich, die Inhalte der Kapitel sind informativ, sehr oft auch unterhaltsam, mit feinem Humor gewürzt. Auch ohne Chemie am Hut wird man sich gerne vom inspirierenden Erzähler belehren lassen. Siegfried Hold

Titel: Haifische kommen nicht an Land
Kollation: Geb., 199 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2015
ISBN: 978-3-7795-0513-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Alltag, Dritte Welt
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 18.12.2015
Haifische kommen nicht an Land
Auf der Insel Ometepe im Nicaraguasee lebt Joaquin Villa, 12-jährig, Ältester einer kinderreichen, vaterlosen Familie. Immer auf der Suche nach etwas Arbeit, Verdienst und Essen trifft er zufällig Rosa Hein und ihren Vater. Dieser ist Ethnologe und sammelt unter anderem Erzählungen des Volkes auf der Insel. Zwei Welten stossen aufeinander: Rosa, die gebildete weisse Tochter, die schon die halbe Welt kennt, und Joaquin, der Arme, der froh ist, wenn er und seine Familie genug zu essen haben. Er verliebt sich in sie. Die Trennung von Rosa wirft den Jungen aus den gewohnten Gleisen. Er will auswandern, geht deshalb in die Stadt und merkt bald, dass das Leben als Strassenkind viel härter ist als die Armut zuhause.
> Die kurzen Szenen aus Joaquins Leben lassen einen bunten und spannenden Roman entstehen. Die Gegensätze Arm-Reich, Weisse-Indio, Herr und Knecht klagen nicht an, sondern ergeben sich aus den Schilderungen des Alltags. Der Schluss ist hoffnungsvoll: Joaquin lernt schreiben und lesen! Ulrich Zwahlen