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Anzahl Resultate: 6
Titel: Aprilregen
Kollation: Geb., s.w. illustr., 199 S.
Verlag, Jahr: Obelisk Verlag, 2019
ISBN: 978-3-85197-904-6
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 14.08.2019
Aprilregen
Jakub lebt mit seiner Oma in einer Roma-Siedlung am Rande eines Dorfes in der Slowakei. Als die Oma plötzlich ins Krankenhaus muss, ist der 11-Jährige auf sich alleine gestellt. Da vermittelt ihm eine Nachbarin einen Ferien-Job in einer Gärtnerei. Gabo soll Jakub und zwei andere Jungs zur Gärtnerei fahren. Doch schon bald zeigt sich, dass Gabo andere Pläne hat: Er fährt mit ihnen nach Prag und lässt sie dort als Taschendiebe arbeiten. Als Jakub nicht mitmachen will, wird er von Gabo bedroht. Jakub haut ab und versteckt sich. Zum Glück lernt er kurz darauf den Puppenspieler und seine Tochter Milena kennen.
> Dieser Roman erzählt anhand Jakubs Geschichte über die Roma in der Slowakei. Als Leser/in spürt man, dass sich die Autorin mit der Situation der Roma-Kinder auskennt. Es ist ihr ein spannender und berührender Roman gelungen. Leider ist das Cover dazu für die Zielgruppe nicht sehr ansprechend gestaltet. Ein Buch, das sich gut für Diskussionen über Kinderrechte und Minderheiten eignet. Karin Böjte

Titel: Qualle im Krankenhaus
Kollation: Geb., s.w. illustr., 74 S.
Verlag, Jahr: Obelisk Verlag, 2019
ISBN: 978-3-85197-903-9
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Freundschaft, Spital
Alter: ab 10
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 27.06.2019
Qualle im Krankenhaus
Qualle heisst eigentlich Max Kallinger und ist 9-jährig. Er freut sich riesig auf die Ferien am Meer, doch daraus scheint nichts zu werden, als ihm Dr. Weiss mitteilt, dass er eine Lungenentzündung hat. Ein Spitalaufenthalt ist unumgänglich. Zum Glück teilt er sein Zimmer mit Öner. Auch die neunmalkluge Laura bringt Ablenkung in den Krankenhausalltag.
> Mit viel Humor und Wortgewandtheit bringt Lena Raubaum der jungen Leserschaft die Abläufe im Krankenhaus näher. Qualle richtet mehrmals das Wort direkt an die Lesenden, wodurch sich diese noch besser in den Protagonisten einfühlen können. In alltagsnaher und kindgerechter Sprache werden Details wie die Aufnahme im Spital, Blutentnahme oder Arztvisiten gut verständlich und anschaulich beschrieben. Ein Glossar am Ende des Buches erklärt Begriffe (Fachbegriffe oder Dialektwörter), die im Text mit einer kleinen Ziffer versehen sind. Eine Pflichtlektüre für Kinder, denen ein Spitalaufenthalt bevorsteht, oder für deren Geschwister. Annina Otth

Titel: Sturm auf die Biberburg
Kollation: Geb., farb. illustr., 69 S.
Verlag, Jahr: Obelisk Verlag, 2018
ISBN: 978-3-85197-885-8
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Vorlesen
Alter: ab 7
Bewertung:
1 von 4 Büchern
Rezension publiziert: 10.12.2018
Sturm auf die Biberburg
Aus Unzufriedenheit mit seiner Wohnung beschliesst Biber, ein Haus zu bauen. Doch je mehr er baut, desto mehr Ideen hat er, und desto mehr Holz braucht er. Gut, dass sich in der Nähe ein riesiger Wald befindet. Bis zu den dürrsten Ästen und Blättern verbaut Biber das gesamte Holz. So hat er auch gleich eine schöne Sicht von seiner Dachterrasse auf die Berge, denkt er sich. Doch die Tiere des Waldes sind entsetzt. Wo sollen sie jetzt ihre Nester bauen, sich verstecken und Nahrung finden? Die Nachtigall hat schliesslich eine Idee.
> In dieser Erzählung über Habgier und Rücksichtnahme wechseln schwarz-weisse Zeichnungen mit kolorierten ab. Trotz der eigenwilligen und starken Charaktere fehlen echte Sympathieträger. Auch die Motivation für das Handeln sowie dessen Schlüssigkeit lassen sich nicht immer erkennen. So setzen die Tiere des Waldes eher auf stille Belagerung und Einbruch, statt einen Dialog mit dem Biber zu suchen. Welche Lösungen damit vermittelt werden sollen, bleibt unklar. Christina Weirich

Titel: Juri West sieht rot
Kollation: Geb., s.w. illustr., 186 S.
Verlag, Jahr: Obelisk Verlag, 2017
ISBN: 978-3-85197-861-2
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Freundschaft, Trennung
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.01.2018
Juri West sieht rot
Juri ist richtig wütend auf seinen Vater. Denn der speist ihn seit seinem Auszug ein Jahr zuvor mit Ausreden ab, so dass sie sich kaum noch sehen. Aber nun will Juri seinen 10. Geburtstag nicht nur mit der Mutter, sondern auch mit seinem Vater feiern. Da schlägt dieser ein Campingwochenende vor. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch verabschiedet Juri sich von der Mutter und fährt zum Campingplatz. Dort haben sein Vater, Hanne und Uwe ein Essen am Lagerfeuer vorbereitet. Sein Vater ist anders als früher und es sieht aus, als ob er auf dem Campingplatz wohnen würde. Juri gefällt es da, und als er den seltsamen Spiderman durch die Nacht tanzen sieht, hat er sogar noch ein Rätsel zu lösen.
> Was Juri erlebt, kennen viele Kinder. Doch das Besondere an diesem Jungen ist seine intensive Echtheit und sein offenes Herz für alle. Diese Intensität wird untermalt durch die ungeschmückte Sprache mit vielen Satzellipsen und einer neuen Zeile für jeden Satzanfang. Wunderbar eigenwillig erzählt und illustriert. Karin Schmid

Titel: Kalt bläst der Wind
Kollation: Geb., 183 S.
Verlag, Jahr: Obelisk Verlag, 2016
ISBN: 978-3-85197-827-8
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.08.2016
Kalt bläst der Wind
Nach dem Krebstod ihres Ehemanns versinkt die Mutter von Malena (15) in tiefer Depression. In materiell äusserst kümmerlichen Verhältnissen versucht die junge Frau, den Haushalt zu besorgen, ohne dass Aussenstehende von der Last etwas merken. Ein Brief kündet von Grossmutters Tod; das unerwartet geerbte Haus soll übernommen werden. Heimlich reist Malena ins ihr fremde Bergdorf, wo sie auf eine äusserst kompliziert verschlungene Familientragödie stösst. Warum erfährt sie erst jetzt, dass sie überhaupt eine Grossmutter gehabt hat? Warum hat ihre Mutter im Waisenhaus aufwachsen müssen?
> Sehr einfühlsam berichtet die Autorin über die materiellen und seelischen Nöte einer Heranwachsenden, auf der fast unlösbare Probleme lasten. Junge Leser können sich bestimmt in die bedrückenden Situationen einfühlen, die eine derart schwere Krankheit mit sich bringt. Es zeigt sich auch, dass ungeahnte neue Freundschaften hilfreich sein können, was den Wert des Buches erhöht. Siegfried Hold

Titel: Talitha
Kollation: Geb., 220 S.
Verlag, Jahr: Obelisk Verlag, 2016
ISBN: 978-3-85197-825-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Flüchtlinge, Krieg
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 24.05.2016
Talitha
Es ist still, totenstill. Im ganzen Haus. Die Stille und die Angst legen sich auf alles, was noch lebendig ist, und saugen das Leben heraus. Das Leben mitten im Bürgerkrieg in Syrien ist geprägt von Angst. Angst ums eigene Überleben, Angst vor dem Bleiben im Kriegsgebiet, Angst vor dem Fliehen. Talitha (15) lebt zusammen mit ihrer Familie in Damaskus. Sie gehören zur christlichen Minderheit. Als ihre Grossmutter erschossen, ihr Bruder von einer Autobombe getötet und sie vom Geheimdienst verhaftet und gefoltert wird, beschliesst die Familie doch zu fliehen. Sie machen sich auf über das Meer und die Balkanroute bis nach Deutschland.
> Ein brandaktuelles Thema wird beschrieben, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Assad und sein Regime werden hart kritisiert, ebenso wie das sinnlose Töten des IS. In kurzen Tagebucheinträgen schildert Talitha die Situation in Syrien. Ein Buch, das aufwühlt, betroffen macht und den Blick auf die Flüchtlingsschicksale aus Syrien verändert. Maria Trifonov