Rezensionsdatenbank Info


Anzahl Resultate: 59
Titel: Disco
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2019
ISBN: 978-3-7026-5934-9
Kategorie: Bilderbuch
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 28.10.2019
Disco
Pina bringt Eddie ein rosa Nachthemd mit, denn sie wollen vor dem Schlafengehen noch zusammen Disco spielen. Sie meint nämlich, dass es keine Mädchen- oder Jungenfarben gibt, nur Lieblingsfarben. Und rosa ist gerade seine Lieblingsfarbe. Kein Problem also für die beiden; für die Erwachsenen schon. Als Eddie tags darauf im Kindergarten und zum Fussballtraining im rosa Discoshirt erscheint, gerät die Welt seines Vaters in Schieflage, und es kommt deswegen zum Streit unter den Vätern. Doch ein Sack voll bunter Klamotten und eine supertolle Disco im Kindergarten, wo auch Eddie mal Discotänzerin sein darf, macht allen Spass und bringt die Dinge wieder ins Lot. Und Pina darf nun auch zum Fussballtraining.
> Eine witzige Geschichte über wechselnde Geschlechterrollen, womit die Kinder, im Gegensatz zu Erwachsenen, scheinbar entspannter und natürlicher umgehen können. Zum knappen, präzisen Text zeichnet Julia Dürr ausdrucksstarke Figuren in matten Farben, die trotz Disco ganz ohne Glitter auskommen. Ruth Fahm

Titel: Leni, Schwein und der Andere
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2019
ISBN: 978-3-7026-5935-6
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Eifersucht, Geschwister
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 25.10.2019
Leni, Schwein und der Andere
So hat sich Leni das Leben mit ihrem kleinen Bruder nicht vorgestellt. Kaum ein Besucher interessiert sich für sie. Wenn der Kleine nicht gerade am Weinen ist, wird er gefüttert, herumgetragen oder gehätschelt. Auch spielen kann sie nicht mit ihm. Zum Glück hat sie Schwein. Schwein hört ihr zu, flieht mit ihr vor Stinkwindeln und hat alle Zeit der Welt für sie.
> Liebevoll und mit viel Verständnis fasst die Autorin die Gefühlswelt älterer Geschwister in Worte. Die grösstenteils doppelseitigen Illustrationen lassen viel Freiraum für eigene Entdeckungen und Erzählungen rund um den eher kurz gehaltenen Text. Helga Banschs unverkennbar feiner Illustrationsstil passt hervorragend zum Thema. Lenis Begleiter, insbesondere das Schwein, sind immer wieder vorzufinden. Sie leiden und freuen sich mit dem Mädchen und verdeutlichen die Bedeutung der Kuscheltiere/Spielsachen. Ein hervorragendes Buch für alle Kinder, die bald ein Geschwisterchen bekommen. Annina Otth

Titel: Nicht so das Bilderbuchmädchen
Kollation: Geb., 177 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2019
ISBN: 978-3-7026-5937-0
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.10.2019
Nicht so das Bilderbuchmädchen
Immer wieder beobachtet Zara von ihrem Fenster aus, wie der Junge im Wohnblock nebenan in seinem Zimmer weint. Das macht sie traurig und beschäftigt sie. Schliesslich schreibt sie ihm mit Zetteln am Fenster, dass sie Zara heisst. Sam reagiert zuerst nicht; er fühlt sich überrumpelt von dieser ungewöhnlichen nachbarschaftlichen Nähe. Doch dann antwortet er ihr und sie beginnen, sich mittels Zettelbotschaften zu unterhalten. Niemand weiss von diesen Gesprächen, die beiden sehr wichtig werden. Doch es gibt immer wieder Momente, in denen Sam sich zurückzieht und Zara ratlos am Fenster stehen bleibt.
> Abschnittweise tauchen die Lesenden abwechselnd in Lebens- und Gefühlsmomente von Zara und Sam ein. Es wird dabei nicht das gesamte Leben der beiden ausgebreitet. Diese Erzählart wirkt spannungsaufbauend. – Eine feinsinnig gestaltete Geschichte um eine wunderbare Freundschaft und das Eingestehen und Kommunizieren des Andersseins eines jungen Menschen, der sich im eigenen Körper fremd fühlt. Karin Schmid

Titel: Passiert es heute? Passiert es jetzt?
Kollation: Geb., 171 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2018
ISBN: 978-3-7026-5927-1
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.10.2018
Passiert es heute? Passiert es jetzt?
Niemand ahnt, welche Tragödien sich im Nachbarhaus ereignen, bis eines Tages die Scheinwelt zusammenbricht und der 16-jährige Wolfgang in die geschlossene Psychiatrie gebracht wird. Er hat seinen Vater getötet.
> Nicht die schlimme Tat steht im Vordergrund. Vielmehr sind es die Gespräche des Jungen mit dem Psychologen, welche aufzeigen, wie so etwas Schreckliches passieren kann. Die jahrelangen Demütigungen, Kränkungen und die Gewalt, die der Vater ausgeübt hat, haben dazu geführt. Wolfgang findet sich nicht mehr zurecht. Er hat doch seine Mutter und die kleine Schwester schützen wollen. In der Klinik lernt er mit Hilfe der Therapeuten und jugendlichen Insassen, wieder Tritt im Leben zu fassen. Eindrücklich wird geschildert, was emotionale und psychische Gewalt anrichten. Ein bemerkenswerter Bericht, der zeigt, wie es möglich ist, danach wieder im Alltag Fuss zu fassen. Monika Aeschlimann

Titel: Alles dreht sich, alles fliegt
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2018
ISBN: 978-3-7026-5925-7
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Gedichte, Poesie
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 31.08.2018
Alles dreht sich, alles fliegt
Herr Vogelsang strickt – einen Schlafsack für den Wurm und einen Schal für die Giraffe. "Socken will der Küchentisch, Flossenwärmer jeder Fisch." Und so strickt und strickt Herr Vogelsang, den ganzen kalten Winter lang. Doch nicht nur er ist aktiv, sondern auch der Bäckermeister Sonnenei, der weisse Wölkchen schaumig schlägt. Ergänzt mit einem Quäntchen lauer Luft und einer Prise Salbeiduft lässt sich daraus ein wunderbarer Sommertagskuchen backen.
> In ihrem neuen Lyrikbilderbuch kombiniert Sigrid Eyb-Green Verse mit eingängiger Sprachmelodie mit naiven, flächig bunten Illustrationen. Ihre Gedichte und Lyrikgeschichten reimen sich und geben einen guten Rhythmus vor, um die Texte nachzusprechen und so die Freude an gereimter Sprache zu wecken. Das Wechselspiel zwischen Textpassagen und Illustrationen funktioniert gut und stärkt die Aussagekraft. Ob die Kinder aber die leise mitschwingende Poesie der Texte genauso erfassen können wie Erwachsene, muss ausprobiert werden. Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Henrikes Dachgarten
Kollation: Geb., illustr., 87 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2018
ISBN: 978-3-7026-5916-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Märchen, Vorlesen
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 11.05.2018
Henrikes Dachgarten Das Wunder auf der Krummen Sieben
Auf einem Dach hoch oben über der Stadt beginnen das junge Mädchen Henrike und der kräftige Dachdecker Henne einen Garten herzurichten. Mit jedem Tag, der vergeht, nimmt die Natur ihren Lauf, der Garten wächst und blüht und zieht schon bald allerlei Gestalten an: Die beiden Kaminkehrer schauen vorbei, der Riese Eisenhand, der Cello spielende Junge, die Entenfamilie nistet sich ein, die wiederum die beiden Katzen Siegbert und Alwin anlockt. Das Knurrvieh dröhnt in der Röhre, ein Dachwanderer taucht auf und wieder unter, während Frau Hux' Ärger ob der gestörten Ordnung sich mehr und mehr bemerkbar macht.
> Auf engstem Raum begegnen sich Freundschaft, Angst und Trauer, der Glaube an das Gute sowie die Lust am Zerstören desselben. Alles zusammen fügt sich zu einem modernen Märchen, welches mit seinen eigentümlichen Figuren und einprägsamen Wortkreationen wie ein Blumenstrauss zu überraschen vermag. Eine geräuschvolle Geschichte zum Lauschen, Rätseln und Mitfantasieren. Marcella Danelli

Titel: Das Grosse Rennen
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2018
ISBN: 978-3-7026-5921-9
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Lustiges
Alter: ab 4
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 04.05.2018
Das Grosse Rennen
Etwas ist anders an diesem grossen Rennen. Die Zuschauer auf der Tribüne mit ihren bunten, grossen Hüten erwarten gespannt den Beginn des Rennens. Wer wird seine Wette gewinnen? Doch ... da kommen ja Kamele! Die Reiter steigen auf, und los gehts. In rasantem Tempo preschen die Kamele um die Kurven. Die Ziellinie ist schon in Sicht, da passiert plötzlich Unerwartetes.
> Der einfache Text wirkt konstruiert und holprig. Im Gegensatz dazu sind die Bilder üppig an Farbe und Ausdruck und entwickeln eine eigene Dynamik. Die Zuschauer sind dabei perspektivisch immer mitten im Geschehen, nicht ausserhalb; als würde eine Kamera nahe heranzoomen. Die Geschwindigkeit, mit der die Kamele um eine Kurve rasen, ist perfekt eingefangen durch das Spiel mit der Unschärfe. Die Gesichter der Zuschauer und der Kamele sind sehr übertrieben gezeichnet und wirken wie eine Karikatur. Sie sind so pointiert und unterhaltsam, dass sie ihre eigene Geschichte erzählen und der Text zum Glück zum Nebendarsteller wird. Christina Weirich

Titel: Du denkst, die Welt zerfällt, und brichst selber nur in Stücke
Kollation: Geb., 118 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2018
ISBN: 978-3-7026-5922-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Konflikte, Sucht
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 12.04.2018
Du denkst, die Welt zerfällt, und brichst selber nur in Stücke Eine Novelle für Jugendliche
Leo verliert den Boden unter den Füssen, als seine Eltern sich trennen. Er pendelt nun zwischen Vater und Mutter hin und her. Wenn er sie braucht, sind sie abwesend. Der Fünfzehnjährige schliesst sich zwei Freunden an. Sie hängen herum, betrinken sich und kiffen. Leo will dem entfliehen und fährt allein ans Meer. Er dokumentiert die Reise mit dem Handy. Später gerät er beim Betrachten der Bilder in Panik. Sind die Horrorvideos wirklich seine Aufnahmen? Er kann die Realität nicht mehr von seinen Wahnvorstellungen trennen und benötigt ärztliche Hilfe.
> Leo ist der Icherzähler. In kurzen Sätzen erfahren die Lesenden, wie es sich anfühlt, auf einem Horrortrip zu sein. Wie in einer Endlosschleife tauchen schreckliche Bilder immer wieder auf. Sie machen aggressiv und verleiten den Jungen zu unkontrollierbaren Handlungen. Eine geeignete Lektüre, um mit Jugendlichen über Drogen, Flashbacks und deren Folgen zu diskutieren. Monika Aeschlimann

Titel: Mama Mutsch und mein Geheimnis
Kollation: Geb., s.w. illustr., 95 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2017
ISBN: 978-3-7026-5919-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familienprobleme
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 08.11.2017
Mama Mutsch und mein Geheimnis
Das Leben des 9-jährigen Lelio ist kompliziert. Abends sitzt er oft allein in der Küche, hungrig, der Kühlschrank jedoch leer. Sein Vater arbeitet in der Nachtschicht. Der frühe Tod der Mutter hat den Jungen selbstständig gemacht. Er ist aufgeweckt, beobachtet die Menschen seiner Umgebung genau und zieht seine Schlüsse aus dem, was er entdeckt. Sein Leben nimmt eine positive Wendung, als im Nachbarhaus eine engagierte Forscherin einzieht, die auch gern beobachtet. Mit ihr kann er sich austauschen. Beide versuchen, aus jeder Situation das Beste zu machen.
> Die Geschichte wird konsequent aus der Optik des Jungen erzählt, in schnörkelloser, lebendiger Sprache und mit einem Schuss Humor. Ausdrücke, die nicht überall verstanden werden, sind in einem Glossar aufgeführt. Auf jeder Seite befinden sich Skizzen, die genau zum Text passen. Eine spannende Lektüre, die bestimmt auch Jungen in ihren Bann zieht. Monika Aeschlimann

Titel: Wir sind alle nett – von A bis Z
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2017
ISBN: 978-3-7026-5914-1
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: ABC, Kindergarten
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 25.08.2017
Wir sind alle nett – von A bis Z
"Cilli und Dorothée machen Kräutertee." Sie sind gerade dabei, ein paar Zeitungsschnitzel auf einem Teppich zu entzünden, um den Tee zu wärmen. Ganz erstaunt schauen ihnen das Chamäleon und der Dachs zu, währenddem sich der Clownfisch und der Delfin am unteren Bildrand begrüssen. Die Kinder sind Teil einer Spielgruppe, in der vermeintlich alle so nett sind ...
> Wundervoll werden in diesem Bilderbuch Szenen aus dem kindlichen Alltag inszeniert. Da wird gerauft, grossflächig an die Wand gemalt und hoch auf dem Dach über China geredet. Bewusst werden Grenzen des kindlichen Verhaltens ausgelotet, wie man das nur aus Heidelbachs ABC-Büchern kennt. Als Ordnungsprinzip des Alphabets dienen die in einem kurzen Satz benannten Kinder. Nebst den agilen Knirpsen mit ihren ausdrucksstarken Gesichtern spielen auf jeder Seite auch Tiere eine grosse Rolle. Sie alle befinden sich zusätzlich, ohne benannt zu sein, mit den Buchstaben des ABCs auf der Anfangs- und Schlussseite. So macht Lernen Spass. Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Winterauge
Kollation: Geb., 168 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2017
ISBN: 978-3-7026-5912-7
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Entwicklung, Tod
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
Rezension publiziert: 07.05.2017
Winterauge Roman eines Jugendlichen
Arthur ist mit seiner Familie in Oberitalien im Urlaub. So wie jeden Sommer. Er langweilt sich und ist aufsässig. Seine Mutter schreibt einem anderen Mann täglich SMS und sein Vater trinkt. Seine Grosseltern versuchen, die Familie zusammenzuhalten. Aber Arthurs Mutter leidet an einer Herzkrankheit. Auf der Heimfahrt stirbt sie überraschend auf der Rückbank des Autos. Kippt einfach um und bleibt tot liegen. Nach der Beerdigung muss Arthur zurück ins Internat in England. Er fühlt sich seltsam leer, weiss nicht wohin mit sich. Er macht seine Hausaufgaben nicht, legt sich mit den Lehrern und seinen Mitschülern an. Vor Weihnachten fliegt er früher nach Hause und lebt eine Woche auf der Strasse, ohne dass seine Familie davon weiss. „Da erinnere ich mich an meine Mutter. Mit einem Schlag. Ungefiltert. Ungebremst. Frontal. Sie ist nicht hier. Sie kommt nie wieder. Sie ist tot. Mama ist tot. Denke ich. Und bekomme Angst. Halte mir die Hände vors Gesicht. Und kann nur schreien.“ Arthur findet zu keinem seiner Mitmenschen wirklich einen Draht. Auch für mich als Lesende ist dies schwierig, obwohl er der Ich-Erzähler der Geschichte ist. Es bleibt die ganze Zeit eine emotionale Distanz, was vielleicht daran liegt, dass seine Gefühle doch recht holprig beschrieben sind. Allerdings wird die Erzählung durch Tagträume von Arthur unterbrochen – eine willkommene Abwechslung, die etwas mehr Aufschluss über sein Innenleben gibt. Doch leider nimmt der Autor mir als Lesender oftmals das Denken ab: So kommt etwa in Arthurs Tagträumen oft die Eiskönigin vor. Dieses Bild deutet der Protagonist am Ende des Jugendromans gleich selbst: „Weil die Eiskönigin meine Mutter war. An dem Tag in dem Appartement.“ Auch die Motive des impulsiven Arthur, der sich durchs Leben treiben lässt, sind für mich nicht immer klar. So kann ich mich nicht wirklich in ihn hineinversetzen, obwohl ich selbst vor nicht allzu langer Zeit noch eine Jugendliche war.
> Sophie Burkhalter, 20 Jahre

Titel: Achtung Ziesel!
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2017
ISBN: 978-3-7026-5909-7
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Freundschaft, Mobbing
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 28.04.2017
Achtung Ziesel!
Täglich treffen sich die Teichtiere am See zum Abendkonzert. Aber welche Gefahr: "Ein Ziesel! Bringt euch in Sicherheit!" Zuerst rennen die Tiere weg, später stellen sie ihm Fallen und proben sogar unter Wasser. Doch als der hartnäckige Nager immer wieder kommt, schmieden sie einen Plan. Kampfbereit reihen sich die Tiere vor dem Ziesel auf. Als dieses eine kurze Frage stellt, ist plötzlich alles anders.
> Helga Bansch zeigt in ihrem Buch auf schöne und witzige Weise, wie wichtig es ist, das Gegenüber zuerst zu Wort kommen zu lassen, bevor man über es urteilt. Aufgrund dieser Thematik eignet sich das Buch für viele Altersstufen. Die vorwiegend in Pastelltönen gehaltenen Illustrationen ergänzen den Text hervorragend und lassen Platz für eigene Entdeckungen. Die Erzählung ist in Textblöcken in die doppelseitigen Illustrationen integriert. Durch die Porträts mit den Namen der einzelnen Tiere zu Beginn und am Ende des Buches haben die Betrachtenden sofort eine engere Beziehung zu den Protagonisten. Annina Otth

Titel: Essen Tote Erdbeerkuchen?
Kollation: Geb., 117 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2013
ISBN: 978-3-7026-5854-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Freundschaft, Tod
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 11.04.2017
Essen Tote Erdbeerkuchen?
Emma liebt den Friedhof. Hier ist die Zwölfjährige zuhause, hier kennt sie alles: von den 181 Gräbern über die neun Büsche und fünfzehn Bäume bis hin zu den acht friedhofseigenen Giesskannen. Ihr Vater ist Totengräber, er zieht Emma allein auf, denn die Mutter ist bei der Geburt des Mädchens gestorben. Als eine Sozialarbeiterin auftaucht und sich beim Vater einschmeichelt, gerät Emmas Welt aus den Fugen. Zudem sitzt Peter, ihr Schulkollege, seit Tagen am Grab seines unlängst verstorbenen Zwillingsbruders und starrt vor sich hin. Das darf so nicht bleiben – Emma muss handeln.
> Erstaunlich, wie viel Wissen über Sterben und Tod in diese Geschichte verpackt ist. Überraschend auch, wie amüsant und locker diese gewichtigen Themen aufgegriffen werden. Das Buch rührt zu Tränen, aber es sind Lachtränen, die da kullern. Trotzdem wirkt das Buch weder makaber noch belanglos sondern berührt tief. Sehr zu empfehlen für Kinder, die mit dem Tod noch kaum in Berührung gekommen sind. Katharina Wagner

Titel: Labyrinthe
Kollation: A. d. Französ., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2017
ISBN: 978-3-7026-5910-3
Kategorie: Sachbuch
Schlagwort: Rätsel, Spiele
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 11.04.2017
Labyrinthe
Es ist einfach verwirrend! Wie bloss kommt der Junge mit seinem aufgeblasenen Krokodil zwischen den sonnenhungrigen Badegästen hindurch bis zum Meer? Sonnenschirme, Badetücher, schlafende und spielende Kinder und Erwachsene stellen sich ihm in die Quere. Er macht sich auf, um durch dieses Gewühl einen Weg zu finden.
> Die sechzehn Labyrinthe des französischen Illustrators Théo Guignard sind schon rein optisch eine Augenweide – bunt, wild, aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und alle sehr kunstvoll. Sie sind unterschiedlich in ihrem Schwierigkeitsgrad und auch in den Themen: Da gibts Labyrinthe in der Grossstadt, im Urwald, in der Tiefsee oder einfach in einem verwirrenden Würfelbild. Wer sich nicht zurechtfindet, der kann auf der letzten Doppelseite „spicken“. Nicht nur ein Buch für Familien, sondern auch in der Schulstube als Ideensammlung für gestaltende Fächer zu gebrauchen. Silvia Kaeser

Titel: Die Sonnenschaukel
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2016
ISBN: 978-3-7026-5902-8
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Jahreszeiten, Poesie
Alter: ab 4
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 15.11.2016
Die Sonnenschaukel
Vier Zwerginnen erscheinen jedes Jahr im Garten. Die eine bringt Farben hinein. Die zweite schmückt zusätzlich die Blumen und die Tiere. Die dritte erntet und lässt die Vögel in den Süden fliegen. Die letzte schliesslich webt bereits Frühlingsträume.
> Jede Figur wirkt in einer bestimmten Jahreszeit. Es besteht kein direkter Zusammenhang von der einen zur andern. Im Text, in Gedichtform geschrieben, haben die Zwerginnen Namen wie "Frau Morgenzwerg", "grüne Frau", "Frau Westen" und "Frau Knochenbein". Sonderbar, wie der Titel des Buches auch, der poetisch verheissungsvoll klingt. Die doppelseitigen Illustrationen haben jeweils eine der Jahreszeit entsprechende Hintergrundfarbe. Darauf sind, nebst den Figuren, die Blumen und die Tiere speziell arrangiert. Eveline Schindler

Titel: Die Prinzessin auf dem Kürbis
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2016
ISBN: 978-3-7026-5901-1
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Märchen
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 30.09.2016
Die Prinzessin auf dem Kürbis
"So eine Prinzessin kann mir gestohlen bleiben!", ruft der Prinz. Eine Prinzessin, so empfindlich, dass sie eine Erbse durch hundert Matratzen hindurch spürt? Ha! Er würde nur eine Frau zur Prinzessin machen, die etwas aushält. So zieht er die Zugbrücke seiner Burg hoch, hängt ein Schild an die Mauer, das seine Suche nach einer Prinzessin kundtut, und lässt eine Strickleiter herunter. Er wartet lange, doch eines Nachts erklimmt eine Prinzessin seine Mauer, gibt sich mit Brot und Wasser zufrieden und schläft auf der Matratze, unter der ein Kürbis liegt. Sie ist perfekt! Doch will sie überhaupt einen so ruppigen Prinzen?
> Schluss mit Diademen, Sänften und Gemäkel. Die Prinzessin von heute baut sich das Gerüst um die Burg selbst, greift auch gleich zum Pinsel und streicht sie. Und der Prinz muss zeigen, dass er eine starke Frau wie sie verdient. Kitschfrei, unprinzessig eigen illustriert – eine bestechende, herrlich frische Geschichte, die antriebslose Prinzessinnen in den Wind schiesst! Andrea Eichenberger

Titel: Ferdi, Lutz und ich auf Klassenfahrt
Reihe: Ferdi, Lutz und ich
Kollation: Geb., s.w. illustr., 92 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2016
ISBN: 978-3-7026-5903-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Jungs, Schule
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 30.09.2016
Ferdi, Lutz und ich auf Klassenfahrt
Null Bock haben Ferdi, Lutz und Hase aufs Klassenlager. Missmutig besteigen sie den Bus, und schon bricht das Chaos aus. Die Begleiter werden zum Narren gehalten und ein Stopp muss eingelegt werden. Später wird darüber gestritten, welche Betten belegt werden dürfen, und auch übers Essen wird geschimpft. Dann verirrt sich der Lehrer noch im Wald und Oma Inge, welche als Begleiterin dabei ist, fällt in einen Ameisenhaufen. Die drei Jungen freuen sich riesig, als es wieder heimwärts in ihre Hochhaus-Siedlung geht. Sie fragen sich, wie sie das alles nur ausgehalten haben.
> Im Slang der Kinder werden die Abenteuer unkonventionell und frech geschildert. Sofort fühlen sich die Lesenden von motzenden Schulkindern umgeben. Die Kapitel sind kurz, die Sprache setzt jedoch ein gutes Lesevermögen voraus. Die schwarzweissen Illustrationen zeigen, wie sich Jungs in den abenteuerlichen Situationen verhalten. Gespannt darf man sein, wie es im 3. Band weitergeht. Monika Aeschlimann

Titel: Beim Kopf des weissen Huhns
Kollation: Geb., 175 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2016
ISBN: 978-3-7026-5897-7
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krimi
Alter: ab 7
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 15.08.2016
Beim Kopf des weissen Huhns
Emil und Mia sind beste Freunde. Darum ist klar, dass Emil Mia zur Seite steht, als sie aus dem Urlaub zurückkommt und ihre Hühner tot vorfindet. Wer ist der Mörder? Mia ist schnell mit Schuldzuweisungen, Verurteilungen und Racheplänen, und Emil muss sehr diplomatisch sein, damit nicht ein Unschuldiger zu Schaden kommt. Mia kann so überzeugend und gewinnend sein. Als sich das Rätsel nach vielen Verwirrungen löst, stellt sich heraus, dass es mehrere Schuldige gibt – und vor allem solche, mit denen niemand gerechnet hat.
> Das Buch beinhaltet alle kriminalistischen Zutaten – ein Verbrechen, einen Tatort und natürlich die Tätersuche – und zieht einen völlig in seinen Bann. Ein bisschen lesehemmend wirken sich die Schachtelsätze aus. Auch die Schriftgrösse ist eher klein gewählt. Trotzdem ein spannendes Buch über Freundschaft und Loyalität oder die Gratwanderung zwischen Treue und dem Vertreten der eigenen Meinung. Ke Ro Vallon

Titel: 70 Meilen zum Paradies
Kollation: -
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2006
ISBN: 978-3-7026-5779-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: -
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
70 Meilen zum Paradies
Aus unserer Perspektive nehmen wir die Schicksale und Dramen von Bootsflüchtlingen ohne grosse Emotionen wahr. Der Autor führt uns nun mit dem Krankenpfleger Siad und seiner Tochter Sahra (14) aus Mogadischu mitten ins brutale Geschehen hinein. Sie haben zusammen dank viel Geld den Weg nach Tunesien geschafft. Jetzt warten sie auf die Überfahrt ins Paradies Europa. Mit ihnen pfercht man über fünfzig andere Menschen in einen Seelenverkäufer. Der Horrortrip ist in Lampedusa noch lange nicht zu Ende. Es folgt die Versklavung auf den italienischen Tomatenfeldern. Dank eines glücklichen Zufalls aber schaffen Siad und seine Tochter die Reise ins gelobte Kanada. – Der Autor hat die Fakten zu diesem Buch persönlich recherchiert. Warum ist so etwas im Europa des 21. Jahrhunderts noch möglich? Geld ist der Motor dieses Elends! Geschickt werden Vergangenes (Mogadischu), Träume und Wirklichkeit nebeneinandergestellt. Ein aufwühlendes Buch, das unbedingt gelesen oder auch vorgelesen werden sollte. Als Klassenlektüre sehr aktuell. Ulrich Zwahlen

Titel: Ein Entlein kann so nützlich sein
Autor: Isol
Kollation: A. d. Span., Leporello, farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2012
ISBN: 978-3-7026-5836-6
Kategorie: Bilderbuch
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Ein Entlein kann so nützlich sein
Das Kind setzt sich auf das Entlein und benutzt es zum Schaukeln. Es benutzt es als Hut, als Trillerpfeife und putzt sich mit ihm die Ohren. Das Entlein beschreibt das Schaukeln als Massage, fühlt sich nicht als Hut, sondern benutzt das Kind als Aussichtsturm, erhält ein Küsschen und schmiert sich den Schnabel ein.
> Eine Handlung, zwei Perspektiven. So wie dieses Leporello in seiner Hülle steckt, wird mit grosser Wahrscheinlichkeit als erstes die Erzählung des Kindes gelesen. Mitleid mit dem Entlein ist die Folge davon. Umso überraschender und amüsanter fällt dann die Erzählung des Entleins auf der Rückseite aus und plötzlich ist Mitleid gar nicht mehr nötig. Die einfachen Zeichnungen mit schwarzer Kreide sind auf beiden Seiten identisch. Sie unterscheiden sich einzig durch die Hintergrundfarbe. Den Perspektivenwechsel an sich haben schon andere Autoren vor Isol entdeckt, doch so schön surreal kam er noch selten daher. Sandra Dettwyler

Titel: Insu-Pu – Die Insel der verlorenen Kinder
Autor: Lobe, Mira
Kollation: -
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2006
ISBN: 978-3-7026-5774-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: -
Alter: ab 10
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Insu-Pu – Die Insel der verlorenen Kinder
In Urbien herrscht Krieg, Luftangriffe verbannen alle Kinder in die Schutzräume. Um Ihnen doch noch Jugendfreuden zu vermitteln, werden sie zu Hunderten auf Schiffe verladen, damit sie in einem vom Krieg verschonten Nachbarland Positives erleben. Ein Schiff wird torpediert und sinkt, ein Rettungsboot mit 4 Mädchen und 7 Buben geht verloren, strandet aber auf einer verlassenen Insel, wo die Kinder sich auf wundersame Weise zurechtfinden können. Jedes Kind hat ganz spezifische Fähigkeiten mitgebracht, die ein Robinsonkollektiv ermöglichen. Die ganze Natur steht geradezu utilitär zur Verfügung, allzu schön, als dass es wahr sein könnte. Nach Monaten werden die Bewohner der Insu(la)-Pu(erorum) entdeckt und gerettet. – Verzuckertes Lesefutter. Gutes Benehmen wird sofort belohnt, kameradschaftlich schlechtes Verhalten findet jeweils bald seine gerechte Strafe. Als Leser darf man das meiste einfach nicht hinterfragen, sich bloss unterhalten lassen, Biene Maja und Heidi lassen grüssen. Siegfried Hold

Titel: Käfersommer
Kollation: Geb., 152 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2012
ISBN: 978-3-7026-5833-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Sucht, Familienprobleme
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Käfersommer
Die Flaschengeister waren letzte Nacht wieder da. Jo hasst sie. Sein Vater grölt dann herum und wacht am nächsten Tag erst am Nachmittag wieder auf. Jo geht nicht in die Schule, weil es an der Tür des Hausmeisters häufig klingelt. Niemand im Haus soll merken, was mit seinem Vater los ist. Halt findet Jo einzig bei seiner Käfersammlung. Edda hat ganz andere Sorgen: Wird ihre Familie die neue Wohnung kriegen? Auf dem Weg zur Wohnungsbesichtigung sieht sie einen Jungen, der am Weg kauert und etwas gefunden zu haben scheint. Da kommt eines Tages genau dieser Junge als neuer Schüler in ihre Klasse.
> Brigitte Jünger verwebt beide Geschichten, indem sie die Protagonisten in kurzen Szenen abwechselnd sprechen lässt. Die Ich-Form schafft einen unmittelbaren Bezug zur Gefühlswelt der Kinder. In einfachen Sätzen und einfühlsamer Sprache wird nachvollziehbar dargestellt, welche Auswirkungen Alkoholsucht haben kann. Die Autorin bleibt realistisch, doch das Ende der Geschichte stimmt trotzdem hoffnungsvoll. Sandra Laufer

Titel: Eine Handvoll Karten
Kollation: Geb., 270 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2010
ISBN: 978-3-7026-5817-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Zweiter Weltkrieg
Alter: ab 13
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.07.2016
Eine Handvoll Karten
Leny, ein junges jüdisches Mädchen, lebt mit ihrer Schwester und den Eltern in Breda in den Niederlanden. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges fällt mitten in ihre Kindheit. Lange merken das Mädchen und seine Familie nicht viel von den neuen Umständen. Trotz der zahlreichen Einschränkungen durch die Nationalsozialisten flieht die Familie nicht, taucht auch nicht unter, denn sie glaubt nicht, in ernsthafter Gefahr zu sein. So werden sie im Jahr 1942 nach Auschwitz deportiert und Leny stirbt einen Tag vor ihrem dreizehnten Geburtstag im Konzentrationslager.
> Den Ausgangspunkt des Romans bilden unzählige Postkarten, die Leny in einem Album gesammelt hat. Die Autorin lässt sich von der Spur der Karten zu einem einerseits fiktiven, andererseits wahren Roman über das Mädchen Leny inspirieren. Da sich der Roman an den verschiedenen Postkarten orientiert, wirkt der Text leider oft nicht zusammenhängend. Besonders am Anfang des Buches kommt kein Lesefluss auf. Maria Veraguth

Titel: Hexlein
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2011
ISBN: 978-3-7026-5831-1
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Fantasy, Hexen
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.07.2016
Hexlein
Sorgfältig wählen die alten Hexen ihren Nachwuchs aus. Sie nehmen das Kind mit in ihr Hexenreich, wo es vieles zu lernen gibt. Da geht es nicht nur um die Beherrschung des Zauberstabes und um das Aneignen von Hexensprüchen, nein, das Kind muss sich auch mit Katzen verbünden, sich gegen andere böse Zauberer wehren lernen und zu guter Letzt den Hexenbesen bändigen. Wenn dies alles geschafft ist, gibts ein grosses Hexenfest und schwupps landet das Hexlein wieder in seinem Bett. Alles nur ein Traum?
> Wie richtige Hexen sehen sie aus, die alten Weiber, die da geflogen kommen um das unerschrockene Kind unter ihre Fittiche nehmen. Obwohl es sich in eine gruslige Welt begibt, wird es passenderweise immer als kleines Mädchen dargestellt. Eine witzige, erfrischende Geschichte, die mit vielen Details gespickt ist, aber nie überladen wirkt. Nur der Wetterfrosch mit Computer wirkt etwas deplatziert. Ein lustvolles Bilderbuch, das sich zum Vorlesen aber auch zum selber drin Schmöckern bestens eignet. Kathrin Wyss Engler

Titel: Und du darfst rein
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2010
ISBN: 978-3-7026-5814-4
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Zahlen, Reime
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.07.2016
Und du darfst rein
„Man zeichnet einen grossen Kreidekreis auf den Boden. Mit jeder Strophe darf jemand in den Kreis“. In Zeiten, in denen alles von Integration spricht, darf man es getrost einmal mit Einzählreimen statt mit Auszählreimen probieren. Zehn ganz kurze Dreizeiler regen zum Nachsprechen und Spielen an. Auf jeder Doppelseite kommt etwas Neues dazu: Ein Besen, eine Katze, eine Krone, ein Ei. Manch einer kriegt vielleicht Lust, eigene Verschen zu selbst gewählten Dingen zu erfinden.
> Helga Bansch schuf aus den wenigen Worten Janischs grosse Bilder, bei denen sich ein mehrmaliges Betrachten lohnt. Dabei entdecken wir reisefreudige Pinguine, eine Keks futternde Seiltänzerin, einen Klavier spielenden Frosch und eine Ratte, die ähnlich wie Rotkäppchen eine Begegnung im Wald erlebt. Es ist jedoch nicht der Wolf, den sie trifft... Zur Umsetzung im Kindergarten, in der Spielgruppe oder am Geburtstagsfest wärmstens empfohlen! Denn: Einer findets spassig, die andere spricht von Hit, mach doch einfach mit! Sandra Dettwyler

Titel: An Herrn Günther mit bestem Gruss
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2010
ISBN: 978-3-7026-5815-1
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Konflikte
Alter: ab 7
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.07.2016
An Herrn Günther mit bestem Gruss
Die drei allerbesten Freundinnen Yasmina, Noemi und Valerie erledigen alle Dinge zusammen und planmässig, wohnen alle in der Senftalgasse und ärgern sich gemeinsam am neu zugezogenen Herrn Günther. Er ist ein Zu-Menschen-im-Rollstuhl-gemeine-Sachen-Sager und noch viel mehr. Die drei Freundinnen schmieden einen Plan und bald darauf erhält Herr Günther Post, Hilfe und etwas zum Lachen. Schliesslich bekommt er auch heilsame Kopfschmerzen und das Blatt beginnt sich zu wenden.
> Das kindliche Umerziehungsprogramm für einen rücksichtslosen Erwachsenen besticht durch Einfallsreichtum und Humor. Die Kinder ärgern sich nicht nur, sondern handeln lösungsorientiert. Die durchwegs doppelseitigen Illustrationen in kindlichem, vereinfachtem Stil leben von vielen auch humorvollen Details und sind vorwiegend in Brauntönen gehalten. Der Text ist in die Bilder integriert, oftmals auch in Briefform. Ein Bilderbuch zum kreativen Beziehungsaufbau zwischen den Generationen. Maria Veraguth

Titel: Die Brüder von Solferino
Kollation: Geb., 224 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2010
ISBN: 978-3-7026-5821-2
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krieg, Historisches
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.07.2016
Die Brüder von Solferino
Sommer 1859: Es herrscht Krieg. Auf dem Schlachtfeld von Solferino liegen Tausende von toten oder verletzten Soldaten. Zufällig hält sich Henri Dunant in der Gegend auf. Eigentlich wollte er mit Napoleon III über Geschäfte in Algerien verhandeln, doch das Elend erschüttert ihn so sehr, dass er zusammen mit Menschen aus den umliegenden Dörfern Erste Hilfe leistet. Damit hat Dunant den Grundstein des Roten Kreuzes gelegt.
> Die Ereignisse sind aus der Sicht verschiedener Personen beschrieben. Da sind Giovanni und Karl, beides blutjunge Soldaten; der Italiener stirbt, der Österreicher wird schwer verwundet. Des Weiteren agiert Ricardo, Giovannis Bruder, der die Mörder seines Bruders inbrünstig hasst. Bei der Pflege des schwerverletzten Karl gelangt er zur Einsicht, dass alle Menschen Brüder sind. Schliesslich beschreibt Dunant selbst seine Eindrücke. Der häufige Szenenwechsel erfordert Konzentration beim Lesen, vermittelt aber ein differenziertes Bild des Geschehens. Katharina Wagner

Titel: Herr Kratochwil kommt fast zu spät
Kollation: Geb., farb. Illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2009
ISBN: 978-3-7026-5811-3
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Schule
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 18.07.2016
Herr Kratochwil kommt fast zu spät
Lehrer Kratochwil kommt immer – fast immer – zu spät zur Schule. Beim letzten Ton der Schulglocke fliegt die Tür auf, und er stürmt herein, bereit, eine neue Ausrede zu erzählen. Die Schüler sitzen aufmerksam in ihren Bänken und lauschen den erfundenen Geschichten ihres Lehrers. Von ihnen kommt schon lange keiner mehr zu spät. Schliesslich will niemand die Ausreden von Herrn Kratochwil versäumen. – Das Thema des Zuspätkommens betrifft heute viele Schüler. Pro Doppelseite wird eine Ausrede des Lehrers thematisiert. Der Text variiert von einer Zeile bis zu einer halben Seite. Die ganzseitigen Bilder sind Farbstift- und Kreidezeichnungen mit neutralem Hintergrund Die Schüler und der Lehrer sind mit ausdrucksstarken Gesichtern dargestellt. Ein schönes Bilderbuch mit einem fantasievollen Rezept gegen das Zuspätkommen. Maria Veraguth

Titel: Der kleine Ritter
Kollation: -
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2008
ISBN: 978-3-7026-5789-5
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: -
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 12.07.2016
Der kleine Ritter
Der kleine Ritter soll reiten lernen. Aber er will nicht. Er fürchtet sich vor Pferden und will deshalb zu Fuss durchs Leben gehen. „Ritter gehen nicht zu Fuss. Ritter reiten. Sonst würden sie ja nicht Ritter heissen“ argumentiert sein Vater. So sucht sich der kleine Ritter eben selber ein passendes Reittier. Er reitet einfach die Burgziege. Und die kennt alle Tricks. Sogar, wie man kleine Ritter auf grosse Pferde bringt. – Hervorragend getextet und ansprechend illustriert. Eine Geschichte mit viel Schalk, den man auch in den mit Wachskreide gemalten Bildern überall findet. Auf Anhieb schliesst man den ängstlichen Kleinen und die ulkige Ziege ins Herz. Eine Burgziege als Reitlehrerin ist nun wirklich etwas Besonderes! Unbedingt selber anschauen. Iris Boldt

Titel: Frau Friedrich
Kollation: -
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2008
ISBN: 978-3-7026-5790-1
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: -
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 12.07.2016
Frau Friedrich
Eine wunderliche Alte ist Frau Friedrich, 91 Jahre alt und die Nachbarin eines kleinen Jungen, der sie manchmal besucht. Aber der Junge sieht das anders. Alle ihre seltsamen Eigenschaften und Tätigkeiten sind für ihn bewundernswert, z.B. wenn sie aus lauter Neugier im Wald verschwindet oder eine Woche neben dem Vogelnest sitzen bleibt. Sie kann auch laut schreien, wenn sie sich ärgert. Und mit ihren unsichtbaren Flügeln kann sie manchmal sogar fliegen. – Auf liebevolle Art wird das Alter aus der Sicht eines Kindes dargestellt. Die Umgebung der betagten Frau ist mit antikem Mobiliar und alten Fotos abgebildet. Gegensätze bilden ihr Holzstecken und sein Kickboard. Sehr gelungen die Darstellung der alten Frau, in der Fantasie lebendig und agil, in der Realität müde und schwach, fast verloren, wenn er sagt: Sie hat keine Freunde mehr, nur mich… Als Brückenschlag über mehrere Generationen und als Gesprächsanlass ist das Buch gut geeignet. Claudia Hubacher

Titel: Nora aus dem Baumhaus
Kollation: -
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2007
ISBN: 978-3-7026-5784-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: -
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.07.2016
Nora aus dem Baumhaus
Durch Zufall erfährt Nora, dass sie noch eine Urgrossmutter hat. Diese lebt abgeschieden und freudlos in einem Pflegeheim auf der Demenzstation. Als Nora sie besucht, macht sie eine bedeutsame Entdeckung: In ihre Kindheit zurückversetzt, ist die alte Frau plötzlich ganz da und kann sich auch wieder freuen. Wenn es Nora gelingen könnte, die Freundin ihrer eigenen Urgrossmutter (als Mädchen) zu werden...?! Mit Geduld und List nähert sich Nora dem Mädchen Traudi und weckt dadurch eingeschlafene Lebensgeister. – In der Geschichte dieser ungewöhnlichen Freundschaft erhält die Alzheimerkrankheit ein Gesicht. Auch wenn das Buch nicht als Anleitung für den Umgang mit dementen Grosseltern dienen kann, hilft die Geschichte doch Verständnis zu wecken und Hemmschwellen abzubauen. Schade, dass das Pflegepersonal so negativ dargestellt ist. Die letzte Doppelseite des Buchs bietet Erklärungen zu Demenz. Zum Vorlesen in der Familie geeignet. Claudia Hubacher

Titel: Prinzessin Zartfuss und die sieben Elefanten
Kollation: -
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2007
ISBN: 978-3-7026-5780-2
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: -
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.07.2016
Prinzessin Zartfuss und die sieben Elefanten
Hermine (12) besitzt wunderbar zarte Füsse, richtige Prinzessinnenfüsse; der rechte Fuss schöner als der linke, und der linke Fuss schöner als der rechte. Nur der Rest will nicht recht dazu passen, denn Hermine ist ungewöhnlich schwer. „Dummes, dickes Ding, Trampel, Monsterkind oder Fräulein Übergrösse“ betiteln sie die Mitmenschen. Doch ausgerechnet Hermine findet den Weg aus dem Gebirge, das durch ein Erdbeben verschüttet worden ist. – Das moderne Märchen vom dicken Kind, das tanzen lernt, berührt. Die Hauptpersonen sind plakativ, aber witzig dargestellt. Da gibt es den eingebildeten Dirigenten, den strengen Onkel, den lieben Räuber mit dem dazugehörenden Polizisten, die schrille Dame, die einer bösen Stiefmutter ähnelt, den Elefantenmann mit seinen sieben Elefanten und natürlich die Prinzessin Hermine, die am Schluss das Glück erlangt. Erwähnenswert sind die künstlerisch herausragenden grau-schwarzen Illustrationen, die alle einen starken roten Akzent enthalten. Sie geben dem Buch eine besondere Note. Katharina Wagner

Titel: Wenn ich nachts nicht schlafen kann
Kollation: -
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2007
ISBN: 978-3-7026-5782-6
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: -
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.07.2016
Wenn ich nachts nicht schlafen kann
Nicht Schäfchen – Riesen zählt der kleine Protagonist, wenn er nachts nicht schlafen kann. Und die lassen sich an überraschenden Orten, und der Clou, in zu- und gleich wieder abnehmender Zahl entdecken: Hinterm Sonnenschirm, unterm Klavier, in der Badewanne oder Giesskanne, mal auf Stelzen, in Unterhosen oder aus Papier. Schliesslich bieten sie ihren Schutz an und sind auf der Bettdecke zu finden! – Eine tolle Stimmigkeit, die sprachlich munteren Reime, schalkhaft und poetisch, welche zum Mitsprechen animieren und neckisch (vorwiegend in Aquarell) die Illustrationen. Ein Bilderbuch, das womöglich riesen Spass und ebensolchen Schlaf bereitet. Eveline Schindler

Titel: Wolkenfahrer
Kollation: -
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2007
ISBN: 978-3-7026-5788-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: -
Alter: ab 10
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 07.07.2016
Wolkenfahrer
„Ich habe mal ein ungeheures Abenteuer erlebt, eines, das einem keiner glauben würde“, erzählt Erwin seinem Enkel Anton, als sie zusammen segeln. Was es mit dieser Geschichte auf sich hat, weshalb sich sein Grossvater plötzlich Harmsen nennt und aus welchem Grund sich die Donnerfahrer an den Wolkenfahrern rächen wollen, erfährt Anton erst, als er seinem Grossvater während eines Gewitters in die Welt der Wolken folgt und dort selber die unglaublichsten Abenteuer erlebt. – Die Leser werden in diesem Buch in eine fantastische Welt in den Wolken entführt. Auf Wolkenschiffen reisen sie mit Anton durchs Weltall und lernen mit ihm und der skurrilen Besatzung vieles rund ums Schiff kennen. In einem Glossar und anhand einer Skizze werden die typischen Schiffsbegriffe erklärt. Die tolle Idee dieser Geschichte wurde jedoch etwas kompliziert umgesetzt. Es braucht Durchhaltewillen, bis man sich auf den Wolkenschiffen zurechtfindet und die vielen verschiedenen Figuren richtig einordnen kann. Béatrice Wälti

Titel: Heute will ich langsam sein
Kollation: -
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2005
ISBN: 3-7026-5769-X
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: -
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 06.07.2016
Heute will ich langsam sein
Für all die kurzen oder vereinzelt längeren Gedichte und Gedankenspielereien braucht es gewiss ein wenig Zeit zum Schmunzeln, um dem Hintersinn auf die Spur zu kommen oder die Aussage auf Wahrheitsgehalt überprüfen zu können. Jede Zeile, jeder Text enthält Feinsinniges, Stimmiges und Überraschendes zu allen möglichen Themen. "Solang ich das nicht KRIEG, geb ich keinen FRIEDEN" oder "Wie sitzt man in einem Luftzug?" Nicht allein der Texte wegen liegt ein grosser Reiz im handlichen Büchlein. Die gesamte Gestaltung hats in sich. Die Illustrationen in sämtlichen Grau- bis Schwarzschattierungen verblüffen auf ihre Weise. Ob vorgelesen, häppchenweise vorgelegt oder betrachtet, es wird die Kinder (und nicht nur sie) begeistern. Im Unterricht vielfältig einsetzbar. esb

Titel: Kommt das Nashorn
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2016
ISBN: 978-3-7026-5895-3
Kategorie: Bilderbuch
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 15.04.2016
Kommt das Nashorn
Das Nashorn möchte gerne so leicht sein wie das weisse Schneeflockengezwitscher (ein Vogel) auf seinem Rücken. Dann könnte es durch die Luft fliegen! Doch es ist zu schwer … Gerne wäre das kleine Schneeflockengezwitscher so schwer wie das Nashorn; so würde es bei Sturm nicht vom Wind mitgetragen. – Alle träumen davon, so zu sein wie der andere, bis sie merken, dass jeder eine besondere Stärke hat.
> Die kurzen Sätze von Heinz Janisch verdeutlichen das schwere Gewicht des Nashorns und dessen Wunsch, leichter zu sein. Um den Wunsch der Tiere und die damit verbundene Botschaft auszudrücken, bedarf es nicht vieler Worte, da die ausdrucksstarken Illustrationen von Helga Bansch sehr stimmig zum Text sind. Grau- und Brauntöne dominieren in den Illustrationen und erinnern an die trockenen Regionen Afrikas. Wer findet das Erdmännchen mit dem roten Schirm auf jeder Illustration? Ein hervorragendes und berührendes Bilderbuch zum Thema "Anderssein" und "zu sich selber stehen können". Annina Otth

Titel: Lang soll sie leben
Kollation: A. d. Niederländ., geb., 122 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2016
ISBN: 978-3-7026-5878-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Tod, Alter
Alter: ab 13
Bewertung:
kontrovers
Rezension publiziert: 15.04.2016
Lang soll sie leben
„Den Tod in Gedanken finde ich keinen Schlaf und keinen Schlaf findend, denke ich an den Tod.“ Diese Gedichtzeile spiegelt die Gedanken von Frau de Graaf, einer 80-jährigen alten Frau. Gerade als Eva zur Schule radelt, sieht sie die alte Frau auf dem Bahnsteig stehen, als plötzlich ein Zug kommt. Geistesgegenwärtig reisst sie die Frau weg und rettet ihr so das Leben. Eva wird als Heldin gefeiert, sie fühlt sich aber nicht als solche. Der Rummel um ihre Person gefällt ihr gar nicht. Beim Besuch im Seniorenheim bei Frau de Graaf erfährt Eva, dass sich die alte Frau das Leben nehmen wollte. Sie ist schockiert und wütend.
> Die Geschichte von Frau de Graaf und Eva wird in kurzen Kapiteln erzählt, wobei die Sichtweise ändert. Auch wechseln sich rückblickende Kapitel von früher mit aktuellen ab. Dies ist manchmal irritierend und verwirrend. Insgesamt bleibt das Geschehen an der Oberfläche, den Personen fehlt es an Tiefgang. Eva besucht z. B. Frau de Graaf und unterhält sich mit ihr einige Stunden. Was die beiden besprechen, wird im Buch nicht erwähnt. So bleiben die im Klappentext erwähnte Sympathie und das Verständnis zwischen den beiden unbemerkt. Auch Evas Auseinandersetzung mit dem Tod kommt im Buch deutlich zu kurz. Frau de Graaf will sich das Leben nehmen, da sie das Altsein als Belastung wahrnimmt und nichts Positives sieht, auf das sie sich freuen könnte. Das Buch endet mit dem Selbstmord der alten Frau. Das sensible Thema wird insgesamt zu wenig diskutiert. Dem Leben zu einem selber gewählten "idealen" Zeitpunkt ein Ende zu setzen, wird akzeptiert und hingenommen; es wird keine Alternative gezeigt. Gerade für Jugendliche mit ähnlichen Gedanken ist das Buch nicht zu empfehlen. Maria Trifonov

Titel: Der Fluss
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2016
ISBN: 978-3-7026-5896-0
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Philosophisches
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 24.03.2016
Der Fluss
Der Titel dieses Buches täuscht. Mit dem Fluss ist das Leben des Menschen oder gar die göttliche Kraft gemeint. "Wo fängt alles an, wo hört es auf?", steht auf der Umschlagseite hinten. Es ist die Grundfrage allen Seins. Die erste Illustration zeigt Wassertropfen und Eizelle. Auf dem zweiten Bild wächst neben dem Fluss auch das Baby heran. So nimmt das Leben seinen Lauf, bis zum toten Vogel in der Hand der alten Frau auf dem gefrorenen Fluss. "Wo endest du? Im Himmel vielleicht, denke ich ... und endest doch nie."
> Symbol für den Fluss (des Lebens) sind die Papierschiffchen. Neben ganz kurzen Aussagen tauchen in fast allen Bildern Menschen auf, Erwachsene und Kinder. Sie illustrieren Aussagen zum Wie und Was des Lebensflusses. Collagen und andere künstlerische Techniken geben die jeweiligen Stimmungen wieder: trüb und unklar, geheimnisvoll, Ort der Begegnungen, Stille, gewaltige Wellen werfend. Ein Buch, um mit Kindern über das Leben zu philosophieren und in ernsthafte Fragen einzutauchen. Ulrich Zwahlen

Titel: Manchmal dreht das Leben einfach um
Kollation: Geb., 278 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2015
ISBN: 978-3-7026-5893-9
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Liebe
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 01.02.2016
Manchmal dreht das Leben einfach um
Almuth (fast 17), kurz Ali, ist sehr begabt, hat aber Mühe mit neuen Situationen. Dass der alte Nachbarhof umgebaut wird, ein ganz junger Typ einzieht und er sie auch noch anspricht, ist so eine Situation. Kevin (21) ist ein Ex-Profi-Skater, und er lädt Ali ein, mit ihm Ski zu fahren. Er hat allerdings das Snowboard dabei. Ali ist fasziniert. Mit Kevin fühlt sie sich wohl, und sie lässt sich dazu motivieren, diese neue Sportart zu erlernen. Beide verbringen oft Zeit zusammen und verlieben sich ineinander. Das ist etwas Neues für Ali. Sie merkt dabei, dass Kevin ihr trotz ihrer Liebe einiges nicht sagen kann, und eines Tages ist er einfach weg.
> Ali und Kevin gehen in ihrer Beziehung sehr behutsam miteinander um. Diese ist voller Passion und Leben, doch es gibt auch Unausgesprochenes. Die Lesenden begleiten schrittweise die Entwicklung der beiden tiefsinnigen Charaktere. Adäquat zum Inhalt ist die Sprache: fein ausgearbeitet, direkt, mit viel Ausstrahlung. Liebe – speziell und herzerwärmend. Karin Schmid

Titel: Frau Pimpernell im Hummelfell
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2015
ISBN: 978-3-7026-5889-2
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Vorlesen
Alter: ab 4
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 05.11.2015
Frau Pimpernell im Hummelfell
Antonella Pimpernell leistet sich einen fürchterlichen Geburtstagsauftritt: Als Geschenk für die siebenjährige Pip gibts Karotten, der Hamster wird als „klägliches Würstchen“ beleidigt, der Kaffee als „Sabbersud“ und schliesslich frisst sie die Torte samt Kerzen auf. Zum Glück sind die Kinder Kinder und transformieren das Gemotze kreativ, assoziativ, positiv („Tante Pimpernell kann Feuer schlucken.“). Bevor sie abrauscht, erfahren wir ihr Geheimnis: „Wenn du einmal wild und gefährlich sein willst, Pip, borge ich dir mit Vergnügen meinen Hummelfellmantel.“
> Die schön überdrehten, bunten und wilden Illustrationen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Frau Pimpernell eine sehr erwachsene Figur ist. Kinder sind wild und gefährlich (wenn man sie lässt), als Löwen, Piraten, Pippis Schwestern. Da liegt die Idee, soziale Verhaltenskonventionen mit einem Mantel auszuschalten, eher fern. Noch dazu, wenn „wild sein“ bedeutet, Kinder zu beleidigen (die man anschliessend zu „befreien“ vorgibt). Beatrice Häusler