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Anzahl Resultate: 76
Titel: Roberta und das Herzwunschwunder
Kollation: A. d. Schwed., geb., 206 S.
Verlag, Jahr: Fischer Sauerländer, 2018
ISBN: 978-3-7373-5572-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krankheit, Tod
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 23.11.2018
Roberta und das Herzwunschwunder
Robertas Freundin Charlotte ist schwer krank. Sie braucht dringend ein neues Herz, wird von Tag zu Tag schwächer. Robertas letzte Hoffnung ist der eben erst ersteigerte magische Globus: Falls man es schafft, je etwas Wasser oder Erde aus fünf verschiedenen Ländern zusammenzukriegen, kann man sich etwas wünschen – es darf aber kein Wunsch sein, bei dem der Tod eine Rolle spielt.
> Die Mädchen sprechen über ihre Ängste und ihre Vorstellungen vom Tod; ein Pfarrer, dem Roberta begegnet, bringt seine Sicht der Dinge ein. Letztendlich ist es kaum die Magie, welche Charlotte das Leben rettet, sondern der Unfalltod eines anderen Kindes. Diese Episode ist leider sehr realitätsfremd und platt. Die Kombination verschiedenster Themen wie Magie, Freundschaft, berufstätige Eltern, Krankheit und Tod macht den Roman jedoch zu einer interessanten Lektüre, die sowohl Vergnügen bereitet als auch zum Nachdenken anregt. Sandra Dettwyler

Titel: Borderland
Kollation: Geb., 271 S.
Verlag, Jahr: Fischer Sauerländer, 2018
ISBN: 978-3-7373-5132-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Musik, Tod
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
1 von 4 Büchern
Rezension publiziert: 07.09.2018
Borderland
Seit dem Tod von Vincents (16) Vater ist seine Mutter in eine tiefe Depression gefallen. Lange versucht der Junge tapfer, für sie beide zu sorgen. Nach einem Selbstmordversuch liegt die Mutter jedoch tagelang im Koma. Für Vincent ist das einerseits eine Erleichterung, andererseits weiss er nicht, wie sein Leben weitergehen wird. Da trifft er Jane, die sich als sein Schutzengel entpuppt und ihn ermuntert, sich dem Leben, den Freunden und vor allem seiner Leidenschaft, der Musik, zu öffnen.
> Gegenwart und Vergangenheit, Traum und Wirklichkeit, echte Menschen und eingebildete kommen in dieser Geschichte vor. Für die Lesenden ist es nicht leicht herauszufinden, auf welcher Ebene das Geschehen gerade spielt. Vincents Probleme und seine Art zu leben scheinen für einen Jugendlichen zu kompliziert und bieten zu wenig Möglichkeit zur Identifikation, so dass es schwierig ist, wirklich mitzufühlen und ganz in die Geschichte einzutauchen. Monika Fuhrer

Titel: Remember the Fun
Kollation: A. d. Engl., Broschur, 369 S.
Verlag, Jahr: cbt, 2018
ISBN: 978-3-570-31186-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Liebe, Tod
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 18.07.2018
Remember the Fun
Zoey hat einen Plan. Sie will ihren Ex-Freund zurückerobern. Das muss möglich sein, denn sie ist mit Finn unterwegs nach Melbourne ans Konzert ihres Lieblingssängers, auch wenn ihr Ex jetzt mit ihrer Freundin Cass mitreist. Mit von der Partie sind auch der gutaussehende Luc und dessen fröhliche Schwester Jolie. Zoey hat eine schwere Zeit hinter sich, denn nach dem Unfalltod ihres Bruders ist sie auf die schiefe Bahn geraten. Doch jetzt soll mit Finns Hilfe alles wieder besser werden.
> Dieser Roman ist dem Genre der Sick-Lit, der Literatur, die von Krankheit erzählt, zuzuordnen. Die Trauer um ihren Bruder belastet Zoey psychisch. Erst spät im Verlauf der Geschichte zeigt sich, dass auch Jolie unheilbar krank ist und sterben wird. Mit diesem Roadtrip erfüllt sie sich einen letzten Herzenswunsch. Der Text mit den echt wirkenden Figuren entwickelt einen starken Sog. Letztlich ist es die unverhofft wachsende Liebe zwischen Zoey und Luc, die den Überlebenden hilft, Trost zu finden. Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Die schlaue Mama Sambona
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2007
ISBN: 978-3-7795-0149-7
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Tod
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 07.06.2018
Die schlaue Mama Sambona
Eines Tages findet der Tod Mama Sambona auf seiner Liste. Er schickt den Hasen, um der Königin anzukündigen, dass ihre Zeit abgelaufen sei. Der Hase aber fürchtet sich vor imaginären Jagdhunden. Schliesslich geht der Tod selber hin. Doch Mama Sambona ist viel zu beschäftigt und liebt das Leben zu sehr, um sich mitnehmen zu lassen. Furchtlos tritt sie dem Tod entgegen und lädt ihn zu einem Fest ein, wo die beiden so ausgelassen tanzen, dass er seine Absicht vergisst. – Mit Humor erzählt der in Ostafrika geborene Autor die Episode. Satte Farben sowie schwarzweisse Drucke untermalen die Geschichte exzellent. Sie zeigen die weise Alte mit Kopftuch, Tabakpfeife und rotem Kleid auf einer Kinderschaukel oder mit ihrer Enkelin tanzend. Der Tod erscheint in schwarzem Anzug und ähnelt einem gestressten weissen Manager. Am Schluss lernt sogar er von Mama Sambona. Ein wunderbar heiteres Buch, das Gross und Klein afrikanische Lebensart näherbringt. Katharina Wagner

Titel: Die Bücherdiebin
Kollation: A. d. Engl., Broschur, 592 S.
Verlag, Jahr: cbj, 2008
ISBN: 978-3-570-13274-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Tod
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 30.05.2018
Die Bücherdiebin
Liesel Meminger ist die Bücherdiebin. Sie wächst unter misslichen Umständen im Dritten Reich heran. Ihren Vater kennt sie nicht. Der Bruder ist schon als Kind gestorben und sie ist der Mutter weggenommen worden. Sie erlebt in einer Pflegefamilie den faschistischen Alltag am Stadtrand von München. Zusammen mit ihrem Pflegevater lernt sie nachts lesen und schreiben. Es sind fortan die Bücher, die für sie überlebenswichtig sind. – In kurzen Kapiteln und dicht gedrängten Sätzen wird das Leben des Mädchens erzählt. Die Ereignisse und das widersprüchliche Verhalten der Menschen sind ineinander verschachtelt und werden nicht linear beschrieben. Das Ungewöhnliche an diesem Buch ist, dass der Tod der Erzähler ist. Das wirkt hie und da ironisch, manchmal sogar sarkastisch. Der australische Autor hat in diesem Roman das Leben seiner Eltern, die aus Deutschland stammen, aufgezeichnet. Die Lektüre richtet sich auch an Erwachsene. Monika Aeschlimann

Titel: Das Leben und ich
Kollation: A. d. Engl., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Kleine Gestalten, 2016
ISBN: 978-3-89955-770-1
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Tod
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 06.05.2018
Das Leben und ich Eine Geschichte über den Tod
Der Tod kommt in Gestalt eines Mädchens in einem blauen, gewellten Umhang mit angesteckten Blumen, mit heller Gesichtshaut und grünen Augen. Der Tod kurvt auf einem pinken Fahrrad zum Zirkus und besucht grosse Tiere mit Rüsseln und kleine Tiere mit weichem Pelz. Oft kommt er auch zu jenen mit faltiger, alter Haut, aber auch zu denen, die noch nicht geboren sind. Viele möchten wissen, wie es ist, wenn der Tod kommt; er gibt allen eine ehrliche Antwort. Die Freundin des Todes im roten Gewand ist das Leben, sie sind gemeinsam unterwegs und untrennbar miteinander verbunden, denn ohne den Tod kann kein neues Leben entstehen.
> Der norwegischen Autorin Elisabeth Helland Larsen gelingt es wunderbar, dieses anspruchsvolle Thema über die vielen offenen Fragen rund um den Tod in einer direkten und ehrlichen Sprache für Kinder zugänglich zu machen. Ihre jahrelangen Erfahrungen in der Arbeit in Kinderhospizen sind in die Entstehung dieses gehaltvollen Buches mit eingeflossen. Irène Tschirren

Titel: Nichts ist gut. Ohne dich.
Kollation: Broschur, 350 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2018
ISBN: 978-3-423-71778-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Liebe, Tod
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.04.2018
Nichts ist gut. Ohne dich.
Jana (18) ist wie versteinert, als Leander (22) vor ihr steht – ausgerechnet er, der sechs Jahre zuvor den Autounfall mitverursachte, bei welchem Janas Bruder Tim starb. Leander war Tims bester Freund und für Jana wie ein liebevoller grosser Bruder. Fluchtartig verlässt er den Buchladen, in dem Jana arbeitet; obwohl er sie bewusst aufgesucht hat. Irgendwie hat er gehofft, er könne mit ihr Kontakt aufnehmen, nachdem er damals nach dem Unfall jede Begegnung ablehnte und wegging. Nun ist Leander überzeugt, dass eine Wiederaufnahme ihrer alten Freundschaft nicht möglich ist. Doch dann überrascht Jana ihn, indem sie plötzlich vor seinem Haus steht.
> Janas und Leanders Neuanfang kommt langsam ins Rollen, ist mal funkensprühend vor Wut und Verletztheit, mal vorsichtig zärtlich und liebevoll. Dieses Auf und Ab, abwechselnd aus Janas und Leanders Sicht erzählt, und die aufrichtigen, unverblümten Dialoge lassen die Geschichte pulsieren. Eine traurige Geschichte mit gutem Ende und Sogwirkung. Karin Schmid

Titel: Am Ende des Sommers
Kollation: A. d. Japan., geb., 184 S.
Verlag, Jahr: Baobab, 2017
ISBN: 978-3-905804-82-9
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Freundschaft, Tod
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 27.10.2017
Am Ende des Sommers Ein Roman aus Japan
Alles beginnt mit dem Tod von Yamashitas Oma. Der leblose Körper, die Bestattung, das unfassbare Verschwinden eines Menschen werfen bei Yamashita und seinen beiden Freunden Frage um Frage auf: Wie sieht ein sterbender Mensch aus? Wie ist es, wenn man aufhört zu atmen? Was geschieht, wenn man tot ist? Diese vitalen Fragen müssen untersucht werden. Am besten an einem ganz konkreten Beispiel. Dafür wählen die drei Freunde einen alten Mann in der Nachbarschaft, der – so wie er aussieht – sicher bald sterben wird. Was mit hartnäckigen Beobachtungen beginnt, endet mit einer tiefen Verbundenheit zum Leben.
> Mit viel Gespür für Sprache und Verhalten in der Adoleszenz greift Yumoto Kazumi ein nicht alltägliches Thema auf. Neugierig folgt man dem vielleicht etwas seltsamen, aber durchaus berechtigten Wissensdrang der Jungen und nimmt damit teil an ihrer persönlichen Entwicklung und Reifung. Eine sommerlange Geschichte, die ungezwungen und gleichzeitig feinfühlig von Leben und Sterben erzählt. Marcella Danelli

Titel: Mikas Himmel
Kollation: A. d. Niederländ., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Gerstenberg, 2017
ISBN: 978-3-8369-5939-1
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Haustiere, Tod
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.10.2017
Mikas Himmel
Am Tag, als Mika stirbt, ist der Himmel ganz schwarz. Nur für einen kurzen Moment geben die Wolken ein kleines Fenster frei. Die drei Geschwister tragen den toten Hund in den Garten und begraben ihn. Ob Mika nun doppelt nass wird, in der Erde und im Himmel? Was geschieht jetzt mit ihrer Leine, ihrem Körbchen und ihrem Fressnapf? Und wird sie auf ihrer Wolke von jemandem gestreichelt? Auch die grösseren Kinder wissen keine Antwort, aber sie nehmen den kleinen Bruder in ihre Mitte. Am nächsten Tag vernehmen sie Mikas Gebell. Es kommt aus einem strahlend blauen Himmel.
> In schlichten Worten und mit starken Bildern wird der schmerzhafte Abschied von Mika ungeschönt und doch tröstlich erzählt. Auf den ersten Doppelseiten dominiert der schwarze Hintergrund. Hund, offenes Fenster und Kinder sind als weisse Umrisse skizziert. Dann werden die Illustrationen farbig; aus der schwarzen Fläche entsteht Mikas Schatten. Trost spendet das letzte Bild, das sie im Hundehimmel zeigt. Es scheint ihr gut zu gehen. Doris Lanz

Titel: Wie ein springender Delfin
Kollation: A. d. Engl., Broschur, 218 S.
Verlag, Jahr: Rowohlt, 2017
ISBN: 978-3-499-21775-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Tod
Alter: ab 13
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.10.2017
Wie ein springender Delfin
Eines Morgens begibt sich Martin heimlich mit seinem jüngeren Bruder auf eine Zugreise nach Cornwall. Martin ist sich nach den letzten Ferien am Meer sicher, dass Charlie die springenden Delfine wiedersehen möchte. Doch dieses Abenteuer ist gar nicht so einfach mit einem Bruder wie Charlie und Eltern, die polizeilich nach ihm suchen. Ob er sich dabei auf die Hilfe des Mädchens Hen verlassen kann und rechtzeitig das Meer erreicht?
> Ein tief bewegender Abenteuerroman, der sich über eine Zeitspanne von einem Tag erstreckt und sich feinfühlig den Themen Abschiednehmen, Familie, Vertrauen und Pubertät widmet. Jedes Kapitel beginnt mit einem Gedicht des Ich-Erzählers Martin und einer Übersicht über die zurückgelegte Strecke. Innere Dialoge und Erinnerungen an die Vergangenheit lassen den Leser mitfühlen und die Zerrissenheit des Jungen wird spürbar. Sowohl eine altersgerechte Sprache wie auch Jugendslang prägen das Buch. Das unvorhersehbare Ende lässt den Leser das bereits Gelesene neu überdenken. Annina Otth

Titel: Winterauge
Kollation: Geb., 168 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2017
ISBN: 978-3-7026-5912-7
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Entwicklung, Tod
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
Rezension publiziert: 07.05.2017
Winterauge Roman eines Jugendlichen
Arthur ist mit seiner Familie in Oberitalien im Urlaub. So wie jeden Sommer. Er langweilt sich und ist aufsässig. Seine Mutter schreibt einem anderen Mann täglich SMS und sein Vater trinkt. Seine Grosseltern versuchen, die Familie zusammenzuhalten. Aber Arthurs Mutter leidet an einer Herzkrankheit. Auf der Heimfahrt stirbt sie überraschend auf der Rückbank des Autos. Kippt einfach um und bleibt tot liegen. Nach der Beerdigung muss Arthur zurück ins Internat in England. Er fühlt sich seltsam leer, weiss nicht wohin mit sich. Er macht seine Hausaufgaben nicht, legt sich mit den Lehrern und seinen Mitschülern an. Vor Weihnachten fliegt er früher nach Hause und lebt eine Woche auf der Strasse, ohne dass seine Familie davon weiss. „Da erinnere ich mich an meine Mutter. Mit einem Schlag. Ungefiltert. Ungebremst. Frontal. Sie ist nicht hier. Sie kommt nie wieder. Sie ist tot. Mama ist tot. Denke ich. Und bekomme Angst. Halte mir die Hände vors Gesicht. Und kann nur schreien.“ Arthur findet zu keinem seiner Mitmenschen wirklich einen Draht. Auch für mich als Lesende ist dies schwierig, obwohl er der Ich-Erzähler der Geschichte ist. Es bleibt die ganze Zeit eine emotionale Distanz, was vielleicht daran liegt, dass seine Gefühle doch recht holprig beschrieben sind. Allerdings wird die Erzählung durch Tagträume von Arthur unterbrochen – eine willkommene Abwechslung, die etwas mehr Aufschluss über sein Innenleben gibt. Doch leider nimmt der Autor mir als Lesender oftmals das Denken ab: So kommt etwa in Arthurs Tagträumen oft die Eiskönigin vor. Dieses Bild deutet der Protagonist am Ende des Jugendromans gleich selbst: „Weil die Eiskönigin meine Mutter war. An dem Tag in dem Appartement.“ Auch die Motive des impulsiven Arthur, der sich durchs Leben treiben lässt, sind für mich nicht immer klar. So kann ich mich nicht wirklich in ihn hineinversetzen, obwohl ich selbst vor nicht allzu langer Zeit noch eine Jugendliche war.
> Sophie Burkhalter, 20 Jahre

Titel: Essen Tote Erdbeerkuchen?
Kollation: Geb., 117 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2013
ISBN: 978-3-7026-5854-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Freundschaft, Tod
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 11.04.2017
Essen Tote Erdbeerkuchen?
Emma liebt den Friedhof. Hier ist die Zwölfjährige zuhause, hier kennt sie alles: von den 181 Gräbern über die neun Büsche und fünfzehn Bäume bis hin zu den acht friedhofseigenen Giesskannen. Ihr Vater ist Totengräber, er zieht Emma allein auf, denn die Mutter ist bei der Geburt des Mädchens gestorben. Als eine Sozialarbeiterin auftaucht und sich beim Vater einschmeichelt, gerät Emmas Welt aus den Fugen. Zudem sitzt Peter, ihr Schulkollege, seit Tagen am Grab seines unlängst verstorbenen Zwillingsbruders und starrt vor sich hin. Das darf so nicht bleiben – Emma muss handeln.
> Erstaunlich, wie viel Wissen über Sterben und Tod in diese Geschichte verpackt ist. Überraschend auch, wie amüsant und locker diese gewichtigen Themen aufgegriffen werden. Das Buch rührt zu Tränen, aber es sind Lachtränen, die da kullern. Trotzdem wirkt das Buch weder makaber noch belanglos sondern berührt tief. Sehr zu empfehlen für Kinder, die mit dem Tod noch kaum in Berührung gekommen sind. Katharina Wagner

Titel: Nur ein Tag
Kollation: Geb., farb. illustr., 105 S.
Verlag, Jahr: Dressler, 2016
ISBN: 978-3-7915-2702-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Freundschaft, Tod
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 11.04.2017
Nur ein Tag
Als die Waldbewohner Wildschwein und Fuchs eines Morgens beobachten, wie eine niedliche Eintagsfliege ihrem Larvenkostüm entsteigt, sind sie verzückt und gleichzeitig betrübt. Nur ein einziger Tag soll das Leben dieses reizenden Geschöpfs dauern? Sie beschliessen, diesen einen Tag als fulminantes Erlebnis zu gestalten, und verstricken sich dabei ins eine oder andere Lügengespinst.
> Eine wahrlich rührende Erzählung des prämierten Autors Martin Baltscheit mit einer schönen Prise Philosophie über Liebe, Freundschaft, Abschied und Tod. Witzige, comicartige Illustrationen schmücken das empfehlenswerte Werk. Die Geschichte ist so sinnhaft und tiefgründig, dass man selber ins Grübeln kommt, wie man den Rest des Lebens gestalten könnte, denn „die Zeit hat keinen Rückwärtsgang“. Irène Tschirren

Titel: Und wie ist Totsein?
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: mixtvision, 2016
ISBN: 978-3-95854-059-0
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Tod, Trauer
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 03.04.2017
Und wie ist Totsein?
Warum schläft Oma unter einem Stein? Ist Totsein wie Nach-Hause-Kommen oder einfach nur Stille? Reist der Tote gar auf eine Wolke im Himmel? Jede Seite zeigt ein Bild im Bild mit vielen Details, in denen man sich verlieren, Neues über den Tod entdecken und ihn den Kindern begreifbar machen kann. Auf der linken Seite steht nur ein einziges kunstvoll geschriebenes Stichwort für die vollformatigen Illustrationen rechts. Das Spiel der Farben beschränkt sich auf rot, violett-blau und ein blasses Gelb. Nur eine schwarzgraue Seite sorgt für eine kurze Unterbrechung und ein Innehalten. Im Nachwort geht eine Familientrauerbegleiterin einfühlsam auf die Frage ein, wie gerade Kinder sie oft stellen: Wie ist es, tot zu sein?
> Dieses Buch gibt einen Raum, sich mit dem schweren Thema kindgerecht auseinanderzusetzen. Sein Plädoyer: Schliesst Kinder nicht vom Tod aus – er gehört zum Leben dazu. Aber zeigt Kindern, wie sie mit der Traurigkeit umgehen können. Christina Weirich

Titel: Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen
Kollation: Broschur, 365 S.
Verlag, Jahr: Heyne, 2016
ISBN: 978-3-453-27043-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Liebe, Tod
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 24.01.2017
Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen
Ein riesengrosses Graffiti und dazu die Einladung zu einer Reise ins Ungewisse, das bekommt Hanna von ihrem langjährigen besten Freund Ben zum 18. Geburtstag. Zusammen entwerfen sie eine Liste mit lauter verrückten Dingen, die sie in der nächsten Zeit erledigen wollen. Ganz frei zelten sie am Meer und lernen andere junge Menschen kennen. Was so unbeschwert beginnt, entpuppt sich aber bald als schwierigen Test für ihre Beziehung und als Schlüssel zu Bens geheimnisvoller Familiengeschichte.
> Aus der Perspektive von Hanna werden die Geschehnisse in klarer und leicht zu lesender Sprache berichtet. Ihre Gedanken und die vielen Dialoge mit Ben und den anderen jungen Leuten umkreisen das Vergangene und die Gegenwart. Für die Lesenden ist es oft schwierig, dem roten Faden in dieser komplexen Geschichte zu folgen, da sie nicht eigentlich erzählt, sondern eher durch Andeutungen vermittelt wird. Monika Fuhrer

Titel: Cache
Reihe: Die Bücher mit dem blauen Band
Kollation: Geb., 253 S.
Verlag, Jahr: Fischer KJB, 2016
ISBN: 978-3-7373-4026-7
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Liebe, Tod
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.10.2016
Cache
Max bringt Leyla zum Lachen, wie sonst niemand. Er bietet ihr Kontinuität und ist zudem ein erfolgreicher Schwimmer, von dem viele Mädchen schwärmen. Sie liebt ihn doch, oder? Das weiss Leyla auf einmal nicht mehr genau. Denn sie hat Red kennen gelernt und ihn auch Max vorgestellt. Red ist intensiv, direkt und idealistisch. Reds grosse Leidenschaft ist das Geocaching, eine Art GPS-Schatzsuche. Er sucht Caches in Berlin und versteckt selber welche. Red hat einen Cache für Max und Leyla gelegt. Er soll Klarheit in ihrer Beziehungswirrnis schaffen, doch er endet in einer Katastrophe.
> Mit ihren vielen Dialogen, Wechseln von Orten der Handlung und Zeitsprüngen erinnert die Gestaltung der Geschichte an einen Film. Dieser direkte und sprungreiche Erzählstil widerspiegelt den Lebensrhythmus Jugendlicher und hat auf den Lesenden eine Sogwirkung; er glaubt, dabei zu sein. Ein auf der Gefühlsebene fein pulsierendes Beziehungsdrama, das nachhallt. Karin Schmid

Titel: Der Tod kann mich mal!
Kollation: Geb., farb. illustr., 213 S.
Verlag, Jahr: Eden Books, 2016
ISBN: 978-3-959100-36-6
Kategorie: Sachbuch
Schlagwort: Krankheit, Tod
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 30.09.2016
Der Tod kann mich mal! 12 schwerkranke Jugendliche erzählen ihre Geschichte
Benjamin, 26, Darmkrebs. Celine, 17, Herzfehler und Lungenfehlbildung. Alex, 18, Skiunfall. Hinter diesen nüchternen Fakten stehen drei junge Menschen, drei Leben, drei Schicksale. Sie und neun weitere Jugendliche erzählen ihre Geschichten, die von langen Spitalaufenthalten, Operationen und Schmerzen handeln, aber auch von Hoffnung, Kraft und Lebenswillen. "Ich liebe mein Leben, trotz Krebs", sagt Benjamin. "Mein Körper ist oft schwach, ich aber bin es nicht", sagt Celine. "Der wichtigste Tag meines Lebens war der des Unfalls", sagt Alex.
> Kira Brück lässt die Betroffenen ihren Krankheitsverlauf selber erzählen, wobei die Berichte immer ähnlich aufgebaut sind und sprachlich ganz nah bei den Jugendlichen bleiben. Als Experten kommen zusätzliche Personen zu Wort, die beruflich oder anderweitig mit Schwerkranken oder gar Sterbenden zu tun haben. Sehr traurig, sehr eindrucksvoll, sehr berührend. Die Autorin empfiehlt im Übrigen allen Leserinnen und Lesern das Erstellen einer Bucket List. Sandra Dettwyler

Titel: Matti und der Grossvater
Kollation: A. d. Italien., geb., farb. illustr., 86 S.
Verlag, Jahr: Hanser, 2011
ISBN: 978-3-446-23696-7
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Tod
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Matti und der Grossvater
„Matti gehen wir spazieren?“ fragt der Grossvater. Matti schaut sich um. Die Erwachsenen haben nichts bemerkt, sie weinen und denken nur daran, dass der Grossvater stirbt. Einzig Matti hört seine Stimme. Zusammen mit dem geliebten Opa macht er sich auf einen langen Gang, dem Fluss entlang. Unterwegs wird der Grossvater immer kleiner, bis er schliesslich nicht mehr zu sehen ist. Doch Matti weiss nun, dass ein Mensch, den man liebt, immer noch da ist. < Das vorliegende Buch wurde 1994 erstmals in deutscher Sprache publiziert und im folgenden Jahr für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Jetzt ist eine Neuauflage erschienen. Zu Recht, denn die Erzählung liest sich wie ein zauberhaftes Märchen. Sie ist voller mythischer Bilder und spricht damit tiefere Schichten an. Am Ende der Lektüre fühlt man sich wunderbar getröstet. Die Bilder muten an wie Fotos, welche mit einem Weichzeichner bearbeitet worden sind. Sie fangen das Licht ein und untermalen die Stimmung eindrücklich. Katharina Wagner

Titel: Als der Tod zu uns kam
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2011
ISBN: 978-3-7795-0312-5
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Tod, Entwicklung
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Als der Tod zu uns kam
Ein Mädchen erzählt von einer früheren Zeit, in der alles blieb, wie es war und “jeder Morgen war gut”. Da kommt eines Tages ein Fremder ins Dorf. Sein Name ist Tod und er klagt, dass ihm alles in den Händen zerbricht, was er anfasst. Die Bewohner des Dorfes sorgen sich jedoch nicht und lassen ihn in der Scheune übernachten. Ein Entscheid mit schwerwiegenden Folgen, denn bei einem verheerenden Brand stirbt der Bruder des Mädchens.
> Die farbigen Zeichnungen ergänzen mit “unscheinbaren” Details den einfachen Text. Was zu Beginn idyllisch und paradiesisch erscheint, entwickelt sich zu einer Katastrophe, die einen Neuanfang nach sich zieht. Als Schicksalsgemeinschaft stellen sich die Bewohner nun der Wirklichkeit, mit allen Gefahren, die sie mit sich bringt und lernen damit umzugehen. Eine aussergewöhnliche Geschichte, gut geeignet als Grundlage für Diskussionen über die Themen Tod, Abschied und Neuanfang. Katharina Siegenthaler

Titel: Hechtsommer
Kollation: CD. Lesung, ca. 179 Min.
Verlag, Jahr: Oetinger Audio, 2012
ISBN: 978-3-89353-379-4
Kategorie: Nonbook
Schlagwort: Tod, Entwicklung
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Hechtsommer
Wenn er den Hecht fängt, wird seine Mutter geheilt, glaubt Daniel. Gisela hat Krebs. Sie verlässt das Haus nur noch selten. Dann fallen ihr die Haare aus und schliesslich braucht sie eine Sauerstoffmaske. Anna ist Daniels beste Freundin und wohnt gleich nebenan. Sie erhält von Gisela ein letztes Geschenk: ein Anglerbuch. Es soll Anna helfen, sich in der Welt der beiden Brüder Daniel und Lukas besser zurechtzufinden, sie zu verstehen. Gemeinsam mit den Jungs erlebt Anna den letzten Sommer von Daniels und Lukas Mutter. Er ist geprägt von Kinderspielen, ungesagten Dingen, Hoffnung und trauriger Erkenntnis.
> Die Autorin liest ihre Geschichte selbst, in passendem, angenehm gemächlichem Tempo. Ihre eher tiefe Erzählstimme strahlt Ruhe und Gefühl aus. An gewissen Stellen ist die Betonung etwas stark, jedoch nicht unpassend. Stimmig in der Klangfarbe, auch im Wechsel von Rollen und Situationen. Sehr berührend, sehr fein, lebt von der Atmosphäre. Karin Schmid

Titel: In Liebe Brooklyn
Kollation: CD. Lesung, 3 CD, ca. 233 Min.
Verlag, Jahr: Der Audio Verlag, 2012
ISBN: 978-3-86231-141-5
Kategorie: Nonbook
Schlagwort: Tod, Trauer
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
In Liebe Brooklyn
Brooklyns Schmerz ist riesengross. Es ist genau ein Jahr vergangen, seit sie ihren Freund Lucca durch einen Unfall verloren hat. Brooklyn ist immer noch wie gelähmt, nur schlecht meistert sie den Alltag. Dann stirbt der Junge, der damals mit Lucca im Auto sass und überlebte. Drogen offenbar. Und nun erscheint er in Brooklyns Träumen, wieder und wieder. Gleichzeitig fordert Lucca durch Zeichen seinen Bruder Nico auf, sich um Brooklyn zu kümmern. Manchmal lässt sie dies zu und manchmal nicht. Doch Nico gibt nicht auf.
> Anna Carlsson liest Brooklyn mit einer besonderen und schönen Betonung auf bestimmten Vokalen und Silben. Ihre Stimme ist dabei klar und doch voller Verlorenheit, und sie drückt Brooklyns gesamten Schmerz aus. In Andreas Fröhlichs Stimme surrt ein warmer Ton mit. Durch sein „geordnetes“ Lesen in Nicos Rolle wird trotz all der Trauer seine unerschütterliche Zuversicht ins Leben hörbar. Es geht um Traurigkeit und Lebenskraft und berührt zutiefst. Karin Schmid

Titel: Jolante sucht Crisula
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: NordSüd, 2010
ISBN: 978-3-314-01746-9
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Tod, Freundschaft
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.07.2016
Jolante sucht Crisula
„Und immer wirst du ein Teil von mir sein…“ Jolante, die glückliche Gans, pflegt eine innige Freundschaft zur alten Schildkröte Crisula. Gemeinsam erleben sie viele Abenteuer und teilen ihre Träume und Gedanken miteinander. Doch eines Tages ist Crisula verschwunden. Die anderen Gänse sagen, sie habe die Welt verlassen. Aber was bedeutet das? Jolante macht sich auf den Weg, um Crisula zu suchen. Sie sucht überall. Doch Crisula ist nirgends zu finden. Am Ende merkt Jolante, dass sie Crisula nicht folgen, ihr aber trotzdem nahe sein kann, wenn sie von ihr träumt.
> Ein tröstliches Buch über den Verlust eines Freundes. Die Suche nach dem Verstorbenen spiegelt die Trauerphasen wider. Gemeinsamen Erlebnissen und besuchten Orten wird nochmals nachgegangen. Am Ende akzeptiert die Gans den Tod ihrer Freundin und freut sich an den Erinnerungen. Einfache Bilder und wenig Text, manchmal nur einige Wörter, zieren die alte Aufmachung des Papiers. Eine einfühlsame Geschichte, um mit kleinen Kindern über den Tod zu sprechen. Maria Veraguth

Titel: Sadakos Kraniche
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Michael Neugebauer Edition, 2011
ISBN: 978-3-86566-138-8
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Krankheit, Tod
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.07.2016
Sadakos Kraniche
Man schreibt das Jahr 1945. Dunkle Wolken hüllen die Stadt Hiroshima ein. Die kleine Sadako überlebt den Atomangriff der Amerikaner scheinbar unbeschadet. Doch Jahre später wird sie krank. Sie muss ins Krankenhaus, hofft aber, wieder gesund zu werden, denn eine Legende besagt, dass man einen Wunsch frei hat, wenn man 1000 Papiere zu Kranichen faltet. Das kranke Mädchen glaubt daran und beginnt mit dem Herstellen der Papiervögel. Währenddessen erzählt ihr eine Freundin Geschichten. Bevor Sadako mit ihrer Arbeit fertig ist, schläft sie ein und fliegt mit den fragilen Kranichen davon.
> Die in Japan bekannte Legende wird zart und leise erzählt. Der Text ist aufs Minimum reduziert. Die Illustratorin orientiert sich an der japanischen Ästhetik. Kleider und Papiere weisen die typischen japanischen Muster aus Blüten und Blättern auf. Die Vögel, die ein Symbol für langes Leben sind, wirken fröhlich und leicht, so dass Sadako am Ende zufrieden mit ihnen ziehen kann. Monika Aeschlimann

Titel: Edwards Augen
Kollation: A. d. Engl., geb., 90 S.
Verlag, Jahr: Hanser, 2010
ISBN: 978-3-446-23589-2
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Tod, Gefühle
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 20.07.2016
Edwards Augen
Strahlende Tage: Die Familie veranstaltet Picknicks am Meer, die Kinder schlafen draussen und Edward übt so lange Baseball, bis er es schafft, einen Knuckleball zu werfen. Er liebt dieses Spiel über alles. Mit seinen Augen, die dunkel wie der Nachthimmel schimmern, aber überraschend golden gesprenkelt sind, kann er die Bahn eines jeden Balls verfolgen. Zudem steckt Edward voller überraschender Ideen. Eines Tages fährt er mit dem Fahrrad in die Stadt und kommt nicht mehr nach Hause.
> Edwards Lebensgeschichte ist aus der Sicht von Jake, seinem älteren Bruder erzählt. Sie entführt in eine heile Welt, wo eine grosse Familie in Liebe zusammenlebt. Die Kinder erziehen einander gegenseitig, die Mutter singt – bis der Tod zuschlägt. Doch es geht weiter. Die Erzählung ist ein flammendes Plädoyer für die Organspende. Am Ende weinen nicht nur Jake und seine Familie sondern auch die Leserinnen und Leser. Im Grunde genommen liest sich das kitschig, doch die Poesie obsiegt. Katharina Wagner

Titel: Kannst du pfeifen, Johanna
Kollation: A. d. Schwed., geb., farb. illustr., 47 S.
Verlag, Jahr: Carlsen, 2010
ISBN: 978-3-551-55574-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Grosseltern, Tod
Alter: ab 10
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 20.07.2016
Kannst du pfeifen, Johanna
Ulf erzählt seinem Freund Berra oft von seinem Grossvater, der ihn zum Kaffee einlädt, ihm bei jeder Gelegenheit fünf Kronen gibt und mit ihm Angeln geht. Berra wünscht sich auch einen solchen Grossvater. Aber wie bekommt man einen Grossvater? Ulf hat da eine Idee: Im Altersheim könnte sein Freund sicher fündig werden. Und tatsächlich, der alte Nils hat sich schon immer einen Enkel gewünscht und freut sich nun auf die regelmässigen Besuche von Berra. Er unternimmt mit dem Jungen heimliche Ausflüge und blüht sichtlich auf.
> Ulf Stark und Anna Höglund haben ein wunderbares Buch über die letzten Wochen eines alten Mannes verfasst. Durch Berras Anwesenheit darf Nils noch einmal Kind sein und mit seinem „Enkel“ verrückte Dinge unternehmen. Eine lustige, wie auch traurige, sensible und nachdenkliche Geschichte. Der Text ist mit grossen, bunten Bilder illustriert. Es eignet sich für Kinder so gut wie für Erwachsene. Annina Otth

Titel: Bruder Wolf
Kollation: A. d. Portug., geb., farb. illustr., 172 S.
Verlag, Jahr: Fischer Sauerländer, 2016
ISBN: 978-3-7373-5360-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Tod
Alter: ab 13
Bewertung:
1 von 4 Büchern
Rezension publiziert: 07.06.2016
Bruder Wolf
Ein 15-jähriges Mädchen, Bolota, glaubt, in der falschen Zeit geboren zu sein. Sie erzählt aus ihrer Erinnerung – sie war damals 8 Jahre alt – von den Geschehnissen in ihrer Familie. Sie gibt allen in der Geschichte Spitznamen und benutzt dabei das Bild des Indianerstamms. Ihr Vater ist einmal der Mann aus Eis, dann wiederum "Schwarzer Elch", Anführer ihres Stamms, so wie Bolota ihn am liebsten mag. Ihr einziger echter Freund ist ihr Hund Malik, der sie beschützt; sie nennt ihn auch Bruder Wolf.
> Dieses Buch war für mich bedrückend: Der Erzählstil mit den vielen Spitznamen, die dunklen, blau-schwarz-weissen Illustrationen stimmten mich zwar nachdenklich, aber gleichzeitig hat mich diese im Grunde traurige Erzählung nicht richtig berührt. Jan, 11 Jahre

Titel: French Summer
Kollation: A. d. Niederländ., geb., 187 S.
Verlag, Jahr: Gerstenberg, 2016
ISBN: 978-3-8369-5840-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Tod, Liebe
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.06.2016
French Summer A fucking great road trip
Aus lauter Not reisen Eppo und Tabby zusammen durch Frankreich. Beide sind auf der Flucht vor einem einschneidenden Ereignis in ihrem Leben: Der Junge kommt nicht über den Tod seines geliebten Pflegebruders hinweg, und das Mädchen ist ungewollt schwanger und fürchtet sich vor der Reaktion seines Partners. Krampfhaft versuchen beide, die schwierigen Tage voller Erinnerungen und Zukunftsangst zu überstehen. Die Reise ist zu Ende, als beide eine mögliche Antwort auf ihre Fragen erhalten und einen gangbaren Weg vor sich sehen.
> Eindrücklich gelingt es der Autorin, die tiefe Zerrissenheit der jungen Menschen bildhaft darzustellen. Wie auf einem Gemälde versteht sie es, die Landschaft als ordnenden Gegenpol zum Aufruhr im Innern von Eppo und Tabby zu zeichnen. Gedanken, Andeutungen und Erinnerungsfetzen lösen in den Lesenden Mitgefühl und Verständnis aus. Für die Zeit der Buchlektüre bilden sie zusammen mit den Protagonisten eine verschworene Reisegemeinschaft. Monika Fuhrer

Titel: Opas Insel
Kollation: A. d. Engl., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Aladin, 2016
ISBN: 978-3-8489-0102-9
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Tod, Gefühle
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.05.2016
Opas Insel
Durch eine geheime Tür auf dem Dachboden nimmt Opa Sam mit auf eine Schiffsreise übers Meer. Sie reisen zum Horizont, erkunden eine tropische Insel voller Abenteuer und Wunder. „Ich würde gern hierbleiben“, sagt Opa. „Wirst du dich nicht einsam fühlen?“, fragt Sam. „Nein ... nein, das glaube ich nicht.“ So kehrt Sam über eine düstere See zurück nachhause – allein. Am Tag danach ist die Tür auf Opas Dachboden verschwunden und nur der Plüschaffe erinnert an die gemeinsame Zeit auf der Insel.
> Kräftige Farben und lebendige Bilder begeistern und lassen den Betrachter nicht den Verlust betrauern, sondern die Erinnerung und das Leben feiern. Ohne Trübsinn behandelt Benji Davies ein sensibles Thema. Rührend und sanft haben Trauer und Angst ihren Platz, werden besänftigt von der Gewissheit, dass uns unsere Liebsten immer nahe sein werden. Egal wie weit sie entfernt sind. Ein wundervolles, versöhnliches Buch für Gross und Klein. Einfühlsam und herrlich lebensbejahend. Andrea Eichenberger

Titel: Opa Meume und ich
Reihe: Tulipan Kleiner Roman
Kollation: Geb., farb. illustr., 82 S.
Verlag, Jahr: Tulipan, 2016
ISBN: 978-3-86429-281-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Tod, Trauer
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 05.05.2016
Opa Meume und ich
Von einem Tag auf den anderen ist Opa Meume plötzlich grau geworden. Nicht seine Haare, die waren schon immer grau. Sondern sein Gesicht, seine Stimme und sein Blick. Emma ist neun Jahre alt und Opa Meume ist fünfundachtzig und benimmt sich sonderbar, seit Oma Meume tot ist. Emma versteht zwar, dass er weiterhin mit Oma spricht, aber dass er nicht mehr spazieren gehen möchte und nicht richtig isst, macht ihr Sorgen.
> Auf eine feine Art und Weise wird hier die Auseinandersetzung mit dem Tod und der Trauer aus kindlicher Sicht beschrieben. Emma versucht alles, um wieder Farbe in das Leben von Opa Meume zu bringen. Die Versuche sind so gefühlvoll wie auch witzig. Damit Opa während ihrer Ferienabwesenheit trotzdem liebevoll betreut ist, denkt sich Emma einen Opa-Betreuungs-Schnellkurs aus. Ganzseitige, farbige Zeichnungen in schwarz-weiss und türkis ergänzen dieses tröstliche Buch über das Abschiednehmen. Ke Ro Vallon

Titel: Lang soll sie leben
Kollation: A. d. Niederländ., geb., 122 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2016
ISBN: 978-3-7026-5878-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Tod, Alter
Alter: ab 13
Bewertung:
kontrovers
Rezension publiziert: 15.04.2016
Lang soll sie leben
„Den Tod in Gedanken finde ich keinen Schlaf und keinen Schlaf findend, denke ich an den Tod.“ Diese Gedichtzeile spiegelt die Gedanken von Frau de Graaf, einer 80-jährigen alten Frau. Gerade als Eva zur Schule radelt, sieht sie die alte Frau auf dem Bahnsteig stehen, als plötzlich ein Zug kommt. Geistesgegenwärtig reisst sie die Frau weg und rettet ihr so das Leben. Eva wird als Heldin gefeiert, sie fühlt sich aber nicht als solche. Der Rummel um ihre Person gefällt ihr gar nicht. Beim Besuch im Seniorenheim bei Frau de Graaf erfährt Eva, dass sich die alte Frau das Leben nehmen wollte. Sie ist schockiert und wütend.
> Die Geschichte von Frau de Graaf und Eva wird in kurzen Kapiteln erzählt, wobei die Sichtweise ändert. Auch wechseln sich rückblickende Kapitel von früher mit aktuellen ab. Dies ist manchmal irritierend und verwirrend. Insgesamt bleibt das Geschehen an der Oberfläche, den Personen fehlt es an Tiefgang. Eva besucht z. B. Frau de Graaf und unterhält sich mit ihr einige Stunden. Was die beiden besprechen, wird im Buch nicht erwähnt. So bleiben die im Klappentext erwähnte Sympathie und das Verständnis zwischen den beiden unbemerkt. Auch Evas Auseinandersetzung mit dem Tod kommt im Buch deutlich zu kurz. Frau de Graaf will sich das Leben nehmen, da sie das Altsein als Belastung wahrnimmt und nichts Positives sieht, auf das sie sich freuen könnte. Das Buch endet mit dem Selbstmord der alten Frau. Das sensible Thema wird insgesamt zu wenig diskutiert. Dem Leben zu einem selber gewählten "idealen" Zeitpunkt ein Ende zu setzen, wird akzeptiert und hingenommen; es wird keine Alternative gezeigt. Gerade für Jugendliche mit ähnlichen Gedanken ist das Buch nicht zu empfehlen. Maria Trifonov

Titel: Opfer
Kollation: A. d. Dän., Broschur, 141 S.
Verlag, Jahr: Hanser, 2016
ISBN: 978-3-446-25092-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Gesellschaft, Tod
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 03.04.2016
Opfer Lasst uns hier raus!
Ergibt es Sinn, dass die Welt eine Schule opfert? In der Dunkelheit, wenn er ganz alleine ist, denkt er: Ja. Aber sobald er aufsteht und ihm das erste Kindergesicht auf dem Flur begegnet, schreit alles in ihm: Nein! Nein! Nein! – Wegen einer ansteckenden Epidemie wird Benjamins Schule mit Stacheldraht abgeriegelt. Eine Drohne kreist über ihren Köpfen und beendet jeden Fluchtversuch mit tödlicher Präzision. Nach der Überwindung des anfänglichen Schockzustands muss sich die Gemeinschaft zusammenfinden. Und ein jeder ist gezwungen, sich zu entscheiden, welche Rolle er im Kampf ums Überleben einnehmen wird.
> Ein erstes Wort, ein erster Satz – und der Leser ist mittendrin im Geschehen. Anstelle von gemeinsamem Singen in der Turnhalle treffen sich die Eingekesselten auf dem Fussballfeld, um die Toten zu beerdigen. Wie viel ist das einzelne Leben gegenüber der Rettung der Masse wert? „Gibt es einen Punkt in unseren Köpfen, an dem der Wahnsinn uns dazu bringt, das Elend anderer zu akzeptieren?“Das völlige Fehlen der Solidarität von aussen wirkt schockierend. Wie im Cover abgebildet sind Moral und Ethik der heutigen Gesellschaft nicht nur Zielscheibe, sondern auch Opfer. Nachdem Benjamins Vater als letzter Lehrer stirbt, fällt auch die letzte Schutzbastion durch den prinzipientreuen und an Zusammenhalt und Stärke glaubenden Schulleiter, der sich auf dem Totenbett die Frage stellt, ob er mit einem Verstoss gegen die inneren und äusseren Regeln Leben hätte retten können. Anarchie bricht aus. Schwache Charaktere wie der des Aussenseiters Elias entwickeln sich zu Führern, die mit an Fanatismus grenzender Ehrlichkeit existenzielle Fragen aufwerfen. Das Buch ist in seiner kraftvollen Sprache und dem zugleich nüchternen Erzählstil aus Benjamins Ich-Perspektive bedrückend ehrlich und zwingt den Leser, sich Fragen zu stellen, die bei einem Blick in die aktuellen Zeitungen schockierend schnell die Fiktion verlassen und in die Nähe der Realität rücken. Christina Weirich

Titel: Die kleine Familie
Kollation: A. d. Französ., geb., farb. illustr., 102 S.
Verlag, Jahr: Panini, 2015
ISBN: 978-3-95798-570-5
Kategorie: Comic
Schlagwort: Familie, Tod
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 17.01.2016
Die kleine Familie
Der Junge und seine kleine Schwester verbringen Zeit bei ihren Grosseltern. Mit der Oma ist es immer toll. Bei Opa hingegen weiss man nie, ob er verärgert oder fröhlich ist. Doch richtig böse ist er nie: Er geht mit den Kindern fischen und spielt sogar mit ihnen Fussball. Dabei wird aber sein Herz müde. So müde, dass er sogar ins Krankenhaus muss. Als der Opa schliesslich stirbt, macht sich der Junge Vorwürfe. Doch sein Onkel kann ihn beruhigen und trösten.
> Mit wenigen Worten und ausdrucksstarken Bildern werden hier Begegnungen und Erlebnisse aus der Perspektive des Jungen erzählt. Das Thema Tod wird sehr einfühlsam zur Sprache gebracht. Am Schluss ist klar: Sag denen, die noch da sind, wie gerne du sie hast – bevor es zu spät ist. Die Schrift in den Sprechblasen ist dank grossgeschriebenen Buchstaben einfach zu lesen. Leider sind aber die Bildunterschriften in Schnürchenschrift gehalten. Am besten schaut man das Buch sowieso zu zweit an und redet noch ein bisschen über das Gelesene. Karin Böjte

Titel: Vater und Tochter
Kollation: A. d. Niederländ., geb., farb. illustr., unpag., Neuauflage
Verlag, Jahr: Freies Geistesleben, 2015
ISBN: 978-3-7725-2697-8
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Tod
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.01.2016
Vater und Tochter
Auf dem Deich verabschieden sich Vater und Tochter. Er steigt ins Boot und rudert hinaus aufs Meer. Sie wartet und wartet – vergeblich. Viele Sommer und Winter kehrt die Tochter an den Ort zurück – auch mit Freundinnen, später mit Mann und eigenen Kindern. Schliesslich, selber alt geworden, sucht sie dieselbe Stelle wieder auf, legt sich hin und erlebt eine wunderbare Verwandlung und Begegnung.
> Das Buch erzählt in wenigen Worten vom Leben, Werden und Sterben. Eindrücklich wirken die Bilder, die stark mit Licht und Schatten in warmen Farbtönen spielen. Sie lassen viel Raum für das Geschehen und für eigene Gedanken. Auf die frühere, kleinere Version und den prämierten Kurzfilm folgt nun diese Neuausgabe im Bilderbuchformat. Eveline Schindler

Titel: Oma trinkt im Himmel Tee
Kollation: A. d. Chines., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: NordSüd, 2015
ISBN: 978-3-314-10275-2
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Grosseltern, Tod
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.12.2015
Oma trinkt im Himmel Tee
Der kleine Xiao Le besucht seine kranke Oma im Dorf der duftenden Blumen. Während die Mutter im Haushalt beschäftigt ist, begrüsst der Enkel scheu die im Bett liegende Oma. Er begleitet sie in den Garten, wo sie ihm das Spiel mit dem Sauerklee zeigt. Bevor sie wieder aufbrechen, geniessen die drei den Nachmittagstee im Hof. Seitdem hat Xiao Le seine Grossmutter nicht mehr gesehen. Mama erklärt ihm, dass Oma das Dorf der duftenden Blumen verlassen hat und in den Himmel gezogen ist. Er merkt, dass Mutter ihre Mama vermisst. Als sie weint, tröstet er sie und meint, dass Oma nun mit ihrer Mutter im Himmel Tee trinke.
> In wenigen behutsamen Sätzen erzählt die taiwanesische Autorin durch die unschuldigen, vertrauensvollen Augen eines Kindes vom Abschied von einem geliebten Menschen. Die liebevollen, in ruhigen Farben gemalten, fast fotorealistisch anmutenden Illustrationen von Sonja Danowski harmonieren gekonnt mit dem Text und machen dieses sorgfältig gestaltete Buch zu einem Kleinod erster Klasse. Ruth Fahm

Titel: Auf Wiedersehen, kleiner Vogel!
Autor: Bach, Maja
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Coppenrath, 2015
ISBN: 978-3-649-62102-7
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Tod, Trauer
Alter: ab 4
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 26.11.2015
Auf Wiedersehen, kleiner Vogel! Eine Geschichte über das Abschiednehmen und den Tod
„Schläft man, wenn man tot ist?“ Beim Spielen haben Ole, Lotta und Paul einen toten Vogel im Herbstlaub entdeckt. Weil der Arme nun ja nicht mehr spielen, essen und sich putzen kann, wollen sie ihm etwas Gutes tun. „Tote werden verbuddelt“, weiss Lotta, denn ihre Oma „war auch schon mal tot“. So heben Paul und Ole ein Loch unterm Kirschbaum aus, während Lotta sich hübsch anzieht und den Vogel schmückt. Danach singen sie am Grab, teilen sich Kekse und schicken Oma per Luftballon eine Nachricht, sie solle sich um den Vogel kümmern.
> Die einfachen, naiven Zeichnungen (eingerahmt von hübsch arrangierten Blättern, Kastanien oder Ästen, auf denen Vögel sitzen) passen zum Text aus Kindersicht. Die vielen Dialoge spiegeln die kindliche Unbefangenheit beim Reden über das Sterben. Leider scheint es fix zu sein, dass man nach dem Tod in den Himmel kommt, und auch die geschlechtsspezifischen Rollen sind klar verteilt. Passend zum Buch gibt es ein Trauer- und Erinnerungsköfferchen zu kaufen. Cornelia Brühlmann

Titel: Wo gehst du hin, Opa?
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Aracari, 2015
ISBN: 978-3-905945-46-1
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Tod, Trauer
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.11.2015
Wo gehst du hin, Opa? Ein Bilderbuch über das letzte Geheimnis
„Wo gehst du hin, Opa?“ Diese wichtige Frage stellt Emmi ihrem Opa im Krankenhaus und streichelt dabei seine faltige Hand. Opa flüstert ihr zu: „Es ist ein Geheimnis und ein Abenteuer.“ Dann malt er ihr Möglichkeiten aus, was mit ihm nach seinem Tod passieren könnte, und findet bei jeder etwas Tröstliches. Er erzählt vom Wiedersehen mit allen, die schon tot sind, vom Licht am Ende eines Tunnels, vom paradiesischen Garten, vom Himmel und dem Nichts, wo es auch keine Schmerzen mehr gibt. Auf jeden Fall aber wäre er immer bei Emmi, wenn sie an ihn denke.
> Der einfühlsame Text wie auch die lebendigen, bunten, detailreichen und fantasievollen Zeichnungen verleihen diesem Bilderbuch etwas Trostspendendes. Jedes Kind kann sich aussuchen, an welche der Varianten es glauben möchte. Und wie der Titel schon sagt, bleibt, was nach dem Tod kommt, letztendlich ein Geheimnis. Ein überaus empfehlenswertes Buch, um mit Kindern über das Sterben zu sprechen. Cornelia Brühlmann

Titel: Charly
Kollation: A. d. Niederländ., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Patmos, 2015
ISBN: 978-3-8436-0630-1
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Tod, Trauer
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 27.09.2015
Charly
Tim und sein Hund Charly sind dicke Freunde. Sie spielen oft zusammen. Wenn Tim sich versteckt, findet ihn Charly bestimmt. Eines Morgens liegt der Hund regungslos im Körbchen. Er bewegt sich nicht, als Tim ihn streichelt, und ist ausserdem furchtbar kalt. Die Eltern wissen, was geschehen ist: Charly ist gestorben.
> Zum ersten Mal begegnet Tim dem Tod. Noch weiss er nicht, was dies bedeutet. Seine Eltern erklären es dem Jungen altersgemäss und einleuchtend. Zu dritt tauschen sie ihre Vorstellungen aus, wo Charly nun sein könnte. Sie weinen gemeinsam um den Hund und begraben ihn schliesslich in ihrem Garten. Dieses Abschiednehmen ist eindrücklich dargestellt. Das Symbol der Sonnenblume zieht sich durch die ganze Geschichte. Zu Beginn noch verfremdet als Stoffmuster, erscheint es anschliessend in der Tapete und erstrahlt zuletzt in gelben Blüten neben Charlys Grab. Das Buch eignet sich gut für eine erste Begegnung mit dem Thema Tod. Es lässt das Trauern zu und spendet dennoch Trost. Katharina Wagner

Titel: Jedermann
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Michael Neugebauer Edition, 2015
ISBN: 978-3-86566-271-2
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Tod, Parabeln
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 27.09.2015
Jedermann
Mit Musik und Getöse betritt eine Gauklertruppe die Stadt und präsentiert den neugierigen Bewohnern die Geschichte vom Sterben des reichen Jedermann. Dieser hat rücksichtslos gelebt. Nun will der Tod ihn holen. Der Lebemann wehrt sich, noch will er nicht sterben. Er ruft nach seinen Freunden, doch die sind längst verschwunden. Furcht erfasst ihn und er beginnt zu feilschen. Sein Reichtum nützt ihm nichts. Er muss seine letzte Reise antreten. Erst als er bereut, begleiten ihn Engel in die Ewigkeit.
> Hofmannsthals Parabel wird auf den ersten zwei Seiten in leicht verständlichem, heutigem Deutsch erzählt. So verstehen schon Kinder, worum es geht. Der Illustrator hat für die Salzburger Festspiele gearbeitet. Seine Bilder, die ein wenig an Fotocollagen erinnern, geben die Szenen ausgezeichnet wieder. Beim Betrachten glaubt man vor dem Salzburger Dom im Publikum zu sitzen und der Aufführung beizuwohnen. Ein Buch, das nicht nur Theaterbesucher zu Gesprächen anregt. Monika Aeschlimann

Titel: Der Tod auf dem Apfelbaum
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Atlantis, 2015
ISBN: 978-3-7152-0701-8
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Tod
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 14.09.2015
Der Tod auf dem Apfelbaum
Fuchs und Füchsin sind alt geworden. Sie ärgern sich über die Tiere, die ihnen ihre Äpfel wegfressen. Da verzaubert das gefangene Hermelin den Apfelbaum und wird dafür vom Fuchs freigelassen. Künftig bleiben alle Apfeldiebe im Baum kleben, so eines Tages auch der Tod. Der Fuchs kann sein Leben verlängern, aber er wird immer einsamer, weil seine Frau und nach und nach alle Bekannten um ihn herum wegsterben. Schliesslich lässt er den Tod frei. "Dann umarmen sie sich, und dem alten Fuchs wird ganz leicht dabei."
> Eine alte Geschichte, hier neu als Fabel erzählt und illustriert. Der Wunsch nach ewigem Leben überfordert alles Lebende. Der weisse, sanfte und geduldige Fuchs-Tod hat nichts Bedrohliches. Er wartet, bis er erwünscht und der einsame, lädierte Fuchs bereit ist. Prägnante Bilder, meist in Ausschnitten, visualisieren die Geschichte. Besonders gefällig: Die Darstellung von Fell und Federn. Ein Buch, mit dem sich das Lebensende auch für Kleine gut thematisieren lässt. Ulrich Zwahlen

Titel: "Was ist das?", fragt der Frosch
Kollation: A. d. Engl., geb., farb. illustr., unpag., 2. Aufl.
Verlag, Jahr: Sauerländer, 2015
ISBN: 978-3-7373-6084-5
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Tod, Trauer
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 29.08.2015
"Was ist das?", fragt der Frosch
Frosch, Schwein und Ente finden eine leblose Amsel. Ist sie krank? Der herbeigeeilte Hase weiss mehr: „Sie ist tot. Alles stirbt einmal.“ Auf einer selbst gebastelten Bahre tragen sie den Vogel zum nahen Hügel. Gemeinsam heben sie ein Grab aus und begraben die Amsel. Traurig machen sie sich auf den Heimweg. Plötzlich aber beginnt der Frosch ausgelassen zu hüpfen. Fröhlich tollen alle in der Wiese herum und geniessen das Leben.
> Nach dem Tod geht das Leben für die Trauernden weiter! Diese Tatsache ist im Bilderbuch auf natürliche Art sichtbar gemacht. Einfache Bilder und kurze, prägnante Aussagen machen die Geschichte schon für ganz kleine Kinder verständlich. Das Büchlein eignet sich bestens, um Kinder zum ersten Mal mit dem Tod und den Beerdigungsriten zu konfrontieren. Es werden sowohl Trauer und Ungewissheit als auch Fröhlichkeit und Spielfreude angesprochen. Ein berührendes und lebensbejahendes Bilderbuch. Esther Marthaler