Rezensionsdatenbank Info


Anzahl Resultate: 98
Titel: Maybe Now
Kollation: A. d. Amerikan., Broschur, 362 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2019
ISBN: 978-3-423-74050-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krankheit, Liebe
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 13.11.2019
Maybe Now
Endlich sind Sydney und Ridge offiziell zusammen. Ridge hat sich nach einer 6-jährigen Beziehung von Maggie getrennt. Aber er spielt immer noch eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Das ist für alle Beteiligten nicht einfach. Denn Maggie leidet an einer Krankheit, die ihr nur noch wenige Jahre Leben vergönnt. Sie hat keine Familie, und wenn sie Hilfe braucht, meldet sie sich bei Ridge. Maggie hat eine Liste mit Dingen, die sie in ihrem Leben noch tun will. Sie beginnt mit dem Fallschirmspringen und trifft auf den faszinierenden Jake. Maggie weiss nicht, ob sie die Nähe zu Jake zulassen will oder nicht. Gleichzeitig erleidet sie einen Rückschlag in ihrer Krankheit und braucht Ridge.
> Der Abschluss der Liebesgeschichte von Sydney und Ridge sowie der Beginn der Liebe zwischen Maggie und Jake werden aus Sicht der wichtigsten Beteiligten erzählt und sind süffig zu lesen. Dabei geht es um die Analyse der verschiedensten Gefühle sowie die Schlussfolgerungen und Handlungen, die sich daraus ergeben. Karin Schmid

Titel: Auf einer Skala von 1 bis 10
Kollation: A. d. Engl., geb., 219 S.
Verlag, Jahr: Chicken House, 2019
ISBN: 978-3-551-52111-8
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 25.10.2019
Auf einer Skala von 1 bis 10
Tamar verletzt sich selbst und versuchte sich umzubringen. Nun wird sie nach Lime Grove gebracht, einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung für Jugendliche. Sie trifft auf andere Teenager, die alle gegen ihre eigenen persönlichen Monster zu kämpfen haben. Täglich müssen in Therapiesitzungen Fragen zum eigenen Befinden beantwortet werden; die Skala von 1 bis 10 soll dabei helfen. Medikamente werden verabreicht und trotz einiger Rückschläge befindet sich Tamar bald auf dem Weg der Besserung. Doch über ihr grösstes Trauma, Iris' Tod, für den sie sich verantwortlich fühlt, spricht sie nicht.
> Ob der Alltag in einer psychiatrischen Klinik tatsächlich so aussieht, wie von der jungen Autorin beschrieben, ist schwierig zu beurteilen. Einiges wirkt unglaubwürdig, gar unsinnig. Und doch geht einem Tamars Zustand an die Nieren; es scheint, als wisse Ceylan Scott genau, wovon sie schreibt. Gut, dass im Anhang eine Liste mit hilfreichen Adressen und Telefonnummern zu finden ist. Aufwühlend. Sandra Dettwyler

Titel: Lotte und die Chemo-Männchen
Kollation: Geb., farb. illustr., 37 S.
Verlag, Jahr: Patmos, 2019
ISBN: 978-3-8436-1182-4
Kategorie: Sachbuch
Schlagwort: Krankheit, Spital
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 25.10.2019
Lotte und die Chemo-Männchen
Als Lotte die vielen blauen Flecken auf ihren Beinen entdeckt, ahnt das 5-jährige Mädchen noch nicht, dass mit ihrem Blut etwas nicht stimmt. Anstelle von roten und weissen Legosteinen (Blutkörperchen) wohnen schwarze Legosteine in ihrem Blut. Damit diese verschwinden, müssen Chemo-Männchen ihre Arbeit aufnehmen. Das bedeutet für Lotte viele Tage Krankenhaus, verschiedene Medikamente, der Verlust ihrer Locken sowie gute und schlechte Tage. Doch im Krankenhaus lernt Lotte auch Tayo kennen.
> Die junge Autorin erklärt mit bildhafter und kindgerechter Sprache das komplexe Thema Krebs, insbesondere die Leukämie. Das fundierte Wissen der Autorin ist gut spürbar. Den Gefühlen der Eltern und Geschwister wird genauso Beachtung geschenkt wie dem Spitalablauf oder den gesundheitlichen Talfahrten der kleinen Patientin. Auch der Tod eines Kindes wird thematisiert. Die Illustrationen begleiten den Text hervorragend und ergänzen dort, wo Worte manchmal fehlen. Ein klärendes Buch für Kinder ab vier Jahren. Annina Otth

Titel: Seifenblase
Kollation: A. d. Engl., kartoniert, farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Reprodukt, 2019
ISBN: 978-3-95640-182-4
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie, Krankheit
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
kontrovers
Rezension publiziert: 25.10.2019
Seifenblase
Die Mama lebt in einer Seifenblase. Das kleine Mädchen kann sich nicht an die Zeit vor der Seifenblase erinnern. In der Blase können sie zusammen frühstücken, Mittagsschlaf machen und malen. Aber in den Wald gehen oder draussen spielen kann die Mama nicht, auch wenn sie das sehr gerne möchte. Eines Tages platzt die Blase und das Mädchen und die Mama können zusammen Eis essen gehen.
> Die Illustratorin Geneviève Castrée erschuf dieses sehr persönliche Pappbilderbuch in den letzten Wochen ihres Lebens für ihre kleine Tochter. Das Buch endet im Gegensatz zur Realität optimistisch. Castrées Krankheit wird mit keinem Wort erwähnt. Nur die Seifenblase, die die Mutter umgibt, und der teils sichtbare Sauerstoffschlauch deuten darauf hin. Die liebevoll gemalten Figuren scheinen vor dem hellen Hintergrund zu schweben. Die Zielgruppe dieses Buches ist nicht eindeutig auszumachen. Im Gegensatz zum anspruchsvollen Inhalt der Geschichte spricht das gewählte Format Kleinkinder an. Sehr berührend. Karin Böjte

Titel: Bis bald, Opa!
Kollation: Geb., s.w. illustr., 151 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2019
ISBN: 978-3-7795-0622-5
Kategorie: Belletristik
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.10.2019
Bis bald, Opa!
Daniel freut sich auf die Weihnachtsferien. Zusammen mit seiner Mutter und ihrem neuen Freund und dessen nerviger Tochter Svenja geht es nach Südafrika zu Daniels miteinander verheirateten Opas. Vor allem freut er sich auf die Kinder der beiden – den stummen Sive und Panana. Wenn Svenja nur nicht immer so nerven würde! Doch dann erfährt Daniel von der Krankheit seines Opas. Wird dies etwa das letzte gemeinsame Weihnachtsfest sein?
> In diese warmherzige Familiengeschichte mit viel Lokalkolorit bettet der Autor die Vielseitigkeit unserer Gesellschaft ein und beweist dabei grosses Erzähltalent. Den Themen Homosexualität, Sterben, Armut und Behinderung nähert er sich mit leichter Hand, gestützt durch einen tröstlich heiteren Unterton, und überzeugt mit klar verständlicher Sprache. Auch Erwachsene regt die unaufdringliche, aber eindrückliche Geschichte zum Nachdenken an. Schwarze Federzeichnungen greifen die Kapitel im Kernpunkt auf. Ein feinsinniges, so manches Tabu brechendes Buch. Christina Weirich

Titel: Charlie kriegt die Flatter
Kollation: Geb., s.w. illustr., 228 S.
Verlag, Jahr: cbj, 2019
ISBN: 978-3-570-17626-9
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krankheit, Lustiges
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 03.10.2019
Charlie kriegt die Flatter
Beim ersten Mal, als es passiert, verwandelt sich Charlie in eine Spinne, beim zweiten Mal in eine Taube und beim dritten Mal in einen Floh. Doch weshalb? Zusammen mit seinen drei besten Freunden versucht er die Ursache für seine Verwandlungen herauszufinden. Die Zeit drängt, denn bald findet die Schulaufführung statt, während der ein derartiger Zwischenfall nicht passieren darf.
> Rasch stellt sich heraus, dass Charlies Reaktionen im Zusammenhang mit Stress, Angst und Sorgen stehen. Trotz dieser ernsthaften Thematik erzählt Sam Copeland äusserst witzig und locker. Die Krankheit von Charlies Bruder spielt auf den ersten Blick nur am Rande eine Rolle, stellt sich gegen Ende allerdings als zentrales Element heraus. Während seiner Erzählung befindet sich der Autor permanent im Dialog mit den Lesenden, wendet sich in Fussnoten und einem Zwischenkapitel an sie oder beantwortet ihre Fragen. Ein grosser Lesespass, frisch und frech, mit gut getarnter Tiefgründigkeit. Sandra Dettwyler

Titel: Drei Schritte zu dir
Kollation: A. d. Amerikan., geb., 298 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2019
ISBN: 978-3-423-76252-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krankheit, Liebe
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 11.09.2019
Drei Schritte zu dir
Stella und Will könnten nicht unterschiedlicher sein. Sie ist organisiert und optimistisch, er chaotisch und selbstzerstörerisch. Doch eines haben sie gemeinsam: die unheilbare Krankheit Mukoviszidose. Sie treffen bei einem ihrer unzähligen Aufenthalte im Spital aufeinander und sind trotz ihren Differenzen sofort voneinander fasziniert. Die Krankheit erlaubt jedoch keinen Körperkontakt, weil die Bakterien eines anderen Patienten lebensgefährlich werden können. Für die beiden Verliebten ist dieser Abstand sehr schwierig einzuhalten.
> Erst nach dem gleichnamigen erfolgreichen Kinofilm erschien diese berührende Geschichte um zwei unheilbar kranke Jugendliche als Roman. Viel erinnert an „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“. Mukoviszidose, auch zystische Fibrose genannt, ist eine heimtückische Krankheit, und die meist jungen Patienten müssen auf vieles verzichten. Das Buch mit dem stimmigen Cover macht darauf aufmerksam und sollte schon allein deshalb in keiner Bibliothek fehlen. Rita Racheter

Titel: Willkommen in der Villa Bernstein
Kollation: Geb., s.w. illustr., 218 S.
Verlag, Jahr: Atrium, 2019
ISBN: 978-3-85535-635-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Freundschaft, Krankheit
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 11.09.2019
Willkommen in der Villa Bernstein
Um sich von ihren Asthmaanfällen zu erholen und um zu lernen, gelassener mit der Krankheit umzugehen, soll Ava die langen Sommerferien ohne Eltern an der Ostsee verbringen. Dort ist sie zusammen mit anderen Kindern in der heimeligen Villa Bernstein untergebracht. Doch anstatt sich brav an die Hausordnung zu halten, erlebt Ava ein richtig spannendes Abenteuer und hilft erst noch, den Ruf eines alten Seebären wiederherzustellen. Sie erfährt dabei, wie beglückend echte Freundschaft sein kann.
> Unsicherheit und Angst vor körperlichem Versagen werden in dieser Geschichte durch Mut und echten Zusammenhalt in der Gruppe überwunden. Der Arzt und die Schwestern sind für einmal nicht gestrenge Respektspersonen, sondern verständnisvolle, warmherzige Betreuende. Die stets guten Absichten aller Beteiligten schwächen leider den Nervenkitzel ein wenig ab. Zahlreiche Zeichnungen bereichern und ergänzen das aus der Perspektive der Kinder geschriebene Buch. Monika Fuhrer

Titel: Nichts als Liebe im Universum
Kollation: A. d. Engl., Broschur, 336 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2019
ISBN: 978-3-423-65030-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krankheit, Liebe
Alter: ab 13
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 01.07.2019
Nichts als Liebe im Universum
Mattys Vater ist zu nichts nütze. Er glaubt, dass das Feld hinter dem Haus ein magischer, von Ausserirdischen auserkorener Ort sei. Im Internet lockt er gleichgesinnte Follower und Followerinnen an und betrügt mit ihnen Mattys Mutter. Als er eines Tages mit einer durchbrennt, findet der Junge das halb so schlimm. Da lernt er Priya kennen, ein zartes Mädchen, das behauptet, eben gerade von einem fernen Planeten gekommen zu sein. Matty versucht nun, mit Hilfe seiner Freunde das Geheimnis um Priya zu lüften.
> Die eigene Familie bricht auseinander. Die vielen gemeinsamen Momente mit dem Vater fehlen dem Jungen, ohne dass er sich dessen klar bewusst wird. Umso leidenschaftlicher stürzt er sich in eine Beziehung mit der geheimnisvollen Priya, die aber todkrank ist und ihn traurig zurücklässt. Allzu lange verliert die Autorin sich in Details und bringt in den tagebuchartigen Aufzeichnungen die Handlung nicht voran. Erst am Ende des Buches gelingt es ihr, die Einfühlsamkeit des Jungen zu zeigen. Monika Fuhrer

Titel: Der Maulbeerbaum
Kollation: A. d. engl., geb., 249 S.
Verlag, Jahr: Urachhaus, 2019
ISBN: 978-3-8251-5182-9
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Freundschaft, Krankheit
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 31.05.2019
Der Maulbeerbaum
Schon zwei Mädchen hat der alte Maulbeerbaum geholt, sagt man, und Immy werde die dritte sein. Der Aberglaube sitzt tief in den Bewohnerinnen und Bewohnern des Dorfes, in das die Familie Watts für ein Jahr zieht. Immy und ihre Eltern werden misstrauisch beäugt, nachdem sie in das verfluchte Haus gezogen sind, und Immy fällt es schwer, Freunde zu finden. Von Neugier, Wut und Angst getrieben will sie herausfinden, was mit den beiden verschwundenen Mädchen wirklich geschehen ist, und kommt dem Schicksal des Baumes bald auf die Spur.
> Bis fast zum Ende ist nicht klar, ob man es eher mit einem Kriminalfall oder einer mysteriösen Geschichte zu tun hat. In Immys Leben geht es abgesehen davon aber um ganz reale Dinge wie Schule, Freundschaften und einen depressiven Vater. Ein spannendes Debüt, das leider hinter einem etwas zu kindlichen Cover steckt und einzelne Ungereimtheiten aufweist. Trotzdem lesenswert. Sandra Dettwyler

Titel: Mein Andersopa
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Carl Hanser, 2018
ISBN: 978-3-446-26057-3
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie, Krankheit
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 30.04.2019
Mein Andersopa
Nele erlebt zwei Opas in einem. Der eine ist ein freundlicher Herr mit Hut, der seine Wohnung und seinen Garten in Ordnung hält und gerne fischt. Er kümmert sich um Nele, wenn ihre Mutter arbeitet. Nach den Ferien trifft Nele auf einen veränderten Opa. Erst öffnet er die Türe nicht, erscheint dann im Pyjama und verhält sich ungewohnt. Zusehends passt Nele auf ihn auf. Seine Verwirrung nimmt zu. Nach der Diagnose tröstet die Mutter Nele, sie habe einfach einen Andersopa, der von nun an bei ihnen wohne.
> Das Buch beginnt bildhaft originell, indem beide Opas auf der ersten Doppelseite erscheinen. Die siebenjährige Protagonistin erzählt munter und rührend von ihrer Beziehung zum Andersopa und dem Verlauf seiner Krankheit. Diese wird nicht namentlich genannt; auf welch natürliche Art sie akzeptiert wird, macht die Stärke der Geschichte aus. Das Buch ist grossartig illustriert, mit subtilen Details. Die hellen, nuancenreichen Farben unterstreichen die positive Grundstimmung. Eveline Schindler

Titel: Roberta und das Herzwunschwunder
Kollation: A. d. Schwed., geb., 206 S.
Verlag, Jahr: Fischer Sauerländer, 2018
ISBN: 978-3-7373-5572-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krankheit, Tod
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 30.04.2019
Roberta und das Herzwunschwunder
Robertas Freundin Charlotte ist schwer krank. Sie braucht dringend ein neues Herz, wird von Tag zu Tag schwächer. Robertas letzte Hoffnung ist der eben erst ersteigerte magische Globus: Falls man es schafft, je etwas Wasser oder Erde aus fünf verschiedenen Ländern zusammenzukriegen, kann man sich etwas wünschen – es darf aber kein Wunsch sein, bei dem der Tod eine Rolle spielt.
> Die Mädchen sprechen über ihre Ängste und ihre Vorstellungen vom Tod; ein Pfarrer, dem Roberta begegnet, bringt seine Sicht der Dinge ein. Letztendlich ist es kaum die Magie, welche Charlotte das Leben rettet, sondern der Unfalltod eines anderen Kindes. Diese Episode ist leider sehr realitätsfremd und platt. Die Kombination verschiedenster Themen wie Magie, Freundschaft, berufstätige Eltern, Krankheit und Tod macht den Roman jedoch zu einer interessanten Lektüre, die sowohl Vergnügen bereitet als auch zum Nachdenken anregt. Sandra Dettwyler

Titel: Der Riesentöter
Kollation: A. d. Engl., geb., 351 S.
Verlag, Jahr: Freies Geistesleben, 2017
ISBN: 978-3-7725-2757-9
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Abenteuer, Krankheit
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.10.2018
Der Riesentöter
Wenn Laurie Valentine zu erzählen beginnt, öffnet sie für die Kinder der Krankenstation eine Tür, die auf die andere Seite der Wirklichkeit führt. Dort wandern sie alle gemeinsam auf der Nordroute, wo sie dem kleinen Jimmy und seinem Vater begegnen. Dieser lässt seinen Sohn als Krüppel heranwachsen, um aus ihm Profit zu schlagen. Jimmy zieht los, um den Riesen Colosso zu töten, und wächst dabei über sich hinaus. Tag für Tag erzählt Laurie die Geschichte vom Riesentöter, von Gnomen, Greifen und Mantikoren. Die Kinder lauschen gebannt, versuchen in die Geschichte einzugreifen, bis sie selber Teil davon werden.
> Mit dem „Riesentöter“ weckt der Autor die Erinnerung an eine in Vergessenheit geratene Krankheit: die Polio. Beeindruckt und betroffen folgt man dem Schicksal der erkrankten Kinder, welche nur gefangen in riesigen Beatmungsmaschinen überleben können. Lauries Geschichte hilft ihnen, gedanklich auszubrechen in eine fiktive Welt mit gewaltigen Gestalten. Sprachlich wuchtig und betörend. Marcella Danelli

Titel: Spinster Girls – Was ist schon normal?
Reihe: Spinster Girls 1
Kollation: A. d. Engl., Broschur, 406 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2018
ISBN: 978-3-423-71797-7
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Freundschaft, Krankheit
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 27.08.2018
Spinster Girls – Was ist schon normal?
Evie will einfach nur normal sein. Sie ist auf gutem Weg dazu und kann ihre Medikamente reduzieren. Am neuen College weiss niemand, dass sie unter einer Zwangsstörung leidet. Die 16-Jährige will jetzt das Teenagerleben geniessen. Ihre erste Party endet zwar im Chaos, aber dafür lernt sie Amber und Lottie kennen. Mit den neuen Freundinnen gründet sie den Spinster-Girl-Club. An regelmässigen Treffen stellen die drei Verhaltensregeln auf und diskutieren über Frauenthemen. Kann Evie dort auch über ihre Krankheit sprechen?
> Der erste Band einer Trilogie über Feminismus überzeugt durch eine sorgfältig aufgebaute Dramaturgie und eine glaubwürdig gezeichnete Hauptfigur. Dank vielen Dialogen, Passagen mit feministischem Gedankengut, Genesungstagebucheinträgen, Rückblenden und Gedankensplittern ermöglicht die stilsichere Ich-Erzählung eine gute Identifikation mit einer Figur, die unter psychischen Problemen leidet. Ein engagiertes Buch über einen Teenageralltag unter erschwerten Bedingungen. Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Unerwartete Hilfe für Sabi
Kollation: Geb., farb. illustr., 24 S.
Verlag, Jahr: blue bubble, 2018
ISBN: 978-3-9524454-3-3
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Gefühle, Krankheit
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 07.06.2018
Unerwartete Hilfe für Sabi Ein Leben mit einer chronischen Erkrankung
Sabi liegt mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung im Spital und hat heftige Schmerzen. Da beginnt ihr Stoffbär zu sprechen und entführt sie ins Bärenland. In diesem „Land ohne Schmerzen“ hat jeder Bär die Aufgabe, sich um ein krankes Kind zu kümmern und es zu verwöhnen. Sabi trifft dort den ebenfalls kranken Jens, mit dem sie sich sofort gut versteht, und es gelingt den beiden, ihre Freundschaft in die „reale Welt“ zu retten.
> Die selbst erkrankte Autorin will, da es keine Heilung gibt, den Kindern helfen, mit ihrer Krankheit umzugehen. Nicht nur Schmerzen und Kraftlosigkeit belasten diese Kinder, sondern auch Isolation durch die vielen Schulfehltage. Hier können Kontakte zu anderen Betroffenen (auch über soziale Medien) und bei Schmerzen auch das Abtauchen in Fantasiewelten wohltun. Das Buch besticht nicht durch eine professionelle Gestaltung, dafür durch die einfühlsame Geschichte und eine liebevolle Illustration. Auf dass es viele Kinder ins Bärenland reisen lässt! Cornelia Brühlmann

Titel: Foster vergessen
Kollation: A. d. Engl., geb., 252 S.
Verlag, Jahr: Carlsen Königskinder, 2018
ISBN: 978-3-551-56042-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krankheit, Soziales
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 03.05.2018
Foster vergessen
«Ich vermisse Dads Geschichten. Mum ist oft schlecht gelaunt und kocht nie mehr richtig lecker. Sie arbeitet viel. Und ich muss auf Dad aufpassen, dabei hat er früher auf mich aufgepasst», antwortet der siebenjährige Foster auf die Frage des Pflegedienstes, der sich nach seinem Befinden erkundigt. Seine Mutter muss wegen der Demenzerkrankung ihres Mannes, der zu Hause gepflegt wird, für das Familieneinkommen sorgen. Dadurch wird Foster gezwungen, selbständig zu werden. Zudem muss er den Verlust des Vaters sowie die Sensationsgier taktloser Mitschüler und Verwandter aushalten, die nicht verstehen, dass auch junge Leute an Demenz erkranken können.
> Die berührende Geschichte wird sachlich aus der Perspektive des Kindes erzählt, das den geistigen Verfall des Vaters erlebt. Das ehrliche, wichtige Buch zeigt, wie unterschiedlich die Angehörigen Demenzkranker mit dem Verlust des Partners umgehen. Dabei erfahren die Lesenden viel über den anstrengenden Alltag mit einem Dementen. Sehr lesenswert! Martina Friedrich

Titel: Für immer Alaska
Kollation: A. d. Niederländ., geb., 173 S.
Verlag, Jahr: Carlsen, 2018
ISBN: 978-3-551-55378-2
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krankheit, Mut
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 12.04.2018
Für immer Alaska
Am ersten Morgen des neuen Schuljahres wird Sven von seinem Vater per Auto zur Schule gefahren, und Parker braust per Rad dorthin. Für beide ist es eine Mutprobe: Der Junge leidet an Epilepsie, und das Mädchen ist traumatisiert, nachdem es Zeugin eines bewaffneten Überfalls geworden ist. Von der ersten Stunde an hassen sich die beiden. Doch Alaska, der Assistenzhund, verbindet Sven und Parker, ohne dass sie es zunächst wissen. Durch ihn lernen sie, sich ihren Ängsten zu stellen und gemeinsam ins "normale" Leben zurückzufinden.
> Abwechslungsweise lässt die Autorin Sven und Parker die spannende Geschichte erzählen. In kurzen Skizzen stellen die Jugendlichen ihre Gedanken und Gefühle dar und beschreiben die Reaktionen ihrer Mitmenschen. Die Gemütslage, die Ängste und deren Überwindung werden so glaubhaft vermittelt, und die Lesenden können sich gut in die Lage der Protagonisten versetzen. Auf diese Weise leistet das Buch einen wertvollen Beitrag zum Verständnis von Epilepsie und Traumata. Monika Fuhrer

Titel: Was von mir übrig bleibt
Kollation: A. d. Engl., geb., 396 S.
Verlag, Jahr: Carlsen, 2017
ISBN: 978-3-551-58373-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krankheit, Liebe
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 11.03.2018
Was von mir übrig bleibt
Sammie erhält die Diagnose, dass sie an Niemann-Pick Typ C erkrankt ist. Dies ist eine Art Demenz, die zum Tod führt. Sie weiss, dass sie in Zukunft nicht mehr auf ihr kluges Gehirn zählen kann. Vorerst will sie aber weiterhin die Beste in der Schule sein, die Abschlussrede halten und an die Debattiermeisterschaft in Boston gehen. Dort hat sie nun zum ersten Mal einen Aussetzer; sie weiss nicht mehr, wo sie ist. Zu Hause wird Sammie bewusst, dass sie sich neu ausrichten muss. Sie wird nicht studieren können. Da beginnt sie, sich mit Stuart zu unterhalten, in den sie schon lange verliebt ist. Und sie trifft ihren Kindheitsfreund Cooper wieder.
> Sammie schreibt gewitzte und kluge tagebuchartige Berichte über ihre Erlebnisse und Gefühle – eine Aktion gegen das Vergessen. Ihr verzweifelter Kampf gegen die unaufhaltbare Krankheit ist schonungslos dargestellt und herzergreifend. Er berührt in der Art, wie Sammie sich verändert und neu entdeckt und dabei immer leben will. Karin Schmid

Titel: Nulli und Priesemut sind krank
Reihe: Nulli und Priesemut
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Lappan, 2017
ISBN: 978-3-8303-1277-2
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Freundschaft, Krankheit
Alter: ab 4
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 26.11.2017
Nulli und Priesemut sind krank
Hase Nulli verschluckt sich beim gemeinsamen Frühstück mit Frosch Priesemut an einer Karottenscheibe und kommt dank dem beherzten Eingreifen seines Freundes mit dem Schrecken davon. Er soll sich ausruhen und erholen, meint der Frosch und verordnet Sofaruhe. Nulli gefällt das "kranker-Hase-Spiel", Priesemut hingegen geht das anspruchsvolle Herumdirigieren des Patienten bald auf die Nerven. Schneller als gedacht, wechseln die Rollen. Der grosse Showdown wartet mit Gips und Krankenbesuchen auf und zeigt: Nette Patienten bleiben selten allein.
> Ein weiterer Band von den beiden aus der Sendung mit der Maus bekannten Freunden. Lustige Bilder und ein gelungener Text zum Vorlesen und für Erstleser zeichnen dieses Büchlein aus. Es erzählt über die Langeweile, wenn man das Bett zu hüten hat, die Hilfsbereitschaft, gute Freunde, Krankheit und Erste Hilfe. Eine humorvolle Begleitung für Kinder, denen es genauso geht wie Frosch und Hase. Andrea Eichenberger

Titel: Sadako – Ein Wunsch aus tausend Kranichen
Kollation: Geb., s.w. illustr., 138 S.
Verlag, Jahr: Aladin, 2017
ISBN: 978-3-8489-2099-0
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 08.11.2017
Sadako – Ein Wunsch aus tausend Kranichen
Hiroshima 1955: Im Ziel eines Staffelrennens bricht die zwölfjährige Sadako bewusstlos zusammen. Kurz darauf diagnostizieren die Ärzte Leukämie, auch Atombombenkrankheit genannt. Sadako vertreibt sich fortan die Zeit mit dem Falten von Papierkranichen. Einer Legende nach wird ein Wunsch wahr für jene Person, die 1000 Kraniche faltet. Sadako gibt nicht auf, aber leider wird ihr Wunsch nicht erfüllt.
> Diese Geschichte beruht auf wahren Tatsachen. Nach Sadakos Tod gründeten ihre Schulfreundinnen einen Club und sammelten Geld für ein Denkmal, welches heute als Symbol für den Weltkinderfrieden im Friedenspark von Hiroshima steht. Jedes Jahr schicken Kinder aus aller Welt gefaltete Kraniche nach Japan (Faltanleitung und Adresse hinten im Buch). Im Anhang finden sich Informationen über den geschichtlichen Hintergrund, Sadakos Biografie und ein Glossar mit japanischen Wörtern. Feine Bleistiftzeichnungen ergänzen den eindrücklichen Text passend. Eine berührende Lektüre. Madeleine Steiner

Titel: Am Ende der Welt traf ich Noah
Kollation: Geb., 349 S.
Verlag, Jahr: Loewe, 2015
ISBN: 978-3-7855-8127-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krankheit, Liebe
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.10.2017
Am Ende der Welt traf ich Noah
"Villa Morris" heisst das heruntergekommene Gebäude, in dem die 17-jährige Marlene landet. Die junge Frau hat sich entschieden, aus ihrem behüteten Leben auszubrechen und eine neue Identität anzunehmen. Ein fremder roter Koffer bietet ihr die Möglichkeit dazu. Auf dem abgelegenen Anwesen trifft sie den blinden Noah, dem sie als Irina Pawlowa das Schwimmen beibringen soll. Marlene verliebt sich heftig in den jungen Mann. Doch irgendetwas stimmt nicht im sogenannten Paradies, denn Noah darf die Villa unter keinen Umständen verlassen.
> Irmgard Kramer fesselt in ihrem neuen Roman durch eine ganz spezielle Atmosphäre, wie man sie aus Grusel- und Kriminalromanen kennt. Die geheimnisvolle Umgebung und ein merkwürdiges Personengefüge erzeugen eine packende Spannung, die sich erst auf den letzten Seiten durch ein ebenso verblüffendes wie unerwartetes Ende löst. Titel und Inhalt erhalten eine völlig neue Bedeutung und machen den Roman so zu einem nicht oft gesehenen schriftstellerischen Wurf. Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Hochgradig unlogisches Verhalten
Kollation: A. d. Engl., geb., 233 S.
Verlag, Jahr: Carl Hanser, 2017
ISBN: 978-3-446-25705-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Freundschaft, Krankheit
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 24.09.2017
Hochgradig unlogisches Verhalten
Lisa hat ein Ziel: In einem Jahr will sie das Städtchen Upland verlassen und an der Uni Psychologie studieren. Dazu muss sie einen Bewerbungsbrief verfassen, in dem sie ihre Erfahrung mit einer psychischen Erkrankung schildert. Als Studienobjekt soll ihr der ehemalige Schulkamerad Solomon dienen, der seit 3 Jahren sein Haus nicht mehr verlassen kann, da er unter Panikattacken leidet. Zusammen mit ihrem Freund Clark gelingt es Lisa, dem kranken Jungen Mut und Lebensfreude zurückzugeben und seinen Zustand zu verbessern.
> Was als Studie beginnt, entwickelt sich zu echter Anteilnahme. Lisa und Clark lernen Sol als liebenswerten Spielkameraden und Diskussionspartner kennen. Sie durchschauen seine Taktik, mit den Einschränkungen zu leben, die seine psychische Verfassung ihm auferlegt. Das Dilemma, egoistische Ziele der wirklichen Genesung des "Studienobjektes" zu opfern, ist nicht einfach zu lösen und regt zum Nachdenken an. Monika Fuhrer

Titel: Nachts am Fluss
Kollation: A. d. Engl., Broschur, 234 S.
Verlag, Jahr: Carlsen, 2017
ISBN: 978-3-551-31500-7
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krankheit, Liebe
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 09.08.2017
Nachts am Fluss
Arcadia Wells (18) leistet mehr als die meisten jungen Frauen ihres Alters. Nach dem Tod der Mutter kümmert sie sich um ihren Vater und den noch kleinen Bruder. Als sie an einer Party zwei Jungs, die auf der Durchreise sind, kennen lernt, verliebt sie sich und findet, sie habe eine Auszeit verdient. So begleitet sie die beiden zusammen mit einer Freundin für ein paar Tage. Trotz den Warnungen ihres Vaters und des plötzlichen Verschwindens ihrer Freundin vertraut sie den zwei Fremden und merkt nicht, dass sie sich damit in Lebensgefahr begibt.
> In gepflegter Sprache und dank der spannenden Handlung zieht die Autorin die Lesenden in die Geschichte hinein. Lange Zeit erscheint das Verhalten der Mädchen gar nicht so unüberlegt und die Jungs sind einfach geheimnisvoll. Doch gegen das Ende verliert das Buch etwas an Glaubwürdigkeit. Die Stärken von Arcadia sind zwar bewundernswert, aber ob ein Mädchen ihres Alters sich in der Realität auch wirklich auf das Abenteuer eingelassen hätte? Monika Fuhrer

Titel: Daniel is Different
Kollation: CD. Lesung, ca. 309 Min., 4 CD's
Verlag, Jahr: Argon Hörbuch, 2017
ISBN: 978-3-8398-4142-6
Kategorie: Nonbook
Schlagwort: Freundschaft, Krankheit
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.06.2017
Daniel is Different
Daniel (13) hält sich selber für unscheinbar und verrückt. In der Schule unterhält er sich meistens mit seinem einzigen Freund, beim Training in der Football-Mannschaft kümmert er sich hauptsächlich um die Getränke und zu Hause schreibt er an einem Buch. Manchmal leidet Daniel an einer Art Panikattacken, hat Mühe mit gewissen Zahlen oder muss zwanghaft den Lichtschalter viele Male ein- und ausschalten. Da spricht ihn auf einmal Sara an, die eigentlich mit niemandem redet. Sie meint, Daniel und sie seien Sternenkinder und diese müssten einander helfen. So sagt Daniel zu, Sara bei der Suche nach ihrem vermissten Vater zu helfen.
> Wesley King öffnet die vielen unbekannte Welt der Gefühle und Erlebnisse eines Jugendlichen, der an Zwangsstörungen leidet. Dies ist sehr berührend und Philipp Schepmann vertieft diesen Eindruck in der Interpretation des Textes durch ruhige und doch intensive Emotionalität, mit einer jugendlichen, leicht brüchigen Stimme für Daniel. Leicht zugänglich und nachhallend. Karin Schmid

Titel: Daniel is different
Kollation: A. d. Engl., geb., 302 S.
Verlag, Jahr: Magellan, 2017
ISBN: 978-3-7348-4710-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krankheit, Pubertät
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 29.04.2017
Daniel is different
Daniel, eine magere, exzentrische 13-jährige soziale Absurdität mit nur einem richtigen Freund, ist sich bewusst, dass er verrückt ist. Trotzdem versucht er, dies vor allen zu verheimlichen. Beim Footballspielen legt er mit den Trinkbechern akkurate geometrische Muster, rund zehn Mal am Tag wird er von "Zaps" überwältigt. In diesen Momenten hat Daniel das Gefühl, er müsse sterben, wenn er eine bestimmte Sache keine bestimmte Anzahl Mal macht. Jeden Abend führt er beim Zubettgehen ein mehrstündiges Zwangsritual durch. Daniel will aber am liebsten normal sein. Er ist in eines der beliebtesten Mädchen verliebt. Als ihn eines Tages in der Schule die komische "Psycho-Sara", die nie ein Wort spricht, grüsst, weiss Daniel, dass er definitiv gaga ist. Sara will, dass er ihr bei der Suche nach ihrem vermissten Vater hilft. Und sie weiss mehr über Daniel, als er vor sich selbst zugeben möchte.
> "Daniel is different" ist ein Jugendbuch, in dem es um Zwangsstörungen geht, aber auch um die ganz normalen Probleme eines Heranwachsenden. Weitere Themen sind Freundschaft und Zusammenhalt, Liebe und die Fähigkeit, sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist. Die Geschichte liest sich leicht, hat viele humorvolle Dialoge und entwickelt sich von der Spannung her fast zu einem Thriller. Der Autor Wesley King schreibt in einem Nachwort, dass der Daniel in seinem Buch ein ziemlich identisches Abbild seiner selbst im Alter von dreizehn Jahren ist. Zwangsstörungen sind eine der häufigsten und gleichzeitig am wenigsten erforschten psychischen Erkrankungen der Welt. Der Autor will mit seinem Buch Betroffenen Hoffnung machen und sie dazu ermutigen, sich Hilfe zu holen. Auch allen zu empfehlen, die gerne ungewöhnliche Geschichten lesen. Maria Trifonov

Titel: Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden
Kollation: A. d. Engl., geb, 348 S.
Verlag, Jahr: Fischer FJB, 2017
ISBN: 978-3-8414-4007-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Entwicklung, Krankheit
Alter: ab 13
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 29.04.2017
Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden
"Flora – Sei mutig!" Diese Worte stehen auf der Hand der 17-Jährigen. Flora Banks hat ihr Kurzzeitgedächtnis verloren. An nichts, was seit ihrem 10. Geburtstag passiert ist, kann sie sich erinnern. Dann küsst sie Drake. Wenig später reist dieser in die Arktis. Und plötzlich ist da eine Erinnerung, die sie nicht wieder vergisst. Bewaffnet mit ihrem Handy und einem Notizbuch voller Gedankenstützen macht sie sich auf, um Drake zu suchen ...
> Emily Barrs Roman orientiert sich an Vorbildern mit dem gleichen Thema, wie z. B. "50 erste Dates". Die Ich-Erzählerin hat schon Jahre des Leidens hinter sich, als der Roman einsetzt. Durch Briefe wird die Vergangenheit der Protagonistin nach und nach aufgerollt und zeigt am Ende die erschreckende emotionale Überforderung der Eltern. Die Struktur der Geschichte mit unzähligen Wiederholungen ist von der Krankheit bestimmt, und dennoch dreht sich lange alles im Kreis. Eine nachhaltige Identifikation mit der Protagonistin wird dadurch erschwert. Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Wir beide in Schwarz-Weiss
Kollation: Geb., 313 S.
Verlag, Jahr: Arena, 2016
ISBN: 978-3-401-60219-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krankheit, Liebe
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 29.04.2017
Wir beide in Schwarz-Weiss
Kristina und Alex, ein Traumpaar? Die Kunststudentin und der Barista haben wenig gemeinsam, ausser dass sie beide versehrt sind: Er ist wegen seiner schwierigen Jugend traumatisiert und leidet am Borderline Syndrom. Sie hat den Tod ihrer Schwester noch nicht verarbeitet und versucht, in der Kunst ihre Gefühle auszudrücken. Als sie sich an einer Studentenparty begegnen, versteckt er sein Haschisch in ihrer Tasche, um bei der Polizeirazzia ungeschoren davonzukommen. Von da an entwickelt sich eine intensive Beziehung mit ungeahnten Höhen und Tiefen.
> Die Autorin zeichnet ein differenziertes Bild eines jungen Mannes, der an einer der häufigsten Persönlichkeitsstörungen leidet. Sie erzählt eine spannende Liebesgeschichte abwechslungsweise aus der Perspektive der beiden Hauptfiguren. So gelingt es ihr, das Geschehen auf kluge Weise zu kommentieren. Am Schluss des Buches finden sich Informationen und Ratschläge im Zusammenhang mit der Krankheit. Monika Fuhrer

Titel: Das U-Boot auf dem Berg
Kollation: Geb., 179 S.
Verlag, Jahr: Tulipan, 2017
ISBN: 978-3-86429-367-2
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Freundschaft, Krankheit
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 23.04.2017
Das U-Boot auf dem Berg
Mauritius Winkler, Weltmeister im Schweigen und Tiefseefanatiker, braucht drei Anläufe, um Mieke zu seiner Party einzuladen ... und scheitert! Der Laternenfisch Herr Glimm, sein einziger und imaginärer Freund, verschlingt diese Niederlage und taucht mit ihm in die Dunkelheit des Meeresgrundes ab. Dort ist Ruhe und Sicherheit – bis sein verrückter Onkel Christoph auftaucht. Die anfängliche Skepsis weicht der Bewunderung für die scheinbare Leichtigkeit, mit der sein Onkel den Alltag meistert. Durchgeknallt oder nicht, vom ihm erhält Mauritius sein lang ersehntes Geburtstagsgeschenk: ein U-Boot!
> Obwohl der fast 12-jährige Protagonist weiss, dass eine psychische Krankheit das Verhalten seines Onkels verursacht, lässt er sich „anstecken“ und taucht aus der Meerestiefe auf. Dies spiegelt sich auch im Schreibrhythmus des Buches: manisch – lebendig, tiefgründig – traurig. Ein angenehm unterhaltsames Buch, welches psychische Krankheiten auf Kinderaugenhöhe thematisiert. Nathalie Fasel

Titel: Feuerschwester
Kollation: A. d. Engl., geb., 318 S.
Verlag, Jahr: Ravensburger, 2017
ISBN: 978-3-473-40148-2
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 11.04.2017
Feuerschwester
Als kleines Kind erlebt Alice Schreckliches: Unterkühlt und halb tot vor Hunger harrt sie neben ihrem toten Grossvater aus, bis sie endlich von den Nachbarn gefunden und betreut wird. Eine rastlose Jugendzeit, in der sie in verschiedenen Pflegefamilien und Heimen untergebracht wird, machen aus ihr ein psychisch krankes junges Mädchen. Da trifft sie ihren Jugendfreund Jason wieder. Er zieht sie in seine kriminellen Machenschaften, in Gewalt und Tod hinein.
> Der Autorin gelingt es auf spannende Art, den Lesenden Einblick in die Wahnvorstellungen der Protagonistin zu geben. Erst mit der Zeit finden sie heraus, dass vieles nicht real ist, sondern in der Einbildung von Alice geschieht. Hilfreich sind dabei die in den Haupttext eingestreuten Ausschnitte aus den Aufzeichnungen, die der Psychiater von seiner Patientin verlangt. So erfahren die Lesenden in Rückblenden, was das Mädchen erlebt hat, und können zugleich verfolgen, welche Ereignisse schliesslich zu ihrer Heilung beitragen. Monika Fuhrer

Titel: Nichts wünsche ich mir mehr
Autor: Hach, Lena
Kollation: Broschur, 203 S.
Verlag, Jahr: Beltz & Gelberg, 2017
ISBN: 978-3-407-82191-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krankheit, Liebe
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 03.04.2017
Nichts wünsche ich mir mehr
Katha hat ein Geheimnis, das ja niemand erfahren soll. Deshalb hält sie Freundinnen und Jungs auf Distanz. Das wird aber zunehmend schwieriger, als Jasper sich ernsthaft für sie zu interessieren beginnt und ihr nahekommen will – ganz nahe. Getragen von ihrer Familie probiert sie verschiedene Therapien gegen Alopezie aus. Wegen dieser Autoimmunerkrankung verliert sie alle Körperhaare und muss sich mit ihrem ungewohnten Aussehen abfinden. An einer Party findet sie heraus, dass eigentlich alle über ihr Problem Bescheid wissen, niemand es aber anzusprechen wagt. Von nun an beschreitet Katha einen neuen Weg.
> Es gelingt der Autorin, mit ihrer knappen jugendlichen Sprache die Verzweiflung und später das erwachende Selbstbewusstsein der Hauptfigur ohne Gefühlsduselei, ja sogar mit einer Prise Ironie zu beschreiben. Die Lesenden erfahren viel Wissenswertes über diese spezifische Krankheit. Das Buch regt aber grundsätzlich dazu an, sich Gedanken über Normen und Werte zu machen. Monika Fuhrer

Titel: Nest
Kollation: A. d. Engl., geb., 311 S.
Verlag, Jahr: Aladin, 2016
ISBN: 978-3-8489-2077-8
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 25.10.2016
Nest
Cape Code, 1972: Die elfjährige Chirp beobachtet gerne Vögel oder erfindet Choreografien. Sie lebt ein ganz normales Leben, bis bei ihrer Mutter Multiple Sklerose diagnostiziert wird. Für ihre Mutter, die Tänzerin ist, bricht die Welt zusammen. Sie fällt in eine schlimme Depression und muss in einer Klinik behandelt werden. Chirp versucht alles, um ihre Eltern aufzuheitern, und scheitert immer wieder. Ihr Freund Joey, der aus einer "Familie mit ernsthaften Problemen" kommt, steht ihr zum Glück zur Seite – selbst als Freunde und Bekannte nicht mehr wissen, wie sie Chirp helfen könnten.
> Die tragische Familiengeschichte wird aus der kindlichen Perspektive von Chirp erzählt. Manchmal klingt die Ich-Erzählerin ein bisschen wie ihr Vater, der Psychiater ist. Meist wirkt sie aber sehr authentisch und berührt mit ihrer Art. In der Geschichte kommen verschiedene schwierige Themen wie Depressionen, Selbstmord und Gewalt in der Familie zur Sprache. Das Buch ist gerade für jüngere Kinder zu schwere Kost. Karin Böjte

Titel: Der Tod kann mich mal!
Kollation: Geb., farb. illustr., 213 S.
Verlag, Jahr: Eden Books, 2016
ISBN: 978-3-959100-36-6
Kategorie: Sachbuch
Schlagwort: Krankheit, Tod
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 30.09.2016
Der Tod kann mich mal! 12 schwerkranke Jugendliche erzählen ihre Geschichte
Benjamin, 26, Darmkrebs. Celine, 17, Herzfehler und Lungenfehlbildung. Alex, 18, Skiunfall. Hinter diesen nüchternen Fakten stehen drei junge Menschen, drei Leben, drei Schicksale. Sie und neun weitere Jugendliche erzählen ihre Geschichten, die von langen Spitalaufenthalten, Operationen und Schmerzen handeln, aber auch von Hoffnung, Kraft und Lebenswillen. "Ich liebe mein Leben, trotz Krebs", sagt Benjamin. "Mein Körper ist oft schwach, ich aber bin es nicht", sagt Celine. "Der wichtigste Tag meines Lebens war der des Unfalls", sagt Alex.
> Kira Brück lässt die Betroffenen ihren Krankheitsverlauf selber erzählen, wobei die Berichte immer ähnlich aufgebaut sind und sprachlich ganz nah bei den Jugendlichen bleiben. Als Experten kommen zusätzliche Personen zu Wort, die beruflich oder anderweitig mit Schwerkranken oder gar Sterbenden zu tun haben. Sehr traurig, sehr eindrucksvoll, sehr berührend. Die Autorin empfiehlt im Übrigen allen Leserinnen und Lesern das Erstellen einer Bucket List. Sandra Dettwyler

Titel: Kalt bläst der Wind
Kollation: Geb., 183 S.
Verlag, Jahr: Obelisk Verlag, 2016
ISBN: 978-3-85197-827-8
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.08.2016
Kalt bläst der Wind
Nach dem Krebstod ihres Ehemanns versinkt die Mutter von Malena (15) in tiefer Depression. In materiell äusserst kümmerlichen Verhältnissen versucht die junge Frau, den Haushalt zu besorgen, ohne dass Aussenstehende von der Last etwas merken. Ein Brief kündet von Grossmutters Tod; das unerwartet geerbte Haus soll übernommen werden. Heimlich reist Malena ins ihr fremde Bergdorf, wo sie auf eine äusserst kompliziert verschlungene Familientragödie stösst. Warum erfährt sie erst jetzt, dass sie überhaupt eine Grossmutter gehabt hat? Warum hat ihre Mutter im Waisenhaus aufwachsen müssen?
> Sehr einfühlsam berichtet die Autorin über die materiellen und seelischen Nöte einer Heranwachsenden, auf der fast unlösbare Probleme lasten. Junge Leser können sich bestimmt in die bedrückenden Situationen einfühlen, die eine derart schwere Krankheit mit sich bringt. Es zeigt sich auch, dass ungeahnte neue Freundschaften hilfreich sein können, was den Wert des Buches erhöht. Siegfried Hold

Titel: Durchgebrannt
Kollation: Broschur, 143 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2011
ISBN: 978-3-423-78251-7
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krankheit, Eltern
Alter: ab 13
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Durchgebrannt
Der 14-jährige Florian ist hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu seiner Schwester und der Wut auf ihre Krebserkrankung, die alle Aufmerksamkeit der Eltern auf sich zieht. Auf einmal wird von ihm erwartet, dass er auf das Fussballlager verzichtet, auf das er sich so lange gefreut hat, nur um an der Geburtstagsfeier seiner Schwester im Krankenhaus dabei zu sein. Da flieht Flo Hals über Kopf vor der erdrückenden Situation zu seinen Freunden ins Camp. Er ist wild entschlossen, richtig Party zu machen. Doch er fühlt sich nicht lange frei, bald holt ihn die Wirklichkeit wieder ein.
> Der kurze Blick in Flos Familienleben zeigt viel von seiner schwierigen Situation. Die Geschichte ist rasant und in altersgerechter Sprache geschrieben, der Umgang der Jugendlichen untereinander teils überspitzt dargestellt. Schade, dass der Schluss so offen bleibt. Dafür eignet sich „Durchgebrannt“ bestens, um im Schulunterricht weiter über das Thema nachzudenken und zu diskutieren. Cornelia Brühlmann

Titel: Was passiert im Krankenhaus?
Kollation: Reihe: wieso? weshalb? warum? Spiralbindung, farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Ravensburger, 2011
ISBN: 978-3-473-32848-2
Kategorie: Sachbuch
Schlagwort: Spital, Krankheit
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Was passiert im Krankenhaus?
Wie kommt man ins Krankenhaus? Wo schlafen die Patienten? Was passiert im Operationssaal? Und wann dürfen Patienten wieder nach Hause? Diese und viele andere Fragen werden im vorliegenden Pappbilderbuch anschaulich und umfassend beantwortet. Es beginnt beim Rettungshubschrauber, der Verletzte transportiert, und endet mit dem Entlassen der kleinen Patienten.
> Die aufklappbare erste Seite zeigt ein Spital, in das man wie in ein Puppenhaus hineinschauen kann. Es dient als Überblick und als Inhaltsverzeichnis. Umfangreiche Erklärungen und viele detaillierte Bilder führen durch den Spitalalltag. Ein kleiner, koboldartiger Clown streut seine witzigen Fragen und Erklärungen ein. Klappen, die für weitere Informationen geöffnet werden können, machen neugierig. Es ist den Autorinnen bestens gelungen, den Spitalalltag in Wort und Bild zu erklären und darzustellen. Spannend für Erziehende und Kinder im Kindergartenalter, um gemeinsam hinter die Kulissen eines Krankenhauses zu schauen. Esther Marthaler

Titel: Wintermädchen
Kollation: A. d. Amerikan., Broschur, 351 S.
Verlag, Jahr: Ravensburger, 2012
ISBN: 978-3-473-58404-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krankheit, Sucht
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Wintermädchen
„Essen ist Leben. Und das ist das Problem. Wenn man am Leben ist, können die anderen einen verletzen. Es ist einfacher, in einen Knochenkäfig zu kriechen oder in eine Schneewehe der Verwirrung.“ Mit 14 Jahren schworen sich Lia und ihre Freundin Cassie, die dünnsten Mädchen der Schule zu werden. Als Cassie einige Jahre später an den Folgen ihrer Magersucht stirbt, wird auch Lias Leben wieder völlig vom Kampf gegen Kalorien bestimmt. Sie verweigert das Essen, verletzt sich immer wieder selbst und verliert, geplagt von Schuldgefühlen, zunehmend den Bezug zur Realität.
> Sehr offen und direkt beschreibt das Buch das körperliche und seelische Leiden einer jungen Frau, die sich im verzweifelten Versuch, alles zu kontrollieren, selbst verliert. Die bildreiche, zuweilen bruchstückhafte Sprache, in der Lia erzählt, durchgestrichene Sätze und die Anreihung sinnverwandter Wörter verstärken die dichte Atmosphäre des Romans. Eine belastende Lektüre, die aufwühlt und betroffen macht.

Titel: Die Prinzessin, die immer dünner wurde
Kollation: Geb., farb. illustr., 109 S.
Verlag, Jahr: Beyeler, 2011
ISBN: 978-3-033-02858-6
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.07.2016
Die Prinzessin, die immer dünner wurde
Prinzessin Dörte steht im Schatten ihrer jüngeren Schwester Gwendolein. Diese ist ihrer Schönheit und Zartheit wegen der Liebling aller. Auch die kräftige Dörte mag man, doch steht sie Gwendolein in vielem nach. Das bekümmert sie. Da tritt eine böse Fee in Dörtes Leben und rät ihr, schlanker zu werden. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf: Dörte wird ess- und brechsüchtig. Der ganze Hof gerät in diesen Strudel, lange Zeit ohne zu merken, worum es eigentlich geht. Schliesslich kann ein Prinz Dörte aus ihrem Wahn erlösen und zurück in die Gesellschaft führen.
> „Vorsicht, Zauberspiegel sind überall“ steht am Schluss des Buches. Zauberspiegel täuschen etwas vor, sie verfälschen Selbstwahrnehmung und Selbstvertrauen der Betroffenen. Da ist der Schritt in die Krankheit klein. Die Form des Märchens lässt die Autorinnen – auch sie Schwestern! – Schritt für Schritt aufzeigen, wie es zu Magersucht-Bulimie kommt. Ein hochaktuelles Buch, das dieses komplexe Thema ohne Moralin angeht. Ulrich Zwahlen

Titel: Sadakos Kraniche
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Michael Neugebauer Edition, 2011
ISBN: 978-3-86566-138-8
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Krankheit, Tod
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.07.2016
Sadakos Kraniche
Man schreibt das Jahr 1945. Dunkle Wolken hüllen die Stadt Hiroshima ein. Die kleine Sadako überlebt den Atomangriff der Amerikaner scheinbar unbeschadet. Doch Jahre später wird sie krank. Sie muss ins Krankenhaus, hofft aber, wieder gesund zu werden, denn eine Legende besagt, dass man einen Wunsch frei hat, wenn man 1000 Papiere zu Kranichen faltet. Das kranke Mädchen glaubt daran und beginnt mit dem Herstellen der Papiervögel. Währenddessen erzählt ihr eine Freundin Geschichten. Bevor Sadako mit ihrer Arbeit fertig ist, schläft sie ein und fliegt mit den fragilen Kranichen davon.
> Die in Japan bekannte Legende wird zart und leise erzählt. Der Text ist aufs Minimum reduziert. Die Illustratorin orientiert sich an der japanischen Ästhetik. Kleider und Papiere weisen die typischen japanischen Muster aus Blüten und Blättern auf. Die Vögel, die ein Symbol für langes Leben sind, wirken fröhlich und leicht, so dass Sadako am Ende zufrieden mit ihnen ziehen kann. Monika Aeschlimann

Titel: Sieben Minuten nach Mitternacht
Kollation: A. d. Engl., geb., s.w. illustr., 214 S.
Verlag, Jahr: cbj, 2011
ISBN: 978-3-570-15374-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Angst, Krankheit
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.07.2016
Sieben Minuten nach Mitternacht
Da ist er wieder, der schreckliche Alptraum, der den dreizehnjährigen Conor regelmässig aus dem Schlaf reisst. Seit er weiss, dass seine Mutter an Krebs erkrankt ist, geht es schon so. Und da ist noch etwas anderes: Die Eibe hinter dem Friedhof verwandelt sich gelegentlich zu einem Monster, erzählt kuriose Geschichten und lässt Conor Dinge tun, die er sonst nie täte. Dabei hat Conor ganz andere Probleme: Seine schwerkranke Mutter, die von Tag zu Tag schwächer wird.
> Siobhan Dowd hatte schon die Charaktere, ein detailliertes Exposé und den Anfang einer Geschichte, als sie nach schwerer Krebskrankheit ihrem Leiden erlag. Patrick Ness liess sich von ihren Ideen inspirieren und schrieb damit ein wundervolles Buch – für Siobhan. Mit unbeschreiblicher Tiefe und auf eine unbeschreiblich aussergewöhnliche Weise druchlebt der Leser den Kampf von Conor mit sich selbst und seiner Situation. Die düsteren Tuschezeichnungen vervollständigen dieses einzigartige Werk. Iris Wehrli

Titel: Bevor ich sterbe
Kollation: A. d. Engl., Broschur, 315 S.
Verlag, Jahr: cbt, 2010
ISBN: 978-3-570-30674-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krankheit
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.07.2016
Bevor ich sterbe
Das soll es also gewesen sein! Sechzehn Jahre alt ist Tessa, als ihre Ärzte ihr eröffnen, dass sie den Kampf gegen die Leukämie verloren habe. Doch Tessa denkt nicht daran, jetzt zu sterben, sondern schreibt sich eine Liste mit Dingen, die sie unbedingt noch erleben will: Sex haben, Drogen nehmen, einen Tag lang zu allem „Ja“ sagen, Auto fahren, etwas Verbotenes tun. Doch dann taucht Adam auf, der Nachbarjunge. Durch die Verliebtheit gerät die Krankheit plötzlich in den Hintergrund.
> Die einfühlsam erzählte Geschichte der leukämiekranken Tessa berührt. Die Familie des Mädchens wird authentisch geschildert, so dass sich jeder mit ihr identifizieren kann. Die ganze Erzählung ist eine lange Phase des Loslassens und Abschiednehmens. So wird auch Tessas Liste am Ende mit Teetrinken oder Augen öffnen ergänzt. Wie wird es sein, wenn man stirbt? Tut es weh? Der Sterbeprozess wird in den letzten Kapiteln auch formal dargestellt, indem immer wieder Textlücken und grössere Absätze eingebaut sind. Maria Veraguth