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Anzahl Resultate: 6
Titel: Die Brück' am Tay
Reihe: Poesie für Kinder
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Kindermann, 2020
ISBN: 978-3-934029-78-1
Kategorie: Bilderbuch
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 29.05.2020
Die Brück' am Tay
«Wann treffen wir drei wieder zusammen?», fragen die Brücknersleut’ in Macbeth’scher Manier am Abend des 28. Dezember 1879 – sehnsüchtig auf ihren Sohn wartend, der mit der Eisenbahn aus Edinburgh anreisen will. Die Lok kämpft sich durch Sturm und Regen, da sagt der Mann: «Ich seh’ einen Schein am anderen Ufer. Das muss er sein.» Und der Sohn im Zug denkt: «Die Brücke noch!» Doch zum Treffen kommt es nicht. Die Brücke, «ein Gebilde von Menschenhand», kracht in dieser Schicksalsnacht zusammen und reisst den Zug in die Tiefen des Flusses Tay …
> Im rhythmischen Klang eines heranfahrenden Zuges dichtet Fontane die Tragödie nach, die sich vor über hundert Jahren ereignet hat. Tobias Krejtschis collageartige Illustrationen unterstreichen das unheimliche Ambiente des Textes und versetzen den Leser in schieren Horror. Ein Buch, dessen komplexer Gehalt sich beim wiederholten Lesen und Betrachten immer mehr eröffnet – und das betroffen macht. Petra Bäni

Titel: Spirit Lake
Kollation: Geb., 302 S.
Verlag, Jahr: Baumhaus, 2016
ISBN: 978-3-8339-0389-2
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Grusliges, Katastrophen
Alter: ab 10
Bewertung:
Rezension publiziert: 25.09.2016
Spirit Lake Die Legende des Wendigo
Als Allies Mutter stirbt, verliert die Familie den Laden, den sie hatten. Sie müssen nach Spirit Lake gehen. Auf dem Flug dorthin stürzen sie ab. Allies Vater ist verletzt. Sie läuft nach Spirit Lake. Dort passieren unheimliche Dinge. Alle sprechen nur über den Wendigo. Allie sucht in Büchern nach ihm und findet heraus, dass er eine Legenden-Figur ist. Dann lernt sie Chris kennen, einen Indianerjungen, dessen Stamm an Geister glaubt. Ist Wendigo ein Geist? Allie versucht, mit Chris und dessen Grossvater den Wendigo zu finden. Es passieren weiterhin unerklärliche Dinge, wie Eichhörnchen mit blutigen Augen. Sie finden eine Eishöhle. Ist es Wendigos Versteck? Und: Können sie den Wendigo besiegen?
> Das Buch empfehle ich ab 10 für gute Leser und für schlechtere ab 12. Ein Teil war langweilig, jedoch eignet sich das Buch gut für Lesenächte und Lesenarren. Insgesamt ist es ein spannendes Buch und der Schluss ist überraschend. Amélie, 11 Jahre

Titel: 3/11
Kollation: Tagebuch nach Fukushima. A. d. Engl., Broschur, s.w. illustr., 169 S.
Verlag, Jahr: Carlsen, 2012
ISBN: 978-3-551-79188-7
Kategorie: Belletristik
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
3/11
„Wir fühlen uns verwirrt, traurig, irritiert und hoffnungsvoll.“ So schildert Yuko die Zeit nach der Katastrophe vom 11. März 2011 in Japan. Auf ein Erdbeben folgte ein Tsunami, was schliesslich zur Kernschmelze im Atomkraftwerk von Fukushima führte. Trauer um die Toten, Sorge um die Überlebenden und Wut über die Versäumnisse der Regierung bewegen die Bewohner von Tokyo. Trotz Stromausfällen und atomarer Bedrohung versuchen sie, ihr Leben fortzusetzen. Yuko ist international vernetzt. Es tut ihr gut, Nachrichten aus aller Welt zu erhalten und ihre eigenen Sorgen loszuwerden. Beziehungskrisen, Grundsatzdiskussionen, Selbstfindung, alles trägt dazu bei, Japan treu zu bleiben, obwohl nichts mehr so sein wird wie vorher.
> In ihrem Onlinetagebuch schildert die junge Japanerin ihre Eindrücke und Sorgen. Sie illustriert die skizzenhaften, kurzen Eintragungen mit schwarzweissen, mangaartigen Zeichnungen. Schnell sind die Lesenden mitten im ungewöhnlichen und aufwühlenden Geschehen. Eindrücklich und spannend. Monika Fuhrer

Titel: Ringel, Rangel, Rosen
Kollation: Geb., 190 S.
Verlag, Jahr: Oetinger, 2010
ISBN: 978-3-7891-3182-0
Kategorie: Belletristik
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.07.2016
Ringel, Rangel, Rosen
Eigentlich fühlt sich die 13-jährige Karin glücklich. Die Zeit der Sommerferien im Jahre 1961 erscheint ihr paradiesisch, alles ist im Lot. Doch da beginnt sie sich Gedanken über die Zeit des Zweiten Weltkriegs zu machen: Welche Rolle haben Eltern, Nachbarn gespielt? Eine dicke Decke des Schweigens umgibt sie. Alle wollen nach vorn schauen, vergessen. Da überrollt eine katastrophale Flutwelle Hamburg. Nur mit knapper Not kommen Karin und ihre Familie mit dem nackten Leben davon. Und nun muss auch dieses Ereignis irgendwie verarbeitet werden.
> Ganz eindrücklich und aus der Sicht des heranwachsenden Mädchens schildert die Autorin dessen innere Kämpfe. Es möchte nicht seine Unbeschwertheit verlieren, und doch muss es sich den Tatsachen stellen. Die Vergangenheit und das traumatische Erlebnis lasten schwer auf ihr. Ob Jugendliche aus der Schweiz, aufgewachsen im 21. Jahrhundert, diese Gedanken nachvollziehen können, ist eher fraglich. Das Buch kann wohl nur in der Diskussion mit Erwachsenen gewürdigt werden. Monika Fuhrer

Titel: Tschernobyl
Kollation: A. d. Span., Broschur, s.w. illustr., 189 S.
Verlag, Jahr: Egmont, 2016
ISBN: 978-3-7704-5525-6
Kategorie: Comic
Schlagwort: Katastrophen
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 03.04.2016
Tschernobyl Rückkehr ins Niemandsland
Leonid und Galia kehren in ihr zerstörtes Dorf im Sperrgebiet von Tschernobyl zurück. Trotz der hohen Strahlenbelastung bleiben die zwei alten Leute am gewohnten Ort mit ihrem wenigen Vieh. Galia liegt im Sterben. Allein besucht Leonid die verlassene Wohnung der Familie seiner Tochter in Prypjat. Hier erinnert er sich an die frohen Stunden mit seiner Familie vor dem Reaktorunglück. Sein Schwiegersohn Wladimir arbeitete im Kernkraftwerk und gehört zu den ersten Strahlenopfern des Gaus. Dessen hochschwangere Frau Anna und Sohn Juri werden evakuiert, ohne den Vater lebend wiederzusehen. Zwanzig Jahre später reist Juri mit seiner Schwester als Tourist nach Prypjat.
> Die berührende Graphic Novel kommt mit wenigen Worten aus. Die ausdrucksstarken, detaillierten schwarz-weissen Tuschezeichnungen zeigen perfekt die Ängste, Sorgen, aber auch Hoffnungen der Betroffenen. Zugleich geben diese den unbekannten Liquidatoren, welche das Atomkraftwerk sichern mussten, ein Gesicht. Ein aktuelles Buch! Martina Friedrich

Titel: Die Schüler von Winnenden
Kollation: Broschur, 162 S.
Verlag, Jahr: Arena, 2013
ISBN: 978-3-401-06756-8
Kategorie: Sachbuch
Schlagwort: Katastrophen, Schule
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 08.05.2013
Die Schüler von Winnenden Unser Leben nach dem Amoklauf
"Wie häufig erleben wir, dass nur wenige Minuten unser ganzes Leben auf den Kopf stellen? Für solche unerwarteten Erlebnisse sind wir nicht geschaffen." Dies muss Jenny zusammen mit ihrer Familie, ihren Klassenkameraden und deren Familien schmerzlich erleben. Sind sie doch Opfer und Zeugen des Amoklaufs eines Schülers am 11.März 2009 in Winnenden und Wendlingen. Sechs Beteiligte schreiben in kurzen Sequenzen über den Tag selber und die Zeit nach der schrecklichen Tat.
> Dieser äusserst eindrückliche Bericht zu einem unfassbaren Ereignis und dessen Folgen für die Opfer sollte nach der Lektüre unbedingt besprochen werden. Frei von Anklage und Bitterkeit berichten fünf Jugendliche und eine Lehrkraft vier Jahre später über die Geschehnisse vom 11. März: von der Unfassbarkeit der Tat über die schwierige psychische Verarbeitung ihrer Angst und Trauer bis hin zur Unterstützung, die sie erfahren haben. Monika Fuhrer