Rezensionsdatenbank Info


Anzahl Resultate: 4
Titel: Mirage – Die Schattenprinzessin
Reihe: Mirage-Trilogie 1
Kollation: A. d. Amerikan., geb., 364 S.
Verlag, Jahr: Heyne, 2019
ISBN: 978-3-453-27130-2
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 28.10.2019
Mirage – Die Schattenprinzessin
In einer fiktiven Galaxie wird die Bauerntocher Amani von Androiden entführt. Fern von ihrem Heimatmond Cadiz kommt sie am Hof des skrupellosen Vath-Königs zu sich und erkennt warum: Sie könnte der eineiige Zwilling der verhassten Prinzessin Maram sein! Unter Zwang muss sich Amani mit Politik und Tradition ihrer Unterdrücker auseinandersetzen, um Maram an brenzligen Anlässen als Body-Double zu vertreten. Verzweifelt versucht sie, am Leben zu bleiben und ihre Identität zu wahren. Idris, der Verlobte der Thronfolgerin, deckt ihre Scharade auf und verliebt sich in sie.
> Der erste Teil des Romans überzeugt mit dem orientalisch-arabischen Aufbau und überrascht mit lyrischen Passagen. Das Setting bleibt in der Folge flach, der Plot wirkt vorhersehbar und die Lovestory unglaubwürdig. Es fehlt an Tiefe der – eigentlich – kontrovers angelegten Charaktere. Schade, wird das Potenzial des aufkeimenden Themas Rebellion nicht erzählerisch genutzt. Im Frühling 2020 erscheint der zweite Band der Trilogie. Nathalie Fasel

Titel: Was so in mir steckt
Kollation: A. d. Austral., geb., 348 S.
Verlag, Jahr: cbj, 2019
ISBN: 978-3-570-16553-9
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Entwicklung, Identität
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 28.10.2019
Was so in mir steckt
Rob ist bis über beide Ohren in Destry verliebt. Weil er unter extremer Schüchternheit und Panikattacken leidet, fällt es ihm besonders schwer, ihre Aufmerksamkeit zu wecken. Zwar geben ihm sein geliebter, grantiger Grossvater, seine Mutter und sein einziger Freund Ratschläge, doch diese führen nicht zum Ziel. Plötzlich erhält Rob anonyme SMS, in denen ihm verschiedene Aufgaben gestellt werden. Dabei geht es um mehr, als ein Mädchen zu beeindrucken. Er muss lernen, sich selbst zu akzeptieren und wertzuschätzen.
> Erneut versteht es der Autor, ernste Themen mit Wärme und einer Mischung aus Tragik und Komik zu behandeln und die Lesenden in lockerem Schreibstil bestens zu unterhalten. Die groben, abwertenden „Neckereien“, die in Robs Familie ausgetauscht werden, wären allerdings nicht nötig. Sympathisch gezeichnet ist der witzige, selbstironische Ich-Erzähler. Am Schluss des raffiniert aufgebauten Buchs hält er eine Überraschung bereit, die das Geschehen in einem neuen Licht erscheinen lässt. Doris Lanz

Titel: Ich werde fliegen
Kollation: A. d. Amerikan., geb., 366 S.
Verlag, Jahr: Heyne, 2019
ISBN: 978-3-453-27203-3
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 31.07.2019
Ich werde fliegen
Lucy Adler ist in erster Linie Basketballerin. Natürlich ist die 17-Jährige auch Tochter, Cousine, Schülerin und eben langjährige Korbpartnerin von Percy. Leidenschaftlich gern besiegen sie andere Jungs und diskutieren nächtelang über französische Existenzialisten. Zunehmend fühlt sie sich wie eine Art Gender-Nomadin: zu muskulös, als dass Percy sie auch als Frau wahrnähme – zu weiblich, um sportlich zu brillieren.
> Die Protagonistin erzählt direkt, scharfsinnig und verletzlich. Lucy stösst sich am gängigen Frauenbild: hübsch, passiv und statisch – im Gegensatz zur athletischen Statue „The Falconer“ im Central Park: So lautet auch der Originaltitel. Zwei wichtige Nebenrollen in diesem Crossover-Roman nehmen das New York der 90er-Jahre und Basketball ein. Wie Lucy beide wahrnimmt und schildert, darin zeigt sich die schmerzvolle Entwicklung der Heldin. Der Basketball-Slang und die Amerikanismen wirken dabei etwas umständlich. Eine berührende Geschichte über den Warteraum Adoleszenz. Nathalie Fasel

Titel: The Hate U Give
Kollation: A. d. Amerikan., Broschur, 508 S.
Verlag, Jahr: cbt, 2019
ISBN: 978-3-570-31298-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Identität, Rassismus
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.05.2019
The Hate U Give
Starr ist 16, schwarz, wohnt mit ihrer Familie im Ghetto und besucht eine weisse Privatschule. Nach einer Party in der „Hood“ wird ihr Jugendfreund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen. Landesweit wird über seinen Tod berichtet, er wird als potenzielles Gangmitglied und Drogendealer abgestempelt – doch er war unbewaffnet, und das weiss nur Starr.
> Das durch den Rapper Tupac bekannt gewordene Akronym „THUG Life“ ist der rote Faden durch den Roman, welcher kontrovers diskutiert wird. Die Presse lobt den Erstling wegen seiner sozialen und politischen Message – für Europäer wird ein aktuelles Bild des schwarzen Amerika gezeichnet. Viele Jugendliche können sich mit der subtil gezeichneten Starr identifizieren. Andere Rezensenten finden die Charaktere zu eindimensional. Doch der jugendliche Schreibstil fasziniert – am Sprachgebrauch wird die Zerrissenheit der Protagonistin deutlich: mal weiss angepasst, mal schwarzer Gang-Slang. Ein Must-read! Das Buch wurde 2018 verfilmt. Nathalie Fasel