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Anzahl Resultate: 2
Titel: Ich werde fliegen
Kollation: A. d. Amerikan., geb., 366 S.
Verlag, Jahr: Heyne, 2019
ISBN: 978-3-453-27203-3
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 31.07.2019
Ich werde fliegen
Lucy Adler ist in erster Linie Basketballerin. Natürlich ist die 17-Jährige auch Tochter, Cousine, Schülerin und eben langjährige Korbpartnerin von Percy. Leidenschaftlich gern besiegen sie andere Jungs und diskutieren nächtelang über französische Existenzialisten. Zunehmend fühlt sie sich wie eine Art Gender-Nomadin: zu muskulös, als dass Percy sie auch als Frau wahrnähme – zu weiblich, um sportlich zu brillieren.
> Die Protagonistin erzählt direkt, scharfsinnig und verletzlich. Lucy stösst sich am gängigen Frauenbild: hübsch, passiv und statisch – im Gegensatz zur athletischen Statue „The Falconer“ im Central Park: So lautet auch der Originaltitel. Zwei wichtige Nebenrollen in diesem Crossover-Roman nehmen das New York der 90er-Jahre und Basketball ein. Wie Lucy beide wahrnimmt und schildert, darin zeigt sich die schmerzvolle Entwicklung der Heldin. Der Basketball-Slang und die Amerikanismen wirken dabei etwas umständlich. Eine berührende Geschichte über den Warteraum Adoleszenz. Nathalie Fasel

Titel: The Hate U Give
Kollation: A. d. Amerikan., Broschur, 508 S.
Verlag, Jahr: cbt, 2019
ISBN: 978-3-570-31298-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Identität, Rassismus
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.05.2019
The Hate U Give
Starr ist 16, schwarz, wohnt mit ihrer Familie im Ghetto und besucht eine weisse Privatschule. Nach einer Party in der „Hood“ wird ihr Jugendfreund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen. Landesweit wird über seinen Tod berichtet, er wird als potenzielles Gangmitglied und Drogendealer abgestempelt – doch er war unbewaffnet, und das weiss nur Starr.
> Das durch den Rapper Tupac bekannt gewordene Akronym „THUG Life“ ist der rote Faden durch den Roman, welcher kontrovers diskutiert wird. Die Presse lobt den Erstling wegen seiner sozialen und politischen Message – für Europäer wird ein aktuelles Bild des schwarzen Amerika gezeichnet. Viele Jugendliche können sich mit der subtil gezeichneten Starr identifizieren. Andere Rezensenten finden die Charaktere zu eindimensional. Doch der jugendliche Schreibstil fasziniert – am Sprachgebrauch wird die Zerrissenheit der Protagonistin deutlich: mal weiss angepasst, mal schwarzer Gang-Slang. Ein Must-read! Das Buch wurde 2018 verfilmt. Nathalie Fasel