Rezensionsdatenbank Info


Anzahl Resultate: 53
Titel: Hinter Glas
Kollation: Geb., 200 S.
Verlag, Jahr: Carl Hanser, 2019
ISBN: 978-3-446-26218-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Entwicklung, Gewalt
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 12.05.2019
Hinter Glas
Einst von ihren Mitschülern ausgegrenzt, fühlt sich Alice an Nikos Seite stark und frei. Niko, der so ganz anders ist als die andern und den alle bewundern, hat sich für sie entschieden. Zuhause darf jedoch niemand etwas von dieser Liebe wissen, denn da herrscht Grossvater über alles und jeden. Mit eiserner Hand hat er ihre Familie im Griff. Als Alice mit Niko von zuhause flüchtet, ist sie von ihrer gemeinsamen Liebe und dem freien Leben überzeugt.
> Anhand eines zerbrochenen Spiegels, dessen Scherben sie ordnet, erzählt Alice in Rückblenden über das Geschehene. Sie deckt ein Familiengeheimnis auf, das bis in die Nazizeit zurückgeht, und erzählt von den Folgen psychischer und physischer Gewalt. Nirgends gibt es eine heile (Familien-)Welt und „jeder hat seine eigenen Probleme“. Doch wer es wagt, aus der gewohnten Umgebung auszubrechen, kann sich vielleicht weiterentwickeln. Leicht irritierend ist die Fantasiefigur in der Gestalt eines Hundes, der zum Retter der Protagonistin wird. Katharina Siegenthaler

Titel: Deathland Dogs
Kollation: A. d. Engl., geb., 537 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2019
ISBN: 978-3-423-76236-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Fantasy, Gewalt
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 30.03.2019
Deathland Dogs
Jeet wächst in einem Hunderudel auf, soll nun aber nach einem Re-Humanisierungsprogramm seine besonderen Fähigkeiten der Stadtmacht zur Verfügung stellen. Als er bei Feinden drei Sprengstoffzünder entwenden muss, stösst er auf die gefangene Chola Se und kann sie befreien. Dabei entlarven die beiden den Deputy Pilgrim als gnadenlosen Verräter und Spion und sind nun ihres Lebens nicht mehr sicher. Nach der grossen Schlacht kehren Jeet und Chola Se wieder ins Hunderudel zurück, in der Hoffnung auf ein besseres Leben.
> Die Dystopie spielt in einer Welt nach dem Untergang unserer Zivilisation. Jeet erzählt äusserst spannend in der Ich-Form und bietet so eine starke Identifikationsmöglichkeit. Ähnlich einem PC-Game geraten die Hauptfiguren immer wieder in neue Situationen, die sie meistern müssen. Gewalt, auch mit Waffen, wird zwar nicht verherrlicht, ist aber allgegenwärtig. Themen wie Wahrheit und Lüge, Gewalt und Macht, Verrat und Liebe stehen im Zentrum und regen zur Diskussion an. Katharina Siegenthaler

Titel: Passiert es heute? Passiert es jetzt?
Kollation: Geb., 171 S.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2018
ISBN: 978-3-7026-5927-1
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.10.2018
Passiert es heute? Passiert es jetzt?
Niemand ahnt, welche Tragödien sich im Nachbarhaus ereignen, bis eines Tages die Scheinwelt zusammenbricht und der 16-jährige Wolfgang in die geschlossene Psychiatrie gebracht wird. Er hat seinen Vater getötet.
> Nicht die schlimme Tat steht im Vordergrund. Vielmehr sind es die Gespräche des Jungen mit dem Psychologen, welche aufzeigen, wie so etwas Schreckliches passieren kann. Die jahrelangen Demütigungen, Kränkungen und die Gewalt, die der Vater ausgeübt hat, haben dazu geführt. Wolfgang findet sich nicht mehr zurecht. Er hat doch seine Mutter und die kleine Schwester schützen wollen. In der Klinik lernt er mit Hilfe der Therapeuten und jugendlichen Insassen, wieder Tritt im Leben zu fassen. Eindrücklich wird geschildert, was emotionale und psychische Gewalt anrichten. Ein bemerkenswerter Bericht, der zeigt, wie es möglich ist, danach wieder im Alltag Fuss zu fassen. Monika Aeschlimann

Titel: Was wir dachten, was wir taten
Kollation: Broschur, 177 S.
Verlag, Jahr: Beltz & Gelberg, 2017
ISBN: 978-3-407-82298-7
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Gewalt, Schule
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.01.2018
Was wir dachten, was wir taten
Lehrer Filler, Fiona und Mark erzählen aus ihrer Perspektive, wie sich ein bewaffneter Unbekannter Zutritt in ihr Schulzimmer verschafft und die ganze Klasse bedroht. Doch die Rache des maskierten Amokschützen besteht nicht darin, auf Menschen zu schiessen, sondern er verlangt von jedem Einzelnen, etwas zu tun, das andere Klassenmitglieder demütigt, erniedrigt, verzweifeln lässt. Er kennt alle beim Namen, weiss von ihren Schwächen und lässt sie in ihre eigenen Abgründe blicken.
> Mit viel Spürsinn für die Dynamik in einer Klasse, für das Aufdecken von verborgenen Charaktereigenschaften und für die Konstruktion von Dilemmata vermag die achtzehnjährige Autorin ihre Leserschaft über einen verlässlichen Spannungsbogen hinweg zu fesseln. Dabei wird die Botschaft vermittelt: Hinsehen, nicht weggucken. Irritierend ist, wo die Polizei so lange bleibt. Ein überraschender Debütroman, der sich – als Klassenlektüre eingesetzt – für kontroverse Diskussionen in der Oberstufe eignet. Marcella Danelli

Titel: Nur noch ein einziges Mal
Kollation: A. d. Amerikan., Broschur, 410 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2017
ISBN: 978-3-423-74030-2
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Gewalt, Liebe
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 15.01.2018
Nur noch ein einziges Mal
Still steht Lily auf einer Dachterrasse in Boston. Sie muss sich sammeln, denn sie ist von der Beerdigung ihres Vaters zurückgekommen. Eines Vaters, um den sie nicht trauern kann, denn er hat ihre Mutter geschlagen. Plötzlich wird ihre Ruhe gestört. Ryle kommt auf die Terrasse, ein junger, ehrgeiziger Arzt. Die beiden kommen ins Gespräch und sind fasziniert voneinander, obwohl er nie eine feste Beziehung will. Lily zwar schon, aber sie sucht nicht danach. Tief in ihrem Herzen trägt sie immer noch ihre erste Liebe, Atlas. Lily und Ryle treffen sich mehrmals zufällig und verlieben sich ineinander. Da begegnet Lily Atlas wieder und Ryle reagiert darauf so heftig, dass ihre Liebe auf dem Spiel steht.
> Packend und berührend erzählt die Autorin ihre Geschichte über Gewalt in der Beziehung. Dabei beleuchtet sie die Beziehung von verschiedenen Seiten, schreibt flüssig, direkt und mit viel Gefühl. Dass sie einen Rettungsanker für Lily einbaut, wirkt tröstlich auf junge Lesende. Karin Schmid

Titel: 54 Minuten
Kollation: A. d. Amerikan., Broschur, 330 S.
Verlag, Jahr: Fischer FJB, 2017
ISBN: 978-3-8414-4016-7
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Gewalt, Schule
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 24.09.2017
54 Minuten Jeder hat Angst vor dem Jungen mit der Waffe
Eine Highschool in den USA: Wie verhält man sich, wenn man nach einer Begrüssungsrede zum Schulstart die Aula nicht mehr verlassen kann, weil die Türen verschlossen sind? Was macht man, wenn jemand, den man zu kennen glaubt, plötzlich um sich schiesst? Wie kann man dem Täter Einhalt gebieten? Claire, Autumn, Tomás und Sylv müssen diese Fragen beantworten, jeder für sich alleine und mit ungewissem Ausgang.
> Die niederländische Autorin schildert in ihrem Debütroman die tragischen Ereignisse während eines 54 Minuten dauernden Amoklaufs. Eindringlich und fesselnd lässt sie vier Schüler im Wechsel zu Wort kommen. In Rückblenden erzählen diese aus ihrem Leben, über ihre Verbindung zum Täter und geben ihrer Angst und Verzweiflung Ausdruck. Die Autorin rüttelt auf, ohne dabei in allzu blutigen Details zu versinken. Sie nähert sich dem Thema glaubwürdig und respektvoll an und zeigt trotz viel Tragik auch immer etwas Hoffnung. Das "Danach" ist nicht Teil des Romans. Für den Unterricht geeignet. Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Anschlag von rechts
Kollation: Geb., 184 S.
Verlag, Jahr: cbj, 2017
ISBN: 978-3-570-17437-1
Kategorie: Sachbuch
Schlagwort: Flüchtlinge, Gewalt
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 24.09.2017
Anschlag von rechts
Bereits in zwei Büchern hat sich der Autor mit den Auswirkungen des Nazirassismus auseinandergesetzt ("Der Fotograf von Auschwitz", "Wir haben das KZ überlebt"). Hier macht er einen aktenkundigen Brandanschlag auf ein Asylzentrum zum Thema. Berichte über Schicksale von Flüchtlingen aus Afghanistan, Somalia, Syrien, Pakistan, Simbabwe und ihre Aufnahme in ein Asylzentrum in einer deutschen Stadt stimmen auf den Vorfall ein. Detailgetreu beschreibt der Autor anschliessend die von Fremdenhass beherrschten Vorbereitungen und die Ausführung des Brandanschlages. Die drei Täter werden vor allem dank Facebookkontrollen gefasst; die anschliessenden Gerichtsverhandlungen können anhand von Protokollen mitverfolgt werden.
> Die Sprache ist fast journalistisch einfach – eindrücklich führt sie den Lesenden die entsetzlich grausame Handlungsweise von gesinnungsmässig Verführten als Mahnmal vor Augen. Im Glossar werden die meist geheimen Symbole der Neonazis aufgezeigt. Ein sehr aufschlussreiches Buch. Siegfried Hold

Titel: Befreiungsschlag
Kollation: Broschur, 234 S.
Verlag, Jahr: Arena, 2017
ISBN: 978-3-401-50952-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Entwicklung, Gewalt
Alter: ab 13
Bewertung:
Rezension publiziert: 07.05.2017
Befreiungsschlag
Maik will dazugehören, will Teil der coolen Clique sein und keinesfalls als Loser dastehen. Als er einen ehemaligen Klassenkameraden, der ihn immer gemobbt hat, krankenhausreif prügelt, hat er die Wahl: entweder Gefängnis oder ein Antigewalt-Training. Obwohl er wenig Lust auf „Psychologengeschwätz“ hat, nimmt er regelmässig an dem Training teil und merkt, wie ihm diese feste Routine einen Halt gibt. Langsam macht Maik Fortschritte und bekommt sein Leben wieder in den Griff. Das liegt insbesondere an den beherzten Psychologen Katzner und Maus. Statt leerem Geschwätz und Moralpredigten nehmen sie Maik ernst, gehen auf ihn ein, schenken ihm Vertrauen. Dementsprechend ist auch Maiks lehrbuchartige Entwicklung: Er beginnt seine Taten zu hinterfragen, will aufhören zu rauchen, schreibt Bewerbungen und hält Regeln ein. Trotz aller erfreulichen Fortschritte gerät er jedoch in den Rausch einer Spielkonsole, kann sich aber schnell, zu schnell wieder fangen und seinen neuen Weg auf dem Pfad der Tugend weiterverfolgen.
> Zwar vermögen die Autoren Stefan Gemmel und Uwe Zissener packend zu erzählen und einen überzeugenden Einblick zu vermitteln in die Gedankenwelt eines Jugendlichen und seine Gründe, wieso er sich schlägt. Das Antigewalt-Training wirkt aber buchstäblich Wunder; den Autoren gelingt es nicht, die pädagogische Theorie so zu verpacken und zu beschreiben, dass Maiks schneller Einstellungswechsel realitätsnah und motiviert rüberkommt. Vielmehr illustriert dieser den Erfolg der Übungen und wirkt gesucht; Maik reagiert und denkt genau so, wie er nach dem Lehrbuch reagieren sollte. So nimmt die literarische Qualität gegen Ende deutlich ab, stellenweise erinnert der Jugendroman an ein Sachbuch. Mit „Befreiungsschlag“ liefern denn auch Stefan Gemmel und Uwe Zissener, der selber Antigewalt-Trainings durchführt, mehr ein Fallbeispiel aus dem Lehrbuch als einen packenden und überzeugenden Jugendroman.
> Nora Steiner, 18 Jahre

Titel: Niemals Gewalt
Kollation: A. d. Schwed., geb., 75 S.
Verlag, Jahr: Oetinger, 2017
ISBN: 978-3-7891-0789-4
Kategorie: Sachbuch
Schlagwort: Gewalt, Sozialer Umgang
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 20.04.2017
Niemals Gewalt
„Vielleicht wäre es gut, wenn wir alle einen kleinen Stein auf das Küchenbord legten als Mahnung für uns und unsere Kinder: Niemals Gewalt! Es könnte trotz allem ein winziger Beitrag sein zum Frieden der Welt.“ So endet die eindringliche Rede, die Astrid Lindgren 1978 anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hielt. Sie rief darin zu einer gewaltfreien Erziehung auf und betonte, dass nur Kinder, denen Erwachsene mit Liebe und Achtung begegneten, eine friedlichere Welt aufbauen könnten.
> Die „Schwedin des Jahrhunderts“ war nicht nur eine grosse Autorin, sondern auch eine mutige Kämpferin für die Menschenrechte. Ihre berühmte Friedensrede ist ein Teil des schmalen Büchleins. Vorangestellt ist ein (leider etwas flüchtig lektorierter) Beitrag der Journalistin D. Hayali, angefügt sind ein Textfragment der Autorin, ein Vortrag der Verlegerin S. Weitendorf und eine Zeittafel. Auch heute, da Gewalt in vielen Formen allgegenwärtig ist, bleibt Lindgrens Aufruf hochaktuell. Doris Lanz

Titel: Black Box Dschihad
Kollation: Daniel und Sa’ed auf ihrem Weg ins Paradies. Broschur, 217 S.
Verlag, Jahr: Carl Hanser, 2011
ISBN: 978-3-446-23665-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Biografisches, Gewalt
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Black Box Dschihad
Zwei Lebensläufe, zwei Schicksale, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Daniel, aufgewachsen in einer gut situierten deutschen Familie, besucht das Gymnasium und interessiert sich für Hip Hop. Sa’ed lebt mit acht Geschwistern in einem kleinen Zimmer, bricht früh die Schule ab und wächst in Nablus (Palästina) auf. Beide haben aber das gleiche Ziel: Sie wollen Gotteskrieger werden und lassen sich im Dschihad zu Attentätern ausbilden.
> Der Autor versucht mit diesem Buch die Frage zu beantworten, warum sich Jugendliche für diese extreme Form von Religion und Gewalt entscheiden. Er hat unzählige Gespräche mit Freunden und Verwandten geführt, um das Leben von Daniel, der als Mitglied der Saarlandgruppe verhaftet wurde und Sa’ed, der als Selbstmordattentäter in Israel viele Menschen mit in den Tod gerissen hat, nachzuzeichnen. Das Buch eignet sich gut als Einführung in diese Thematik, auch wenn es die Frage nach dem „Warum“ nicht vollständig beantworten kann. Béatrice Wälti

Titel: Du musst die Wahrheit sagen
Autor: Wahl, Mats
Kollation: A. d. Schwed., Broschur, 232 S.
Verlag, Jahr: Carl Hanser, 2011
ISBN: 978-3-446-23669-1
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Du musst die Wahrheit sagen
„Es spielt keine Rolle, wie viel Fantasie du hast, du weisst nichts über die Zukunft. Und was aus uns wird, wer bestimmt das? Du selber?“ fragt der alte Nachbar den 14-jährigen Tom, nachdem ihm dieser bei der Gartenarbeit geholfen hat. Tom ist mit seiner Mutter und seinen beiden Halbgeschwistern soeben ins Haus der Grossmutter gezogen. Jeder lebt sein eigenes Leben und niemand merkt, wie sehr Tom unter der Sprachlosigkeit seiner Familie leidet. Bis eines Tages die Situation eskaliert…
> Mats Wahl beschreibt in seinem neuen Roman eine Familiensituation, die bei genauem Hinsehen bedrückender nicht sein könnte. Als Beobachter werden die Lesenden Teil dieser Familie und lernen die unterschwellige Wut des Ich-Erzählers Tom kennen, die schliesslich in Gewalt mündet. Das Buch verlangt ein erfahrenes Lesepublikum. Denn nur, wer zwischen den Zeilen zu lesen vermag, wird merken, was der Autor eigentlich mit seinem Roman auszudrücken versucht. Eine Geschichte, die fordert und nachwirkt. Béatrice Wälti

Titel: Krähenschrei
Kollation: Broschur, 238 S.
Verlag, Jahr: Fischer, 2011
ISBN: 978-3-596-85434-9
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Gewalt
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Krähenschrei
Enzo ist in Inga verliebt und zusammen trainieren sie Langstreckenlauf. Er möchte ihr seine Liebe gestehen, doch sie erscheint nicht zum abgemachten Treffpunkt. Überhaupt verhält sich Inga plötzlich ganz anders als sonst. Zusammen mit Moritz und Arne findet Enzo heraus, dass sie nun zur Mädchengang von Vesna gehört. Die Gang erpresst aus Rache Männer und Inga soll sich zu diesem Zweck an Lehrer Färber heranmachen. Die Erpressung läuft schief und eines der Gangmitglieder wird getötet. Immer tiefer geraten alle in den Strudel der Gewalt und zerstören ihre jungen Leben und Familien. Der Showdown ist brutal.
> Ein Thriller, bei dem es letztlich nur Verlierer gibt. Spannend und eiskalt wird eine Welt dargestellt, in der Zerstörungswut herrscht. Ingas Verhalten ist dabei nicht immer nachvollziehbar. Doch das Buch vermittelt trotz allem ein Bild unserer Zeit und eines Teils unserer Gesellschaft. Und auch hier sorgt die Liebe für einen Hoffnungsschimmer. Ulrich Zwahlen

Titel: Méto - Das Haus
Kollation: Reihe: Trilogie Méto 1. A. d. Französ., geb., 217 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2012
ISBN: 978-3-423-62514-2
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Mut, Gewalt
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Méto - Das Haus
Wer nicht pariert, wird hart bestraft: Méto (14) lebt in einem von der Umwelt abgeschlossenen Knabenheim. Er kennt weder seine Vergangenheit noch seine Zukunft. Eingeteilt bei den "Roten" gehört er zu den Ältesten und weiss, sobald sein Bett ihn nicht mehr trägt, wird er verschwinden wie alle seine Vorgänger. Aber wohin? Seine Nachforschungen bringen ihn in grosse Gefahr. Doch er ist nicht allein...
> Eine beklemmende Geschichte um Macht, Unterdrückung, Revolution und Freiheit. Durch den Umstand, dass Méto als Tutor einen „Neuen“ in die Gepflogenheiten des Heims einführt, taucht man leicht in die düstere Welt ein, aus der es für die Jungs offenbar kein Entrinnen gibt. Eindrücklich werden die Methoden der Machterhaltung beschrieben, aber auch die Schwierigkeit, sich davon zu befreien und mit der gewonnen Freiheit umzugehen. Eine Situation, die an die jüngsten Revolutionen in den arabischen Ländern erinnert - geeignet als Diskussionsgrundlage. Katharina Siegenthaler

Titel: Revolver
Kollation: A. d. Engl., Broschur, 219 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2011
ISBN: 978-3-423-24843-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Gewalt, Krimi
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Revolver
Eine einsame Hütte am Polarkreis in Alaska. Der 15-jährige Sig sitzt allein neben der Leiche seines bei 20 Minusgraden erfrorenen Vaters. Mutter und Schwester sind unterwegs ins nicht nahe Dorf, um Beistand zu holen. Auf ein grobes Pochen an der Tür öffnet Sig und steht einem vierschrötigen Mann gegenüber, der Einlass begehrt. Angesichts des Toten verlangt dieser vom Jungen, als dem Erben, eine Goldmenge zurück, die ihm der Vater vor zehn Jahren gestohlen haben soll. Rohe Gewalt herrscht von nun an in der Hütte, immer droht die Mündung eines Colts. Die Schwester kommt nach Hause, ihr droht die übliche Gewalt. Da erinnert sich Sig eines Revolvers in der Nebenkammer, womit er den Angreifer in die Flucht schlagen kann, nachdem dessen Waffe versagt hat. Das Nachwort erst erklärt dann den vorherigen und weiteren Verlauf der bösen Geschichte. < Die Spannung reisst nie ab, und vor allem fliesst trotz der immer drohenden Waffen kein Blut. Eine eindringliche Schilderung in kältester Umgebung. Siegfried Hold

Titel: Nichts
Kollation: Was im Leben wichtig ist. A. d. Dän., Broschur, 139 S.
Verlag, Jahr: Carl Hanser, 2010
ISBN: 978-3-446-23596-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Philosophisches, Gewalt
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
kontrovers
Rezension publiziert: 21.07.2016
Nichts
Der Umschlag ist unscheinbar, wenig lila- und orangefarbener Text, sonst unschuldig weiss. Der Einstieg liest sich philosophisch. Im Zentrum steht die Frage nach der Bedeutung der Dinge. Was danach kommt, fasziniert, ekelt an, erschüttert. Konkret: Am ersten Schultag der Klasse 7A verlässt Pierre Anthon die Schule – endgültig. Sein Abschiedssatz: „Nichts bedeutet irgendetwas.“ Von nun an sitzt er in einem Pflaumenbaum. Jeden Tag bewirft er die ehemaligen Kameraden mit dessen Früchten und bombardiert sie mit Sätzen über den Unsinn des Lebens. Damit stellt er die Schüler enorm in Frage. Sie wollen ihm beweisen, dass es sehr wohl Dinge gibt, die Bedeutung haben und beginnen, solche zu sammeln. Zuerst sind es alltägliche Gegenstände, Fotos, eine getrocknete Rose aus einem Brautstrauss (unterdessen ist das Ehepaar längstens wieder geschieden) alte Spielsachen. Die Jugendlichen merken bald: Damit können sie Pierre nicht überzeugen. Deshalb suchen sie nach Dingen, die wirklich bedeutend sind. Ein Berg der Bedeutung soll aufgehäuft werden als ultimatives Beweismittel. Agnes muss dafür ihre Lieblingssandalen hergeben. Sie sträubt sich, tut es schliesslich doch. Aus Wut verlangt sie von Gerda ihren Hamster. Es folgen die Landesfahne, eine Adoptionsurkunde. Plötzlich – man weiss nicht wie – gerät das Ganze in einen Sog. Der Sarg des verstorbenen Bruders muss auf den Berg, ein Gebetsteppich, ein Hundekopf (dafür wird der Hund eigenhändig geköpft), die Unschuld eines Mädchens sprich ein Tuch mit ihrem Blut und Schleim, die Jesusstatue aus der Kirche, der Zeigefinger der rechten Hand. Als Leserin hat mich das Grauen gepackt. Dennoch habe ich weitergelesen. Auch in der Story steigt niemand aus, jede und jeder macht mit. Der Gruppendruck steigert sich ins Exzessive. Erst am Schluss reagieren die Eltern, mehr schlecht als recht. Die Sache wird bekannt. Die Presse schaltet sich ein und plötzlich scheint der Berg der Bedeutung zu seinem Recht zu kommen. Wirklich? Wieder ist es Pierre Anthon, der die andere Seite aufzeigt. Das Ganze eskaliert, die Welt geht in Flammen auf. Dies alles beschreibt die Autorin eigenartig sachlich, aus der Sicht von Agnes, die selber mitmacht bis zum bitteren Ende. Am Schluss bleibt ihre offene Frage.
> Dieses Buch löste Kontroversen aus und tut es heute noch. Zuerst wurde es an den Schulen in Dänemark verboten. 2001 erhielt es den Kinderbuchpreis des dänischen Kulturministeriums und 2008 den Prix Libbylit als bester Jugendbuchroman. Über den Inhalt kann man geteilter Meinung sein. Geschrieben ist es grandios. Die Story packt einen im Innersten. Folgende Fragen sollte man sich dennoch stellen: Ist es wirklich angebracht, eine Diskussion auszulösen, indem man ein Thema mit soviel Groteske und dermassen grauenhaft beschreibt? Heiligt der Zweck die Mittel? Bringt die Story den Effekt, „es im eigenen Leben vielleicht anders machen zu wollen?“ Die Antworten sind Ihnen überlassen. Katharina Wagner

Titel: Der Klassen-King
Kollation: Broschur, s.w. illustr., 125 S.
Verlag, Jahr: Carlsen, 2010
ISBN: 978-3-551-35864-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Schule, Gewalt
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.07.2016
Der Klassen-King
Steffen Kuhlmann, der nette Neuling in der Klasse, entwickelt sich zu einem wahren Coolman-Terroristen. Er beherrscht bald einmal die ganze Klasse, inklusive Lehrerin. Und in den war Hannah zuerst verknallt! Sie kann es selber nicht fassen. Immer mehr Knaben wechseln auf Steffens Seite. Die andern werden schikaniert, verspottet und drangsaliert, die Mädchen mit sexistischen Sprüchen erniedrigt. Hilflos stehen Schüler und Lehrer dem Treiben gegenüber. Hannah weiss plötzlich nicht mehr, wo sie hingehört und auch sie wechselt kurz die Front. Doch eines Tages läuft das Fass über.
> Die Geschichte schildert realitätsnah und tagebuchartig, wie in einer Klasse Mobbing entsteht und wie hilflos alle Parteien dieser Gewalt ausgeliefert sind. Zwar kommt es hier zu einer Wende, allerdings etwas sehr rasch. Die Zerrissenheit der Opfer ist aber deutlich dargestellt. Das Buch ist als Klassenlektüre und Diskussionsstoff für die Mittelstufe geeignet. Ulrich Zwahlen

Titel: Und ich dachte, ich wäre anders
Kollation: A. d. Norweg., Broschur 173 S.
Verlag, Jahr: Carl Hanser, 2010
ISBN: 978-3-446-23478-9
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Aussenseiter, Gewalt
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.07.2016
Und ich dachte, ich wäre anders
Anja ist ein eher scheues, in sich gekehrtes Mädchen. Freundinnen hat sie keine. Ihre Zeit verbringt sie vor allem auf dem Obstbetrieb ihrer Familie und mit Arild, einem langjährigen Freund. Als Anja in eine weiterführende Schule in die Stadt wechselt, lernt sie Malin kennen. Ihr eilt ein schrecklicher Ruf voraus: Sie soll die Anführerin einer Mädchengang sein, die äusserst gewalttätig agiert. Und ausgerechnet mit Malin freundet sich Anja nun an und wird in eine ihr bis anhin völlig fremde Welt geführt.
> Anja erzählt diese eindrückliche, psychologisch dichte Geschichte um Mobbing und Gewalt in der Ich-Form. Der Leser erlebt Anja als Teenager, der sich durch eine neue Bekanntschaft völlig verändert. In dem Mädchen werden Gefühle wach, die unterdrückte Wut, aber wohl auch tiefliegende Ängste vermuten lassen. Am Ende der lange nachwirkenden Geschichte ist es für den Leser schwierig, die Frage zu beantworten, wer hier eigentlich Opfer und wer Täter ist. Béatrice Wälti

Titel: Little Brother
Kollation: Broschur, 489 S.
Verlag, Jahr: Rowohlt, 2010
ISBN: 978-3-499-21550-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Science-Fiction, Gewalt
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.07.2016
Little Brother
Wie bitte? Marcus (17) kann nicht glauben, dass er als Terrorist gefangen genommen und auf eine einsame Insel gebracht wird. Er wollte nur seinem verletzten Freund helfen, am Tag des Terroranschlags in San Francisco. Jetzt wird er bei Verhören durch die Sicherheitsbehörden gedemütigt und verängstigt. Als er „frei“ kommt, bleibt er wie alle anderen Mitbürger elektronisch überwacht. Verzweifelt versuchen er und seine Freunde die Sicherheitsdoktrin der Regierung zu sabotieren und sie mit Hilfe neuer Medien zu Fall zu bringen.
> Aufrüttelnd und so nah an der Wirklichkeit geschrieben, dass ein solch bedrohliches Szenario vorstellbar ist. Eingewebt sind mathematische Erklärungen und historisch-gesellschaftliche Ereignisse der USA. Die Leserschaft identifiziert sich mit Marcus und seinen Freunden, die sich mit Verschlüsselungscodes und Interntet-Games bestens auskennen. Sie setzten ihr Wissen ein, im gewaltfreien Kampf gegen die totale Überwachung und für die Freiheit. Katharina Siegenthaler

Titel: Es.Tut.Mir.So.Leid.
Kollation: A. d. Amerik., Broschur, 188 S.
Verlag, Jahr: Thienemann, 2009
ISBN: 978-3-522-20054-7
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Gewalt, Aussenseiter
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 18.07.2016
Es.Tut.Mir.So.Leid.
Nach der schlimmen Sache mit seinem Freund Zyler und dessen Dad lässt Logan einfach alles über sich ergehen. Obwohl seine Eltern umgezogen sind, um ihm einen Neuanfang zu ermöglichen, wird er aufs Schlimmste erniedrigt und gemobbt. Er beteuert zwar stur, es gehe ihm gut, verkriecht sich aber in seinem Zimmer und lässt niemanden an sich heran. Was mag damals geschehen sein? Der ganze Ort weiss scheinbar Bescheid, die Gerüchteküche brodelt, doch Logan fehlen jegliche Worte. Er kann nicht darüber sprechen, ist wie gelähmt.
> Ein aufrüttelnder, beklemmender, sehr empfehlenswerter Roman, der aufzeigt, dass Täter oft auch Opfer sind. Er liest sich in einem einzigen Atemzug, da die Hauptfigur sprunghaft nur einzelne Bruchstücke der Geschehnisse aus Vergangenheit und Gegenwart erzählt und das Ganze sich so erst auf den letzten Seiten zusammenfügt. Einzig das Cover bekommt klar Minuspunkte. Die leere Sprechblase passt zwar durchaus, aber insgesamt wirkt die Gestaltung alles andere als ansprechend. Eliane Pfister

Titel: The Road of the Dead
Kollation: CD. Lesung, ca. 322 Min.
Verlag, Jahr: Silberfisch, 2009
ISBN: 978-3-86742-667-1
Kategorie: Nonbook
Schlagwort: Gewalt, Thriller
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 18.07.2016
The Road of the Dead
"Der Tod Ihrer Schwester war ein Versehen", sagte er nebenhin. "Sie war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. So was passiert eben leider manchmal." Den Brüdern Ruben und Cole bleibt nur eins: ihre Schwester Rachel zu begraben. Doch die Ermittlungen laufen noch. Die Polizei gibt die Leiche nicht frei, bevor der Fall aufgeklärt ist. Also machen sich die beiden auf den Weg ins abgelegene Dartmoor, den Ort von Rachels Tod. Dort erwartet sie eine Welt voller Gewalt und Hass.
> Kevin Brooks Thriller fesselt von Anfang an. Er startet in der Gefühlswelt Rubens, geht dann zu Coles Gewaltwelt über, und verliert dadurch leider einiges an Tiefgang. Schliesslich geht es nur noch um rohe Gewalt. Diese wird am Ende des Buches nicht zurückgeführt oder hinterfragt, sondern als Antwort auf die Ausgangslage stehen gelassen. Ein Schwachpunkt des Werks. Stark ist die Stimme von Robert Stadlober. Er verbreitet mit seiner Lesung die richtige Stimmung für die trostlose Gegend im Dartmoor. Iris Wehrli

Titel: Der kluge kleine Hase
Kollation: A. d. Französ., geb., farb. Illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Baumhaus, 2009
ISBN: 978-3-8339-0377-9
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Gewalt
Alter: ab 4
Bewertung:
1 von 4 Büchern
Rezension publiziert: 16.07.2016
Der kluge kleine Hase
Ein kleiner Hase findet im Wald eine schöne Möhre, beisst hinein – doch Vorsicht, Falle! Der böse Wolf lauert schon ganz nahe, packt den Hasen und nimmt ihn mit in seine Fabrik. Dort befinden sich schon zahlreiche weitere geschnappte Hasen, die weitere Fallen bauen müssen. Das Leben in der Fabrik ist hart und die Tiere glauben nicht, sich dagegen wehren zu können. Doch der kleine Hase stellt dem Wolf eine Falle und nimmt ihn gefangen. Daraufhin übernehmen die Hasen die Fabrik und bauen fleissig Wolfsfallen. – Die Geschichte des klugen kleinen Hasen, der den Wolf überlistet, danach jedoch selber Fallen herstellt, erinnert an die Aussage „Aug um Aug, Zahn um Zahn“. Die Hasen haben nichts aus ihrer Situation gelernt und behandeln die Wölfe gleich, wie sie von ihnen behandelt wurden. Die Bilder sind farblich schön komponiert, draussen in der Freiheit farbig bunt und in Gefangenschaft graubraun. Das Buch enthält wenig Text, einzelne Wörter werden hervorgehoben, so dass auch Erstleser sich an das Buch wagen können. Maria Veraguth

Titel: Höllenflirt
Kollation: Broschur, 245 S.
Verlag, Jahr: Arena, 2009
ISBN: 978-3-401-06386-7
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Gewalt, Teufel
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.07.2016
Höllenflirt
Die Möchtegern-Hardcorepunkerin Toni verlässt ihren Freund Robert und seine Band, weil sie sich in den faszinierenden Valle verliebt hat. Dem will sie beweisen, dass sie alles für ihn tun würde. Doch dann gerät alles ausser Kontrolle. Mit einer scheinbar harmlosen Mutprobe beginnt für Toni ein sehr gefährliches Spiel mit mehreren Unbekannten. Wo steckt Valle da drin? Was ist mit seinem Bruder passiert? Bald weiss Toni nicht mehr, wem sie eigentlich vertrauen kann. Erst als es beinahe zu spät ist, begreift sie, wer im Hintergrund die Fäden zieht.
> Hinter dem schwülstig-theatralischen Titel steckt ein gelungener Thriller voller Überraschungen. Anfangs verwirren viele Rückblenden und rätselhafte Zitate, dann wird die Spannung gekonnt aufgebaut und hält bis zur letzten Seite. Die gruslig geschilderten Satansrituale sind zwar bestimmt nicht jedermanns Sache, doch die Autorin scheint zum Thema gründliche Recherchen angestellt zu haben. Eliane Hess

Titel: Julie und Schneewittchen – Schlimmer geht’s nimmer
Kollation: Geb., 277 S.
Verlag, Jahr: Arena, 2009
ISBN: 978-3-401-06407-9
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Entwicklung, Gewalt
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.07.2016
Julie und Schneewittchen – Schlimmer geht’s nimmer
Krach mit der Freundin; das erste Mal verliebt; eine Mitschülerin, die dringend Hilfe braucht: Julies Tagebuch füllt sich Seite um Seite. Von ihren Schulkameradinnen gemobbt und blossgestellt, beginnt Julie sich für Scharina, die Neue in der Klasse, zu interessieren und entdeckt die blauen Flecken an deren Körper. Mit viel Mut beginnt Julie, sich für die neue Freundin einzusetzen. Nun gerät alles aus dem Ruder. Mama hat den Baby-Blues; Papa ist im Job arg eingespannt. Niemand hört zu! Die Einzige, die Zeit hat, sich Julies Problemen anzunehmen, ist Sharon, die nette Frauenstimme von der Sex-Hotline. Doch schlimmer gehts immer!
> Julies Tagebuch ist spannend aufgebaut, mit viel Tempo erzählt und liest sich leicht. Die tragikomischen Situationen, denen Julie ausgeliefert ist, wirken allerdings etwas konstruiert. Die Entschlossenheit zum Handeln und die Zivilcourage, die das Mädchen an den Tag legt, um Scharina zu helfen, sind aber durchaus nachahmenswert. Turbulentes Chaos aus dem Teenageralltag. Iris Boldt

Titel: So voller Wut
Kollation: Geb., 158 S.
Verlag, Jahr: Ueberreuter, 2009
ISBN: 978-3-8000-5486-2
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Gewalt, Aussenseiter
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.07.2016
So voller Wut
Aus purer Langeweile verschickt Jamals Freundin Jasmin eine Amokdrohung ans Frankfurter Gymnasium. Als sie realisiert, welche ernsthaften Folgen dieser Jux hat, ist es bereits zu spät: In Schulen und Medien wird das Thema eingehend diskutiert und sie kommt vor Gericht. Jamal will dennoch zu ihr halten und bemüht sich nach Leibeskräften, an die vor Scham plötzlich verschlossene Jasmin heranzukommen. Unter dem Decknamen Ronin rechnet währenddessen der unbekannte Verfasser eines Online-Tagebuchs wütend mit der Welt ab. Am Gymnasium ahnt niemand, dass er mit seinem grausamen Plan, auf den ihn Jasmin gebracht hat, schon bald ernst machen wird. – Ein enorm aufrüttelnder Roman zu einem heiklen Thema. Schonungslos, beklemmend, menschlich. Ohne den Mahnfinger zu heben oder die unfassbare Gewalt zu verherrlichen, hat der Autor viele den Amoklauf betreffende Facetten in diese Geschichte verpackt. Eine mögliche Klassenlektüre, zu der unter www.ueberreuter.at Unterrichtsmaterial zur Verfügung steht. Eliane Pfister

Titel: Dschihad Calling
Kollation: Broschur, 316 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2016
ISBN: 978-3-423-74015-9
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Religiöses, Gewalt
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 01.02.2016
Dschihad Calling
Es sind die blauen Augen Samiras, die dazu führen, dass aus dem 18-jährigen Jakob Ya'qub, ein Diener Allahs, wird. Samira gehört einem Salafistenverein an, und sie hat einen Bruder, der mit den Gotteskriegern des Islamischen Staates sympathisiert. Jakob verliebt sich in die junge Frau, und dann geht alles ganz schnell: Er zieht bei Samiras Bruder ein, radikalisiert sich und konvertiert zum Islam. Reist er jetzt nach Syrien in den heiligen Krieg?
> Der Autor greift mit diesem Buch ein politisch aktuelles Thema auf. Er zeigt, wie die Propaganda der IS mit Hilfe geschickt inszenierter Werbevideos funktioniert. Der glaubhaft recherchierte Roman erzählt in passender Sprache von der etwas schwer nachvollziehbaren Hinwendung Jakobs zum radikalen Islam. Gleichzeitig ist das Buch durch eine zweite Sichtweise in Form von Tagebucheinträgen aus Syrien ein aufklärender Erfahrungsbericht. Der Text eignet sich als Diskussionsgrundlage zur dschihadistischen Bewegung, aber auch zum herkömmlichen Islam. Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Sommer unter schwarzen Flügeln
Kollation: Geb., 527 S.
Verlag, Jahr: Oetinger, 2015
ISBN: 978-3-7891-4297-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Flüchtlinge, Gewalt
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.12.2015
Sommer unter schwarzen Flügeln
Grün ist die Farbe der Hoffnung und die Farbe des Islam und deshalb eine wichtige Farbe für die 18-jährige Nuri, die vor der Gewalt in Syrien geflohen ist und jetzt in einem Flüchtlingsheim in Norddeutschland lebt. Für den gleichaltrigen, rechtsextremen Calvin ist Grün die Farbe des Lebens und die Farbe des Laubs im deutschen Wald. Er, Calvin, wird dabei sein, wenn der Kampf um dieses deutsche Land und gegen die Bedrohung der Ausländer gekämpft wird. Dann lernt der junge Deutsche Nuri kennen. Sie erzählt ihm ihre Geschichte, führt ihn mitten in den syrischen Bürgerkrieg, nach Homs und in die Folterkeller von Damaskus. Sie erzählt aber auch vom märchenhaften Arabien, vom Geruch der Weintrauben und der Orangenbäume. Calvin ist immer mehr fasziniert vom fremden Land und er verliebt sich in die junge Syrerin. Seine alten Ansichten geraten ins Wanken und er plant den Ausstieg aus der Neonaziszene. Doch seine Freunde dulden keine Verräter, und bald ziehen über den Liebenden die Schwingen des Bösen auf ...
> Die Aktualität ist es, die diesen Erstlingsroman des deutschen Autors so stark macht. Peer Martin schildert darin die gesellschaftlichen und politischen Missstände der beiden Länder. Er tut dies derart treffend, dass man sich mitten im Geschehen wähnt. Gut recherchiert und ganz der arabischen Tradition folgend, lässt er bei Nuris Schilderungen die Lust am Erzählen durchblicken, so dass diese atmosphärisch dichten Stellen intensiv und langsam gelesen werden dürfen. Anders, aber genauso lebensecht beschrieben sind die Passagen aus der Neonaziszene. Hier werden die Gewaltbereitschaft, der Fremdenhass und die Gruppendynamik dieser meist gesellschaftlich benachteiligten Jugendlichen gezeigt. Die so subtil wie möglich dargestellten Gewaltszenen gehören genauso in diesen Roman wie die bewegende Liebesgeschichte. "Sommer unter schwarzen Flügeln" ist ein wichtiges Buch, das auch auf Quellen und Internetrecherche verweist. Ein Buch, das hoffentlich aufrüttelt und Sichtweisen verändert. Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Miese Opfer
Kollation: Geb., 189 S.
Verlag, Jahr: Oetinger 34, 2015
ISBN: 978-3-95882-014-2
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Gewalt, Freundschaft
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.11.2015
Miese Opfer
Für Fred und Leo ist jeder Tag in der Schule die Hölle, denn der Schläger Sebastian hat sie zu seinen Lieblingsopfern auserkoren. Immer wieder denkt er sich neue Gemeinheiten aus, um die beiden Freunde zu quälen, und schreckt dabei auch vor körperlicher Gewalt nicht zurück. Trotz eines guten Verhältnisses zu ihren Familien trauen sich die Mobbingopfer nicht, Hilfe zu suchen. Stattdessen beschliesst Leo, zurückzuschlagen. Damit setzt er eine Spirale der Gewalt in Gang, die Fred mitreisst und die schnell beginnt, gefährliche Ausmasse anzunehmen.
> Als Leser kann man mit den sympathisch gezeichneten Hauptfiguren sofort mitfühlen und -leiden. Wie so oft bei Mobbingfällen sind die Opfer zufällig ausgewählt und haben scheinbar keine Möglichkeit, aus ihrer Situation auszubrechen. Die Handlungsweise der Protagonisten ist nachvollziehbar und die Geschichte mitreissend geschrieben. Leider sind Zweifel angebracht, ob der am Ende gewählte Ausweg im wirklichen Leben tatsächlich funktionieren würde. Iris Mende

Titel: Die Stille nach Nina Simone
Kollation: A. d. Norweg., Broschur, 122 S.
Verlag, Jahr: mixtvision, 2015
ISBN: 978-3-95854-031-6
Kategorie: Belletristik
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 18.10.2015
Die Stille nach Nina Simone
Simons Vater sitzt im Gefängnis und seine Mutter ist tot. Ihn hat er nie geschlagen. Aber die Mutter schon; immer dann, wenn die Musik von Nina Simone in voller Lautstärke aus dem Schlafzimmer dröhnte. Jetzt sitzt Simon (18) im Zug und reist zu seinem Vater. Auf seiner langen Fahrt schreibt er in Gedanken Briefe an die Jazzsängerin Nina Simone. Er erinnert sich an die Ausflüge ins Grüne mit seinem Vater und daran, dass die Mutter oft schon am Morgen geschminkt war, damit man die Spuren der Gewalt nicht sah. Und wie es war, als seine Mutter plötzlich verschwunden war.
> In prägnanten, oft kurzen Sätzen, die wie ein langsames Staccato wirken, erzählt Simon von seiner Kindheit und Jugendzeit. Dabei äussert der Protagonist nie ein Gefühl. Einzig den Wortwiederholungen, dem Satzbau oder den Reaktionen können die Lesenden entnehmen, dass Simon aufgewühlt ist. Eine Darstellung der Verdrängung, die in sprödem Stil die feinen Seiten anklingen lässt und beim Lesen ein Gefühl der Beklemmung auslöst. Karin Schmid

Titel: Das Ende der Lügen
Kollation: A. d. Engl., Broschur, 331 S., Neuausgabe
Verlag, Jahr: dtv, 2014
ISBN: 978-3-423-78277-7
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 08.10.2015
Das Ende der Lügen
Ellie, Grace und ihre Mutter sind auf der Flucht vor dem unberechenbaren, gewalttätigen Vater. Sie finden in einem Campingwagen ein provisorisches Zuhause. Die Mutter, die von ihrem Mann oft als "dumme, nutzlose Kuh" beschimpft wurde, kann im Camping-Café arbeiten. Die Töchter können ein neues Leben beginnen, doch es fällt ihnen nicht leicht. Ellie lügt und baut sich eine Fantasiewelt auf, Grace hingegen schweigt und spricht mit niemandem. Sie finden trotzdem Freunde und können sich immer mehr von der Vergangenheit lösen, da steht plötzlich Dad vor ihrem Wohnwagen.
> Die bedrückte Stimmung und die Angst der Familie ist gut spürbar. So verschieden die Schwestern sind, so unterschiedlich gehen sie auch mit dem Problem um. In kurzen Kapiteln wird abwechselnd aus ihrer Sicht erzählt. Die Geschichte ist ergreifend, spannend, macht emotional betroffen und regt zum Nachdenken an. Maria Trifonov

Titel: Über tausend Hügel wandere ich mit dir
Kollation: Geb., 302 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2015
ISBN: 978-3-7795-0517-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Länder: Afrika, Gewalt
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 05.03.2015
Über tausend Hügel wandere ich mit dir
Als mittleres von drei Kindern lebt Jeanne geborgen in einem kleinen Dorf in Ruanda. Ihre Eltern sind Lehrer und bei allen bekannt und beliebt. Doch im Jahr 1994 eskaliert der Bürgerkrieg – das Dorf wird von einer Welle der Gewalt überrollt. Alle Bewohner, welche der Minderheit der Tutsi angehören, werden von den zahlenmässig überlegenen Hutu verfolgt und brutal ermordet. Als einziger Überlebender ihrer Familie gelingt der achtjährigen Jeanne die Flucht, indem sie sich einer anderen Gruppe anschliesst. Eine Grossfamilie aus Deutschland nimmt sie schliesslich bei sich auf.
> Diese wahre Geschichte erschien schon vor dreizehn Jahren in einem anderen Verlag. Die engagierte Autorin, Jeannes Pflegemutter, hat die ursprüngliche Ausgabe überarbeitet und mit einer hilfreichen Zeitleiste versehen. Da es nicht viele Jugendbücher zu dem schrecklichen Völkermord in Ruanda gibt, ist diese Neuauflage mit attraktivem Cover und neuem Layout wichtig und empfehlenswert. Rita Racheter

Titel: In deinem Licht und Schatten
Kollation: A. d. Engl., geb., 313 S.
Verlag, Jahr: Fischer FJB, 2014
ISBN: 978-3-8414-2152-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Gewalt, Missbrauch
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 27.01.2015
In deinem Licht und Schatten
Die im Gesicht entstellte Rebecca ist 17, als ihre schöne Zwillingsschwester Hephzi stirbt. Die beiden waren ihr Leben lang zuhause eingesperrt, wurden brutal geschlagen, gedemütigt, hatten kaum zu essen und Kleider, keine ärztliche Hilfe und durften nicht zur Schule. Stattdessen wurden sie im Pfarrhaus Leiden und Schweigen gelehrt. Als sie mit 16 erstmals zur Schule konnten, lernten sie eine neue Welt kennen. Hephzi wagte die Flucht, aber scheiterte. Wird Rebecca ihre Angst besiegen und es schaffen, auszubrechen?
> Im Wechsel erzählen Hephzi, was vor ihrem Tod und Rebecca, was danach geschah. Die Autorin begeistert mit einer aussergewöhnlich poetischen Sprache, mit Vergleichen, die Rebecca anstellt, wenn sie zum Beispiel das Gefühl hat, im Strudel von Vaters Zorn zu ertrinken oder sich als eine Pfütze aus Angst sieht. Im Gegensatz dazu erschlagen einen die Brutalität und die unglaubliche Scheinheiligkeit des Vaters fast. Zum Glück geht aus allem eine erstarkte, freie Rebecca hervor. Cornelia Brühlmann

Titel: Vollendet - Die Rache
Reihe: Vollendet 3
Kollation: A. d. Amerikan., geb., 523 S.
Verlag, Jahr: Fischer Sauerländer, 2014
ISBN: 978-3-7373-5047-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Freundschaft, Gewalt
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 08.12.2014
Vollendet - Die Rache
"Mich aus Wandlern zu erschaffen, war genauso schrecklich, wie die Wandler umzuwandeln", findet Cam, ein Designerwesen aus Teilen, die sich durch besondere Fähigkeiten der Organspender (Wandler) auszeichnen. Verzweifelt sucht Cam nach seiner Identität und flieht vor seinen Besitzern. Ebenso fliehen Lev und Connor nach der Razzia im geheimen Wüstenflüchtlingscamp der Wandler vor ihren brutalen Verfolgern. Bei der Razzia retten sich Starkey und viele Kids mit dem Flugzeug und sorgen mit Terroranschlägen für Schlagzeilen.
> Im dritten Teils der vierbändigen "Dystologie" stehen die Nebenfiguren Cam und Starkey im Mittelpunkt. Trotzdem ist Connor die zentrale Figur. Mit sachlichen Worten werden Hintergründe erläutert, und eingefügte Werbetexte beschreiben die menschenverachtende Umwelt der rebellischen Jugendlichen. Perspektivenwechsel sorgen für Spannung. Die Frage, warum Eltern ihre Kinder zur Umwandlung geben, bewegen nicht nur Connor, sondern auch die Lesenden. Martina Friedrich

Titel: Wie ein flammender Schrei
Autor: Wahl, Mats
Kollation: A. d. Schwed., Broschur, 203 S.
Verlag, Jahr: Carl Hanser, 2014
ISBN: 978-3-446-24640-9
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Gewalt, Schule
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 08.12.2014
Wie ein flammender Schrei
An der neuen Schule erlebt Ellen täglich Gewalt. Vier Schüler terrorisieren ihre Mitschüler und die Lehrkräfte. Die Schulleitung ist informiert, unternimmt jedoch nichts. Als eine Klassenkollegin zum wiederholten Mal sexuell belästigt wird, greift Ellen ein. Nun wird sie selber verbal und körperlich bedroht. Ihre alkoholkranke Mutter will sie nicht damit belasten, und auch ihrem Freund Max sagt sie nichts. Als die schlimmen Schüler aus Langweile das Schulhaus anzünden, kommt es zur Katastrophe.
> Schonungslos erzählt Mats Wahl von den desolaten Zuständen in einer schwedischen Schule. Im Nachwort erklärt er, dass der Roman zwar nicht auf wahren Begebenheiten beruht, eine solche Eskalation aber durchaus möglich wäre. Dabei kritisiert er die Schulleitung und die Politiker nicht direkt, lässt aber durchblicken, dass sie die brenzlige Situation unterschätzt haben. Der authentische Roman ist erschreckend. Bleibt zu hoffen, dass es nie zu einem solchem Drama kommen wird. Rita Racheter

Titel: Nicht Chicago, nicht hier
Kollation: CD. Lesung, ca. 104 Min., 2 CD, Neuauflage
Verlag, Jahr: Goya Libre, 2014
ISBN: 978-3-8337-3337-6
Kategorie: Nonbook
Schlagwort: Mobbing, Gewalt
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 07.09.2014
Nicht Chicago, nicht hier
Es fängt im Bus an. Da beobachtet Niklas, wie der Neue, Karl, eine ältere Frau absichtlich nicht vorbeigehen lässt. Dann besucht Karl Niklas und lässt eine CD mitlaufen. Beim nächsten Mal leiht Karl sich das CD-ROM-Laufwerk von Niklas' Vater aus. Später will er das Gerät nicht mehr zurückgeben. Er behauptet sogar, nichts von der ganzen Sache zu wissen. Niklas gibt nicht nach und verlangt das Laufwerk zurück. Die Folgen seiner Hartnäckigkeit bekommt er nun körperlich zu spüren.
> Gewalt, grundlose Quälerei und dieses Gefühl der Machtlosigkeit bei den Betroffenen – hier bei Niklas – werden Schritt für Schritt in allen Gefühlsfärbungen dargestellt. Zwei Sprecher lesen die auf zwei Zeitebenen erzählte Geschichte. Die Stimme der weiter zurück liegenden Ereignisse hat eine spröde Seite und doch vollklingende Emotionen; diejenige der Gegenwart ist von einer tiefen Wärme und lässt die Gefühle bei den Hörenden vibrieren. Unmittelbar, echt und ein Aufruf hinzuschauen, zu reagieren. Karin Schmid

Titel: Was wir auch tun
Kollation: Geb., 494 S.
Verlag, Jahr: Fischer, 2014
ISBN: 978-3-8414-2215-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Liebe, Gewalt
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.08.2014
Was wir auch tun
Alex ist anders. In der Schule ist er still, sieht auf eine verwegene Art attraktiv aus und auch so, als könnte er plötzlich zuschlagen. Robin weiss, dass er mehrmals die Schule gewechselt hat, aber sie kennt die Gründe nicht. Sie weiss nicht, dass Alex einen Bruder hat, der im Gefängnis sitzt und in der Hooliganszene verkehrte. Es zieht sie zu Alex. Sie lassen sich aufeinander ein. Doch das gestaltet sich schwierig, weil Alex Robin nicht in seine Welt einblicken lässt und Robins Ex-Freund Jasper das Mädchen unbedingt zurückerobern will. Dazu nutzt Jasper Alex gut gehütetes Geheimnis.
> Eine grosse, berauschende Liebe zwischen zwei jungen Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft. Und ein Dritter, der alles dran setzt, die beiden zu trennen. Keine neue Konstellation, doch eine direkte, dialog- und temporeiche Umsetzung mit Tiefgang und Sogwirkung. Karin Schmid

Titel: Die Angst der Bösen
Kollation: Broschur, 239 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2014
ISBN: 978-3-423-78275-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Gewalt, Angst
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
kontrovers
Rezension publiziert: 23.04.2014
Die Angst der Bösen
Auf der Abschlussreise der 10. Klasse kommt es zum Eklat: Die Clique, bestehend aus Sven, Ilkay, Leon, Tatjana und Paul verprügelt ohne Grund einen obdachlosen jungen Drogenabhängigen. Dieser stirbt unerwartet, was die Clique in Panik versetzt. Was, wenn jemand davon erfährt? Ein paar Tage später kommt Sven auf mysteriöse Weise ums Leben. Selbstmord? Mord? Als weitere Cliquenmitglieder bedroht werden, stellt sich heraus, dass der Vater des Obdachlosen auf der Jagd nach den Jugendlichen ist.
> Auf Gewalt folgt Gegengewalt: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Das Verhalten des betroffenen Vaters lässt einem erschaudern. Beim Lesen erfährt man lange keine Details zum Vorfall, was natürlich die Spannung aufrechterhält. Die Autorin schreibt in einem lockeren, jugendlichen Stil. Das Thema der Gewalt mag aktuell sein, doch der Lösungsansatz Revanche kann nicht unterstützt werden. Maria Veraguth

Titel: Geballte Wut
Kollation: Broschur, 215 S.
Verlag, Jahr: Appenzeller, 2014
ISBN: 978-3-85882-678-7
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Gewalt, Kriminalität
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 08.04.2014
Geballte Wut
Sebastian, 20, wird wegen versuchter Tötung zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Er hat zwei Jugendliche mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt. Sebastian erzählt in der Ichform von der Tat, der Gerichtsverhandlung und dem Massnahmenvollzug. Es ist die Geschichte eines Kindes, das die Erwartungen der Eltern nicht erfüllen kann und sich als junger Erwachsener mit Gewalt Respekt verschaffen will.
> Petra Ivanovs neuster Jugendroman gehört nicht zu ihrer Krimiserie, sondern ist ein Einzelband, der sich an einen wahren Fall anlehnt. Jedes Kapitel beginnt mit einem Auszug aus dem Strafgesetzbuch oder der Strafprozessordnung. Die Lesenden erfahren zusammen mit dem Protagonisten, was die Sätze konkret bedeuten. Vor diesem Hintergrund zeichnet die Autorin auf überzeugende Art das erschütternde Bild eines Jugendlichen, der unfähig ist, mit Enttäuschungen umzugehen und für seine Handlungen Verantwortung zu übernehmen. Alexandra Reichart

Titel: Die Kinder im Wind
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Thienemann, 2013
ISBN: 978-3-522-20190-2
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Psychologisches, Gewalt
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 20.02.2014
Die Kinder im Wind
"Und in der Stille eines vergessenen Tages reihte er sich ein." Wird hineingeboren in eine Welt der Lieblosigkeit. Wagner. Der Name eines Kindes, das keiner haben will. Das seinen Weg aus der familiären Kälte hinaus in den Herbstwald geht, durch lichtes Blättergewirr, um in einem alten Zug zu stranden. An einem Ort, an dem viele Kinder stranden, deren Leben von Gewalt geprägt ist. Nach und nach öffnen sich die Geschichten dieser Kinder aus verschiedenen Zeiten wie Erinnerungsalben. Fotografien dokumentieren ein halbes Jahrhundert erwachsene Gewalt und kindliche Traumata. Da sind sie, geschlagen und verlassen; aufgezehrt vom bittersüssen Nebel der Opiumpfeife; mit kahlgeschorenem Kopf auf dem Weg durch den nationalsozialistischen Winter. Dazwischen Schwäne, die ihre Schwingen ausbreiten und den Weg in eine bessere Welt weisen.
> Graues Grauen in Bildern, die wie ein Tritt in den Magen schmerzen. Weisse Blüten und Eiskristalle dämpfen die Intensität der Beklemmung; die durch digitale Modellierung derFiguren erreichte Wirklichkeit lässt den Atem stocken. Durchbrochen wird sie allein von farbigen Aufschreien der Entschlossenheit. Aufstehen! Weitergehen! Während die gewaltigen Bildwelten des Künstlers getreu dem Naturalismus die Hässlichkeit des Lebens offenbaren, wendet er sich inhaltlich vom naturalistischen Gedanken der Determination durch Milieu und Vererbung ab und zeigt ein Bild misshandelter Individuen, die sich dem Kampf stellen, der Resignation Einhalt gebieten. Die alte Lok wird zum Symbol der Hoffnung und Weiterentwicklung. Und schlussendlich fügt sich der Anfang der Geschichte ans Ende, und es scheint, als gäbe es auf der anderen Seite der Brücke einen Ort jenseits menschlicher Abgründe. Irritierend, provozierend, hart und dennoch sanft. Ein Buch, das die Erschaffer idealisierter Welten und idyllischer Kindheiten Lügner schimpft und mit voller Wucht vorführt, was allzu oft Alltag ist. Gewaltig. Andrea Eichenberger

Titel: Schieflage
Kollation: A. d. Amerikan., Broschur, 237 S.
Verlag, Jahr: Loewe, 2013
ISBN: 978-3-7855-7449-2
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Gewalt, Schule
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.01.2014
Schieflage
Mike ist eigentlich ein guter Schüler, jedoch so faul, dass er in der Förderklasse sitzt. Eines Tages rastet sein Kumpel Tommy im Unterricht aus und wird zum Direktor geschickt. Danach bleibt er verschwunden. Ausserdem verhält sich der Englischlehrer irgendwie seltsam: Für ein Experiment hat er eine Tonne mitgebracht, und die Schüler sollen nun raten, was sich Schweres darin befindet. Dies soll der Einstieg in die Lektüre „Schuld und Sühne“ von Dostojewski sein. Axtmörder, Leichen, Schuld? Buch oder Wirklichkeit? Wurde Tommy ermordet? Befindet sich sein toter Körper in der Tonne?
> Eine äusserst spannende Geschichte. Mike hat keine Chance bei den Mädchen, Bones neigt zu Gewaltausbrüchen, Mixer klaut und Tommy outet sich Ende als Homosexueller. Die Jungs trinken Alkohol und probieren Drogen aus. Dementsprechend ist das Buch in salopper Jugendsprache geschrieben: Mike flucht, beleidigt andere, und alles, was er doof findet, ist “schwul”. Ein Buch über Jungs und für Jungs. Maria Veraguth

Titel: Alles worum es geht
Kollation: A. d. Dän., Broschur, 142 S.
Verlag, Jahr: Carl Hanser, 2013
ISBN: 978-3-446-24317-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Sozialer Umgang, Gewalt
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 06.01.2014
Alles worum es geht
Jemand springt einem anderen auf den Kopf, warum bloss? Ein weiterer spricht in der Art der Hassreden, warum bloss? Eine Schülerin verwüstet den Schulgarten, warum bloss? Ja, warum? In diesem Buch geht es um Gewalt. Um Feigheit, Rassismus, menschenunwürdige Umgebungen und was daraus resultiert. Um Hass. Janne Teller möchte die Lesenden spüren lassen, wo Grenzen liegen und wo in der Erziehung Grenzen zu setzen wären. Grenzen in der Wortwahl, Grenzen bei Taten. Was liegt drin, was nicht mehr?
> In jeweils sehr knapper, sprachlich brillanter Form bringt die Autorin in ihren Kurzgeschichten auf den Punkt, um was an Verbesserungswürdigem es in dieser Welt geht. Ein Buch, ein Muss für Erwachsene, allerdings häppchenweise zu lesen, sonst könnte es deprimierend wirken. Für Jugendliche nur unter Anleitung, denn die Sprache Tellers ist eine Sprache der Gewalt, die es richtig zu verstehen gilt. Veronika Gutzwiller