Rezensionsdatenbank Info


Anzahl Resultate: 191
Titel: Meine ganze Familie
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Beltz & Gelberg, 2018
ISBN: 978-3-407-82343-4
Kategorie: Sachbuch
Schlagwort: Familie, Generationen
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 03.05.2018
Meine ganze Familie Was Urmenschen und mich verbindet
Jeder Mensch war einmal ein Baby. Und jedes Kind hat eine Mutter und einen Vater, vier Grosseltern, acht Urgrosseltern usw. Über viele Ecken sind wir nämlich alle miteinander verwandt. Manche Familien haben Stammbäume und ihre Verwandtschaft kann über Jahrhunderte zurückverfolgt werden. Gewisse körperliche Merkmale wie Sommersprossen, eine Glatze oder grosse Füsse werden von Generation zu Generation weitervererbt. Ein Erbstück kann auch ein Ring, eine Geige oder ein Adelstitel sein. Durch traditionelle Feste wie z. B. Weihnachten verbinden wir uns mit der Vergangenheit.
> Mit vielen Bildern und einfachen Erklärungen lässt uns Gerda Raidt zurückblicken auf unsere Ahnen. Denn Errungenschaften und Wohlstand basieren auf Taten und Erkenntnissen von mehreren Generationen. Doch auch die Entwurzelung der Familien durch Krieg und Armut oder das weniger rühmliche Erbe der Umweltverschmutzung werden thematisiert. Das Buch endet mit einem Appell an heutige Kinder, sich über die Zukunft Gedanken zu machen. Ruth Fahm

Titel: Auf keinen Fall Prinzessin!
Kollation: A. d. Poln., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Fischer Sauerländer, 2018
ISBN: 978-3-7373-5461-5
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Drachen, Familie
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.05.2018
Auf keinen Fall Prinzessin!
Marie mag keine Prinzessin spielen. Viel lieber ist sie ein furchterregender Drache, der Prinzessinnen entführt und Ritter mit Rüstung knackt, als wären es Chips. Leider weiss Marie nicht genau, was man als schrecklicher Drache alles zu tun hat, und so müssen Oma und Opa vorerst als Skelette auf dem Boden liegen, Papa den tapferen Ritter und Mama die geraubte Prinzessin spielen. Doch der furchtbare Drache Marie verputzt Ritter um Ritter, und langsam wird es der Prinzessin im Wehrturmsessel und den Skeletten auf dem Teppich langweilig. Nach fünf Tagen ist es Zeit für einen Rollentausch …
> Eine amüsante, kurzweilige Geschichte über ein fantasievolles und eigenwilliges Mädchen, das mit seiner Familie eine ganz eigene Variante des Ritter-Drache-Prinzessin-Spiels entwickelt, in der schliesslich alle die Rolle spielen dürfen, die sie möchten. Die farbenfrohen Illustrationen unterstreichen den Witz der Geschichte und runden sie gelungen ab. Stefanie Stanisz

Titel: Aleca Zamm – ist ein Wunder
Reihe: Aleca Zamm 1
Kollation: A. d. Engl., geb., 163 S.
Verlag, Jahr: Egmont Schneiderbuch, 2018
ISBN: 978-3-505-14057-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Fantasie
Alter: ab 7
Bewertung:
Rezension publiziert: 28.04.2018
Aleca Zamm – ist ein Wunder
Aleca Zamm ist ein Wunder. Seit ihrem 10. Geburtstag kann sie nämlich die Zeit anhalten! Ist es nun das Coolste oder das Gruseligste, was ihr passieren konnte? Sie entscheidet sich für das Coolste. Sie lernt ihre Tante Zelda kennen. Zelda erzählt, was für Wunder sie und ihre Brüder machen können. Es liegt also in der Familie. Zelda findet es gefährlich, dass ein 10-jähriges Mädchen die Kontrolle über die Weltuhr hat. Aber Aleca ist so glücklich über ihr Wunder. Sie will in Zukunft damit gute Dinge tun.
> Mir hat das Buch sehr gefallen, weil es sehr spannend, lustig und nicht zu klein geschrieben ist. Es ist mehr für Mädchen, und etwa ab 10 Jahre, es kommt aber auch darauf an, wie gut man lesen kann. Ich persönlich gebe dem Buch 5 Sterne. Die Bilder im Buch sind witzig gezeichnet. Ich konnte nicht aufhören zu lesen. Die Titelseite sieht cool aus, weil die Mädchen sehr schön gezeichnet sind. Dieses Buch gehört in eine Bibliothek. Das Beste aber, es wird noch eine Fortsetzung geben. Lotta, 10 Jahre

Titel: Als ich ein Kind war so wie du ...
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Annette Betz, 2018
ISBN: 978-3-219-11734-9
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie, Familienalltag
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 28.04.2018
Als ich ein Kind war so wie du ...
"Als ich ein Kind war so wie du, da mochte ich keinen Stinkekäse. Da lag ich auf dem Rücken auf dem Bett und habe mich gelangweilt." – "Meinem Urgrossvater dagegen war es nie langweilig, denn mit fünf Geschwistern ist immer viel los." – "Meiner Mama war es als Kind auch nie langweilig, denn sie konnte mit Tieren sprechen!" So erzählen manche Erwachsenen von ihrer Kindheit – und flunkern dabei ganz schön!
> Die Autorin hat schon mehrere Bilderbücher zum Thema Eltern-Kind veröffentlicht – immer mit Witz und grosser Beobachtungsgabe. Die Schilderungen und Übertreibungen in diesem Band sind lustig, stimmen aber auch nachdenklich. Die Illustrationen mit den markanten Nasen sind ausdrucksstark. Schön, wie man die erzählenden Erwachsenen in den Kindern wiederkennt. Der Text ist abwechslungsreich, mal Monolog mal Dialog, spricht auch schwierige Themen an und bietet zahlreiche Ansätze zum Weitererzählen über die eigene Kindheit. Ein Plädoyer für generationenübergreifende Kommunikation. Sandra Laufer

Titel: Abgefahren
Autor: Pope, Dirk
Kollation: Broschur, 229 S.
Verlag, Jahr: Hanser, 2018
ISBN: 978-3-446-25875-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Aussenseiter, Familie
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 12.04.2018
Abgefahren
Viorel liebt das bequeme Leben und Frittiertes. Eines Morgens findet er die Mutter tot in der Küche. Ihr letzter Wunsch ist es, in Rumänien statt in Deutschland begraben zu werden. Spontan beschliesst ihr Sohn, die Tote selbst in ihr Heimatdorf zu überführen. Zugleich hofft er, dort Verwandte zu treffen, denen er noch nie begegnet ist. Stattdessen lernt er auf der langen, winterlichen Autofahrt einen Anhalter kennen, der durch einen Unfall in Ungarn stirbt. Nun reist Viorel mit zwei Leichen weiter, bis in Rumänien Strassenpiraten den Toten stehlen. Zufällig lernt er alte Freunde seiner Eltern kennen, die ihm im fremden Land weiterhelfen.
> Der rasante, packende Roadtrip ist ein sehr gelungener Mix aus Mythen von transsilvanischen Untoten, Reisebericht und Adoleszenzroman. Viorel lernt dabei das Land seiner Eltern, seine familiären Wurzeln kennen. Die Frage, wo und wie er sein Leben weitergestalten will, bleibt offen. Dadurch sind die Lesenden eingeladen, sich selbst ein Ende auszudenken. Martina Friedrich

Titel: Küsschen? Bäh!
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Tulipan, 2018
ISBN: 978-3-86429-366-5
Kategorie: Bilderbuch
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.03.2018
Küsschen? Bäh!
Leo mag Tante Lissi, aber ihre roten Küsse mag er nicht. Leo mag Onkel Fred, aber seine pieksenden Küsse mag er nicht. Leo mag Oma Else, aber ihre schrumpligen Küsse mag er nicht. Sein "Nö" wird von allen ignoriert. Jetzt reichts! Er findet einen Weg, den anderen die Küsserei auszutreiben.
> Leos Geschwister haben bereits eigene Methoden entwickelt, um nicht (mehr) geküsst zu werden: Der Bruder rülpst abstossend, und die Schwester schreit unerträglich laut. Schade, dass ein deutliches "Nein" nicht genügt. Falls das Buch wirklich Kinder darin bestärkt, gegen Übergriffe jeder Art aufzubegehren, so ist es ein guter Beitrag zur Missbrauchsprävention – unkonventionell zwar, witzig und frech, mit Bildern von Volker Fredrich, der die Personen wie in Comics überzeichnet darstellt und gewisse Elemente collagengleich einfügt. Eine Gelegenheit, um schon mit jungen Kindern zu thematisieren, dass sie über ihre Körper selber bestimmen dürfen und sollen. Sandra Dettwyler

Titel: Der Bandit mit dem goldenen Colt
Kollation: A. d. Französ., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Susanna Rieder Verlag, 2017
ISBN: 978-3-946100-32-4
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie, Jungs
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 11.03.2018
Der Bandit mit dem goldenen Colt
Glücklich leben die Brüder Jesse und Henry mit den Eltern auf der abgelegenen Farm im Wilden Westen, bis eines Tages Gangster die Familie überfallen. Dabei überleben die Brüder knapp und streifen nun obdachlos und hungernd durchs Land. Voller Verzweiflung schliesst sich Jesse einer Gangstertruppe an, um Henry vor dem sicheren Hungertod zu bewahren. Unbemerkt von Jesse findet ein Trapper Henry und nimmt ihn an Kindes statt auf. Dagegen wird Jesse ein gefürchteter Bandit. Doch eines Tages treffen die Brüder zufällig in einer alten Hütte aufeinander.
> Das Leben der beiden Waisen wird mit klarer Sprache erzählt. Für leseunkundige Kinder erschliesst sich die Geschichte aus der Körpersprache der Figuren in den farbigen, expressionistischen Filzstiftzeichnungen. Eindrücklich sind die doppelseitigen Landschaftszeichnungen, die ohne Text auskommen. Die Illustrationen erinnern an typische Szenen in Westernfilmen. Die tragische Erzählung eignet sich als Familienlektüre und für Jungs. Martina Friedrich

Titel: Finn Black – Der falsche Deal
Kollation: A. d. Engl., Broschur, 90 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2017
ISBN: 978-3-423-71729-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Thriller
Alter: ab 13
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.02.2018
Finn Black – Der falsche Deal
Jäh wird aus dem langweiligen Besuch von Finn Black (15) bei seinem Vater ein nervenaufreibender Thriller: Unvermutet verschafft sich eine junge Frau, Alice, schwarz gekleidet und mit einer Pistole bewaffnet, Zutritt zum friedlichen Reihenhäuschen. Sie hat eine Tasche voller Geld aus einem Raub bei sich und ist auf der Flucht vor der Polizei. Mit einer Lügengeschichte versucht sie, das Mitleid von Finn und seinen Verwandten zu erwecken. Dies gelingt ihr aber ganz und gar nicht.
> Fasziniert von der hübschen Verbrecherin lässt Finn sich vordergründig für ihre Zwecke einspannen, gezwungen von seinem Vater. Doch bald wechselt er die Seite und verrät sie an die Polizei. Alle haben am Ende der Geschichte "Dreck am Stecken", auch Finn, der finanziell von dem Verbrechen profitiert. Eine kurze, spannende und einfach erzählte Geschichte, die die Lesenden über Gut und Böse nachdenken lässt. Geeignet für leseschwache Jugendliche. Monika Fuhrer

Titel: Olivia in Venedig
Reihe: Olivia
Kollation: A. d. Amerikan., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Oetinger, 2012
ISBN: 978-3-7891-6525-2
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Reisen, Familie
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 06.02.2018
Olivia in Venedig
Eine Stadt, die ständig unter Wasser steht! Unvorstellbar für Olivia, dass sie Schnorchel und Wasserski zu Hause lassen muss. Doch wer, wenn nicht Olivia, kann den Urlaub in Venedig trotzdem geniessen? Sie ist hingerissen von der berauschenden Schönheit der Palazzi, Kanäle und Brücken – so sehr, dass sie jede neue Entdeckung mit einem „Gelato“ gebührend würdigen muss. Auf dem Markusplatz findet Olivia sogar das passende Andenken und muss daraufhin aber die Stadt eilends verlassen...
> Das Schwein Olivia, das ebenso ein kleines Mädchen sein könnte, ist von ihren Osterferien restlos begeistert. Selbstsicher handelt sie den Preis mit dem Gondoliere für eine Fahrt auf dem Canale Grande herunter und findet die Durchsuchung beim Flughafen äusserst unterhaltsam. Die typisch schwarz-weiss-grau illustrierten Protagonisten werden gekonnt collageartig in Postkartenausschnitte der Sehenswürdigkeiten eingesetzt. Unverkennbar Olivia! Selbst Erwachsene bis ins höchste Lesealter kommen auf ihre Kosten. Nathalie Fasel

Titel: Ein Rentier kommt selten allein
Kollation: Geb., farb. illustr., 142 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2017
ISBN: 978-3-423-64034-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Weihnachten
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 15.01.2018
Ein Rentier kommt selten allein Unser Jahr mit dem Weihnachtsmann
Am ersten Weihnachtstag klingelt der Weihnachtsmann persönlich bei Familie Wetekamp. Laut einem himmlischen Brief haben Lotte, ihr Bruder Lars und ihre Eltern die Ehre, ihn mitsamt seinen Rentieren und dem grossen Schlitten für ein Jahr zu beherbergen, weil der Rummel im finnischen Heimatdorf zu gross geworden ist. Sein Aufenthalt soll streng geheim bleiben, doch dies ist natürlich alles andere als einfach. Als auch noch unzählige Wichtel einziehen, um bei den Weihnachtsvorbereitungen mitzuhelfen, geht alles drunter und drüber.
> Die originelle Geschichte beginnt im Dezember und erstreckt sich über etwas mehr als ein Jahr. Jedes der dreizehn mit einer ganzseitigen Illustration eingeleiteten Kapitel ist einem Monat gewidmet. Wie die Wetekamps den Herausforderungen begegnen, die sich im Zusammenleben mit ihrem eigenwilligen Gast ergeben, ist – aus Sicht der Viertklässlerin Lotte – unterhaltsam und witzig erzählt. Ein (Vor-)Lesevergnügen für die ganze Familie, nicht nur zur Weihnachtszeit! Doris Lanz

Titel: Haselnusstage
Kollation: A. d. Französ., geb., illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Michael Neugebauer Edition, 2017
ISBN: 978-3-86566-323-8
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie, Soziales
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 15.01.2018
Haselnusstage
Papa ist Nebelfabrikant. Er ist schuld am Nebel in Mamas Augen. Papa ist ein Höhlenbär, weil er Haare auf dem Rücken hat. Papa kann mit den Ohren in alle Richtungen wackeln. Sein Sohn auch.
> Der Junge beschreibt auf kindliche Art seinen Papa: die guten Seiten, die schlechten Seiten, wie Papa schimpft wegen der Note im Diktat, wie Papa lustig ist, wie Papa riecht. Erst auf der letzten Doppelseite verrät Emmanuel Bourdier, dass Papa im Gefängnis ist und der Junge ihn immer mittwochs von 14 bis 15 Uhr besucht. Nach diesem überraschenden Ende will man sogleich wieder vorne beginnen zu lesen, mit anderen Augen, mit wissendem Blick. Die warmen Kohlezeichnungen von Zaü illustrieren das ernste Thema sanft, schaffen Nähe und fangen Stimmungen überzeugend ein, indem Gesichter manchmal nur zur Hälfte oder von schräg hinten zu sehen sind. Ein Buch, das aufzeigt, dass Männer im Gefängnis auch Väter sind und Kinder von Inhaftierten in erster Linie einfach Kinder. Ein berührendes, schönes Bilderbuch. Sandra Dettwyler

Titel: Woher ich meine Sommersprossen habe
Kollation: Geb., 175 S.
Verlag, Jahr: Thienemann, 2017
ISBN: 978-3-522-18483-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Eltern, Familie
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 15.01.2018
Woher ich meine Sommersprossen habe
Lisses Vater ist tödlich verunfallt. Sie hat ihn weder gekannt noch vermisst. Doch jetzt, mit Sack und Pack und Zelt, erlebt sie mit ihrer Mutter eine abenteuerliche Woche: Die Spurensuche führt an Orte des Glücks und des Schmerzes bis hin zu den unbekannten Grosseltern, die auch nichts von einer Enkelin ahnen konnten.
> Lisse erzählt mal munter-keck, mal einfühl- und behutsam. Beim Lesen wächst das Interesse sowohl an der Person ihres Vaters wie auch für sie selbst. Es braucht Geduld und Zeit, bis die drängenden Fragen geklärt sind. Wie und warum die Beziehung der Eltern endete, bleibt spannend bis zuletzt. Das Buch macht gut nachvollziehbar, wie Menschen von Personen und Umständen geprägt werden und welche Auswirkungen ein einzelner Entscheid haben kann. Eveline Schindler

Titel: In einem alten Haus in Moskau
Kollation: A. d. Russ., geb., farb. illustr., 59 S.
Verlag, Jahr: Gerstenberg, 2017
ISBN: 978-3-8369-5993-3
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie, Historisches
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 13.12.2017
In einem alten Haus in Moskau Ein Streifzug durch 100 Jahre russische Geschichte
Die Reise in die Vergangenheit beginnt 1902 mit dem Einzug der Familie Muromzew in eine geräumige Moskauer Wohnung. Die kleine Irina schildert ihre ersten Eindrücke, eine doppelseitige Zeichnung in matten Farben zeigt wie ein offenes Puppenhaus die Zimmer des neuen Daheims. Stets aus Kindersicht begleiten die Lesenden die Familie in deren Wohnung durch hundert Jahre russischer Geschichte. Historische Erklärungen und Abbildungen alter Fotos, Postkarten oder Haushaltsartikel ergänzen die Erzählteile.
> Das grossformatige Buch gibt einen faszinierenden Einblick in den Alltag der Muromzews, in ihr Glück und Leid. Nicht nur die Menschen bzw. Kinder sind Zeugen von Krieg, Frieden, Revolution und Aufbruch, sondern auch die in den detailreichen Bildern versteckten Möbel, Kleider oder Spielzeuge. Den gelungenen Text und die feinen Illustrationen vervollständigen eine Personentafel und Begriffserklärungen. Grossartig, wie hier Geschichte erzählt und Familienschicksal mit Weltpolitik verbunden wird! Doris Lanz

Titel: Der kleine Murps
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Freies Geistesleben, 2017
ISBN: 978-3-7725-2887-3
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 26.11.2017
Der kleine Murps
Meist wird Bruno "Murps" gerufen. Aber auch auf Mausilein, Hase, Blödmann, Seinichtsolaut soll er hören. All diese Namen gefallen ihm nicht und er möchte jeden Tag ein anderer sein: beispielsweise am Dienstag der riesengrosse Purps, am Donnerstag der durchsichtige Durps. Seine Mama, die ihn "mein kleiner Murps" nennt, begleitet ihn mit viel Liebe in seiner jeweiligen Rolle. Nachdem er am Samstag der kranke Zurps war, beschliesst er, am Sonntag einfach wieder Bruno zu sein. Demnächst aber ist er vielleicht die kleine Mirps.
> In warm-spielerischem Erzählton beschreibt Brigitte Werner die Lust eines kleinen Jungen, sich in unterschiedlichen Rollen auszuprobieren. Claudia Burmeisters feinstrichige, liebevolle Zeichnungen ergänzen den Text. So bieten Text und Zeichnungen viele Gesprächsmöglichkeiten über kindliches Wohlsein und Unwohlsein in Familie und Umwelt. Erfreulich ist, dass das Thema nicht parabelhaft in die Tierwelt versetzt wurde. Mechthild Bauer

Titel: Weihnachten in der Pfeffergasse
Kollation: Geb., s.w. illustr., 180 S.
Verlag, Jahr: Coppenrath, 2017
ISBN: 978-3-649-62551-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Weihnachten
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 08.11.2017
Weihnachten in der Pfeffergasse
Der kleine Buchladen «Bücherbutze» an der Pfeffergasse ist Oma Rosas Leben. Doch ausgerechnet in der Adventszeit verunfallt sie und muss im Krankenhaus bleiben. Die Enkel Finn und Greta sind sich einig, dass das Geschäft nicht darunter leiden darf, und übernehmen kurzerhand die Führung des Buchladens. Leider ist auf den Angestellten Monokel wenig Verlass und sein Verhalten irritiert die Kinder zunehmend. Ob sie das Weihnachtsgeschäft wohl retten können?
> Eine lebendige Sprache, ansprechende Illustrationen und abwechslungsreiche Handlungsstränge machen die Geschichte zu einem spannenden Adventsabenteuer. Sie zeigt, dass mit grossem Einsatz und Freude, viel Mut, Einfallsreichtum, guten Freunden und kleinen Notlügen auch zu Beginn aussichtslos erscheinende Ziele erreicht werden können. Das Buch kann sowohl von lesestarken Kindern selber gelesen werden, als auch für jüngere Kinder als Vorlesebuch dienen. Das «Bücherbutze-Lied» am Ende des Buches animiert zum Selbersingen. Annina Otth

Titel: Die Tintenkleckser – Mattis haut ab
Reihe: Die Tintenkleckser 3
Kollation: Geb., illustr., 142 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2017
ISBN: 978-3-423-76159-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Schule
Alter: ab 7
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 27.10.2017
Die Tintenkleckser – Mattis haut ab
"Mit dem Forschersein wollte er eigentlich noch warten, bis er gross ist." Da nun Mama aber ein Baby erwartet, beschliesst der adoptierte Mattis, schon am nächsten Tag nach Alaska aufzubrechen, um sein Glück als Glaziologe zu versuchen. Seine Reise verläuft jedoch nicht ganz nach Plan und bald wird er im Keller unter der Turnhalle wiedergefunden.
> Dass ein neues Baby für die Geschwister nicht nur Freude mit sich bringt, ist eine Tatsache. Dass es bei Mattis gerade dazu führt, sein Zuhause und seine Familie zu verlassen, wirkt etwas übertrieben. In diesem dritten Band der Tintenkleckser herrscht auch ohne vermissten Schüler ein ziemliches Durcheinander. Es ist schwierig, sich die vielen Charaktere einzuprägen – die Klasse zählt immerhin siebzehn Schülerinnen und Schüler. Leicht verliert man da den Überblick und selbst die Liste mit den Begabungen aller Kinder nützt da wenig. Ansonsten kurzweiliges und lustiges Lesefutter für die untere Mittelstufe. Sandra Dettwyler

Titel: Stille Nacht, fröhliche Nacht
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Gerstenberg, 2017
ISBN: 978-3-8369-5602-4
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie, Weihnachten
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.10.2017
Stille Nacht, fröhliche Nacht
Eine Karawane aus schwer beladenen Autos und Zirkuswohnwagen bewegt sich durch eine zugeschneite Landschaft. Sie fährt durch ein Dorf, wo sich die Bewohner schon auf eine Zirkusvorstellung freuen. Der Zug fährt jedoch weiter und hält an einem abgelegenen Haus. Eine Frau mit Tochter hat ihren Mann und seine Zirkustruppe bereits erwartet und es gibt ein freudiges Wiedersehen. Nach den gemeinsamen Vorbereitungen wird ein stimmungsvolles Weihnachtsfest gefeiert. Der schöne Abend endet damit, dass alle auf dem grossen Teppich aneinandergekuschelt einschlafen.
> Die Geschichte kommt ohne ein einziges Wort aus; vielmehr lebt sie von den liebevollen Bildern, welche Julie Völk mit zartem Strich gezeichnet und mit zurückhaltender Kolorierung versehen hat. Die zahlreichen Details laden zum Verweilen ein und lassen auch nach wiederholtem Betrachten noch Neues entdecken. Mit der herzlichen Begrüssung der Zirkusleute und der Stimmung während des Festes steigt die Vorfreude auf die nächste Weihnacht. Tanja Raemy

Titel: 11 Tage mit Papa
Kollation: A. d. Französ., geb., s.w. illustr., 139 S.
Verlag, Jahr: Rowohlt, 2017
ISBN: 978-3-499-21781-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Scheidung
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.10.2017
11 Tage mit Papa
Ausgerechnet vor dem Geburtstagsfest ihrer besten Freundin verkünden Naomis Eltern, dass sie sich trennen werden. Naomi reagiert nicht gross darauf. Was die Trennung ihrer Eltern für sie bedeutet, merkt sie erst nach dem Fest; ihr Vater ist nämlich schon ausgezogen. Von nun an wird sie den Dienstagabend und jedes zweite Wochenende bei ihm verbringen. Hatte der Vater vorher aus beruflichen Gründen nicht viel Zeit für seine Tochter, will er jetzt vieles nachholen. Naomi ist durch diese neue Situation gestresst, möchte aber ihren Vater nicht verletzen.
> Dass ihre Eltern sich scheiden, ist für Naomi eigentlich kein Problem. Doch die Tage mit ihrem Vater sind sehr anstrengend. Es braucht Zeit, bis dieser begreift, dass er seine zehnjährige Tochter nicht ständig bemuttern und beschäftigen muss. Diese ruhige Geschichte aus Frankreich zeigt auch schon jüngeren Kindern, wie bei einer Scheidung alle Familienmitglieder eine gewisse Zeit brauchen, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Rita Racheter

Titel: Der Tag, an dem ich vom Baum fiel und unser Hotel rettete
Kollation: A. d. Niederländ., geb., s.w. illustr., 214 S.
Verlag, Jahr: Gerstenberg, 2017
ISBN: 978-3-8369-5978-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie
Alter: ab 10
Bewertung:
Rezension publiziert: 02.10.2017
Der Tag, an dem ich vom Baum fiel und unser Hotel rettete
Es ist eine Geschichte über ein Mädchen namens Siri. Ihre Eltern heissen Victoire und Octave, ihr grösserer Bruder heisst Gilles. Sie führen zusammen ein Hotel namens Bonbien. Sie machen sich Sorgen um das Hotel und um das Geld. Sie reisen nie weg oder machen nie Urlaub, und Victoire und Octave streiten sich immer. Eines Tages gehen Siri und Gilles auf einen Baum klettern, und Siri stürzt auf den Kopf. Plötzlich hat sie ein phänomenales Gedächtnis und kann sich alles merken. Und was am Schluss passiert, müsst ihr selber lesen!
> Ich hatte besonders Spass beim Lesen der Kapitel-Titel. Es gibt bei den Titeln kleine Bilder und ich finde, die passen gut zur Geschichte und sind schön gemacht. Mir haben Siri und Gilles im Buch am besten gefallen. Ich konnte alles gut verstehen und finde das Buch einfach nur toll! Ich empfehle es Kindern von 9–13 Jahren, weil es lustig und spannend erzählt wird und es immer ein Abenteuer gibt. Emilia Desimone (11 Jahre)

Titel: Wie ein springender Delfin
Kollation: A. d. Engl., Broschur, 218 S.
Verlag, Jahr: Rowohlt, 2017
ISBN: 978-3-499-21775-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Tod
Alter: ab 13
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.10.2017
Wie ein springender Delfin
Eines Morgens begibt sich Martin heimlich mit seinem jüngeren Bruder auf eine Zugreise nach Cornwall. Martin ist sich nach den letzten Ferien am Meer sicher, dass Charlie die springenden Delfine wiedersehen möchte. Doch dieses Abenteuer ist gar nicht so einfach mit einem Bruder wie Charlie und Eltern, die polizeilich nach ihm suchen. Ob er sich dabei auf die Hilfe des Mädchens Hen verlassen kann und rechtzeitig das Meer erreicht?
> Ein tief bewegender Abenteuerroman, der sich über eine Zeitspanne von einem Tag erstreckt und sich feinfühlig den Themen Abschiednehmen, Familie, Vertrauen und Pubertät widmet. Jedes Kapitel beginnt mit einem Gedicht des Ich-Erzählers Martin und einer Übersicht über die zurückgelegte Strecke. Innere Dialoge und Erinnerungen an die Vergangenheit lassen den Leser mitfühlen und die Zerrissenheit des Jungen wird spürbar. Sowohl eine altersgerechte Sprache wie auch Jugendslang prägen das Buch. Das unvorhersehbare Ende lässt den Leser das bereits Gelesene neu überdenken. Annina Otth

Titel: Yaotos Zeichen
Autor: Yi Meng Wu
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Kunstanstifter, 2017
ISBN: 978-3-942795-58-6
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.10.2017
Yaotos Zeichen
Lucie lebt in Lyon. Eines Tages findet sie auf dem Estrich einen alten Koffer, dem beim Öffnen seltsame Zeichen entfliegen. Sie können sprechen und erzählen dem Mädchen seine Familiengeschichte. Die Zeichen sind Urgrossvater Yaotaos Hinterlassenschaft als chinesischer Student in Lyon. Dort verliebt er sich in Laurence und bald wird François-Hua geboren, Lucies Grossvater. Yaotao kehrt mit seiner Familie nach Peking zurück, stirbt aber da im Krieg. Laurence und François-Hua fahren wieder nach Frankreich, wo ebenfalls Krieg herrscht. Viel später aber kann er seiner Enkelin von China erzählen.
> Diese Familiensaga beruht auf historischen Ereignissen. Sie erzählt auf feine Art von der Begegnung unterschiedlicher Kulturen und dem Entdecken der eigenen Wurzeln. Hier liegt wohl auch der "Wert" des ganzen Buches. Die Autorin hat darin ihre eigenen Erfahrungen eingebracht. Bebildert ist das Buch mit Collagen, ergänzt durch andere Techniken. Die brünierten Seiten verleihen dem Ganzen etwas Düsteres. Ulrich Zwahlen

Titel: Am Freitag sehen wir uns wieder
Kollation: Geb., 207 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2017
ISBN: 978-3-7795-0569-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Flüchtlinge
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 24.09.2017
Am Freitag sehen wir uns wieder
Die 14-jährige Juni sieht zufälligerweise den Flüchtlingsjungen Sahal aus dem Politprojekt ihrer Klassenkollegin wieder. Sie folgt ihm und beobachtet, wie er Obst stiehlt und sich damit auf den Friedhof zurückzieht. Später kehrt Juni dorthin zurück und bringt etwas zu essen mit. So kommen die beiden ins Gespräch. Sahal ist aus dem Flüchtlingsheim abgehauen und steckt in Schwierigkeiten. Juni beschliesst, ihm zu helfen. Dabei belügt sie ihre Eltern und Freunde und muss schliesslich sogar mit Sahal untertauchen.
> Witzig und mitreissend wird diese Geschichte aus Junis Perspektive erzählt. Gleichzeitig erfährt man viel zum Thema Flucht und möglichen Gründen dafür. Interessant ist die Wendung, dass sich auch die Protagonistin plötzlich auf der Flucht befindet und somit den Leserinnen und Lesern sehr nachvollziehbar darüber berichten kann. Nicht ganz klar wird, warum Juni für Sahal Kopf und Kragen riskiert. Karin Böjte

Titel: Das Jahr, als die Bienen kamen
Kollation: Geb., 190 S.
Verlag, Jahr: Tulipan, 2017
ISBN: 978-3-86429-372-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Tiere
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 24.09.2017
Das Jahr, als die Bienen kamen
Nach dem Tod ihres Grossvaters erfährt Josy, dass sie seine Bienen erben soll. Eigentlich findet sie Bienen doof. Auch ihre Mutter reagiert ablehnend. Doch Alma, eine Freundin des Grossvaters, stellt ihnen die Bienen einfach in den Garten und bringt Josy alles rund um diese Insekten und die Imkerei bei. Langsam, aber sicher beginnt sich Josy für die Tiere zu begeistern. Doch als ein Schwarm das Weite sucht, Josy gestochen wird und auch noch die Feuerwehr ausrücken muss, wird es ihrer Mutter zu viel. Und plötzlich sind die Bienen weg! Doch Josy kämpft für sie und löst dabei ein altes Familiengeheimnis.
> Der Zeitraum der Geschichte umfasst ein (Bienen-)Jahr. Parallel zu Josys Geschichte wird das Leben der Honigbienen beschrieben. Dabei erfährt man sehr viel Fachwissen, ohne dass man den Faden der Hauptgeschichte verliert. Diese bleibt bis zum Schluss spannend und berührend. Karin Böjte

Titel: Hundert Lügen
Kollation: Broschur, 301 S.
Verlag, Jahr: Thienemann, 2017
ISBN: 978-3-522-20231-2
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Missbrauch
Alter: ab 13
Bewertung:
1 von 4 Büchern
Rezension publiziert: 24.09.2017
Hundert Lügen
Wie ein auswegloses Labyrinth umzingeln hundert Lügen die Geschwister Kim und Manon. Seit Jahren kämpfen sie mit dem Trauma eines psychischen Missbrauchs, dem sie als kleine Kinder ausgesetzt waren. An ihnen wurden die Taten ihres skrupellosen Vaters gerächt, ohne dass sie je den Grund ihrer Leiden erfahren konnten. Jetzt, wo sie fast erwachsen sind, kommen sie der Wahrheit ein Stück näher. Doch wem können sie vertrauen? Wer hilft ihnen wirklich? Zuletzt entpuppt sich eine couragierte Polizistin als Retterin, die das Lügengebäude zerschlägt.
> Ein Albtraum, was Kim und Manon als kleine Kinder und jetzt, als Jugendliche, erleben müssen! Doch für die Lesenden ist die Geschichte nicht weniger schlimm: Vor lauter Lügen, brutaler Gewalt und vorgetäuschtem Mitgefühl geht der Sinn des Ganzen etwas verloren. Der Bösewicht in Gestalt des Vaters spricht ausser gelegentlichen Machtworten gar nicht. Die Handlung ist so kompliziert, dass trotz der rasanten Sprache kaum Spannung aufkommt. Monika Fuhrer

Titel: Oda ist weg
Kollation: Broschur, 51 S.
Verlag, Jahr: da bux, 2017
ISBN: 978-3-906876-06-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Freundschaft
Alter: ab 13
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 05.09.2017
Oda ist weg
Blutüberströmt findet die Mutter am Morgen ihren Sohn im Bett vor. Doch ganz so blutrünstig geht die Geschichte von Konrad, dem übergewichtigen Jungen, nicht weiter. Für ihn beginnen nämlich die letzten Sommerferien vor der Lehre, und er will noch einmal so richtig chillen. Das könnte er gut alleine, wenn nur seine Schwester, Oda, nicht plötzlich verschwinden würde. Da braucht er gute Freunde, die ihm helfen, sie wiederzufinden.
> Der da bux Verlag verpflichtet erfahrene Schriftstellerinnen und Schriftsteller, einfach geschriebene und kurze Geschichten für Jugendliche zu verfassen. Die Themen in diesem Taschenbüchlein – Freundschaft, Familie, Unabhängigkeit, Übergewicht, Lehre – passen gut für Jugendliche. Haben sie den Text einmal gelesen, können sie meist aus eigener Erfahrung darüber diskutieren. Die preisgünstigen Bändchen eignen sich auch für die Lektüre in der Klasse. Monika Fuhrer

Titel: Oma, Onkel, Papa und Cousine
Kollation: A. d. Engl., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2017
ISBN: 978-3-7795-0575-4
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 05.09.2017
Oma, Onkel, Papa und Cousine Mein Familienalbum
„Das ist mein Papa. Er nennt mich Sohn.“ Immer mehr Brüder, Neffen, Cousinen, Onkel, Tanten, Omas und Opas sowie Angeheiratete erobern die weissen Seiten. Bis sich am Ende Vater und Sohn wieder alleine treffen und der Sohn seinen Vater fragt, warum alle unterschiedliche Namen haben. „Weil wir für jeden etwas anderes bedeuten“, lautet dessen Antwort.
> Das puristische Spiel mit wenigen Farben ist überzeugend. Mit einfacher Drucktechnik und weichem Bleistift entsteht eine Familienbiografie, die der Frage nachgeht: Wer nennt wen wie? Dabei greift der britische Illustrator auch Themen wie Homosexualität, Stiefväter und Verwitwung auf. Je komplizierter die Familienverhältnisse werden, umso verwirrender fallen auch die Verneinungen aus, wie: "Die Freundin nennt Papa nicht Bruder. Sie nennt meine Cousine auch nicht ihre Nichte. Genauso wenig wie meine Cousine sie Tante nennt." Unterhaltsamer Spass zur Klärung der Familienverhältnisse. Christina Weirich

Titel: Mit Papa im Zoo
Kollation: A. d. Französ., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Aladin, 2017
ISBN: 978-3-8489-0111-1
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie, Lustiges
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.08.2017
Mit Papa im Zoo
Für einmal fällt der Sonntagsspaziergang mit den Eltern ins Wasser, denn heute geht es mit Papa in den Zoo. Aber es ist gar nicht so leicht, auf einen Vater aufzupassen, der schon an der Kasse quengelt, der für die Gorillas Grimassen schneidet und sich auf den Boden schmeisst, weil er unbedingt ein Eis haben will. Richtig dramatisch wird es, als Papa bei der Piranha-Fütterung den Finger ins Aquarium stecken will. Das Schlimmste aber kommt ganz zum Schluss: der Andenkenladen ...
> Ein amüsanter Rollentausch erwartet die Betrachtenden in diesem Bilderbuch. Der kurze Text variiert in Schriftart und Schriftgrösse und ist grafisches Element. Kris Di Giacomo fügt der Geschichte mit minimalistischen, lustigen Details, die sie auf jeder Seite eingestreut hat, eine über den Text hinausgehende Ebene hinzu. Skizzenhafte Elemente, mit Bleistift gezeichnet, eingescannt und im Computer bemalt, arrangiert sie zu einer Collage in Grün-, Braun- und Grautönen. Ein Spass für alle. Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Der Sommer, in dem ich die Bienen rettete
Kollation: A. d. Engl., geb., 249 S.
Verlag, Jahr: Rowohlt, 2017
ISBN: 978-3-499-21782-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Umweltprobleme
Alter: ab 10
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 09.07.2017
Der Sommer, in dem ich die Bienen rettete
Wolfs Mutter ist überzeugt, dass die Menschheit über das Bienensterben aufgeklärt werden muss, und zwar sofort! Die Patchworkfamilie mit vier Kindern zieht noch vor Schulende in einem Van los und lässt dabei auf unbestimmte Zeit alles hinter sich. Weil Wolf ein Schulprojekt über Bienen gemacht hat, bürdet ihm seine Mutter auf diesem überhasteten Roadtrip besondere Verantwortung auf. Ausserdem plagen ihn grosse Sorgen um seine Geschwister, vor allem um die kleine Schwester mit autistischen Zügen.
> In dieser sehr amerikanischen Geschichte werden nicht nur die Themen Umweltschutz im Allgemeinen und das Bienensterben im Besonderen behandelt. Es geht auch um die Probleme einer Patchwork-Familie und die Nöte von Teenagern. Robin Stevenson erzählt in einer klaren Sprache und stellt die widersprüchlichen Gefühle der Jugendlichen einfühlsam dar. Ein Buch für interessierte Umweltschützer, das manchmal spannend und lustig ist und in dem die Erwachsenen zum Schluss doch noch Vernunft annehmen. Sandra Laufer

Titel: Lisa und das Fluff
Reihe: Tulipan Kleiner Roman
Kollation: Geb., farb. illustr., 58 S.
Verlag, Jahr: Tulipan, 2017
ISBN: 978-3-86429-336-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Schule
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 09.07.2017
Lisa und das Fluff
Lisa hat viel Fantasie: Gerne würde sie auf dem Schulweg mit den verschneiten Zaunpfahl-Zwergen reden oder mit ihrer Karawane durch die Wüste ziehen. Doch dafür bleibt keine Zeit. Nach der Schule muss Lisa ins Ballett, ins Schwimmen oder in die Nachhilfe. Ihr Bruder kriegt das alles problemlos hin. Doch Lisa ist es einfach zu viel. Durch Zufall lernt sie die alte Mia kennen, bei der sie filzen darf. Da entsteht das Fluff. Es hilft Lisa in schwierigen Momenten, indem es ihr ganz laut "Nu mal langsam" zuflüstert. Als Lisa das Fluff verliert, geht plötzlich alles schief. Da beschliesst sie, wegzugehen und ihre Insel zu suchen.
> Mit einfachen Worten berichtet die Ich-Erzählerin von ihren Gefühlen wie Stress und Überforderung. Dazu gibt es blau-schwarz-weisse Illustrationen, die manchmal noch mehr aussagen als der Text. Viele Schulkinder werden sich in Lisas Alltagssorgen wiedererkennen können. Auch für grosse Leser und Leserinnen empfehlenswert! Karin Böjte

Titel: Elviras Vogel
Reihe: Tulipan Kleiner Roman
Kollation: Geb., farb. illustr., 51 S.
Verlag, Jahr: Tulipan, 2017
ISBN: 978-3-86429-340-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.06.2017
Elviras Vogel
Elvira tut vieles leid: Papas unschöne Stimme, wenn er singt; Oma, die keinen Opa mehr hat, oder der wolkenverhangene Himmel. Auch sich selber tut sie leid, denn ihr kleiner Bruder braucht Mamas volle Aufmerksamkeit. Als Elvira im Hof ein Vögelchen entdeckt, das krank zu sein scheint, trägt sie es in ihr Zimmer und versucht es zu pflegen und zu füttern.
> Die achtjährige Protagonistin reagiert sensibel auf ihre Umgebung. Der Text führt gekonnt in ihre spezifische Familiensituation und erzählt von den Bedürfnissen, aber auch vom gegenseitigen Verständnis. Die orange Farbe in den eingestreuten Illustrationen hebt von Anfang an die eher ernste Stimmung. Das Büchlein erscheint in der Reihe "Kleiner Roman" und richtet sich an die Lese-Einsteiger. Eveline Schindler

Titel: Den Mund voll ungesagter Sachen
Kollation: Broschur, 399 S.
Verlag, Jahr: Heyne, 2017
ISBN: 978-3-453-27103-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Liebe
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 29.04.2017
Den Mund voll ungesagter Sachen
Ein Kuss stellt das Leben von Sophie völlig auf den Kopf. Als ob nicht schon alles kompliziert genug wäre. Sie ist auf der Suche nach sich selbst, sehr unsicher und einsam. Die bisherigen engsten Vertrauten – ihr Vater und ihr Jugendfreund seit Kindergartentagen, Lukas – sind beide der eigenen Liebe gefolgt; Lukas nach Paris, und Sophie muss mit ihrem Vater von Hamburg nach München ziehen und sich an eine Familie mit einer Mutter und zwei Brüdern gewöhnen. Ihre eigene Mutter hat die Familie nach Sophies Geburt verlassen.
> Die Autorin beschreibt sehr einfühlsam die Verlorenheit eines 17-jährigen Mädchens, ihre Zweifel und die tiefe Sehnsucht nach Liebe. Es geht aber auch um Familie, um alte Wunden. Der Mund voller Dinge muss geleert, das Vertrauen dazu erst geschaffen werden. Der All Age Roman endet mit einem Happy End, ist aber weit ab von Kitsch. Barbara Schwaller

Titel: Du, mein Ein und Alles
Kollation: A. d. Schwed., geb., s.w. illustr., 115 S.
Verlag, Jahr: Moritz, 2016
ISBN: 978-3-89565-329-2
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Freundschaft
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 29.04.2017
Du, mein Ein und Alles
Am selben Tag, als Dunne auf dem Schulweg behutsam Regenwürmer und Schnecken über die Strasse trägt, verunfallt ihr Vater schwer. Weil er lange im Spital bleiben muss, verbringt Dunne den Sommer mit Ella Friedas Familie auf einer Insel. Die Mädchen spielen, baden und verkaufen Saft und Zimtschnecken an Ausflügler. Vor allem abends sehnt sich Dunne nach ihrem Papa. Als sein täglicher Anruf einmal ausbleibt, macht sie sich grosse Sorgen. Ist ihm wieder etwas zugestossen oder hat er sie gar wegen einer neuen Freundin vergessen?
> Das grossartige Duo Lagercrantz/Eriksson zeichnet auch im vierten Dunne-Band keine stets heile Welt. Zwar erlebt Dunne Ferien, wie man sie jedem Kind nur wünschen kann, aber die Angst, ihren Papa zu verlieren oder zumindest mit jemandem teilen zu müssen, trübt ihr Sommerglück. Wie gut, dass verständnisvolle Menschen da sind, wenn einmal alles schiefläuft! Die mit viel Wärme und grossem Einfühlungsvermögen erzählte Geschichte ist hervorragende Literatur für Erstleser. Doris Lanz

Titel: Pusteblumentage
Kollation: A. d. Engl., geb., 205 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2017
ISBN: 978-3-423-76165-9
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Trauer
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 29.04.2017
Pusteblumentage
Livs Mum ist eine Vollblutmutter. Mit ihrer ganzen Lebhaftigkeit und Liebe engagiert sie sich für die Familie. Das ist nicht immer einfach für Liv (12). Denn sie möchte sich zum Beispiel so gerne Ohrstecker machen lassen und nicht warten, bis sie dreizehn ist, wie es ihre Mum verlangt. Doch plötzlich willigt ihre Mutter in dieses Projekt ein. Sie geht auch mit Liv den ersten BH kaufen, obwohl dies noch gar nicht nötig wäre, und Kleider, die noch zu gross sind. Irgendetwas stimmt nicht. Nachdem Liv einen Teil eines Gesprächs ihrer Eltern mitbekommen hat, glaubt sie, ihre Eltern lassen sich scheiden. Doch das stimmt nicht. Die Wahrheit ist viel schlimmer: Ihre Mum ist krank.
> Es ist Livs feiner, emotionaler Bericht von den letzten Wochen mit ihrer Mutter. Ohne dass Liv etwas ahnt, bereitet ihre Mutter sie auf die Zeit nach ihrem Tod vor. Livs prägnantes Beschreiben und Erfassen von Situationen und Stimmungen aus ihrer Sicht ist dabei besonders berührend. Herzzerreissend und nachhallend. Karin Schmid

Titel: Der alte Mann und das Meerschweinchen
Kollation: Geb., s.w. illustr., 156 S.
Verlag, Jahr: Gerstenberg, 2017
ISBN: 978-3-8369-5918-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Tiere
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 11.04.2017
Der alte Mann und das Meerschweinchen
Angelina fährt mit ihrer Familie ans Meer. Kurz vor der Abreise bemerken sie, dass Haustiere nicht erlaubt sind. Wohin nun mit Meerschweinchen Ottilie? Bei dem einsamen Nachbarn Ottfried findet Ottilie vorübergehend eine Bleibe. Doch Herr Möhring versteht leider überhaupt nichts von Haustieren.
> Hemingway findet sich nur in Papa Polkes Urlaubslektüre und (zumindest beinahe) im neugierig machenden Titel wieder. Aber es geht auch hier um Existenzielles: das Alleinsein einerseits, das gemeinsame Erleben in Freundschaft, Liebe und Familie anderseits. In diesen unterhaltsamen Roadtrip packt der Autor geschickt viel Wissen um die Meerschweinchenpflege hinein. Bestechend sind die Perspektivwechsel: Mal wird aus Menschensicht erzählt, mal aus Ottilies Sicht. Mit seinen frech-poetischen Versen reimt sich das eitle Meerschweinchen direkt in die Herzen seiner Leser. Viele Pointen, auch versteckte, amüsieren auf das Beste. Ein kurzweilig lustiger Roman, nicht nur für Meerschweinchenliebhaber. Christina Weirich

Titel: Grossvaters Bäume
Kollation: A. d. Engl., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Fischer Sauerländer, 2017
ISBN: 978-3-7373-5423-3
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie, Grosseltern
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 11.04.2017
Grossvaters Bäume
Urgrossvater ist schon sehr alt und vergisst manchmal Dinge. Sein Garten hilft ihm, sich an sein ereignisreiches Leben zu erinnern, indem er die wichtigsten Stationen in kunstvoll zurechtgeschnittenen Hecken, Bäumen und Büschen sichtbar macht. So steht ein schreiendes Baby für seine Kindheit auf dem Bauernhof, eine Kanone erinnert an seinen Einsatz im Ersten Weltkrieg und auch seine Familie ist in Pflanzenform sichtbar. Mit einer Gartenschere ausgerüstet, beschliesst sein Urenkel, den Urgrossvater in einem Busch zu verewigen.
> Der kleine Junge führt durch den Garten seines Urgrossvaters und stellt dabei verschiedene Skulpturen und ihre Bedeutung vor. Dies schafft Nähe zum kindlichen Betrachter und weckt das Interesse für die Geschichte der eigenen Familienmitglieder. Der Text ist aufs Wesentliche reduziert. In Grün gehaltene Bilder ergänzen ihn und berühren durch ihre liebevolle Umsetzung. Tanja Raemy

Titel: Krempe, Kottek und das Ding mit Misses Schulz
Kollation: Geb., farb. illustr., 188 S.
Verlag, Jahr: Rowohlt, 2017
ISBN: 978-3-499-21770-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Alter, Familie
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 11.04.2017
Krempe, Kottek und das Ding mit Misses Schulz
Seit ihre Eltern verstorben sind, lebt Karolina, von allen Krempe genannt, bei ihrem Opa Kottek im alten Bahnhofshäuschen. Obwohl zwischen ihnen zwei Generationen liegen, ergänzen sie sich hervorragend und halten zusammen wie Pech und Schwefel. Auch als ihr Grossvater Dinge zu vergessen beginnt und sich seltsam verhält, hält Krempe zu ihm, obwohl ihr manchmal etwas bang wird. Als wäre dies nicht schon genug, schleicht in letzter Zeit auch Frau Schulz vom Jugendamt immer häufiger um den alten Bahnhof. Zum Glück kann Krempe auf die anderen Dorfbewohner zählen.
> Die Geschichte ist in einer für Kinder gut verständlichen Sprache geschrieben. Die Überschriften der Kapitel verraten bereits etwas über deren Inhalt, jedoch nicht zu viel. Bunte Illustrationen ergänzen den Text hervorragend und unterbrechen den Textfluss. Eine herzerwärmende Geschichte um Familie, Freundschaft, das Älterwerden und den Zusammenhalt; dies alles mit einer grossen Portion Optimismus und Glück! Annina Otth

Titel: Merjem
Kollation: Geb., 207 S.
Verlag, Jahr: Jacoby & Stuart, 2016
ISBN: 978-3-946593-05-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Flüchtlinge
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 23.02.2017
Merjem
Eines Nachts wird die Familie von Merjem Dushi von der Polizei abgeholt und nach Albanien ausgeschafft. Merjem kann sich verstecken. Fortan lebt sie mit dem Kater Hannibal untergetaucht im Garderobetrakt der Tennisanlage. Linus und Dana versorgen sie notdürftig und verstricken sich dabei durch Notlügen, Geldprobleme und gewagte Aktionen immer mehr in die abenteuerliche Geschichte. Dazu kommt, dass Hauswart Karle ihnen auf den Fersen ist, selber aber unlautere Geschäfte betreibt. Schliesslich gibt es nicht nur für Merjem, sondern auch für Linus' Mutter und Danas Vater ein Happy End.
> Klar ist der eine oder andere Sachverhalt überzeichnet, natürlich verlaufen Ausschaffungen anders und wohl verhalten sich Linus und Dana ein bisschen gar mutig. Aber die Geschichte erzählt exemplarisch, was sich tagtäglich für kleine und grosse Dramen um uns herum abspielen. Das Buch ist leserfreundlich aufgemacht, die einfache Sprache gut verständlich. Als Vorlesebuch geeignet. Ulrich Zwahlen

Titel: Ich gebe dir die Sonne
Kollation: A. d. Engl., geb., 477 S.
Verlag, Jahr: cbt, 2016
ISBN: 978-3-570-16459-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Entwicklung, Familie
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 27.01.2017
Ich gebe dir die Sonne
Unterschiedlicher könnten die Zwillinge Jude und Noah nicht sein: Während sich die wilde Jude mit den coolen Surfertypen am Strand amüsiert, verbringt ihr verträumter Bruder seine Zeit mit Zeichnen. Und doch verbindet sie ein unsichtbares Band; ohne einander können sie nämlich nicht lange sein. Nach einem tragischen Unglück nehmen beide die Schuld dafür auf sich und wollen nichts mehr voneinander wissen. Jude verkriecht sich und ihr Zwillingsbruder ist plötzlich ständig unterwegs. Insgeheim verzehren sie sich jedoch vor Sehnsucht nach ihrem Seelenverwandten.
> Die Autorin schreibt abwechslungsweise aus der Sicht von Jude und Noah. Dabei macht sie Zeitsprünge, so dass sich der Leser erst nach und nach die ganze Geschichte zusammenreimen kann. Die Gefühle der Protagonisten sind äusserst authentisch beschrieben; dies in einer berührenden, bildhaften Sprache. In Amerika erhielt der ungewöhnliche Roman zu Recht mehrere Auszeichnungen. Rita Racheter

Titel: Brüder für immer
Kollation: A. d. Niederländ., Broschur, 300 S.
Verlag, Jahr: mixtvision, 2016
ISBN: 978-3-95854-068-2
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Kunst
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.12.2016
Brüder für immer
Im Süden Englands verbringen die Geschwister Julian, Quentin und Angelica mit ihren unkonventionellen Eltern, deren neuen Partnern und anderen Freunden eine unbeschwerte Jugend. Ihre Mutter ist die Malerin Vanessa Bell und deren Schwester die Schriftstellerin Virginia Woolf. Das Umfeld in dieser Künstlergemeinschaft ist äusserst kreativ und fördert das freigeistige Denken der Kinder. Als Julian älter wird, hinterfragt er diese Lebensweise und beginnt, sich für Politik zu interessieren. Er beschliesst, in den spanischen Bürgerkrieg zu ziehen, was die ganze Familie betrübt.
> Wie der Autor im Nachwort erklärt, handelt es sich um eine fiktive Erzählung um die legendäre „Bloomsbury Group“. Quentin, der Erzähler, eifert seiner Tante Virginia Woolf nach und schildert 12 Jahre seiner Kindheit. Mit dem Heranwachsen und dank der konstruktiven Kritik seiner Tante verbessert sich sein Stil kontinuierlich. Eine warmherzige Geschichte über das Erwachsenwerden für ältere Jugendliche und Erwachsene. Rita Racheter

Titel: Das Glück ist nicht immer gerecht
Kollation: A. d. Französ., Broschr, 235 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2016
ISBN: 978-3-423-71690-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Entwicklung, Familie
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.12.2016
Das Glück ist nicht immer gerecht
Nach dem Unfalltod der Eltern lebt Mado mit ihrer älteren Schwester Patty, ihrem Vormund, zusammen. Während Mado versucht, irgendwie zu funktionieren und ihre Abschlussprüfungen zu meistern, verliert die selbstbezogene, oberflächliche Patty zunehmend den Boden unter den Füssen. Sie verrät nur Mado, dass sie schwanger und völlig überfordert ist. Im Sommer fahren die zwei Schwestern ins Ferienhaus ihrer Eltern in der Ardèche. Dort verlieben sie sich in zwei holländische Brüder und verdrängen ihre Probleme. Doch diese wachsen und holen sie bald wieder ein.
> Das flüssig geschriebene Buch legt man nicht so schnell wieder aus der Hand. Zu gern möchte man erfahren, ob die ungleichen Schwestern ihr Leben wieder in den Griff bekommen. Besonders wünscht man dies der tapferen, lebenstüchtigen Mado, die – statt selbst unterstützt zu werden – über sich hinauswachsen und ein Übermass an Verantwortung übernehmen muss. Dass sie an dieser Aufgabe nicht zerbricht, gönnt man ihr – und kann es kaum glauben. Doris Lanz