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Anzahl Resultate: 201
Titel: Verloren in Eis und Schnee
Kollation: CD. Bearbeitete Lesung, ca. 501 Min., 2 mp3-CD's
Verlag, Jahr: cbj audio, 2018
ISBN: 978-3-8371-4338-6
Kategorie: Nonbook
Schlagwort: Familie, Historisches
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 14.12.2018
Verloren in Eis und Schnee Die unglaubliche Geschichte der Geschwister Danilow
Leningrad 1941: Schweren Herzens nehmen ihre Eltern Abschied von den Zwillingen Viktor und Nadja (13). Sie sollen mit einem Kinderzug aus der Stadt weggebracht werden, da diese vielleicht schon bald von den Deutschen eingenommen wird. Sie müssen den Eltern versprechen, immer zusammenzubleiben. Doch schon am Bahnhof werden die Zwillinge getrennt, auf verschiedene Züge aufgeteilt und in andere Richtungen abtransportiert. Auf Umwegen landet Viktor in einem Gulag und Nadja in einer von Feinden umzingelten Festung. Aber Viktor hat nur ein einziges Ziel: zu Nadja zu gelangen.
> Gabrielle Pietermann liest Nadjas Textteile der aus Tagebucheinträgen bestehenden Geschichte. Ihre Stimme klingt warm, weich und doch bestimmt. Sie gewinnt bei der Betonung oder beim Absenken an Tiefe. Viktors Einträge, gelesen von Nicolás Artajo, klingen herber und deshalb zielstrebiger, doch sie sind ebenso ausdrucksstark. Eine packende wie berührende Umsetzung einer Geschichte, die Historisches lebendig werden lässt. Karin Schmid

Titel: Mein Andersopa
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Hanser, 2018
ISBN: 978-3-446-26057-3
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie, Krankheit
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 03.12.2018
Mein Andersopa
Nele erlebt zwei Opas in einem. Der eine ist ein freundlicher Herr mit Hut, der seine Wohnung und seinen Garten in Ordnung hält und gerne fischt. Er kümmert sich um Nele, wenn ihre Mutter arbeitet. Nach den Ferien trifft Nele auf einen veränderten Opa. Erst öffnet er die Türe nicht, erscheint dann im Pyjama und verhält sich ungewohnt. Zusehends passt Nele auf ihn auf. Seine Verwirrung nimmt zu. Nach der Diagnose tröstet die Mutter Nele, sie habe einfach einen Andersopa, der von nun an bei ihnen wohne.
> Das Buch beginnt bildhaft originell, indem beide Opas auf der ersten Doppelseite erscheinen. Die siebenjährige Protagonistin erzählt munter und rührend von ihrer Beziehung zum Andersopa und dem Verlauf seiner Krankheit. Diese wird nicht namentlich genannt; auf welch natürliche Art sie akzeptiert wird, macht die Stärke der Geschichte aus. Das Buch ist grossartig illustriert, mit subtilen Details. Die hellen, nuancenreichen Farben unterstreichen die positive Grundstimmung. Eveline Schindler

Titel: Grossvaters Reise
Autor: Say, Allen
Kollation: A. d. Amerikan., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Edition Bracklo, 2018
ISBN: 978-3-946986-02-7
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Biografisches, Familie
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.11.2018
Grossvaters Reise
Ende des 19. Jahrhunderts verlässt ein junger Japaner sein Land. Jenseits des Pazifiks durchstreift er zu Fuss und mit der Eisenbahn den amerikanischen Kontinent. Die Andersartigkeit der Landschaften und Städte fasziniert ihn. Er gründet eine Familie und lässt sich in Kalifornien nieder. Jahre später kehrt er in seine alte Heimat zurück. Amerika kann er nicht vergessen. Mit grosser Begeisterung schildert er seinem Enkel, weshalb sein Herz für beide Länder schlägt.
> Der Autor, ein bekannter Fotograf, ist dieser Enkel. Er wiederholt die Reise des Grossvaters. Grosse, farbige Bilder dokumentieren diese. Sie machen mit Respekt auf die Unterschiede der beiden Kulturen aufmerksam und strahlen eine grosse Ruhe aus. Der Text ist knapp und gibt wieder, was auf den Bildern zu sehen ist. Das Buch erinnert an ein Fotoalbum und bietet Gesprächsstoff für Alt und Jung. Monika Aeschlimann

Titel: Im Jahrtausendwald
Kollation: A. d. Japan., geb., farb. illustr., 78 S.
Verlag, Jahr: Carlsen Comics, 2018
ISBN: 978-3-551-72810-4
Kategorie: Comic
Schlagwort: Familie, Natur
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.11.2018
Im Jahrtausendwald
Der zehnjährige Wataru muss nach der Scheidung seiner Eltern zu den Grosseltern ziehen. Sie leben in einem kleinen Bergdorf, das von einem geheimnisvollen Wald umgeben ist. Die Dorfkinder beschützen den Wald vor Fremden; so auch vor Wataru, der aus Tokyo stammt. Um als Mitglied in der Kinderbande «Grosser Baum» aufgenommen zu werden, muss er auf einen riesigen alten Baum klettern. Erstaunt stellt Wataru fest, dass er die Stimme des Baumes hören kann. Der ermutigt den Jungen, in seine Baumkrone zu steigen. Plötzlich verliert Wataru den Halt. Aber der Baum rettet ihn mit einer Liane vor dem Absturz.
> Der eindrückliche, berührende Comic liegt als Fragment vor, da J. Taniguchi vor der Fertigstellung starb. Deshalb können die Lesenden im zweiten Teil des Buches Wissenswertes über die Entstehung des Projektes erfahren. Der japanische Autor plante mit einem französischen Verleger eine Geschichte über das Leben der Menschen im Einklang mit der Natur als Mischung aus Manga und europäischem Comic. Martina Friedrich

Titel: Renn, Senna, renn
Kollation: CD. Lesung, ca. 283 Min., 4 CD's
Verlag, Jahr: Der Audio Verlag, 2018
ISBN: 978-3-7424-0632-3
Kategorie: Nonbook
Schlagwort: Familie, Trauer
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.11.2018
Renn, Senna, renn
Ihr Vater hat es Sylvie und Jules strengstens verboten, zum gefährlichen Fluss zu gehen. Denn nach dem Verlust seiner Frau einige Jahre zuvor will er nicht, dass seinen Töchtern etwas passiert. Und doch rennt Sylvie an diesem Wintermorgen weg vom Haus in diese Richtung. Jules wartet, doch Sylvie kommt nicht mehr zurück. Man findet Spuren im Schnee, die darauf hindeuten, dass Sylvie ausgerutscht und ins Wasser gefallen ist. Nun gibt es nur noch Jules und ihren Vater. Und die kleine Füchsin Senna, die an Sylvies Todestag geboren worden ist. Sie sucht immer wieder die Nähe von Jules und scheint eine Verbindung zu Sylvie zu haben.
> Eine herzzerreissend traurige Geschichte über den Verlust eines Geschwisters und eine mystische Verbindung zwischen Mensch und Tier. Die fein-tragende Stimme von Johann von Bülow vermag die Atmosphäre der Geschichte perfekt zu transportieren und Gefühle zu widerspiegeln. Der Sprecher berührt durch eine sanfte Art der Interpretation ohne spektakuläre Rollenausarbeitung. Karin Schmid

Titel: Zwei Mamas für Oscar
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Ellermann im Dressler Verlag, 2018
ISBN: 978-3-7707-0084-4
Kategorie: Bilderbuch
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.11.2018
Zwei Mamas für Oscar Wie aus einem Wunsch ein Wunder wird
"Wieso hast du eigentlich noch mal zwei Mamas, Oscar?" Oscar erzählt: Bine und Lina liebten sich so sehr, dass sie eine Familie sein wollten. Sie versuchten, Bine mit Pusteblumen zu bestäuben oder ein Kind aus Sand zu backen. Doch eigentlich wussten sie, dass dies nicht funktionierte. Sie brauchten dazu Samen von einem Menschen und dachten dabei an ihren Freund Hans. Hans und seine Frau Leonore sahen, wie traurig Bine und Lina waren, und entschlossen sich darum, ihnen zu helfen. Entstanden ist Bines und Linas Sehnsuchtskind: Oscar.
> Das ansprechend gestaltete Bilderbuch widmet sich auf einfühlsame und kindgerechte Weise dem Thema Kinderwunsch in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft. Aus der Sicht Oscars wird die Liebesgeschichte seiner zwei Mamas erzählt, die ihren Wunsch nach einem Kind wahr werden lassen. Auf den letzten zwei Seiten erfahren die Kinder, wie Babys auf herkömmliche Weise entstehen und was anders ist, wenn zwei Frauen ein Kind möchten. Berührend! Tanja Raemy

Titel: Der grosse schwarze Vogel
Kollation: Geb., 181 S.
Verlag, Jahr: Beltz & Gelberg, 2018
ISBN: 978-3-407-75433-2
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Trauer
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 14.10.2018
Der grosse schwarze Vogel
Ben fühlt sich plötzlich allein, anders, alienmässig – obwohl er mittendrin ist, in der überfüllten Küche seines besten Freundes. Seine Mutter ist gestorben. Vermutlich Herzstillstand. Sein Pa spricht seit Tagen nicht mehr mit ihm und seinem jüngeren Bruder Krümel und Tante Gerda bemüht sich kochend und staubsaugend um Normalität. Doch was ist normal? Dass er nur völlig Unbekannten davon erzählt? Dass er nachts heimlich mit Krümel ihren Sarg bunt bemalt? Dass seine Ma es liebte, auf Bäume zu klettern? Dass er Lina plötzlich hübsch findet?
> Der Tod eines Elternteils wird ungeschönt aufgegriffen. Ben erzählt auf drei Zeitebenen: das unmittelbare Geschehen, Flashbacks auf Erlebnisse mit der Mutter und Vorausblicke auf das neue, veränderte Leben ohne sie. Der einfache und präzise Schreibstil transportiert gekonnt die rohen Gefühle der Trauer und des Vermissens – und zeichnet kraftvolle Bilder des Lebens. Ein Buch über das Lachen im Weinen. Nathalie Fasel

Titel: Papa und der Papagei
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Michael Neugebauer Edition, 2018
ISBN: 978-3-86566-325-2
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie
Alter: ab 4
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 09.10.2018
Papa und der Papagei
Vater ist oft auf Dienstreisen, Mama pflegt den Opa. Deshalb ist Lena oft allein. Trotz liebevollem Babysitter fühlt sie sich einsam. Auch in der Schule ist sie wegen ihrer Schüchternheit lieber alleine im Klassenzimmer als auf dem Schulhof. Eines Tages verirrt sich ein Papagei vor ihr Fenster. Ihr Vater erlaubt ihr, den Vogel zu behalten. Während sie ihm in langen Stunden das Sprechen beibringt, haben die beiden viel Spass miteinander. Doch eines Tages krächzt der Papagei Sätze, die sie nie zu ihm gesagt hat. Lena versucht, hinter das Geheimnis zu kommen.
> Trotz holprigem Anfang und einem etwas abrupten Ende überzeugend einfühlsame Geschichte vom Liebhaben und Geliebtwerden, die zeigt, wie wichtig Bezugspersonen für kleine Kinder sind. Die zart kolorierten Bilder sind auf die wesentlichen Aspekte des Textes reduziert, und aus den überwiegend in braun und grau gehaltenen Tönen sticht das bunte Gefieder des Papageien farbenfroh heraus. Christina Weirich

Titel: Zwei und mehr
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Annette Betz, 2018
ISBN: 978-3-219-11785-1
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 14.09.2018
Zwei und mehr
Peter und Paul sind eineiige Zwillinge. Wie hält die Mutter sie nur auseinander? Ist das nicht anstrengend?, wundern sich die Leute. Nein, findet sie. Doch ob all des Schabernacks der beiden reichen ihr gerade zwei Kinder; mehr müssten es nicht sein. Das sieht auch die Bärenmutter mit ihren beiden Jungen so. Nicht aber die Eule, die unter fünf Eiern gar nicht erst anfängt zu brüten, oder gar die Mäusefamilie, die mit acht Kindern die Küche durchstöbert.
> Die eine Bildhälfte nehmen die Illustrationen ein. Sie erzählen unabhängig vom Text ihre eigene Geschichte und verbreiten heimelige Geborgenheit durch eine gut abgestimmte Farbwahl und die Reduktion auf die wesentlichen Bildelemente. Neben der Schriftzahl sind die (Tier-)Kinder auch im Fliesstext gezeichnet und eignen sich zum Nachzählen. Eine kleine Hommage auf Kinder und die Mutterliebe – "denn Kinder kann man gar nicht genug haben", quakt der Frosch. Poetisch liebevoll präsentiert für kleine und grosse Familien. Christina Weirich

Titel: Die Dinge, über die wir schweigen
Kollation: Geb., 205 S.
Verlag, Jahr: Südpol Verlag, 2018
ISBN: 978-3-943086-56-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 27.08.2018
Die Dinge, über die wir schweigen
Die 14-jährige Mimi sucht Vielleicht-Mütter, folgt ihnen, fotografiert sie und stiehlt ihnen manchmal sogar das Portemonnaie. Sie kann nämlich nicht glauben, dass ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben sein soll. Sie hat sehr lebendige Erinnerungen an Erlebnisse mit ihrer Mutter als Kleinkind. Als sich ihr Onkel nach Jahren per Postkarte und mit einer Adresse in Berlin meldet, beschliesst Mimi, ihn zu besuchen. Ohne ihren Vater zu informieren, reist sie nach Berlin. Ihr Onkel ist zunächst gar nicht erfreut über den überraschenden Besuch. Doch schliesslich begeben sie sich zusammen auf eine Reise, die viele Fragen klärt.
> Lea Dittrich schreibt berührend und spannend von Mimis Suche nach der Wahrheit. Sie bringt verschiedene Themen wie Anderssein und die erste Liebe zur Sprache und regt zum Nachdenken an. Ist die Wahrheit immer richtig? Trotzdem ist die Lektüre nicht zu schwer und die Spannung bleibt bis am Schluss gross. Man will unbedingt wissen, was denn nun wirklich geschehen ist. Karin Böjte

Titel: Meine ganze Familie
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Beltz & Gelberg, 2018
ISBN: 978-3-407-82343-4
Kategorie: Sachbuch
Schlagwort: Familie, Generationen
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 03.05.2018
Meine ganze Familie Was Urmenschen und mich verbindet
Jeder Mensch war einmal ein Baby. Und jedes Kind hat eine Mutter und einen Vater, vier Grosseltern, acht Urgrosseltern usw. Über viele Ecken sind wir nämlich alle miteinander verwandt. Manche Familien haben Stammbäume und ihre Verwandtschaft kann über Jahrhunderte zurückverfolgt werden. Gewisse körperliche Merkmale wie Sommersprossen, eine Glatze oder grosse Füsse werden von Generation zu Generation weitervererbt. Ein Erbstück kann auch ein Ring, eine Geige oder ein Adelstitel sein. Durch traditionelle Feste wie z. B. Weihnachten verbinden wir uns mit der Vergangenheit.
> Mit vielen Bildern und einfachen Erklärungen lässt uns Gerda Raidt zurückblicken auf unsere Ahnen. Denn Errungenschaften und Wohlstand basieren auf Taten und Erkenntnissen von mehreren Generationen. Doch auch die Entwurzelung der Familien durch Krieg und Armut oder das weniger rühmliche Erbe der Umweltverschmutzung werden thematisiert. Das Buch endet mit einem Appell an heutige Kinder, sich über die Zukunft Gedanken zu machen. Ruth Fahm

Titel: Auf keinen Fall Prinzessin!
Kollation: A. d. Poln., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Fischer Sauerländer, 2018
ISBN: 978-3-7373-5461-5
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Drachen, Familie
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.05.2018
Auf keinen Fall Prinzessin!
Marie mag keine Prinzessin spielen. Viel lieber ist sie ein furchterregender Drache, der Prinzessinnen entführt und Ritter mit Rüstung knackt, als wären es Chips. Leider weiss Marie nicht genau, was man als schrecklicher Drache alles zu tun hat, und so müssen Oma und Opa vorerst als Skelette auf dem Boden liegen, Papa den tapferen Ritter und Mama die geraubte Prinzessin spielen. Doch der furchtbare Drache Marie verputzt Ritter um Ritter, und langsam wird es der Prinzessin im Wehrturmsessel und den Skeletten auf dem Teppich langweilig. Nach fünf Tagen ist es Zeit für einen Rollentausch …
> Eine amüsante, kurzweilige Geschichte über ein fantasievolles und eigenwilliges Mädchen, das mit seiner Familie eine ganz eigene Variante des Ritter-Drache-Prinzessin-Spiels entwickelt, in der schliesslich alle die Rolle spielen dürfen, die sie möchten. Die farbenfrohen Illustrationen unterstreichen den Witz der Geschichte und runden sie gelungen ab. Stefanie Stanisz

Titel: Aleca Zamm – ist ein Wunder
Reihe: Aleca Zamm 1
Kollation: A. d. Engl., geb., 163 S.
Verlag, Jahr: Egmont Schneiderbuch, 2018
ISBN: 978-3-505-14057-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Fantasie
Alter: ab 7
Bewertung:
Rezension publiziert: 28.04.2018
Aleca Zamm – ist ein Wunder
Aleca Zamm ist ein Wunder. Seit ihrem 10. Geburtstag kann sie nämlich die Zeit anhalten! Ist es nun das Coolste oder das Gruseligste, was ihr passieren konnte? Sie entscheidet sich für das Coolste. Sie lernt ihre Tante Zelda kennen. Zelda erzählt, was für Wunder sie und ihre Brüder machen können. Es liegt also in der Familie. Zelda findet es gefährlich, dass ein 10-jähriges Mädchen die Kontrolle über die Weltuhr hat. Aber Aleca ist so glücklich über ihr Wunder. Sie will in Zukunft damit gute Dinge tun.
> Mir hat das Buch sehr gefallen, weil es sehr spannend, lustig und nicht zu klein geschrieben ist. Es ist mehr für Mädchen, und etwa ab 10 Jahre, es kommt aber auch darauf an, wie gut man lesen kann. Ich persönlich gebe dem Buch 5 Sterne. Die Bilder im Buch sind witzig gezeichnet. Ich konnte nicht aufhören zu lesen. Die Titelseite sieht cool aus, weil die Mädchen sehr schön gezeichnet sind. Dieses Buch gehört in eine Bibliothek. Das Beste aber, es wird noch eine Fortsetzung geben. Lotta, 10 Jahre

Titel: Als ich ein Kind war so wie du ...
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Annette Betz, 2018
ISBN: 978-3-219-11734-9
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie, Familienalltag
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 28.04.2018
Als ich ein Kind war so wie du ...
"Als ich ein Kind war so wie du, da mochte ich keinen Stinkekäse. Da lag ich auf dem Rücken auf dem Bett und habe mich gelangweilt." – "Meinem Urgrossvater dagegen war es nie langweilig, denn mit fünf Geschwistern ist immer viel los." – "Meiner Mama war es als Kind auch nie langweilig, denn sie konnte mit Tieren sprechen!" So erzählen manche Erwachsenen von ihrer Kindheit – und flunkern dabei ganz schön!
> Die Autorin hat schon mehrere Bilderbücher zum Thema Eltern-Kind veröffentlicht – immer mit Witz und grosser Beobachtungsgabe. Die Schilderungen und Übertreibungen in diesem Band sind lustig, stimmen aber auch nachdenklich. Die Illustrationen mit den markanten Nasen sind ausdrucksstark. Schön, wie man die erzählenden Erwachsenen in den Kindern wiederkennt. Der Text ist abwechslungsreich, mal Monolog mal Dialog, spricht auch schwierige Themen an und bietet zahlreiche Ansätze zum Weitererzählen über die eigene Kindheit. Ein Plädoyer für generationenübergreifende Kommunikation. Sandra Laufer

Titel: Abgefahren
Autor: Pope, Dirk
Kollation: Broschur, 229 S.
Verlag, Jahr: Hanser, 2018
ISBN: 978-3-446-25875-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Aussenseiter, Familie
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 12.04.2018
Abgefahren
Viorel liebt das bequeme Leben und Frittiertes. Eines Morgens findet er die Mutter tot in der Küche. Ihr letzter Wunsch ist es, in Rumänien statt in Deutschland begraben zu werden. Spontan beschliesst ihr Sohn, die Tote selbst in ihr Heimatdorf zu überführen. Zugleich hofft er, dort Verwandte zu treffen, denen er noch nie begegnet ist. Stattdessen lernt er auf der langen, winterlichen Autofahrt einen Anhalter kennen, der durch einen Unfall in Ungarn stirbt. Nun reist Viorel mit zwei Leichen weiter, bis in Rumänien Strassenpiraten den Toten stehlen. Zufällig lernt er alte Freunde seiner Eltern kennen, die ihm im fremden Land weiterhelfen.
> Der rasante, packende Roadtrip ist ein sehr gelungener Mix aus Mythen von transsilvanischen Untoten, Reisebericht und Adoleszenzroman. Viorel lernt dabei das Land seiner Eltern, seine familiären Wurzeln kennen. Die Frage, wo und wie er sein Leben weitergestalten will, bleibt offen. Dadurch sind die Lesenden eingeladen, sich selbst ein Ende auszudenken. Martina Friedrich

Titel: Küsschen? Bäh!
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Tulipan, 2018
ISBN: 978-3-86429-366-5
Kategorie: Bilderbuch
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.03.2018
Küsschen? Bäh!
Leo mag Tante Lissi, aber ihre roten Küsse mag er nicht. Leo mag Onkel Fred, aber seine pieksenden Küsse mag er nicht. Leo mag Oma Else, aber ihre schrumpligen Küsse mag er nicht. Sein "Nö" wird von allen ignoriert. Jetzt reichts! Er findet einen Weg, den anderen die Küsserei auszutreiben.
> Leos Geschwister haben bereits eigene Methoden entwickelt, um nicht (mehr) geküsst zu werden: Der Bruder rülpst abstossend, und die Schwester schreit unerträglich laut. Schade, dass ein deutliches "Nein" nicht genügt. Falls das Buch wirklich Kinder darin bestärkt, gegen Übergriffe jeder Art aufzubegehren, so ist es ein guter Beitrag zur Missbrauchsprävention – unkonventionell zwar, witzig und frech, mit Bildern von Volker Fredrich, der die Personen wie in Comics überzeichnet darstellt und gewisse Elemente collagengleich einfügt. Eine Gelegenheit, um schon mit jungen Kindern zu thematisieren, dass sie über ihre Körper selber bestimmen dürfen und sollen. Sandra Dettwyler

Titel: Der Bandit mit dem goldenen Colt
Kollation: A. d. Französ., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Susanna Rieder Verlag, 2017
ISBN: 978-3-946100-32-4
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie, Jungs
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 11.03.2018
Der Bandit mit dem goldenen Colt
Glücklich leben die Brüder Jesse und Henry mit den Eltern auf der abgelegenen Farm im Wilden Westen, bis eines Tages Gangster die Familie überfallen. Dabei überleben die Brüder knapp und streifen nun obdachlos und hungernd durchs Land. Voller Verzweiflung schliesst sich Jesse einer Gangstertruppe an, um Henry vor dem sicheren Hungertod zu bewahren. Unbemerkt von Jesse findet ein Trapper Henry und nimmt ihn an Kindes statt auf. Dagegen wird Jesse ein gefürchteter Bandit. Doch eines Tages treffen die Brüder zufällig in einer alten Hütte aufeinander.
> Das Leben der beiden Waisen wird mit klarer Sprache erzählt. Für leseunkundige Kinder erschliesst sich die Geschichte aus der Körpersprache der Figuren in den farbigen, expressionistischen Filzstiftzeichnungen. Eindrücklich sind die doppelseitigen Landschaftszeichnungen, die ohne Text auskommen. Die Illustrationen erinnern an typische Szenen in Westernfilmen. Die tragische Erzählung eignet sich als Familienlektüre und für Jungs. Martina Friedrich

Titel: Finn Black – Der falsche Deal
Kollation: A. d. Engl., Broschur, 90 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2017
ISBN: 978-3-423-71729-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Thriller
Alter: ab 13
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.02.2018
Finn Black – Der falsche Deal
Jäh wird aus dem langweiligen Besuch von Finn Black (15) bei seinem Vater ein nervenaufreibender Thriller: Unvermutet verschafft sich eine junge Frau, Alice, schwarz gekleidet und mit einer Pistole bewaffnet, Zutritt zum friedlichen Reihenhäuschen. Sie hat eine Tasche voller Geld aus einem Raub bei sich und ist auf der Flucht vor der Polizei. Mit einer Lügengeschichte versucht sie, das Mitleid von Finn und seinen Verwandten zu erwecken. Dies gelingt ihr aber ganz und gar nicht.
> Fasziniert von der hübschen Verbrecherin lässt Finn sich vordergründig für ihre Zwecke einspannen, gezwungen von seinem Vater. Doch bald wechselt er die Seite und verrät sie an die Polizei. Alle haben am Ende der Geschichte "Dreck am Stecken", auch Finn, der finanziell von dem Verbrechen profitiert. Eine kurze, spannende und einfach erzählte Geschichte, die die Lesenden über Gut und Böse nachdenken lässt. Geeignet für leseschwache Jugendliche. Monika Fuhrer

Titel: Olivia in Venedig
Reihe: Olivia
Kollation: A. d. Amerikan., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Oetinger, 2012
ISBN: 978-3-7891-6525-2
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Reisen, Familie
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 06.02.2018
Olivia in Venedig
Eine Stadt, die ständig unter Wasser steht! Unvorstellbar für Olivia, dass sie Schnorchel und Wasserski zu Hause lassen muss. Doch wer, wenn nicht Olivia, kann den Urlaub in Venedig trotzdem geniessen? Sie ist hingerissen von der berauschenden Schönheit der Palazzi, Kanäle und Brücken – so sehr, dass sie jede neue Entdeckung mit einem „Gelato“ gebührend würdigen muss. Auf dem Markusplatz findet Olivia sogar das passende Andenken und muss daraufhin aber die Stadt eilends verlassen...
> Das Schwein Olivia, das ebenso ein kleines Mädchen sein könnte, ist von ihren Osterferien restlos begeistert. Selbstsicher handelt sie den Preis mit dem Gondoliere für eine Fahrt auf dem Canale Grande herunter und findet die Durchsuchung beim Flughafen äusserst unterhaltsam. Die typisch schwarz-weiss-grau illustrierten Protagonisten werden gekonnt collageartig in Postkartenausschnitte der Sehenswürdigkeiten eingesetzt. Unverkennbar Olivia! Selbst Erwachsene bis ins höchste Lesealter kommen auf ihre Kosten. Nathalie Fasel

Titel: Ein Rentier kommt selten allein
Kollation: Geb., farb. illustr., 142 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2017
ISBN: 978-3-423-64034-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Weihnachten
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 15.01.2018
Ein Rentier kommt selten allein Unser Jahr mit dem Weihnachtsmann
Am ersten Weihnachtstag klingelt der Weihnachtsmann persönlich bei Familie Wetekamp. Laut einem himmlischen Brief haben Lotte, ihr Bruder Lars und ihre Eltern die Ehre, ihn mitsamt seinen Rentieren und dem grossen Schlitten für ein Jahr zu beherbergen, weil der Rummel im finnischen Heimatdorf zu gross geworden ist. Sein Aufenthalt soll streng geheim bleiben, doch dies ist natürlich alles andere als einfach. Als auch noch unzählige Wichtel einziehen, um bei den Weihnachtsvorbereitungen mitzuhelfen, geht alles drunter und drüber.
> Die originelle Geschichte beginnt im Dezember und erstreckt sich über etwas mehr als ein Jahr. Jedes der dreizehn mit einer ganzseitigen Illustration eingeleiteten Kapitel ist einem Monat gewidmet. Wie die Wetekamps den Herausforderungen begegnen, die sich im Zusammenleben mit ihrem eigenwilligen Gast ergeben, ist – aus Sicht der Viertklässlerin Lotte – unterhaltsam und witzig erzählt. Ein (Vor-)Lesevergnügen für die ganze Familie, nicht nur zur Weihnachtszeit! Doris Lanz

Titel: Haselnusstage
Kollation: A. d. Französ., geb., illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Michael Neugebauer Edition, 2017
ISBN: 978-3-86566-323-8
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie, Soziales
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 15.01.2018
Haselnusstage
Papa ist Nebelfabrikant. Er ist schuld am Nebel in Mamas Augen. Papa ist ein Höhlenbär, weil er Haare auf dem Rücken hat. Papa kann mit den Ohren in alle Richtungen wackeln. Sein Sohn auch.
> Der Junge beschreibt auf kindliche Art seinen Papa: die guten Seiten, die schlechten Seiten, wie Papa schimpft wegen der Note im Diktat, wie Papa lustig ist, wie Papa riecht. Erst auf der letzten Doppelseite verrät Emmanuel Bourdier, dass Papa im Gefängnis ist und der Junge ihn immer mittwochs von 14 bis 15 Uhr besucht. Nach diesem überraschenden Ende will man sogleich wieder vorne beginnen zu lesen, mit anderen Augen, mit wissendem Blick. Die warmen Kohlezeichnungen von Zaü illustrieren das ernste Thema sanft, schaffen Nähe und fangen Stimmungen überzeugend ein, indem Gesichter manchmal nur zur Hälfte oder von schräg hinten zu sehen sind. Ein Buch, das aufzeigt, dass Männer im Gefängnis auch Väter sind und Kinder von Inhaftierten in erster Linie einfach Kinder. Ein berührendes, schönes Bilderbuch. Sandra Dettwyler

Titel: Woher ich meine Sommersprossen habe
Kollation: Geb., 175 S.
Verlag, Jahr: Thienemann, 2017
ISBN: 978-3-522-18483-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Eltern, Familie
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 15.01.2018
Woher ich meine Sommersprossen habe
Lisses Vater ist tödlich verunfallt. Sie hat ihn weder gekannt noch vermisst. Doch jetzt, mit Sack und Pack und Zelt, erlebt sie mit ihrer Mutter eine abenteuerliche Woche: Die Spurensuche führt an Orte des Glücks und des Schmerzes bis hin zu den unbekannten Grosseltern, die auch nichts von einer Enkelin ahnen konnten.
> Lisse erzählt mal munter-keck, mal einfühl- und behutsam. Beim Lesen wächst das Interesse sowohl an der Person ihres Vaters wie auch für sie selbst. Es braucht Geduld und Zeit, bis die drängenden Fragen geklärt sind. Wie und warum die Beziehung der Eltern endete, bleibt spannend bis zuletzt. Das Buch macht gut nachvollziehbar, wie Menschen von Personen und Umständen geprägt werden und welche Auswirkungen ein einzelner Entscheid haben kann. Eveline Schindler

Titel: In einem alten Haus in Moskau
Kollation: A. d. Russ., geb., farb. illustr., 59 S.
Verlag, Jahr: Gerstenberg, 2017
ISBN: 978-3-8369-5993-3
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie, Historisches
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 13.12.2017
In einem alten Haus in Moskau Ein Streifzug durch 100 Jahre russische Geschichte
Die Reise in die Vergangenheit beginnt 1902 mit dem Einzug der Familie Muromzew in eine geräumige Moskauer Wohnung. Die kleine Irina schildert ihre ersten Eindrücke, eine doppelseitige Zeichnung in matten Farben zeigt wie ein offenes Puppenhaus die Zimmer des neuen Daheims. Stets aus Kindersicht begleiten die Lesenden die Familie in deren Wohnung durch hundert Jahre russischer Geschichte. Historische Erklärungen und Abbildungen alter Fotos, Postkarten oder Haushaltsartikel ergänzen die Erzählteile.
> Das grossformatige Buch gibt einen faszinierenden Einblick in den Alltag der Muromzews, in ihr Glück und Leid. Nicht nur die Menschen bzw. Kinder sind Zeugen von Krieg, Frieden, Revolution und Aufbruch, sondern auch die in den detailreichen Bildern versteckten Möbel, Kleider oder Spielzeuge. Den gelungenen Text und die feinen Illustrationen vervollständigen eine Personentafel und Begriffserklärungen. Grossartig, wie hier Geschichte erzählt und Familienschicksal mit Weltpolitik verbunden wird! Doris Lanz

Titel: Der kleine Murps
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Freies Geistesleben, 2017
ISBN: 978-3-7725-2887-3
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 26.11.2017
Der kleine Murps
Meist wird Bruno "Murps" gerufen. Aber auch auf Mausilein, Hase, Blödmann, Seinichtsolaut soll er hören. All diese Namen gefallen ihm nicht und er möchte jeden Tag ein anderer sein: beispielsweise am Dienstag der riesengrosse Purps, am Donnerstag der durchsichtige Durps. Seine Mama, die ihn "mein kleiner Murps" nennt, begleitet ihn mit viel Liebe in seiner jeweiligen Rolle. Nachdem er am Samstag der kranke Zurps war, beschliesst er, am Sonntag einfach wieder Bruno zu sein. Demnächst aber ist er vielleicht die kleine Mirps.
> In warm-spielerischem Erzählton beschreibt Brigitte Werner die Lust eines kleinen Jungen, sich in unterschiedlichen Rollen auszuprobieren. Claudia Burmeisters feinstrichige, liebevolle Zeichnungen ergänzen den Text. So bieten Text und Zeichnungen viele Gesprächsmöglichkeiten über kindliches Wohlsein und Unwohlsein in Familie und Umwelt. Erfreulich ist, dass das Thema nicht parabelhaft in die Tierwelt versetzt wurde. Mechthild Bauer

Titel: Weihnachten in der Pfeffergasse
Kollation: Geb., s.w. illustr., 180 S.
Verlag, Jahr: Coppenrath, 2017
ISBN: 978-3-649-62551-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Weihnachten
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 08.11.2017
Weihnachten in der Pfeffergasse
Der kleine Buchladen «Bücherbutze» an der Pfeffergasse ist Oma Rosas Leben. Doch ausgerechnet in der Adventszeit verunfallt sie und muss im Krankenhaus bleiben. Die Enkel Finn und Greta sind sich einig, dass das Geschäft nicht darunter leiden darf, und übernehmen kurzerhand die Führung des Buchladens. Leider ist auf den Angestellten Monokel wenig Verlass und sein Verhalten irritiert die Kinder zunehmend. Ob sie das Weihnachtsgeschäft wohl retten können?
> Eine lebendige Sprache, ansprechende Illustrationen und abwechslungsreiche Handlungsstränge machen die Geschichte zu einem spannenden Adventsabenteuer. Sie zeigt, dass mit grossem Einsatz und Freude, viel Mut, Einfallsreichtum, guten Freunden und kleinen Notlügen auch zu Beginn aussichtslos erscheinende Ziele erreicht werden können. Das Buch kann sowohl von lesestarken Kindern selber gelesen werden, als auch für jüngere Kinder als Vorlesebuch dienen. Das «Bücherbutze-Lied» am Ende des Buches animiert zum Selbersingen. Annina Otth

Titel: Die Tintenkleckser – Mattis haut ab
Reihe: Die Tintenkleckser 3
Kollation: Geb., illustr., 142 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2017
ISBN: 978-3-423-76159-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Schule
Alter: ab 7
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 27.10.2017
Die Tintenkleckser – Mattis haut ab
"Mit dem Forschersein wollte er eigentlich noch warten, bis er gross ist." Da nun Mama aber ein Baby erwartet, beschliesst der adoptierte Mattis, schon am nächsten Tag nach Alaska aufzubrechen, um sein Glück als Glaziologe zu versuchen. Seine Reise verläuft jedoch nicht ganz nach Plan und bald wird er im Keller unter der Turnhalle wiedergefunden.
> Dass ein neues Baby für die Geschwister nicht nur Freude mit sich bringt, ist eine Tatsache. Dass es bei Mattis gerade dazu führt, sein Zuhause und seine Familie zu verlassen, wirkt etwas übertrieben. In diesem dritten Band der Tintenkleckser herrscht auch ohne vermissten Schüler ein ziemliches Durcheinander. Es ist schwierig, sich die vielen Charaktere einzuprägen – die Klasse zählt immerhin siebzehn Schülerinnen und Schüler. Leicht verliert man da den Überblick und selbst die Liste mit den Begabungen aller Kinder nützt da wenig. Ansonsten kurzweiliges und lustiges Lesefutter für die untere Mittelstufe. Sandra Dettwyler

Titel: Stille Nacht, fröhliche Nacht
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Gerstenberg, 2017
ISBN: 978-3-8369-5602-4
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie, Weihnachten
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.10.2017
Stille Nacht, fröhliche Nacht
Eine Karawane aus schwer beladenen Autos und Zirkuswohnwagen bewegt sich durch eine zugeschneite Landschaft. Sie fährt durch ein Dorf, wo sich die Bewohner schon auf eine Zirkusvorstellung freuen. Der Zug fährt jedoch weiter und hält an einem abgelegenen Haus. Eine Frau mit Tochter hat ihren Mann und seine Zirkustruppe bereits erwartet und es gibt ein freudiges Wiedersehen. Nach den gemeinsamen Vorbereitungen wird ein stimmungsvolles Weihnachtsfest gefeiert. Der schöne Abend endet damit, dass alle auf dem grossen Teppich aneinandergekuschelt einschlafen.
> Die Geschichte kommt ohne ein einziges Wort aus; vielmehr lebt sie von den liebevollen Bildern, welche Julie Völk mit zartem Strich gezeichnet und mit zurückhaltender Kolorierung versehen hat. Die zahlreichen Details laden zum Verweilen ein und lassen auch nach wiederholtem Betrachten noch Neues entdecken. Mit der herzlichen Begrüssung der Zirkusleute und der Stimmung während des Festes steigt die Vorfreude auf die nächste Weihnacht. Tanja Raemy

Titel: 11 Tage mit Papa
Kollation: A. d. Französ., geb., s.w. illustr., 139 S.
Verlag, Jahr: Rowohlt, 2017
ISBN: 978-3-499-21781-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Scheidung
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.10.2017
11 Tage mit Papa
Ausgerechnet vor dem Geburtstagsfest ihrer besten Freundin verkünden Naomis Eltern, dass sie sich trennen werden. Naomi reagiert nicht gross darauf. Was die Trennung ihrer Eltern für sie bedeutet, merkt sie erst nach dem Fest; ihr Vater ist nämlich schon ausgezogen. Von nun an wird sie den Dienstagabend und jedes zweite Wochenende bei ihm verbringen. Hatte der Vater vorher aus beruflichen Gründen nicht viel Zeit für seine Tochter, will er jetzt vieles nachholen. Naomi ist durch diese neue Situation gestresst, möchte aber ihren Vater nicht verletzen.
> Dass ihre Eltern sich scheiden, ist für Naomi eigentlich kein Problem. Doch die Tage mit ihrem Vater sind sehr anstrengend. Es braucht Zeit, bis dieser begreift, dass er seine zehnjährige Tochter nicht ständig bemuttern und beschäftigen muss. Diese ruhige Geschichte aus Frankreich zeigt auch schon jüngeren Kindern, wie bei einer Scheidung alle Familienmitglieder eine gewisse Zeit brauchen, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Rita Racheter

Titel: Der Tag, an dem ich vom Baum fiel und unser Hotel rettete
Kollation: A. d. Niederländ., geb., s.w. illustr., 214 S.
Verlag, Jahr: Gerstenberg, 2017
ISBN: 978-3-8369-5978-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie
Alter: ab 10
Bewertung:
Rezension publiziert: 02.10.2017
Der Tag, an dem ich vom Baum fiel und unser Hotel rettete
Es ist eine Geschichte über ein Mädchen namens Siri. Ihre Eltern heissen Victoire und Octave, ihr grösserer Bruder heisst Gilles. Sie führen zusammen ein Hotel namens Bonbien. Sie machen sich Sorgen um das Hotel und um das Geld. Sie reisen nie weg oder machen nie Urlaub, und Victoire und Octave streiten sich immer. Eines Tages gehen Siri und Gilles auf einen Baum klettern, und Siri stürzt auf den Kopf. Plötzlich hat sie ein phänomenales Gedächtnis und kann sich alles merken. Und was am Schluss passiert, müsst ihr selber lesen!
> Ich hatte besonders Spass beim Lesen der Kapitel-Titel. Es gibt bei den Titeln kleine Bilder und ich finde, die passen gut zur Geschichte und sind schön gemacht. Mir haben Siri und Gilles im Buch am besten gefallen. Ich konnte alles gut verstehen und finde das Buch einfach nur toll! Ich empfehle es Kindern von 9–13 Jahren, weil es lustig und spannend erzählt wird und es immer ein Abenteuer gibt. Emilia Desimone (11 Jahre)

Titel: Wie ein springender Delfin
Kollation: A. d. Engl., Broschur, 218 S.
Verlag, Jahr: Rowohlt, 2017
ISBN: 978-3-499-21775-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Tod
Alter: ab 13
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.10.2017
Wie ein springender Delfin
Eines Morgens begibt sich Martin heimlich mit seinem jüngeren Bruder auf eine Zugreise nach Cornwall. Martin ist sich nach den letzten Ferien am Meer sicher, dass Charlie die springenden Delfine wiedersehen möchte. Doch dieses Abenteuer ist gar nicht so einfach mit einem Bruder wie Charlie und Eltern, die polizeilich nach ihm suchen. Ob er sich dabei auf die Hilfe des Mädchens Hen verlassen kann und rechtzeitig das Meer erreicht?
> Ein tief bewegender Abenteuerroman, der sich über eine Zeitspanne von einem Tag erstreckt und sich feinfühlig den Themen Abschiednehmen, Familie, Vertrauen und Pubertät widmet. Jedes Kapitel beginnt mit einem Gedicht des Ich-Erzählers Martin und einer Übersicht über die zurückgelegte Strecke. Innere Dialoge und Erinnerungen an die Vergangenheit lassen den Leser mitfühlen und die Zerrissenheit des Jungen wird spürbar. Sowohl eine altersgerechte Sprache wie auch Jugendslang prägen das Buch. Das unvorhersehbare Ende lässt den Leser das bereits Gelesene neu überdenken. Annina Otth

Titel: Yaotos Zeichen
Autor: Yi Meng Wu
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Kunstanstifter, 2017
ISBN: 978-3-942795-58-6
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.10.2017
Yaotos Zeichen
Lucie lebt in Lyon. Eines Tages findet sie auf dem Estrich einen alten Koffer, dem beim Öffnen seltsame Zeichen entfliegen. Sie können sprechen und erzählen dem Mädchen seine Familiengeschichte. Die Zeichen sind Urgrossvater Yaotaos Hinterlassenschaft als chinesischer Student in Lyon. Dort verliebt er sich in Laurence und bald wird François-Hua geboren, Lucies Grossvater. Yaotao kehrt mit seiner Familie nach Peking zurück, stirbt aber da im Krieg. Laurence und François-Hua fahren wieder nach Frankreich, wo ebenfalls Krieg herrscht. Viel später aber kann er seiner Enkelin von China erzählen.
> Diese Familiensaga beruht auf historischen Ereignissen. Sie erzählt auf feine Art von der Begegnung unterschiedlicher Kulturen und dem Entdecken der eigenen Wurzeln. Hier liegt wohl auch der "Wert" des ganzen Buches. Die Autorin hat darin ihre eigenen Erfahrungen eingebracht. Bebildert ist das Buch mit Collagen, ergänzt durch andere Techniken. Die brünierten Seiten verleihen dem Ganzen etwas Düsteres. Ulrich Zwahlen

Titel: Am Freitag sehen wir uns wieder
Kollation: Geb., 207 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2017
ISBN: 978-3-7795-0569-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Flüchtlinge
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 24.09.2017
Am Freitag sehen wir uns wieder
Die 14-jährige Juni sieht zufälligerweise den Flüchtlingsjungen Sahal aus dem Politprojekt ihrer Klassenkollegin wieder. Sie folgt ihm und beobachtet, wie er Obst stiehlt und sich damit auf den Friedhof zurückzieht. Später kehrt Juni dorthin zurück und bringt etwas zu essen mit. So kommen die beiden ins Gespräch. Sahal ist aus dem Flüchtlingsheim abgehauen und steckt in Schwierigkeiten. Juni beschliesst, ihm zu helfen. Dabei belügt sie ihre Eltern und Freunde und muss schliesslich sogar mit Sahal untertauchen.
> Witzig und mitreissend wird diese Geschichte aus Junis Perspektive erzählt. Gleichzeitig erfährt man viel zum Thema Flucht und möglichen Gründen dafür. Interessant ist die Wendung, dass sich auch die Protagonistin plötzlich auf der Flucht befindet und somit den Leserinnen und Lesern sehr nachvollziehbar darüber berichten kann. Nicht ganz klar wird, warum Juni für Sahal Kopf und Kragen riskiert. Karin Böjte

Titel: Das Jahr, als die Bienen kamen
Kollation: Geb., 190 S.
Verlag, Jahr: Tulipan, 2017
ISBN: 978-3-86429-372-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Tiere
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 24.09.2017
Das Jahr, als die Bienen kamen
Nach dem Tod ihres Grossvaters erfährt Josy, dass sie seine Bienen erben soll. Eigentlich findet sie Bienen doof. Auch ihre Mutter reagiert ablehnend. Doch Alma, eine Freundin des Grossvaters, stellt ihnen die Bienen einfach in den Garten und bringt Josy alles rund um diese Insekten und die Imkerei bei. Langsam, aber sicher beginnt sich Josy für die Tiere zu begeistern. Doch als ein Schwarm das Weite sucht, Josy gestochen wird und auch noch die Feuerwehr ausrücken muss, wird es ihrer Mutter zu viel. Und plötzlich sind die Bienen weg! Doch Josy kämpft für sie und löst dabei ein altes Familiengeheimnis.
> Der Zeitraum der Geschichte umfasst ein (Bienen-)Jahr. Parallel zu Josys Geschichte wird das Leben der Honigbienen beschrieben. Dabei erfährt man sehr viel Fachwissen, ohne dass man den Faden der Hauptgeschichte verliert. Diese bleibt bis zum Schluss spannend und berührend. Karin Böjte

Titel: Hundert Lügen
Kollation: Broschur, 301 S.
Verlag, Jahr: Thienemann, 2017
ISBN: 978-3-522-20231-2
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Missbrauch
Alter: ab 13
Bewertung:
1 von 4 Büchern
Rezension publiziert: 24.09.2017
Hundert Lügen
Wie ein auswegloses Labyrinth umzingeln hundert Lügen die Geschwister Kim und Manon. Seit Jahren kämpfen sie mit dem Trauma eines psychischen Missbrauchs, dem sie als kleine Kinder ausgesetzt waren. An ihnen wurden die Taten ihres skrupellosen Vaters gerächt, ohne dass sie je den Grund ihrer Leiden erfahren konnten. Jetzt, wo sie fast erwachsen sind, kommen sie der Wahrheit ein Stück näher. Doch wem können sie vertrauen? Wer hilft ihnen wirklich? Zuletzt entpuppt sich eine couragierte Polizistin als Retterin, die das Lügengebäude zerschlägt.
> Ein Albtraum, was Kim und Manon als kleine Kinder und jetzt, als Jugendliche, erleben müssen! Doch für die Lesenden ist die Geschichte nicht weniger schlimm: Vor lauter Lügen, brutaler Gewalt und vorgetäuschtem Mitgefühl geht der Sinn des Ganzen etwas verloren. Der Bösewicht in Gestalt des Vaters spricht ausser gelegentlichen Machtworten gar nicht. Die Handlung ist so kompliziert, dass trotz der rasanten Sprache kaum Spannung aufkommt. Monika Fuhrer

Titel: Oda ist weg
Kollation: Broschur, 51 S.
Verlag, Jahr: da bux, 2017
ISBN: 978-3-906876-06-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Freundschaft
Alter: ab 13
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 05.09.2017
Oda ist weg
Blutüberströmt findet die Mutter am Morgen ihren Sohn im Bett vor. Doch ganz so blutrünstig geht die Geschichte von Konrad, dem übergewichtigen Jungen, nicht weiter. Für ihn beginnen nämlich die letzten Sommerferien vor der Lehre, und er will noch einmal so richtig chillen. Das könnte er gut alleine, wenn nur seine Schwester, Oda, nicht plötzlich verschwinden würde. Da braucht er gute Freunde, die ihm helfen, sie wiederzufinden.
> Der da bux Verlag verpflichtet erfahrene Schriftstellerinnen und Schriftsteller, einfach geschriebene und kurze Geschichten für Jugendliche zu verfassen. Die Themen in diesem Taschenbüchlein – Freundschaft, Familie, Unabhängigkeit, Übergewicht, Lehre – passen gut für Jugendliche. Haben sie den Text einmal gelesen, können sie meist aus eigener Erfahrung darüber diskutieren. Die preisgünstigen Bändchen eignen sich auch für die Lektüre in der Klasse. Monika Fuhrer

Titel: Oma, Onkel, Papa und Cousine
Kollation: A. d. Engl., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2017
ISBN: 978-3-7795-0575-4
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 05.09.2017
Oma, Onkel, Papa und Cousine Mein Familienalbum
„Das ist mein Papa. Er nennt mich Sohn.“ Immer mehr Brüder, Neffen, Cousinen, Onkel, Tanten, Omas und Opas sowie Angeheiratete erobern die weissen Seiten. Bis sich am Ende Vater und Sohn wieder alleine treffen und der Sohn seinen Vater fragt, warum alle unterschiedliche Namen haben. „Weil wir für jeden etwas anderes bedeuten“, lautet dessen Antwort.
> Das puristische Spiel mit wenigen Farben ist überzeugend. Mit einfacher Drucktechnik und weichem Bleistift entsteht eine Familienbiografie, die der Frage nachgeht: Wer nennt wen wie? Dabei greift der britische Illustrator auch Themen wie Homosexualität, Stiefväter und Verwitwung auf. Je komplizierter die Familienverhältnisse werden, umso verwirrender fallen auch die Verneinungen aus, wie: "Die Freundin nennt Papa nicht Bruder. Sie nennt meine Cousine auch nicht ihre Nichte. Genauso wenig wie meine Cousine sie Tante nennt." Unterhaltsamer Spass zur Klärung der Familienverhältnisse. Christina Weirich

Titel: Mit Papa im Zoo
Kollation: A. d. Französ., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Aladin, 2017
ISBN: 978-3-8489-0111-1
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Familie, Lustiges
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.08.2017
Mit Papa im Zoo
Für einmal fällt der Sonntagsspaziergang mit den Eltern ins Wasser, denn heute geht es mit Papa in den Zoo. Aber es ist gar nicht so leicht, auf einen Vater aufzupassen, der schon an der Kasse quengelt, der für die Gorillas Grimassen schneidet und sich auf den Boden schmeisst, weil er unbedingt ein Eis haben will. Richtig dramatisch wird es, als Papa bei der Piranha-Fütterung den Finger ins Aquarium stecken will. Das Schlimmste aber kommt ganz zum Schluss: der Andenkenladen ...
> Ein amüsanter Rollentausch erwartet die Betrachtenden in diesem Bilderbuch. Der kurze Text variiert in Schriftart und Schriftgrösse und ist grafisches Element. Kris Di Giacomo fügt der Geschichte mit minimalistischen, lustigen Details, die sie auf jeder Seite eingestreut hat, eine über den Text hinausgehende Ebene hinzu. Skizzenhafte Elemente, mit Bleistift gezeichnet, eingescannt und im Computer bemalt, arrangiert sie zu einer Collage in Grün-, Braun- und Grautönen. Ein Spass für alle. Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Der Sommer, in dem ich die Bienen rettete
Kollation: A. d. Engl., geb., 249 S.
Verlag, Jahr: Rowohlt, 2017
ISBN: 978-3-499-21782-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Umweltprobleme
Alter: ab 10
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 09.07.2017
Der Sommer, in dem ich die Bienen rettete
Wolfs Mutter ist überzeugt, dass die Menschheit über das Bienensterben aufgeklärt werden muss, und zwar sofort! Die Patchworkfamilie mit vier Kindern zieht noch vor Schulende in einem Van los und lässt dabei auf unbestimmte Zeit alles hinter sich. Weil Wolf ein Schulprojekt über Bienen gemacht hat, bürdet ihm seine Mutter auf diesem überhasteten Roadtrip besondere Verantwortung auf. Ausserdem plagen ihn grosse Sorgen um seine Geschwister, vor allem um die kleine Schwester mit autistischen Zügen.
> In dieser sehr amerikanischen Geschichte werden nicht nur die Themen Umweltschutz im Allgemeinen und das Bienensterben im Besonderen behandelt. Es geht auch um die Probleme einer Patchwork-Familie und die Nöte von Teenagern. Robin Stevenson erzählt in einer klaren Sprache und stellt die widersprüchlichen Gefühle der Jugendlichen einfühlsam dar. Ein Buch für interessierte Umweltschützer, das manchmal spannend und lustig ist und in dem die Erwachsenen zum Schluss doch noch Vernunft annehmen. Sandra Laufer

Titel: Lisa und das Fluff
Reihe: Tulipan Kleiner Roman
Kollation: Geb., farb. illustr., 58 S.
Verlag, Jahr: Tulipan, 2017
ISBN: 978-3-86429-336-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Schule
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 09.07.2017
Lisa und das Fluff
Lisa hat viel Fantasie: Gerne würde sie auf dem Schulweg mit den verschneiten Zaunpfahl-Zwergen reden oder mit ihrer Karawane durch die Wüste ziehen. Doch dafür bleibt keine Zeit. Nach der Schule muss Lisa ins Ballett, ins Schwimmen oder in die Nachhilfe. Ihr Bruder kriegt das alles problemlos hin. Doch Lisa ist es einfach zu viel. Durch Zufall lernt sie die alte Mia kennen, bei der sie filzen darf. Da entsteht das Fluff. Es hilft Lisa in schwierigen Momenten, indem es ihr ganz laut "Nu mal langsam" zuflüstert. Als Lisa das Fluff verliert, geht plötzlich alles schief. Da beschliesst sie, wegzugehen und ihre Insel zu suchen.
> Mit einfachen Worten berichtet die Ich-Erzählerin von ihren Gefühlen wie Stress und Überforderung. Dazu gibt es blau-schwarz-weisse Illustrationen, die manchmal noch mehr aussagen als der Text. Viele Schulkinder werden sich in Lisas Alltagssorgen wiedererkennen können. Auch für grosse Leser und Leserinnen empfehlenswert! Karin Böjte

Titel: Elviras Vogel
Reihe: Tulipan Kleiner Roman
Kollation: Geb., farb. illustr., 51 S.
Verlag, Jahr: Tulipan, 2017
ISBN: 978-3-86429-340-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.06.2017
Elviras Vogel
Elvira tut vieles leid: Papas unschöne Stimme, wenn er singt; Oma, die keinen Opa mehr hat, oder der wolkenverhangene Himmel. Auch sich selber tut sie leid, denn ihr kleiner Bruder braucht Mamas volle Aufmerksamkeit. Als Elvira im Hof ein Vögelchen entdeckt, das krank zu sein scheint, trägt sie es in ihr Zimmer und versucht es zu pflegen und zu füttern.
> Die achtjährige Protagonistin reagiert sensibel auf ihre Umgebung. Der Text führt gekonnt in ihre spezifische Familiensituation und erzählt von den Bedürfnissen, aber auch vom gegenseitigen Verständnis. Die orange Farbe in den eingestreuten Illustrationen hebt von Anfang an die eher ernste Stimmung. Das Büchlein erscheint in der Reihe "Kleiner Roman" und richtet sich an die Lese-Einsteiger. Eveline Schindler