Rezensionsdatenbank Info


Anzahl Resultate: 4
Titel: Die Prinzessin, die immer dünner wurde
Kollation: Geb., farb. illustr., 109 S.
Verlag, Jahr: Beyeler, 2011
ISBN: 978-3-033-02858-6
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.07.2016
Die Prinzessin, die immer dünner wurde
Prinzessin Dörte steht im Schatten ihrer jüngeren Schwester Gwendolein. Diese ist ihrer Schönheit und Zartheit wegen der Liebling aller. Auch die kräftige Dörte mag man, doch steht sie Gwendolein in vielem nach. Das bekümmert sie. Da tritt eine böse Fee in Dörtes Leben und rät ihr, schlanker zu werden. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf: Dörte wird ess- und brechsüchtig. Der ganze Hof gerät in diesen Strudel, lange Zeit ohne zu merken, worum es eigentlich geht. Schliesslich kann ein Prinz Dörte aus ihrem Wahn erlösen und zurück in die Gesellschaft führen.
> „Vorsicht, Zauberspiegel sind überall“ steht am Schluss des Buches. Zauberspiegel täuschen etwas vor, sie verfälschen Selbstwahrnehmung und Selbstvertrauen der Betroffenen. Da ist der Schritt in die Krankheit klein. Die Form des Märchens lässt die Autorinnen – auch sie Schwestern! – Schritt für Schritt aufzeigen, wie es zu Magersucht-Bulimie kommt. Ein hochaktuelles Buch, das dieses komplexe Thema ohne Moralin angeht. Ulrich Zwahlen

Titel: Alles so leicht
Kollation: A. d. Amerikan., geb., 319 S.
Verlag, Jahr: Thienemann, 2015
ISBN: 978-3-522-20215-2
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Essstörungen
Alter: ab 13
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 17.08.2015
Alles so leicht
Die 16-Jährige Stevie leidet an Bulimie und hungert sich langsam zu Tode. Sie gibt sich die Schuld am Weggang der Mutter und am Unfalltod ihres Bruders. Stevie ist fest entschlossen, an Joshs erstem Todestag ebenfalls zu sterben. Daran wird auch die Therapie, zu der sie ihr Vater schickt, nichts ändern. Doch dann lernt die junge Frau ihre persönliche Therapeutin Anna kennen, die so ganz anders ist als erwartet. Anna nimmt Stevie ernst, zwingt sie zu nichts und will sie doch nur von ihrem selbstzerstörerischen Plan abbringen.
> Meg Haston hat einen ersten – zum Teil autobiografisch gefärbten – Jugendroman geschrieben. Es gelingt ihr jedoch nur zum Teil, dank eigener Erfahrungen dem Erzählten Authentizität zu verleihen. Denn im Verlaufe des Romans kann nur schwer eine emotionale Nähe zu Stevie, welche die Geschichte aus ihrer Sicht und in Rückblenden erzählt, aufgebaut werden. Zu oft springen die Ereignisse der 28 erzählten Therapietage ohne fesselnde Verbindung hin und her. Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Dünn
Kollation: A. d. Niederländ., geb., 191 S.
Verlag, Jahr: Carlsen, 2014
ISBN: 978-3-551-58295-9
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Essstörungen, Gefühle
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 28.07.2014
Dünn
Fee will nicht mehr dünn sein. Sie hat gesehen, wie der Schlankheitswahn ihres Vaters ihre Mutter in den Tod getrieben hat; ihre beste Freundin Pie zieht ihr seit einiger Zeit die mollige Gisa vor, und ihr Freund Hendrik findet sie nicht attraktiv genug. Daher läuft Fee von zu Hause weg und irrt verloren durch eine fremde Stadt, einzig getrieben von ihrem Plan, möglichst schnell zuzunehmen. Doch als sie ihren Vater und ihre Freunde letztendlich wiedersieht, stellt sich die Wirklichkeit ganz anders dar.
> Die Geschichte wird aus Fees Perspektive erzählt, sodass die Lesenden lange darüber im Unklaren gelassen werden, dass die junge Frau selbst an einer schweren Essstörung leidet und zeitweise sogar Wahnvorstellungen hat. Die Darstellung der Krankheit Bulimie aus der Sicht einer Person, die ihren Zustand völlig verdrängt, stellt einen interessanten Ansatz dar, um Jugendlichen das Problem näher zu bringen. Leider wird der gute Eindruck durch ein kitschiges und unglaubwürdiges Happy End getrübt. Iris Mende

Titel: Und auch so bitterkalt
Kollation: Geb., 173 S.
Verlag, Jahr: Fischer, 2014
ISBN: 978-3-596-85619-0
Kategorie: Belletristik
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 18.04.2014
Und auch so bitterkalt
Lucinda ist unangepasst und herausfordernd. Wegen ihrer Schönheit wird sie von allen bewundert, ganz speziell von ihrer jüngeren Schwester Malina, die mit ihr durch dick und dünn geht. Auch der Nachbarjunge Jarvis verfällt erbarmungslos dem Charme der jungen Frau. Lucinda selber fühlt sich als Muse, als Wesen, das nie jemandem richtig nahe kommen kann. Und das hat schreckliche Folgen...
> Der Adoleszenzroman von Lara Schützsack ist ein Erstlingswerk. Die junge Autorin hat viel hinein gepackt in ihre Geschichte. Sie erzählt von der starken Verbindung zweier Schwestern, von Liebe und Schmerz, aber auch von Lucindas Problemen mit dem Essen, von depressiven Momenten und ihren Folgen. Malina, die jüngere Schwester ist es, welche die Ereignisse mit distanzierter Sprache schildert. Sie ist jedoch nur Beobachterin und kennt deshalb nicht alle Beweggründe der Beteiligten. So müssen die Lesenden viele Leerstellen selber füllen, was wiederum etwas psychologisches Gespür voraussetzt. Béatrice Wälti-Fivaz