Rezensionsdatenbank Info


Anzahl Resultate: 4
Titel: Traumdiebe
Kollation: A. d. Kanad., geb., 303 S.
Verlag, Jahr: Heyne, 2020
ISBN: 978-3-453-27269-9
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Dystopie, Jungs
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.06.2020
Traumdiebe
Durch eine Klimakatastrophe hat sich das Leben der Menschen verändert. Die harten Lebensbedingungen fordern ihren Tribut. Die Menschen hören auf zu träumen. Nur die Indianer Kanadas haben diese Fähigkeit nicht verloren. Deshalb werden sie von Anwerbern gejagt, in Schulen verschleppt, wo ihnen die Träume mit brutalen Methoden aus dem Körper gezogen werden. Solche Anwerber jagen French. Doch er kann ihnen entkommen, schliesst sich einer kleinen Flüchtlingsgruppe an. Gemeinsam gehen sie den langen, gefährlichen Weg nach Norden, um dort ein neues Zuhause und Schutz vor den Traumdieben zu finden.
> Die bedrückende, nachdenklich stimmende Lektüre ist eine Coming-of-Age-Geschichte der Hauptfigur French. Zugleich erhalten die Lesenden viele Hinweise auf Geschichte, Kultur und Mythen der Ureinwohner Kanadas. Warum diese die Fähigkeit des Träumens nicht verloren haben, bleibt im ersten Band der neuen, lesenswerten Reihe ungeklärt. Martina Friedrich

Titel: The Grace Year
Kollation: A. d. Amerikan., geb., 411 S.
Verlag, Jahr: Dressler, 2020
ISBN: 978-3-7915-0162-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Dystopie, Liebe
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 08.04.2020
The Grace Year Ihr Widerstand ist die Liebe
Das Gnadenjahr steht für die 16-jährige Tierney vor der Tür. Niemand spricht über dieses Jahr. Es ist verboten. Im County heisst es, dass Frauen eine spezielle Macht besitzen. Um diese zu verlieren, werden sie ein Jahr lang in die Wildnis verbannt, wo sie um ihr Überleben kämpfen müssen und vielfältigen Gefahren ausgesetzt sind. Bald zeigt sich aber, dass die wirkliche Bedrohung von den Frauen selber ausgeht ...
> Diese Überlebensgeschichte fesselt von Beginn weg. Kim Liggett hat ihren in scharfzüngiger Prosa geschriebenen Roman mit einer einnehmenden weiblichen Hauptfigur ausgestattet, die sich überzeugend gegen die von der Gesellschaft aufgestellten, teils grausamen Regeln wehrt. Sie weiss, dass sich nur etwas verändern kann, wenn die Frauen gemeinsam gegen die frauenfeindlichen Bestimmungen antreten. Etwas inhaltsleer ist dagegen die Liebesgeschichte des Romans. Das mag am eher blassen Charakter der männlichen Figur liegen. Ein teils aufwühlender Roman mit unverhofften Wendungen. Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Eve of Man
Kollation: A. d. Engl., geb., 444 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2019
ISBN: 978-3-423-64055-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Dystopie, Liebe
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 26.08.2019
Eve of Man Die letzte Frau
Kein einziges Mädchen wurde in den letzten 50 Jahren geboren. Doch dann kommt Eve zur Welt. Alle Hoffnungen liegen auf ihr, denn nur sie kann die Menschheit retten. Betreut von alternden Müttern wächst sie in einem eigens für sie gebauten Turm auf. Mit 16 muss sie ihre Bestimmung erfüllen und ein Kind empfangen. Drei Kandidaten stehen zur Wahl. Doch dann begegnet sie Bram ...
> Das englische Ehepaar Fletcher, das diesen Roman gemeinsam geschrieben hat, entwirft im ersten Band einer Trilogie ein packendes Zukunftsbild nach dem Motto: Was wäre wenn? Nach einem sanften Einstieg, in dem vor allem Eve zu Wort kommt, wechselt die Dramaturgie. Bram kommt ins Spiel und der Roman nimmt Fahrt auf. Bald zeigt sich, dass die Protagonisten überwacht, manipuliert und bedroht werden, bis sie ausbrechen. Der Wechsel in der Charakterisierung der Hauptfiguren erfolgt etwas unrealistisch schnell. Gleichwohl macht der flüssig geschriebene Roman mit dem Future-Fiction-Gedankenspiel Lust auf mehr. Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Davor und Danach
Kollation: A. d. Engl., Broschur, 382 S.
Verlag, Jahr: Dressler, 2019
ISBN: 978-3-7915-0100-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Dystopie, Flüchtlinge
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 01.07.2019
Davor und Danach Überleben ist nicht genug
Dürre, Überbevölkerung, neue Grenzen und neue Gesetze zwingen die vierzehnjährige Mhairi zur Flucht aus dem Sudan auf die schottische Insel, auf der sie geboren wurde. Allein auf sich gestellt durchwandert sie die Wüste, durchwatet Flüsse und nächtigt unter freiem Himmel. Der kleine Junge, der sich ihr unterwegs anschliesst, wird ihr ein treuer Begleiter, und als sie bei ihrer Grossmutter ankommt, gibt sie ihn als ihren Adoptivbruder aus. Gerettet sind die beiden Kinder aber noch lange nicht.
> Was für ein düsteres Zukunftsszenario! Und doch so plausibel und aktuell in der heutigen Zeit. Nicky Singer schreibt schonungslos, brutal. Sie erspart dem Mädchen nichts. Die Kapitel sind kurz und jeweils mit einem zusammenfassenden Wort betitelt. Mhairis teils philosophische Gedanken vermag die Autorin gekonnt in Worte zu fassen; ihre Erlebnisse während der monatelangen Flucht kommen Stück für Stück ans Licht. Das Buch mit dem aussergewöhnlich schönen Cover findet hoffentlich viele Leser. Sandra Dettwyler