Rezensionsdatenbank Info


Anzahl Resultate: 7
Titel: Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen
Kollation: Geb., farb. illustr., 111 S.
Verlag, Jahr: Oetinger, 2013
ISBN: 978-3-7891-2019-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Dritte Welt, Gefühle
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 26.02.2020
Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen
Kirsten Boie erzählt Geschichten von Kindern aus Swasiland. Von Thulani, der sich nach dem Tod seiner Eltern unfreiwillig in der Rolle des Familienoberhaupts wiederfindet. Von Sonto, die für ihre Geschwister die Erinnerung an ihre tote Mutter lebendig halten will. Von Lungile, die Arbeit sucht, um Schuhe für ihre kleine Schwester kaufen zu können. Zwischen den Zeilen stehen die unaussprechlichen Geschichten: von Armut und Aids, Kinderprostitution und viel zu frühem Erwachsenwerden.
> Die Erzählungen sind sehr berührend, aber auch verstörend. Sie bilden eine Realität ab, die europäischen Kindern völlig fremd ist. Dass die Geschichten von wahren Begebenheiten inspiriert sind, macht sie umso trauriger. Daher ist es wichtig, dass junge Leserinnen und Leser mit dieser Lektüre nicht allein gelassen werden. Mit der Unterstützung Erwachsener und der Möglichkeit, über das Gelesene sprechen zu können, ist dieses aussergewöhnliche Buch gewiss ein Gewinn für Kinder und Jugendliche. Iris Mende

Titel: Aluta
Kollation: A. d. Engl., geb., 223 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2018
ISBN: 978-3-7795-0587-7
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Dritte Welt, Gegenwart
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 07.06.2018
Aluta
Weg von zu Hause geniesst Charlotte das Studentenleben in der Africa Hall. Sie feiern, sind unbeschwert, erleben erste Romanzen. Sowohl der mit Erdöl handelnde Asare als auch der Studentenführer Banahene erobern ihr Herz. Doch mit der Machterhebung des Diktators Rawlings wird ihre Universität plötzlich geschlossen. Angst und Terror herrschen. Charlotte muss sich entscheiden, ob sie den Mut zu Aluta – grosser Demonstration – hat oder die angepasste Tochter ihres Vaters sein will.
> Der spannende Roman verknüpft intelligent den Alltag einer jungen Frau zwischen zwei Männern und einem Land im Umsturz. In bildhafter Sprache voller afrikanischer Ausdrücke und mit klarem Stil bettet die Autorin ihren Roman ein in die Anfangszeit der PNDC-Regierung, die für viele Menschenrechtsverletzungen steht, und die traditionellen Studentenbewegungen, die Ghana oft den Wandel brachten, denn „sie waren klug genug, um zu wissen, was sie wollten, und leidenschaftlich genug, um es einzufordern“. Christina Weirich

Titel: Knastkinder
Kollation: Broschur, 125 S.
Verlag, Jahr: Rowohlt, 2009
ISBN: 978-3-499-21497-4
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.07.2016
Knastkinder
Jonathan hat eine deutsche Mutter und einen philippinischen Vater. Die Familie reist nach Manila, um die Heimat des Vaters kennenzulernen. Der lästigen Verwandtenbesuche überdrüssig, setzt sich der Zwölfjährige heimlich ab, um die fremde Stadt zu erkunden. Er verirrt sich, landet in einem Slum und fragt drei Burschen nach dem Weg zurück ins Touristenviertel. Kurzerhand wir er zusammengeschlagen, ausgeraubt und verletzt liegengelassen. Als Mischling sieht Jonathan aus wie ein Einheimischer, die Polizei greift ihn auf und steckt ihn in eine Auffangstation für herumstreunende Kinder. Dort erlebt er unter hierarchisch organisierten Jugendlichen unvorstellbare Bosheit und Brutalität. Nur ein glücklicher Zufall führt ihn nach wochenlanger Gefangenschaft zurück. – Ähnliches hätte Jonathan auch in den Metropolen Asiens oder Südamerikas widerfahren können. Seine Erlebnisse werden absolut glaubwürdig geschildert und beleuchten ein Besorgnis erregendes Problem in Schwellenländern. Siegfried Hold

Titel: Wenn der Löwe brüllt
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2009
ISBN: 978-3-7795-0273-9
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Dritte Welt
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.07.2016
Wenn der Löwe brüllt
Emanuel hat einen Löwen. Den wird er nicht los, der sitzt in seinem Bauch. Manchmal knurrt er. Wenn Emanuel schrecklich Hunger hat, brüllt der Löwe ganz laut. Nur selten fühlt sich das Raubtier zufrieden und schnurrt. Tagein, tagaus besteht Emanuels Hauptsorge darin, diesen Löwen zu bändigen.
> Die Künstlerin arbeitet mit Collagen. Sie verwendet dazu auch Schnipsel, die aus Illustrierten stammen könnten. Damit schafft sie es ausgezeichnet, Details aus dem Alltag afrikanischer Strassenkinder hervorzuheben. Mit einer Ausnahme findet sich der Löwe auf jeder Seite – als Metapher für den Hunger ist er omnipräsent. Die Geschichte von Emanuel und seinen Freunden ist schnörkellos erzählt und mutet beinahe sachlich an. Dass der Löwe zupackt, wenn sich ein Brot als Beute präsentiert, ist nachvollziehbar und stellt Emanuels Aussage, er habe doch gar nicht gestohlen, in ein neues Licht. Ein aufrüttelndes Buch für Gross und Klein, das sich hervorragend als Diskussionsgrundlage eignet. Katharina Wagner

Titel: Haifische kommen nicht an Land
Kollation: Geb., 199 S.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2015
ISBN: 978-3-7795-0513-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Alltag, Dritte Welt
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 18.12.2015
Haifische kommen nicht an Land
Auf der Insel Ometepe im Nicaraguasee lebt Joaquin Villa, 12-jährig, Ältester einer kinderreichen, vaterlosen Familie. Immer auf der Suche nach etwas Arbeit, Verdienst und Essen trifft er zufällig Rosa Hein und ihren Vater. Dieser ist Ethnologe und sammelt unter anderem Erzählungen des Volkes auf der Insel. Zwei Welten stossen aufeinander: Rosa, die gebildete weisse Tochter, die schon die halbe Welt kennt, und Joaquin, der Arme, der froh ist, wenn er und seine Familie genug zu essen haben. Er verliebt sich in sie. Die Trennung von Rosa wirft den Jungen aus den gewohnten Gleisen. Er will auswandern, geht deshalb in die Stadt und merkt bald, dass das Leben als Strassenkind viel härter ist als die Armut zuhause.
> Die kurzen Szenen aus Joaquins Leben lassen einen bunten und spannenden Roman entstehen. Die Gegensätze Arm-Reich, Weisse-Indio, Herr und Knecht klagen nicht an, sondern ergeben sich aus den Schilderungen des Alltags. Der Schluss ist hoffnungsvoll: Joaquin lernt schreiben und lesen! Ulrich Zwahlen

Titel: 33 Cent - um ein Leben zu retten
Kollation: A. d. Dän., Broschur, 154 S.
Verlag, Jahr: Carl Hanser, 2013
ISBN: 978-3-446-24177-0
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 17.05.2013
33 Cent - um ein Leben zu retten
Er hat alles genau berechnet: So wenig braucht es, um die Kinder der Dritten Welt vor dem Verhungern zu retten. Jemand muss doch etwas tun, wie damals Robin Hood. Der hat auch die Reichen bestohlen und die Beute an die Armen verteilt, das war doch auch gerecht! Eigentlich ist alles ganz einfach, weil er das Codewort für die Bankgeschäfte seines Vaters kennt. Nur etwas davon braucht er, für die Kinder in Afrika. Endlich gesteht er es Anna. Sie sagt: "Du musst keine Angst haben."
> Der 14-jährige Erzähler verstrickt sich zusehends in seine Obsession, Geld für die hungernden Kinder in Afrika aufzutreiben und überschreitet dabei die Grenze zur Illegalität. Die Argumente für sein Handeln sind sorgfältig ausgewählt und geschickt mit der Geschichte verwoben. In kurzen Kapiteln und knappen Sätzen folgt man den Gedanken des Jugendlichen, der mit Idealismus und "zivilem Ungehorsam" die Welt zu verbessern sucht – und dabei leider scheitert. Sehr geeignet für den Unterricht. Katharina Siegenthaler

Titel: 33 Cent - um ein Leben zu retten
Kollation: CD. Lesung, ca. 156 Min., 2 CD
Verlag, Jahr: Igel-Records, 2013
ISBN: 978-3-89353-465-4
Kategorie: Nonbook
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 09.05.2013
33 Cent - um ein Leben zu retten
Der Erzähler ist 14 Jahre alt und denkt viel nach über die Welt. Er weiss, dass man mit 33 Cent für ein hungerndes Kind in Afrika für einen Tag Nahrung besorgen kann. Dieses Wissen lässt ihm keine Ruhe. Zuerst spart er sein Taschengeld und arbeitet in einem Lebensmittelladen. Dann beginnt er zu stehlen und überweist Geld seines Vaters für die hungernden Kinder. Seine Eltern reden mit dem Jungen. Aber er lässt sich nicht von seinem Ziel abbringen, möglichst viel Geld zu sammeln. Schliesslich fährt er kurzentschlossen mit seiner Freundin Anne mit einem Kühlwagen voller Lebensmittel Richtung Afrika.
> Voller Elan und Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, verfolgt ein Junge sein Ziel. Dominik Freiberger liest die jugendliche Ich-Rolle emotional engagiert, gegen Ende bestimmter Worte mit einer feinen Rauheit in der Stimme. Dies passt wunderbar zu einem gefühlvollen Jungen im Übergang zum Erwachsenwerden. Hier geht es um Idealismus, gepaart mit jugendlicher Gradlinigkeit und Naivität. Karin Schmid