Rezensionsdatenbank Info


Anzahl Resultate: 69
Titel: Friedemann
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Ravensburger, 2017
ISBN: 978-3-473-44694-0
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Anderssein, Lustiges
Alter: ab 4
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.10.2017
Friedemann
Friedemann ist ein total friedlicher Typ, den nichts so schnell aus der Ruhe bringt – genau wie sein bester Freund, sein 89-jähriger Grossvater. So löst Friedemann seine Abneigung gegen zu enge, zu kurze, zu bunte, zu doofe Kleidung ganz einfach – indem er gar nichts mehr anzieht. Nackt, nur mit Turnschuhen bekleidet, fühlt er sich pudelwohl! Seinen Eltern gefällt das gar nicht und seine vier Schwestern finden es ziemlich peinlich. Aber Opa ist es egal, wie Friedemann rumläuft! Er ist selber ein äusserst schrulliger Kauz.
> Es piekst, es kratzt, es zwickt: Das leidige Thema Anziehen kann zuweilen ganz schön nervenaufreibend sein. Dieses lustige Büchlein ist eine augenzwinkernde Ermahnung, nicht immer alles so eng zu sehen. Friedemann und sein Opa sind ein kurioses und äusserst liebenswertes Duo. Die Illustrationen laden zum Verweilen ein: Es sind eigentliche Suchbilder voller witziger Details und gespickt mit skurrilen Einfällen. Was sich da alles an Möglichem und Unmöglichem finden lässt! Sabine Wewerka

Titel: Hexenfee
Kollation: A. d. Niederländ., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Bohem Press, 2017
ISBN: 978-3-95939-047-7
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Anderssein, Feen
Alter: ab 4
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.10.2017
Hexenfee
Rosmarinchen lebt mit ihrer Mutter in einem Feenschloss. Sie findet dieses brave Leben aber furchtbar langweilig und will lieber Hexe sein, denn Hexen dürfen Rollschuhfahren, kleckern, schreien ... Mama ist empört über Rosmarinchens Wunsch und verweist die kleine Fee des Schlosses. So zieht Rosmarinchen alleine in den Hexenwald und hat dort viel Spass. Nur nachts denken sie und ihre Mutter darüber nach, was die jeweils andere erlebt. So begibt sich die Mutter auf die Suche nach ihrer Tochter.
> Die Geschichte der eigenwilligen Fee, die ihre Mutter verlässt, um eine Hexe zu werden, spricht wohl eher erwachsene Bilderbuchfans an. Zum einen, weil die opulenten Illustrationen vermutlich eher erwachsene Kunstliebhaber begeistern können – für Kinder scheinen sie oft etwas düster und schwer verständlich. Andererseits bremsen die emanzipatorische Botschaft und der Fingerzeig in Richtung Helikoptereltern einen lustvollen kindlichen Zugang. Stefanie Stanisz

Titel: Ich so Du so
Kollation: Broschur, farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Beltz & Gelberg, 2017
ISBN: 978-3-407-82316-8
Kategorie: Sachbuch
Schlagwort: Anderssein
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.10.2017
Ich so Du so Alles super normal
Wer bestimmt, was normal ist und was nicht? Ist normal sein gut oder schlecht? Dieses Buch versucht, Antworten auf diese und andere Fragen zum Thema Normalität zu geben und gleichzeitig dazu anzuregen, gängige Normen zu hinterfragen. Dabei kommen ganz verschiedene Arten von Anderssein zur Sprache: Hautfarbe, Fähigkeiten, Komplexe, Geschlecht ... Was als normal gilt, ist von Menschen gemacht und kann deswegen auch von uns verändert werden.
> Ein Buch, das man nicht von vorne nach hinten liest, sondern immer wieder aufschlagen kann. Man findet Fotos, Bilder, Comics, Geschichten und Interviews kunterbunt gemischt. Witziges und Überraschendes hat Platz neben nachdenklichen und auffordernden Beiträgen. Dabei kommen Kinder und Erwachsene verschiedener Nationalitäten zur Sprache und erzählen aus ihrem für sie ganz normalen Alltag. Die Autorengemeinschaft will Mut machen, seinen eigenen Weg zu gehen, und wünscht allen mehr Toleranz. "Ich so, du so – gut so!" Karin Böjte

Titel: Puppen sind doch nichts für Jungen!
Kollation: A. d. Französ., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Picus, 2017
ISBN: 978-3-85452-197-6
Kategorie: Bilderbuch
Alter: ab 7
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.10.2017
Puppen sind doch nichts für Jungen!
Als der kleine Nico von seiner Tante eine Puppe geschenkt bekommt, ist er hell begeistert. Überallhin soll sie ihn begleiten, sogar in die Schule. Doch das findet sein Papa unmöglich: «Kommt gar nicht infrage!» Am Abend kauft er ihm ein echtes Jungenspielzeug. Ob Nico sich damit zufrieden gibt und die Puppe wieder vergisst?
> Die Geschichte wird aus der Perspektive des älteren Bruders erzählt. Hautnah erleben die Lesenden mit, wie eine Puppe eine schwierige Familiensituation auslösen kann. Das Bedürfnis und die Freude des Jungen decken sich so gar nicht mit den traditionellen Rollenbildern. Die Illustrationen reflektieren die Gefühle der Familienmitglieder sehr ausdrucksvoll und bilden mit dem Text eine stimmige Einheit. Ein hervorragendes Buch, um klischeehafte Rollenbilder aufzuweichen und Verständnis für Unkonventionelles zu schaffen. Für jüngere Kinder eignet sich das Buch gut zum Vorlesen oder freien Erzählen. Annina Otth

Titel: Mein Leben mal eben
Kollation: Broschur, 243 S.
Verlag, Jahr: Coppenrath, 2017
ISBN: 978-3-649-66990-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Anderssein, Pubertät
Alter: ab 13
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 24.09.2017
Mein Leben mal eben
«Haben Sie heute schon geschrien? Wenn Sie noch keine Gelegenheit hatten: Lesen Sie die Memoiren der Anouk Vogelsang.» Die 13-Jährige will nur eins: Endlich NORMAL sein. Die Tatsache, dass sie zwei Mütter hat, macht die Sache nicht einfacher. Sie will moderne Klamotten tragen, Freundinnen haben und bei deren Gesprächen mithalten können. Doch das Unnormal-Gen scheint ihr dies unmöglich zu machen. Aus schierer Verzweiflung beginnt sie ihre Memoiren zu schreiben.
> Das Buch gibt Einblick in die Gefühlswelt eines Teenies, dessen Leben nicht so verläuft, wie es «normal» ist. Welches unnormale Gen Anouk besitzt, erfährt der Leser nie. Umso mehr nimmt er teil an ihrer Zerrissenheit und am Kampf, dazuzugehören. Neben den Tagebucheinträgen gliedern Wortspielereien und kleine Unterkapitel den Roman. Dank der Teenie-Sprache sind die Einträge authentisch, zu Beginn jedoch anspruchsvoll zu lesen. Das unvorhersehbar erfreuliche Ende begleitet den Leser auch noch nach Beendigung der Lektüre weiter. Annina Otth

Titel: Rosalind, das Katzenkind
Reihe: SJW 2549
Kollation: Broschur, farb. illustr.,
Verlag, Jahr: SJW, 2017
ISBN: 978-3-7269-0099-1
Kategorie: Bilderbuch
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 24.09.2017
Rosalind, das Katzenkind
Seit Katzengedenken haben die Mitglieder der Familie Kasimir ein schwarzes Fell – bis eines Tages Karolina nebst vier schwarzen ein rotes Junges bekommt! „Was werden die andern sagen?“, überlegt Vater Kasimir. Auch von ihrer Art her ist Rosalind mit dem roten Fell eine Aussenseiterin und eckt überall an. Als sie von ihrer Familie verstossen wird, zieht sie in die weite Welt und kehrt erst Jahre später mit ihrer eigenen Familie zurück.
> Diese Katzengeschichte aus dem Jahr 1989 ist auch als Bilderbuch und im SJW-Verlag zudem in französischer Sprache erhältlich. Es ist ein Gemeinschaftswerk von Vater und Sohn, Piotr und Józef Wilkón. Ihre Zuneigung zu Katzen ist gut erkennbar. Die humorvollen, ausdrucksstarken Illustrationen mit Katzen in allen Lebenslagen sind in den Text integriert und ergänzen diesen sehr gut. Rosalind lässt sich durch ihr Anderssein nicht beirren und geht ihren Weg. Als sie berühmt wird, erkennt ihre Familie endlich, dass die Fellfarbe nebensächlich ist. Madeleine Steiner

Titel: Schau, ein Pfau!
Kollation: A. d. Niederländ., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Tulipan, 2017
ISBN: 978-3-86429-396-2
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Anderssein, Zoo
Alter: Kleinkinder
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 05.09.2017
Schau, ein Pfau!
Acht prachtvolle Pfauen sitzen auf dem Eingangstor des Zoos. Entzückt strecken sie ihre eleganten Hälse zum Nest, in dem gerade ein Ei aufspringt. „Hallo, kleiner Pfau ohne Augen“, sagen sie, als der Kleine schlüpft. Tatsächlich, er ist schneeweiss! Ein Albino-Pfau, ganz ohne die typischen Pfauenaugen auf den Federn. Aber „Augen“ hätte er doch gerne. Nur was für welche? Es beginnt eine Entdeckungstour durch den Zoo, die den kleinen Vogel erstaunen lässt: Was für eine Vielfalt an Augen es in der Tierwelt gibt!
> Jede Seite dieses farbenprächtigen Bilderbuches ist ein kleines Kunstwerk, das formal an den Jugendstil erinnert. Dabei wird die Idee verfolgt, ein Körperteil in seinen verschiedenartigen Erscheinungsformen wiederzugeben: Stielaugen der Schnecken, grosse Elefantenaugen, Reptilienaugen, Glitzeraugen, Nachtaugen u. v. m. Ein Buch für die Kleinsten mit wenig Text, das zum gemeinsamen Betrachten einlädt – und zum Staunen über die Buntheit und Schönheit dieser Welt. Sabine Wewerka

Titel: Wir
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Tyrolia, 2017
ISBN: 978-3-7022-3592-5
Kategorie: Bilderbuch
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 25.08.2017
Wir
Wir sind mutig, zickig, quirlig, klug ... Steht uns das ins Gesicht geschrieben? Dieser Frage geht Linda Wolfsgruber mit ihren 45 Porträts nach, indem sie jedem Gesicht ein Adjektiv zuordnet. Auf den ersten Blick mögen die Zuschreibungen stimmen, doch bei längerem Betrachten der Bilder regt sich Widerspruch. Genau damit gelingt der Illustratorin die Kombination zweier Betrachtungsweisen: Zum einen zeigt sie auf, wie vielfältig unsere Gemüter sind, gleichzeitig aber auch, wie unbedacht wir urteilen.
> Satte Farben auf weissem Grund lassen die verschiedenen Physiognomien besonders stark zum Ausdruck kommen. Nimmt man sich Zeit und betrachtet die Bilder etwas länger, erwacht die Neugier für den sommersprossigen Jungen, den Koch, die Nonne, die Frau aus Indien oder den Herrn mit dem bleichen Gesicht: Wer sind sie, was bewegt sie, wo kommen sie her, wo wollen sie hin? Ein vermeintlich schlichtes Buch, welches sich eignet, um mit Kindern über Vielfalt und Vorurteile zu sprechen. Marcella Danelli

Titel: Meine Mutter, sein Exmann und ich
Kollation: Broschur, 252 S.
Verlag, Jahr: Rowohlt, 2017
ISBN: 978-3-499-21759-3
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.06.2017
Meine Mutter, sein Exmann und ich
Joschka (15) kann nicht verstehen, dass seine Zwillingsschwester Liska ihre Mutter unterstützt im Vorhaben, sich operieren zu lassen. Diese hat sich nie als Frau gefühlt. Jetzt hält sie das Dasein im falschen Körper nicht mehr aus und will ein Mann werden. Joschka fühlt sich von ihr im Stich gelassen und zieht kurz vor der Operation zu seinem Vater. Danach hat er wenig Kontakt zu Frederik, wie seine Mutter jetzt heisst. In der Schule lernt Joschka dann den seltsamen Neuen, Sebastian, besser kennen. Und er kommt Emma näher, für die er schon lange schwärmt. Beide sind ungewöhnliche Jugendliche und verhelfen ihm mit ihrer Art dazu, sein Herz für Frederik wieder zu öffnen.
> Mit einem sympathischen Protagonisten, der all seine Emotionen und Gedanken offenlegt, und in erfrischender, flüssiger Sprache zieht T. A. Wegberg die Lesenden unweigerlich hinein in Joschkas Familiensituation. Manche Szenen lässt er bewusst aus, was die Wirkung der Geschichte noch intensiviert. Karin Schmid

Titel: Väterland
Kollation: A. d. Französ., Broschur, 114 S.
Verlag, Jahr: mixtvision, 2017
ISBN: 978-3-95854-095-8
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.06.2017
Väterland
Gabrielle (13) wartet auf ihre Eltern. Das sind Papa George und Papa Phil. Ihre Adoptivväter sind verbotenerweise nach Paris gefahren, um für sie ein besonderes Geburtstagsgeschenk zu besorgen. Doch das Unterfangen läuft schief. George und Phil haben einen Autounfall und müssen den Unfallort schnell verlassen, damit man sie nicht fassen kann. Verheiratete homosexuelle Paare dürfen nämlich nur noch in Gettos leben. Immer mehr und mit immer neuen Gesetzen ist die Familie vom Rest der Gesellschaft isoliert worden. Auf ihrer Flucht erhalten die beiden Männer unerwartet Hilfe von einem Taxifahrer. Gabrielle wird von Unbekannten aus der Wohnung gerettet.
> Die Geschichte läuft auf zwei Ebenen ab: Die Gegenwart mit der Flucht der beiden Männer und dem Warten ihrer Tochter, und die Vergangenheit in der Form von Erinnerungen des Mädchens voller schlechter Vorzeichen für ihre Familie. Ein tief berührender Inhalt und eine kraftvolle, direkte Sprache formen eine Geschichte, die nachdenklich stimmt. Karin Schmid

Titel: Fledereule Eulenmaus
Kollation: A. d. Engl., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Fischer Sauerländer, 2017
ISBN: 978-3-7373-5485-1
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Anderssein, Heiteres
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 26.03.2017
Fledereule Eulenmaus
Es ist Tag. Mama Eule schläft mit drei Eulenkindern auf einem Baum. Da fliegt eine Fledermaus-Mutter mit drei Fledermauskindern hinzu und hängt sich zum Schlafen unten an denselben Ast. Mama Eule ärgert sich: Bloss keinen Kontakt zu diesen fremdartigen Eindringlingen, die hängen statt zu sitzen! Das kleinste Eulenkind aber erkennt in der kleinsten Fledermaus sofort den möglichen Spielkameraden! Wer will schon schlafen? Ein Blick genügt und sie sind Komplizen, sehr zum Ärger ihrer Mütter. Nach einigen Ermahnungen kehrt wieder Ruhe ein. Da erfasst eine heftige Windböe die Tiere und verstreut sie in alle Himmelsrichtungen ...
> Ganz ohne Worte kommt dieses Büchlein aus. Mit viel Liebe fürs Detail, mit Witz auch und Charme wird allein durch die Bilder eine Geschichte über Andersartigkeit, Vorurteil und Freundschaft erzählt. Der Ast ist die Bühne für ein Stück aus dem Leben: Durch den Zusammenhalt in der Not wird Engstirnigkeit überwunden und neue Bande können geknüpft werden. Ein Lieblingsbuch. Sabine Wewerka

Titel: Eine Geschichte der Zitrone
Kollation: A. d. Engl., geb., 253 S.
Verlag, Jahr: Carlsen Königskinder, 2016
ISBN: 978-3-551-56036-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Anderssein, Gefühle
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 24.01.2017
Eine Geschichte der Zitrone
Die neue Klassenkameradin überfordert Calypso mit der Frage, ob sie gemeinsam spielen wollen. Lieber möchte die Elfjährige in der Pause in Ruhe ihr Buch weiterlesen. Bücher eignen sich ausgezeichnet, um in die Welt der Fantasie abzutauchen. Aber die Neue ist ebenso eine Leseratte wie Calypso. So freunden sich die Mädchen an. Langsam baut Calypso Vertrauen zu Mae und deren Familie auf. Verwundert stellt sie fest, wie wohl sie sich bei ihrer Freundin zuhause fühlt; lebt sie doch mit ihrem kauzigen Vater sehr zurückgezogen in einem verwahrlosten Haus. Im ehemaligen Arbeitszimmer der verstorbenen Mutter, umgeben von deren Büchern, versucht sie mit ihrer Trauer umzugehen.
> Gut nachvollziehbar erzählt Calypso über ihre wachsende Freundschaft zu Mae. Zugleich ist es eine Geschichte über ein einsames Kind, das die Verantwortung für einen depressiven Angehörigen übernimmt. Ohne die unaufdringliche Hilfe von Maes Mutter würden die Krisensituationen entgleisen. Auch für Erwachsene lesenswert! Martina Friedrich

Titel: Die Jagd nach dem Kidduschbecher
Autor: Lezzi, Eva
Kollation: Broschur, 123 S.
Verlag, Jahr: Hentrich & Hentrich, 2016
ISBN: 978-3-95565-163-3
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 07.01.2017
Die Jagd nach dem Kidduschbecher
Gestern Abend stand der wertvolle Kidduschbecher noch in der Vitrine. Nun ist er weg. Die Einzigen, die am Abend das Wohnzimmer benutzten, sind Rebekka und ihre Freundin Samira. Deren Vater ist Palästinenser und stammt aus Gaza. Schon möglich, dass Samira den Becher genommen hat, nur weil sie Rebekkas Familie, die ihre Wurzeln in Israel hat, ärgern will.
> Obwohl die Freundinnen in Berlin wohnen, schwappen die Wogen des Nahost-Konfliktes bis zu ihnen. Samira ist Muslimin, Rebekka Jüdin. Beide leben mit ihren Verwandten in der Fremde. Mit den Familienbiografien klarzukommen, ist nicht einfach. Der Kidduschbecher ist dabei das kleinste Problem, denn es klärt sich relativ schnell, wer ihn geklaut hat. Die Herausforderung besteht darin, die Freundschaft zu erhalten, trotz verschiedener Religionen, trotz Andersartigkeit und Länderzwist. Zum Glück löst sich alles in Minne auf. Ein Buch, das sich süffig liest und zugleich viele interessante Details über Immigranten in Deutschland vermittelt. Katharina Wagner

Titel: George
Kollation: CD. Lesung, ca. 215 Min., 3 CD's
Verlag, Jahr: Argon Sauerländer Audio, 2016
ISBN: 978-3-8398-4861-6
Kategorie: Nonbook
Schlagwort: Anderssein
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 25.10.2016
George
George (10) fühlt sich als Mädchen, nur weiss das niemand. Nicht einmal ihre beste Freundin Kelly. Denn George hat den Körper eines Jungen. Im Geheimen liest sie Mädchenzeitschriften. Von den Jungen in der Schule wird George oft gehänselt. Deshalb darf sie niemandem sagen, wie gerne sie die weibliche Hauptrolle im neuen Theaterstück spielen würde. George übt mit Kelly das Vorsprechen. Doch die Lehrerin ist irritiert, als George sich um eine Mädchenrolle bewirbt. Kelly kriegt die Rolle. Als sie merkt, wie wichtig die Sache für George ist, plant Kelly eine Überraschung.
> Ein spannender Anfang zieht die Zuhörenden gleich mitten hinein in die Transgenderthematik. Später sind es die Alltagssituationen in der Schule, mit Kelly und zu Hause, welche den Nichtbetroffenen die innere Zerrissenheit von George deutlich und gefühlsfein vor Augen führen. Die von Julian Greis stimmlich sorgfältige und sehr liebevolle Gestaltung der jungen Protagonistin involviert die Zuhörenden – eine starke Leistung! Karin Schmid

Titel: Bent10
Kollation: Broschur, s.w. illustr.,140S
Verlag, Jahr: Graphiti, 2016
ISBN: 978-3-945383-85-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Anderssein, Entwicklung
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 12.10.2016
Bent10 Eine kleine Reise in den Asperger-Autismus
Während die Eltern im 'Dänenland' weilen, ist Sören zum ersten Mal mit seinem kleinen Bruder allein zuhause. Dass Bent10 nicht erst ein etwas anderer Bruder ist, seit er Bent10 ist, ist klar. Er war schon anders, als er noch Bent4 war, und bisher, findet Sören, hatten ihre Leben nicht sehr viele Berührungspunkte. Sören fasst einen Entschluss: "Wenn ich keinen Zutritt in die Welt meines Bruders bekommen kann, dann werde ich ihn in meine Welt einladen." Der Alltag zu zweit verläuft nicht ohne Zwischenfälle und stellt das Zusammenspiel auf eine harte Probe, die beide Seiten die Wahrnehmung des anderen zu schätzen lehrt.
> Ohne zu stigmatisieren, zeichnet der Autor ein realistisches, positives Bild hochfunktional autistischer Wahrnehmung und sieht meist von den Schattenseiten ab. Unterschiedliche Welten treffen respektvoll und sanft aufeinander, berühren und lassen doch oft zustimmend schmunzeln. Ein ehrliches und zartes Buch über das Anderssein, Bruderliebe und gegenseitige Wertschätzung. Andrea Eichenberger

Titel: Ist das normal?
Kollation: A. d. Span., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Atlantis, 2016
ISBN: 978-3-7152-0716-2
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Anderssein
Alter: ab 4
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 11.10.2016
Ist das normal?
Den Elefantenrüssel als Wiege zu nutzen – ist das normal? Mit dem Elefantenrüssel eine Brücke zu „bauen“, damit die Ameisen den Fluss überqueren können – ist das normal? Die Nilpferdmama findet dies NICHT normal und lässt es den Elefanten auch spüren. Als sich ihr Kind in grosser Gefahr befindet, kommt ihr der sehr lange Elefantenrüssel jedoch gerade gelegen.
> Das Bilderbuch nimmt sich auf unterhaltsame Weise der Frage „Was ist normal?“ an. Die grossen Augen und ausdrucksstarken Gesichter widerspiegeln die Gefühle der Tiere. Die kurzen Sätze auf der linken unteren Bildseite beschreiben, wie der Elefant dank seines langen Rüssels den anderen Tieren helfen kann, während auf der rechten Seite nach der „Normalität“ seines Verhaltens gefragt wird. Ein altbekanntes Thema wird aufgegriffen und in einer neuen Geschichte präsentiert. Sowohl der Text wie auch die Illustrationen können Erwachsene ebenso zum Diskutieren und Nachdenken anregen wie Kinder. Annina Otth

Titel: Kleiner blauer Pinguin
Kollation: A. d. Engl., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Fischer Sauerländer, 2016
ISBN: 978-3-7373-5439-4
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Anderssein
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.10.2016
Kleiner blauer Pinguin
Einer mit einem blauen Federkleid, das ist doch keiner von ihnen. Und obwohl der blaue Pinguin genau das gleiche Verhalten zeigt wie die anderen Pinguine, wird er alleine zurückgelassen. In seiner Einsamkeit singt der Kleine für den weissen Wal, der ihn in seinen Träumen wegholt. Der zauberhafte Gesang zieht zuerst einen kleinen Pinguin, später auch die andern an. Als der weisse Wal wirklich auftaucht, halten alle den blauen Pinguin zurück.
> In dieser Geschichte, schlicht und treffend formuliert, passiert die Ausgrenzung wegen einer Äusserlichkeit. Es ist traurig und berührend, wie der blaue Pinguin trotz seiner sachlichen Erklärungen nicht akzeptiert wird. Dass bei allen Pinguinen etwas blaue Farbe durch ihren Federfrack schimmert, ist nicht von ungefähr. Die dynamischen Illustrationen in Kreide-, Mal- und Schnitttechnik bringen den eisigen Südpol und die von vielen geliebte Vogelkolonie ins Buch. Eveline Schindler

Titel: Teddy Tilly
Kollation: A. d. Engl., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Fischer Sauerländer, 2016
ISBN: 978-3-7373-5430-1
Kategorie: Bilderbuch
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.10.2016
Teddy Tilly
Finn und sein Teddy Thomas sind unzertrennlich. Tagein, tagaus spielen sie zusammen. Aber dann zieht sich der Teddy ganz plötzlich zurück. Er will nicht sagen, was los ist, aus Angst, Finn könnte ihn nicht mehr lieb haben, wenn er den Grund erfährt. Das hält der Junge jedoch für unmöglich, und so traut sich Thomas, die Wahrheit zu sagen: Er fühlt sich im Innersten nicht wie ein Teddybär – sondern wie eine Teddybärin; möchte Tilly sein und nicht mehr Thomas. Finn ist es jedoch egal, ob Teddy ein Mädchen oder ein Junge ist. "Hauptsache, wir sind Freunde!“
> Was ein Bilderbuch alles vermag, das zeigt hier Teddy Tilly: dass nämlich jedes Thema den Kindern nähergebracht werden kann. In ihrer Unbefangenheit sind sie offen für jegliches Anderssein. Letztlich geht es in diesem Buch um Toleranz und Akzeptanz, aber eigentlich wird das Thema Transgender behandelt. Die eigenwilligen Zeichnungen passen sehr gut zum Text und runden dieses wichtige Buch ab. Sabine Wewerka

Titel: Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt
Kollation: A. d. Amerikan., geb., farb. illustr., 360 S.
Verlag, Jahr: Coppenrath, 2016
ISBN: 978-3-649-62327-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Abenteuer, Anderssein
Alter: ab 10
Bewertung:
Rezension publiziert: 01.10.2016
Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt
Archer ist ein Helmsley, und das heisst schon was; er nimmt sein Fernglas und das Glasauge überallhin mit. Zusammen mit Adelaïde, die schon mit dem Heissluft-Ballon um die ganze Welt gereist ist (von dort hat sie auch ihr Holzbein), und mit dem superschlauen Oliver Glub, der Tomatencremesuppe liebt und wilde Hühner hasst, will er seine im Eisberg verschollenen Grosseltern suchen. Wenn da nur nicht seine superfiese Lehrerin wäre, denn Mrs Murkley ist von dem berüchtigten Internat Raven Wood entlassen worden und macht Archer das Leben schwer. Mit fünf grossen Koffern wollen sich die drei in die Antarktis begeben. Ob das wohl gut kommt?
> Ich finde das Buch toll, denn es ist sehr spannend und schön geschrieben. Das Buch empfehle ich für Kinder ab 10 Jahren. Es ist ein sehr schön illustriertes Buch mit 360 Seiten und vielen bunten Bildern. Ein Buch für Träumer und Helden, die es gar nicht wissen. Im Herbst 2017 erscheint der 2. Band. Auch den sollte man unbedingt lesen. Sophie I., 12 Jahre

Titel: George
Autor: Gino, Alex
Kollation: A. d. Amerikan., geb., 206 S.
Verlag, Jahr: Fischer, 2016
ISBN: 978-3-7373-4032-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Anderssein
Alter: ab 10
Bewertung:
Rezension publiziert: 01.10.2016
George
George ist 10 Jahre. Er liest Mädchen-Zeitschriften, liebt die Farbe Rosa. Nur er selbst weiss, dass er insgeheim ein Mädchen ist. Wie soll er das nur seiner Familie und seinen Freunden beibringen? Als er dann auch in der Schule bei der Theateraufführung wegen einer Mädchenrolle abgewiesen wird, entscheidet er sich dafür, dass alle es wissen sollen.
> „George“ ist ein sehr schöner, bewegender Jugendroman, den man nicht so schnell vergisst. Er erzählt vom Anderssein, von Träumen, Wünschen und macht Mut, seinen eigenen Weg zu gehen. In diesem Buch wird George oft als er und als sie dargestellt. Man lernt darin, dass Transgender zu sein gar nicht schlimm ist, dass diese Menschen viel Unterstützung brauchen, weil sie es im Leben oft sehr schwer haben. Jan, 12 Jahre

Titel: Woodwalkers – Carags Verwandlung
Reihe: Woodwalkers 1
Kollation: Geb., s.w. illustr., 267 S.
Verlag, Jahr: Arena, 2016
ISBN: 978-3-401-60196-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Anderssein, Fantasie
Alter: ab 10
Bewertung:
Rezension publiziert: 01.10.2016
Woodwalkers – Carags Verwandlung
Carag ist ein Gestaltwandler (halb Mensch, halb Puma), der immer von den Menschen schwärmt. Als er das erste Mal bei den Menschen ist, macht seine Schwester schnell Ärger, als sie sich wieder in einen Puma verwandelt. Er entscheidet sich, als Mensch zu leben, und kommt zu einer Pflegefamilie. Zuhause will Milling, ein erwachsener Gestaltwandler, ihn sprechen. Doch die Pflegefamilie weiss nichts von Gestaltwandlern. Milling berichtet ihm von der Clearwater High, einem Internat für Gestaltwandler. Carag erzählt seiner Familie davon, und er kann dorthin. Endlich fühlt er sich zuhause. Er lernt viel, hat endlich Freunde und erlebt grosse Abenteuer.
> Ich finde das Buch sehr gut. Es ist von Anfang an sehr spannend und einfach zu lesen. Ich empfehle das Buch Jungs, die spannende und auch ein bisschen brutale Bücher mögen. Es ist nichts für empfindliche LeserInnen. Es gibt schwarz-weisse Bilder von Berglöwen, die wie echt aussehen. Federico, 11 Jahre

Titel: Ein neues Zuhause für die Kellergeigers
Kollation: CD. Lesung, ca. 75 Min., 1 CD
Verlag, Jahr: Argon Sauerländer Audio, 2016
ISBN: 978-3-8398-4863-0
Kategorie: Nonbook
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 30.09.2016
Ein neues Zuhause für die Kellergeigers
Sie haben entweder eine zu spitze Nase oder eine zu runde. Oder ihre Hautfarbe ist nicht die richtige. Niemand mag die Kellergeigers in ihrem Land. Deshalb beschliessen sie wieder einmal, an einen anderen Ort zu gehen. Dorthin, wo man sie mag. Ohne Geld und mit wenig Gepäck marschiert die Familie los. An der Grenze taucht aus dem Nichts ein Kellergeiger auf, welcher ihnen hinüberhelfen will. Er schwärmt vom Land nebenan. Doch als er merkt, dass sie ihm nichts für seine Dienste bezahlen können, verschwindet er wieder. Nun versuchen die Kellergeigers selber, ins neue Land zu gelangen.
> Ein tiefer Einblick in die menschliche Seele, wenn es um die Themen Anders-/Fremdsein und Flucht geht. Andreas Fröhlich zeichnet mit seiner Stimme die verschiedenen Charaktere in ihrer ganzen Farbenvielfalt und ihren Schattierungen. Sein bei aller Kritik liebevoller Umgang mit den verschiedenen Figuren schafft bei den Zuhörenden eine versöhnliche Stimmung. Fein und auserlesen. Karin Schmid

Titel: PaulaPaulTom ans Meer
Kollation: Geb., 120 S.
Verlag, Jahr: Tyrolia, 2016
ISBN: 978-3-7022-3521-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Anderssein, Pubertät
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 30.09.2016
PaulaPaulTom ans Meer
Papa hat eine Daueraffäre mit seinen Laufschuhen, Mama mit ihren Farbtöpfen – und Paula? Sie hat einen Bruder! Der ist bescheuert. Zu Opas 70. Geburtstag will Mutter die Familie vereinen. Vater Theo lehnt das ab. So soll die 15-jährige Paula Paul aus dem Heim nach Hause holen. Doch auf dem Weg trifft sie Tom und sein Saxophon. Sie beschliessen, ans Meer zu fahren – zusammen mit Paul.
> Leicht wie ein Schmetterling erobert der einfühlsame Coming-of-Age-Roman das Herz des Lesers. Trotz klarer Sprache bleibt Raum für Interpretation. Das poetische Erzähltalent der Autorin und starke Metaphern lassen die Gefühle Achterbahn fahren. Der leichte, heitere Unterton durch Pauls ganz eigene Sprachspielereien verhindert das Abdriften ins Melodrama. Und so wird aus neu erwachenden Sehnsüchten eine Geschichte der Abnabelung und des Sich-selbst-Findens in einer von menschlichen Stärken und Schwächen geprägten Umwelt. Christina Weirich

Titel: Phil, der Frosch
Kollation: Geb., farb. illustr., 77 S.
Verlag, Jahr: Hofgrefe, 2016
ISBN: 978-3-456-85621-6
Kategorie: Sachbuch
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 30.09.2016
Phil, der Frosch Ein Buch für Kinder mit ADHS, ihre Freundinnen und Freunde und alle, die sie gern haben
Phil ist ein zufriedener Frosch. Nur manchmal fühlt er sich, als ob er einen grossen Hasen im Bauch hätte. Dieser hopst in ihm herum, so dass er ganz zappelig wird, hält ihm die Ohren zu, so dass er nicht aufpassen kann, oder er wirft Wörter aus Phils Mund, obwohl dieser sie eigentlich gar nicht sagen wollte. Dann geht gar nichts mehr und er wird von den anderen ausgeschimpft. Als Phil seiner Mutter vom Hasen erzählt, suchen sie einen Spezialisten auf. Kann dieser Phil helfen, den ADHaSen zu zähmen?
> Die Autorin widmet sich dem Thema ADHS auf kindgerechte Weise. Anhand von Phils Erlebnissen werden die Schwierigkeiten der betroffenen Kinder einfühlsam beschrieben. Sie werden ermutigt, sich mit ihren Sorgen den Eltern anzuvertrauen und gemeinsam mit einem Spezialisten nach Lösungen zu suchen. Ansprechende Arbeitsblätter helfen, eigene Erfahrungen und Erlebnisse festzuhalten. Vertiefte Informationen zum Thema ADHS interessieren sowohl Kinder wie auch Eltern. Tanja Raemy

Titel: Animox – Das Heulen der Wölfe
Reihe: Animox 1
Kollation: A. d. Engl., geb., 383 S.
Verlag, Jahr: Oetinger, 2016
ISBN: 978-3-7891-4623-7
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 10
Bewertung:
Rezension publiziert: 28.09.2016
Animox – Das Heulen der Wölfe
Simon ist ein Tiersprache redender Mensch – ein Animox. Sein bester Freund hat sich Bryan, dem fiesesten Typen der Schule, angeschlossen. Als sich Simon mit Bryan prügelt, spürt er einen Knoten im Bauch und seine Finger krümmen sich zu Klauen. Er reisst die Nägel über Bryans Wangen und beisst ihn. Als Ratten in die Wohnung strömen, versteht Simon die Welt nicht mehr. Schon gar nicht, dass seine Mutter ihm nichts von seinem Zwillingsbruder Nolan gesagt hat. Nun wohnt er im L.A.G.E.R (einem Ort für Animox). Ein Delfin-Animox hilft Simon bei der Suche nach seiner Mutter, die von Ratten entführt worden ist. Wenn ihr wissen wollt, ob Nolan oder Simon der Erbe des Bestienkönigs sein wird, MÜSST ihr es lesen.
> Mich hat das Cover sofort gefesselt. Schon wenn man den Klappentext gelesen hat, möchte man dieses Buch nicht loslassen. Ich empfehle es Kindern, die davon träumen, mit Tieren zu sprechen oder sich in eines zu verwandeln. 384 spannende Seiten, die man möglichst nicht verpassen sollte! Sabrina, 11 Jahre

Titel: Der fliegende Jakob
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Beltz & Gelberg, 2012
ISBN: 978-3-407-79449-9
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Anderssein, Abenteuer
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Der fliegende Jakob
Jakob kann fliegen. Noch bevor er krabbeln lernt, fliegt er los. Seine vorerst verblüfften und besorgten Eltern gewöhnen sich aber rasch daran. Als die Familie irgendwo am Meer Ferien plant, buchen die Eltern ein Flugticket – Jakob fliegt aber selber hin. Unterwegs trifft er einen Vogelschwarm, dem er sich anschliesst. Gemeinsam schaffen sie es, ein ins Netz geratenes und gefangenes Vögelchen zu befreien.
> In dieser Geschichte ist das Fliegen einfach Tatsache. Das Ausserordentliche, Andersartige wird wie selbstverständlich hin- und angenommen. Zum wunderbaren Inhalt dieses Buches passen die in warmer Farbgebung gestalteten, genialen Illustrationen. Sie setzen der Erzählung das so genannte i-Tüpfelchen auf. Ein Sehvergnügen bis in alle Einzelheiten. Eveline Schindler

Titel: Jumbo und Winz
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Aracari, 2010
ISBN: 978-3-905945-08-9
Kategorie: Bilderbuch
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 20.07.2016
Jumbo und Winz
Jumbo und Winz sind gute Freunde, die jede Menge Spass miteinander haben. Jumbo ist gross, und Winz ist winzig. Doch zu aller Zufriedenheit hätte jeder gerne die Eigenschaften des andern. Als die beiden ungleichen Freunde eines Tages in ein neues Land kommen, ist Jumbo plötzlich kleiner geworden und Winz grösser. Doch sie merken, dass sie so ihre gewohnten Spiele nicht mehr spielen können. Sie werden immer trauriger und wollen unbedingt wieder zurück in ihr gewohntes Land.
> Sich gegenseitig ergänzen im Anderssein, das ist das Thema dieses Buches. Die zärtliche Geschichte wird mit Hilfe einer grossartigen Bildsprache erzählt. Jede Seite beinhaltet ein Bild ganz in Rottönen. Mit einfachsten Mittel werden aus diesen Bildern ausdrucksstarke Stützen des Texts. Maria Veraguth

Titel: Kaninchenschmuggel
Reihe: Granola 1
Kollation: Geb., s.w. illustr., 111 S.
Verlag, Jahr: Thienemann, 2016
ISBN: 978-3-522-18429-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Anderssein
Alter: ab 7
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 03.07.2016
Kaninchenschmuggel oder Wie ich Mehlchen vor dem Verschimmeln rettete
Granola verträgt lange Wörter und Sätze schlecht. Grammatik-Intoleranz nennt sie diese Schwäche, in Anlehnung an die Laktose-Intoleranz ihrer kleinen Schwester. Von ihren Kameraden wird Granola oft gehänselt und sie vermisst ihre geliebte Lehrerin, die nach einem Unfall ausgefallen ist. Auf einem Klassenausflug in den Streichelzoo packt Granola spontan ein Kaninchen in ihren Rucksack, um es vor dem Regen zu schützen. Auf dem Rückweg und daheim noch gut versteckt, sorgt das Kaninchen anderntags in der Schule für einen gehörigen Aufruhr.
> Die liebenswerte Protagonistin wächst einem schnell ans Herz. Sie erzählt ihre herrlich illustrierten Erlebnisse frisch und ungekünstelt und weckt Lust auf weitere Granola-Bände. Dass in der Geschichte immer wieder falsch geschriebene oder verdrehte Granola-Wörter auftauchen, irritiert hingegen und schmälert den Lesegenuss trotz eines Glossars im Anhang. Das Wesen der sympathischen Hauptfigur würde gewiss auch ohne diese eingestreuten "Fehler" deutlich. Doris Lanz

Titel: Anders, und nicht so
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Luftschacht, 2016
ISBN: 978-3-902844-96-5
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Anderssein
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.06.2016
Anders, und nicht so
Im Chamäleonbaum versuchen die jungen Tiere morgens, sich unter mürrischer Anleitung des Altchamäleons zu tarnen. Verspätet trödelt das farbige Junge in den Unterricht, und während sich alle im blassen Grün des Baumes üben, leuchtet das bunte Junge in voller Pracht. Erfolglos versucht es, wie ein unauffälliges Blatt auszusehen, doch Spass macht das dem Chamäleon nicht. Also beginnt es zu tanzen. Der Ärger des Altchamäleons ist ihm sicher, doch das junge Tier hat genug: genug versucht sich anzupassen, genug gescheitert dabei. Am Abend klatschen alle und jubeln, als es in buntem Kleid seinen Tanz vorführt, und es merkt, dass es sich gar nicht assimilieren muss.
> Zwei Geschichten, klare Sprache und schematische, abstrakte Illustrationen erzählen vom Anderssein – von individueller Schönheit, Einzigartigkeit und dem mutigen Schritt, aus der Reihe zu tanzen. Manchmal birgt Mut Risiken, doch oft wird er belohnt. Wie schön Anderssein sein kann, zeigt dieses selbst etwas andere Buch. Andrea Eichenberger

Titel: Mulan
Kollation: Broschur, 260 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2016
ISBN: 978-3-423-65022-9
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie, Anderssein
Alter: ab 13
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 04.06.2016
Mulan Verliebt in Shanghai
Die 15-jährige Mulan verlässt München für 3 Monate, um in Shanghai die Familie ihrer chinesischen Mutter kennen zu lernen. Sie interessiert sich nicht sonderlich für ihre chinesischen Wurzeln. Doch ihre strenge Grossmutter, eine ehemalige Barfussärztin und Rotarmistin, führt sie mit Beharrlichkeit in den Alltag ein. In der Sprachschule lernt Mulan Leute kennen, welche wie sie chinesisch sprechen, jedoch die Zeichen nicht lesen können. Als sie sich in einen jungen Chinesen verliebt, erwacht ihr Lerneifer. Mit ihm will sie in Kontakt bleiben, wenn sie zurück in Deutschland ist.
> Ausführlich wird das Innenleben einer Heranwachsenden – das Rebellieren und die Stimmungsschwankungen – beschrieben. Die Lesenden erfahren etliches über das aufstrebende China, jedoch wenig über die Zeit davor. Junge Mädchen, die sich von den Eltern lösen und zum ersten Mal verlieben, werden sich in Mulan wiedererkennen. Monika Aeschlimann

Titel: Wohin meine Flossen mich tragen
Kollation: A. d. Engl., Broschur, 254 S.
Verlag, Jahr: cbt, 2016
ISBN: 978-3-570-16398-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Anderssein
Alter: ab 13
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 04.06.2016
Wohin meine Flossen mich tragen
„Manchmal kommt man am besten voran, indem man gegen den Strom schwimmt …“ Clementine (15) stört es nicht, dass sie Kleidergrösse 42 und lieber Jeans und Pulli statt enge Röcke und Tops trägt. Ausserdem isst sie gern und will nicht hungern wie ihre Freundinnen. Doch diese sind anderer Meinung. Die Spannungen in ihrer Clique führen zum Bruch, Clems Bruder leidet unter Depressionen und ihre perfekte Schwester hat auch Probleme. Clem versucht zu helfen, wo sie kann, bis sie einsehen muss, dass jeder für sein eigenes Glück verantwortlich ist.
> Das Buch ist in Tagebuch-/Schulheft-Form geschrieben. Clem schreibt an ihre Lehrerin, weil ihnen diese in ihrem Unterricht aufgetragen hat, in ein Journal zu schreiben. Leider wirkt diese Form etwas öde, da ihr die Lehrerin nur gerade einmal im ganzen Buch antwortet. Clem liebt die Sprache und die Poesie, sie schreibt eigene Gedichte und mag auch das Schreiben im Journal ganz gerne. Ein Buch über Cool- und Angepasst-Sein und das Gegen-den-Strom-Schwimmen. Maria Trifonov

Titel: Mädchenmeute
Kollation: Broschur, 462 S.
Verlag, Jahr: Rowohlt, 2016
ISBN: 978-3-499-21758-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Anderssein, Ferien
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.06.2016
Mädchenmeute
Charlotte ist ein Mädchen, das gerne Abenteuerromane und Krimis liest. Für die Ferien meldet sie sich für ein Survival-Camp mit sieben anderen Mädchen an. Im Camp ist vieles anders, als sie erwartet hat. Später beschliessen alle Mädchen, ohne die Gruppenleiterin anstatt nach Hause zu einem alten Stollen zu gehen. Auf dem Weg finden sie Hunde und nehmen sie mit. Als sie ankommen, richten die Mädchen sich ein. Alle Mädchen fühlen sich wohl, sie sind so frei wie noch nie in ihrem Leben zuvor. Später stellt sich heraus, dass irgendjemand im Wald ist und den Mädchen und Hunden Essen bringt. Darum organisieren sie eine Nachtwache. Wenn ihr wissen wollt, wie das Buch aufhört, so lest es!
> Am Anfang ist das Buch ein bisschen schwierig zu verstehen, doch später kommt man so richtig in die Geschichte rein. Ich empfehle dieses Buch Mädchen ab 11 oder 12 Jahren, die gerne Abenteuerbücher lesen. Dieses Buch hat 462 Seiten und keine Kapitel, sondern drei Teile. Sabrina, 11 Jahre

Titel: Ganz schön super
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Nilpferd bei G & G Verlag, 2016
ISBN: 978-3-7074-5177-1
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Anderssein
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 05.05.2016
Ganz schön super
Ganz schön doof findet Kater Kalle die anderen Tiere. Der Elefant ist zu gross – doof. Die Maus ist zu klein – auch doof. Der Pinguin ist zu dick – voll doof. Ob zu dunkel, zu kunterbunt oder mit zu vielen Haaren ausgestattet – alle sind stinklangweilig und doof. Wenn Kater Kalle so weitermacht, wird er bald ganz alleine dastehen. Doch plötzlich haben die andern Tiere eine superschlaue Idee und sie halten dem Kater den Spiegel vor.
> Im Bilderbuch der noch jungen Grafikdesignerin Nanna Prieler geht es um Verständnis und Akzeptanz. Die Künstlerin spielt mit Farben und Worten. Sie zeigt ihre aufs Minimum reduzierten Tiere in kräftiger, teils realitätsfremder Bemalung vor knallbuntem Hintergrund. Die klar konturierten Tiere mit ihren wenigen Requisiten sind von Hand entworfen und im Photoshop nachbearbeitet worden. Einfallsreich wird auch die Typografie ins Bild einbezogen, denn der kurze Text ist von Beginn weg gestalterisches Element. Ein amüsant erzähltes Buch mit wichtiger Aussage. Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Typisch Mädchen?
Kollation: A. d. Französ., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Gabriel, 2016
ISBN: 978-3-522-30431-3
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Mädchen, Anderssein
Alter: ab 7
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 18.04.2016
Typisch Mädchen?
Hier werden kurzerhand die Mädchenrechte erklärt: In 15 Artikeln geht es um das Aussehen, die Vorlieben, die Abneigungen, das Verhalten, die Kleidung, die Berufswünsche und die Gefühle von Mädchen. Diese sollen so verschiedenartig wie möglich sein und vor allem nicht eingeengt werden vom konventionellen Bild, das die Gesellschaft von ihnen hat.
> Das kleine Bilderbüchlein kommt mit farbigem Cover und im Postkartenformat daher. Jedem "Artikel" wird eine Doppelseite gewidmet. Darauf tummeln sich viele Mädchen und wenige Jungs, erkennbar aber gerade an der Kleidung und dem Haarschnitt, die ja eigentlich nicht diskriminierend sein sollten. Es sind Wimmelbilder, mit Tusche gezeichnet und farbig bemalt. Comicähnlich werden den lustigen Figürchen zudem Worte zugeordnet. Ob hier ein wirkungsvoller Beitrag zur Genderfrage vorliegt, ist fraglich. Als Zeitvertreib können die Bilder jedoch alleweil dienen. Monika Fuhrer

Titel: Die Tintenspinner
Kollation: A. d. Französ., geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: mixtvision, 2016
ISBN: 978-3-95854-051-4
Kategorie: Bilderbuch
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 15.04.2016
Die Tintenspinner
Zwei Tiere: ein Krake und eine Spinne. Zweimal dieselben Augen, gross und rund. Das ist aber auch das Einzige, was die beiden verbindet. Ansonsten ist der Krake rot und im Vergleich zur schwarzen Spinne riesig. Ihm gehört die linke Seite des Buches, während sich die Spinne auf der rechten Seite eingenistet hat. Im Verlaufe der Geschichte nähern sich die beiden Tiere gegenseitig an, bis sie sich schliesslich beide in der Mitte finden.
> Die Geschichte braucht keine Worte; die Bilder sprechen für sich. Auf humorvolle Weise und mit gelungenen Details erzählen sie vom anfänglichen Misstrauen zweier Individuen, das sich zu einer zarten gegenseitigen Annäherung der so unterschiedlichen Tiere entwickelt. Zum Beispiel dann, wenn der rote Krake mit seiner schwarzen Tinte eine Spinne zeichnet, oder wenn die Spinne ihr Netz in Form eines Kraken webt. Es ist schlicht meisterhaft, wie die Künstlerin auf einfachste Weise darstellt, was mit ein wenig Toleranz möglich ist. Ein Thema für Gross und Klein. Katharina Wagner

Titel: Ich bin Jan und stinknormal
Kollation: A. d. Niederländ., geb., s.w. illustr., 121 S.
Verlag, Jahr: Gerstenberg, 2016
ISBN: 978-3-8369-5873-8
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 15.04.2016
Ich bin Jan und stinknormal
Papa kann schneller rennen als der Wind, Mama spielt so schön Geige, dass alle verstummen, die grosse Schwester ist ein Rechengenie, der kleine Bruder ist ein besonders wilder Kerl und Opa hat die längsten Nasenhaare der Welt. In Jans Familie sind oder können alle etwas Besonderes. Bloss Jan ist stinknormal. Es gibt nur einen Weg, diesem durchschnittlichen Dasein zu entkommen: Mit seiner Freundin Nina, die besonders rote Haare hat, will Jan einen Rekord aufstellen, der ihm Zutritt in das Guinness Buch der Rekorde verschafft. Auf der Suche nach dem „Besonderen“ findet Jan genau das Richtige für sich.
> Das Buch thematisiert die fortschreitende Individualisierung, den Drang, aus der Masse herauszuragen, und die erfolgreiche Vermittlung dieser Tendenzen durch die Medien. Umso wohltuender und heilsamer sind Jans Prozess und die Quintessenz am Schluss des Buches. Schlagfertige Dialoge und viele Illustrationen sorgen für anregendes Lesevergnügen. Ein Buch, das viel Selbstvertrauen schenkt. Marcella Danelli

Titel: Kommt das Nashorn
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Jungbrunnen, 2016
ISBN: 978-3-7026-5895-3
Kategorie: Bilderbuch
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 15.04.2016
Kommt das Nashorn
Das Nashorn möchte gerne so leicht sein wie das weisse Schneeflockengezwitscher (ein Vogel) auf seinem Rücken. Dann könnte es durch die Luft fliegen! Doch es ist zu schwer … Gerne wäre das kleine Schneeflockengezwitscher so schwer wie das Nashorn; so würde es bei Sturm nicht vom Wind mitgetragen. – Alle träumen davon, so zu sein wie der andere, bis sie merken, dass jeder eine besondere Stärke hat.
> Die kurzen Sätze von Heinz Janisch verdeutlichen das schwere Gewicht des Nashorns und dessen Wunsch, leichter zu sein. Um den Wunsch der Tiere und die damit verbundene Botschaft auszudrücken, bedarf es nicht vieler Worte, da die ausdrucksstarken Illustrationen von Helga Bansch sehr stimmig zum Text sind. Grau- und Brauntöne dominieren in den Illustrationen und erinnern an die trockenen Regionen Afrikas. Wer findet das Erdmännchen mit dem roten Schirm auf jeder Illustration? Ein hervorragendes und berührendes Bilderbuch zum Thema "Anderssein" und "zu sich selber stehen können". Annina Otth

Titel: "Oh, No", sagt der Elefant
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Michael Neugebauer Edition, 2016
ISBN: 978-3-86566-275-0
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Heiteres, Anderssein
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 14.04.2016
"Oh, No", sagt der Elefant
Ein Elefant, ein Affe, ein Leopard und ein Zebra spielen miteinander. Das hat seine Tücken, denn was die einen gerne tun, ist für andere nicht lustig. Verstecken, Bockspringen oder Himmel und Hölle findet der Elefant gar nicht toll. Dazu ist er zu ungelenk. Aber er versucht es trotzdem, auch wenn er verliert. Dafür kommt er beim Seilziehen gross heraus. Am Schluss sind alle Tiere Gewinner, denn zusammen spielen macht einfach Spass.
> „Oh no!“ ist der häufigste Ausruf des Elefanten. Warum, ist offensichtlich: Trotz aller Bemühungen kommt dem riesigen Tier jedes Mal ein Körperteil in die Quere. Vorschulkindern wird es viel Spass machen, dies auf den bunten Bildern zu entdecken. Es ist ja auch nicht schwierig. Die Reaktion des Dickhäuters ist nachvollziehbar, denn Verlieren ist eine Erfahrung, die alle machen. Das letzte Spiel entschädigt jedoch die vorangegangenen Mühen. Jetzt stöhnen die anderen: „Oh no!“ Und das Publikum freut sich mit dem Elefanten. Ein Buch, das gute Laune macht. Katharina Wagner

Titel: Das Apfelkuchenwunder oder Die Logik des Verschwindens
Kollation: A. d. Engl., geb., 251 S.
Verlag, Jahr: Fischer KJB, 2015
ISBN: 978-3-7373-5196-6
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 06.03.2016
Das Apfelkuchenwunder oder Die Logik des Verschwindens
Der Unfalltod der Mutter verändert Oscars Leben. Doch da ist Meg, seine beste Freundin, mit der er all seine Geheimnisse teilt. Nachdem Meg mit ihrer Familie weggezogen ist, verschwindet Oscar plötzlich: Selbstmord, behaupten alle. Nur Meg glaubt nicht daran. Sie kommt zurück und sucht ihn. Denn ihre Gefühle für Oscar, der mit seinem selbstgebackenen Apfelkuchen immer für andere da war, haben sich verändert. Welche Rolle spielt die schöne Paloma, die nun in Megs Zimmer wohnt?
> Abwechselnd spinnen die Ich-Erzähler Oscar und Meg eine feinsinnig-leise und berührende Geschichte, deren Aktualität über Stellungskriege im Klassenzimmer ungebremst ist. Oscars Kuchen steht als Synonym für liebevolle Aufmerksamkeit und mitfühlendes Zuhören: Werte, die in unserer schnelllebigen Gesellschaft zu oft untergehen. Der hervorragend authentisch inszenierte Roman kommt nie reisserisch daher, sondern ist ein feingeistiges Plädoyer für die Freundschaft und den Mut, an uns selbst zu glauben. Christina Weirich

Titel: Smart oder Die Welt mit anderen Augen sehen
Kollation: A. d. Engl., geb., 239 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2016
ISBN: 978-3-423-76134-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Anderssein, Spannendes
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 06.03.2016
Smart oder Die Welt mit anderen Augen sehen
Kieran sieht die Welt mit anderen Augen. Von wenigen Personen abgesehen, fällt ihm der Kontakt zu anderen Menschen schwer. In der Schule ist er ein Aussenseiter, daheim wird er von seinem Stiefvater und dem älteren Stiefbruder gedemütigt und misshandelt. Um seinem Berufsziel Reporter näher zu kommen, hält Kieran genaue Beobachtungen seiner Umwelt in einem Notiz- und Skizzenheft fest. Nach dem Mord an einem Obdachlosen, für den sich die Polizei nicht zu interessieren scheint, kann der Junge seine besonderen Fähigkeiten einsetzen.
> Kinder mit ungewöhnlichen Eigenschaften und Begabungen sind beliebte Protagonisten der modernen Jugendliteratur. Auch Kieran gehört zu diesen liebenswerten Aussenseitern, die es im Alltag schwer haben, aber gerade wegen ihres Andersseins das Leben ihrer Mitmenschen positiv verändern können. Seine Geschichte berührt und stimmt am Ende hoffnungsvoll. Die verbalen und körperlichen Grobheiten, die er lange erdulden muss, sind aber auch für die Lesenden schwer zu ertragen. Doris Lanz