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Anzahl Resultate: 6
Titel: Aus dem Schatten trat ein Fuchs
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Gerstenberg, 2019
ISBN: 978-3-8369-5666-6
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Philosophisches, Poesie
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 11.03.2019
Aus dem Schatten trat ein Fuchs
Es ist still, der Boden kühl und feucht. Dem Tag die Farben entziehend, bricht die Nacht herein und taucht alles in graues, fahles Licht. Ein einzelner Fuchs erscheint am Rande des Waldes. Auf seiner Suche nach Farben trifft er einen Vogel. Gemeinsam erkunden die beiden den Wald, denn die Nacht ist noch jung.
> Wenn der Illustrator die seitenumfassenden Zeichnungen nicht immer wieder mit einem Hauch Fiktion und Poesie überziehen würde, muteten die filigranen Bleistiftzeichnungen fast fotorealistisch an. Am Ende stechen in dem kontrastreichen Schwarz-Weiss fuchsrote und ockerfarbene Stellen als einzige Farbtupfer hervor. Die Sechszeiler folgen keinem bestimmten Reimschema, zeugen aber ebenfalls von melancholischer Poesie und erwecken Gefühle des Alleinseins, der Hoffnung und der Liebe. Dieses sehr anspruchsvolle Bilderbuch spiegelt die Einsamkeit und die Suche nach einem Seelengefährten wider und wird eher gereifte Lesende ansprechen. Christina Weirich

Titel: Der rauhe Berg
Kollation: Geb., s.w. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Atlantis, 2012
ISBN: 978-3-7152-0625-7
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Parabeln, Kunst
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Der rauhe Berg
„Manche, die zurückkehrten, redeten wirr daher, andere verstummten gänzlich. Es gab Menschen, die lange nach ihrer Begegnung mit dem Berg noch merkwürdige Dinge sahen – überall! Und nicht selten verspürten sie den Drang, selbst merkwürdige Dinge zu tun.“ In einem Land, in dem es aus dem Boden regnet, besteigt ein Namenloser den Berg mit unheilvollem Namen. „Sieh, wenn du kannst!“, fordert ein Schild. Zwischen Licht und Schatten, Schönheit und Schrecken findet er den Mut, bis an die Spitze zu gehen.
> Vom gefahrvollen Weg hinauf, dem Sieg über die Widrigkeiten des Lebens, der Kunst und sich selbst. Vom Aufstieg und Fall, dem Erreichen eines Ziels und dem Verlangen nach mehr. Eine Künstlerparabel für Liebhaber aussergewöhnlicher Bilderbücher. Zum fürchten schön inszeniert ist der Ort, an dem Verdammnis und Erleuchtung Hand in Hand gehen. Poetisch und skurril, fesselt das Buch mit schrägen Details. Ein Meisterwerk, erschaffen mit nichts als einem Bleistift. Andrea Eichenberger

Titel: Die Mondblume
Kollation: S.w. illustr., geb., 28 S.
Verlag, Jahr: Atlantis, 2009
ISBN: 978-3-7152-0579-3
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Fantasie
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 18.07.2016
Die Mondblume
Hinter dem Steinhaus befindet sich ein wunderschöner Garten. Eines Tages entdeckt der Besitzer an seinem Lieblingsplatz ein unbekanntes Pflänzchen, das er sorgfältig pflegen will. Aber der Spross gedeiht allein nach eigenem Rhythmus, bis schliesslich in jeder Vollmondnacht eine Blume wunderbar leuchtet und blüht. – Die märchenhafte Geschichte wird würdevoll, melodisch und mit etlichen geistreichen Satzeinschüben erzählt. Herausragend und etwas ganz Besonderes sind jedoch die äusserst sorgfältigen Bleistiftzeichnungen. Akribisch genau füllt der preisgekrönte, junge Illustrator Leerflächen mit unterschiedlichen Grautönen, detailreichen Mustern und surrealistischen Figuren und gestaltet somit immer neue Wunder und Geheimnisse zum Entdecken. Zwei Bestimmungstafeln für Pflanzen und Tiere (z.B. Zwergzaubergmuh oder Gluckmichnichtan) und zum Schluss informative Hinweise zur Entstehung der Illustrationen sind weitere Pluspunkte. Ein Buch zum Erzählen ab acht Jahren und zum Staunen für jedes Alter! Auch für den Kunstunterricht geeignet. Beatrix Ochsenbein

Titel: Es war finster und merkwürdig still
Kollation: -
Verlag, Jahr: Atlantis, 2005
ISBN: 3-7152-0513-X
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: -
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 06.07.2016
Es war finster und merkwürdig still
Ein Mann landet am Strand, bezieht ein altes Gebäude und hängt Fische zum Trocknen an eine Leine. Die neugierigen Bewohner der Stadt kaufen ihm zwar keine Fische ab, spionieren aber und finden deren unglaubliche Herkunft heraus. Es gelingt ihnen jedoch trotz aller wissenschaftlicher Experimente nicht, ebenfalls aus den Wolken Fische regnen zu lassen, und als sie sich Hilfe suchend an den Mann wenden wollen, ist dieser verschwunden.... – Eine tiefsinnige, märchenhafte Geschichte um Aussenseiter, Gastfreundschaft, Konventionen, Fortschritt... Die Illustrationen sind äusserst herausragend und bemerkenswert: geniale Bleistifttechnik, die eine surreale Bildwelt schafft, eine akribisch genaue und skurrile Fantasielandschaft, wo sich die Betrachterinnen in ungezählten Details verlieren dürfen. Der hintersinnige Text und die aussergewöhnliche Illustrationstechnik drängen sich geradezu für eine Bilderbucharbeit im Unterricht (Mittel- und Oberstufe) auf, eventuell parallel zu einer Betrachtung von "Die Insel" von Armin Greder (2002) oder anderen Bilderbuchmeilensteinen. bo

Titel: Die Nachtwanderin
Kollation: Geb., s.w. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: mixtvision, 2015
ISBN: 978-3-944572-75-8
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Kunst, Anderssein
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 16.11.2015
Die Nachtwanderin
Erstmals greift Einar Turkowski zum Buntstift und verleiht seinem neusten Werk durch die indigoblauen Zeichnungen auf gelblichem Papier eine schwer zu beschreibende Leichtigkeit und Durchlässigkeit. Indigo, eine Schattierung der Nacht, durch die die Nachtwanderin streift wie eine flüchtige Gestalt, schwer zu fassen, schwer zu durchschauen. Nacht für Nacht, verfolgt von Kindern, deren Neugierde die Angst vor der Dunkelheit verlacht, lässt Turkowski seine Nachtwanderin durch diese Welt voller Geheimnisse, Rätsel und Mehrdeutigkeiten ziehen. Dabei macht er sein Publikum zu stillen Begleitern voller Fragen und Staunen, wenn dünnhäutige Laternen in einer düsteren Unterführung die Nacht erhellen, die Nachtwanderin seltsame Stecken in den Sand steckt oder über eine Mauer klettert. Was will sie? "Licht ins Dunkel" bringen? "Zeichen setzen"? "Neue Wege beschreiten"? Dass Turkowski sich fernab einer einzigen Wahrheit bewegt und die Betrachter seiner Bücher zwingt, abseits ausgetretener Pfade nach Sinn und Unsinn zu suchen, ist nicht neu, und es überrascht nicht, dass auch die Nachtwanderin am Ende des Sommers verschwindet, spurlos und lediglich Vermutungen und Aufforderungen zurücklassend. "Grabe hier und staune", "Lass dich treiben", "Dreh den Knopf und wundere dich" heissen filigran gezeichnete Schilder auf dünnen Stäben in der Mitte des Buches ihre Leser. Neunzig Buntstifte verbrauchte der Künstler, zwei bis vier Wochen zeichnete er an einem Bild. Heraus kam ein weiteres Meisterwerk für Liebhaber besonderer Bilderbücher. Ein stilles Memento daran, dass nicht alles so ist, wie es scheint, ein zweiter Blick sich immer lohnt. Technisch aussergewöhnlich, gestalterisch beeindruckend, hat Turkowski mit diesem Buch ein indigoblaues Kleinod erschaffen, das die Deutung einmal mehr dem Betrachter in die Hände legt und dessen Geist auffordert, aus seinen Schranken auszubrechen. "Die Nachtwanderin" begeistert. Unverkennbar und unfassbar reiht sie sich in Turkowskis aussergewöhnliches Werk ein. Andrea Eichenberger

Titel: Als die Häuser heimwärts schwebten...
Kollation: Geb., s.w. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: mixtvision, 2012
ISBN: 978-3-939435-48-8
Kategorie: Bilderbuch
Alter: mehrere Stufen
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 18.02.2013
Als die Häuser heimwärts schwebten... Erzählbilder
Eine Katze lauert gierig ihrer Beute auf. "Alles Käse" steht über ihrer Falle. "Täglich Freikäse" daneben. Mäuse rennen blindlings darauf zu. Nur eine rennt vorbei. Eine Maus, die auf allen weiteren Bildern zu finden ist, bis sie ganz zum Schluss des Buches in Mausloch 1b verschwindet. Anders als alle anderen. Als die Massen? Als die Geblendeten? Die Käuflichen? Die Todgeweihten?
> Dualität ist das Hauptthema des Buches: Eine - Viele. Lärm - Stille. Wer eintaucht, wird auf weitere, oft kritische Themen stossen, die, wie im bereichernden Nachwort festgestellt wird, nach dem Wesen einer Sache fragen, nicht nach dessen Funktion. Typisch skurril und technisch herausragend, schafft der Künstler ein weiteres poetisches Werk, in dem hinter geheimnisvollen Bildern philosophische Fragen schlummern. Wer es den Mäusen gleichtut, wird scheitern. Wer sich Zeit nimmt und hinsieht, entdeckt ein schwarzweisses Juwel, das bunter nicht sein könnte. - Kinder sollten begleitet werden. Andrea Eichenberger