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Anzahl Resultate: 6
Titel: Die schlaue Mama Sambona
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Peter Hammer, 2007
ISBN: 978-3-7795-0149-7
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Tod
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 07.06.2018
Die schlaue Mama Sambona
Eines Tages findet der Tod Mama Sambona auf seiner Liste. Er schickt den Hasen, um der Königin anzukündigen, dass ihre Zeit abgelaufen sei. Der Hase aber fürchtet sich vor imaginären Jagdhunden. Schliesslich geht der Tod selber hin. Doch Mama Sambona ist viel zu beschäftigt und liebt das Leben zu sehr, um sich mitnehmen zu lassen. Furchtlos tritt sie dem Tod entgegen und lädt ihn zu einem Fest ein, wo die beiden so ausgelassen tanzen, dass er seine Absicht vergisst. – Mit Humor erzählt der in Ostafrika geborene Autor die Episode. Satte Farben sowie schwarzweisse Drucke untermalen die Geschichte exzellent. Sie zeigen die weise Alte mit Kopftuch, Tabakpfeife und rotem Kleid auf einer Kinderschaukel oder mit ihrer Enkelin tanzend. Der Tod erscheint in schwarzem Anzug und ähnelt einem gestressten weissen Manager. Am Schluss lernt sogar er von Mama Sambona. Ein wunderbar heiteres Buch, das Gross und Klein afrikanische Lebensart näherbringt. Katharina Wagner

Titel: Wenn dich ein Löwe nach der Uhrzeit fragt
Kollation: Geb., s.w. illustr., 139 S., Neuauflage
Verlag, Jahr: Aladin, 2017
ISBN: 978-3-8489-2074-7
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 15.01.2018
Wenn dich ein Löwe nach der Uhrzeit fragt
Statt Hühner zu rupfen und zur Schule zu gehen, muss Temeo Geld eintreiben. Stundenlang zu Fuss unterwegs zu den möglichen Geldgebern überlegt er sich, wie er sie dazu bewegen könnte, ihm welches zu geben. Sein Vater ist in der Grube verunfallt, deshalb kommt Doktor Mazumdar jeden Tag vorbei; das kostet viel. Temeo erlebt Wohlwollen und Gier. Als der Vater stirbt, kann die Grube lukrativ verkauft werden.
> Temeos Vater, der deutsche Geologe Egon Friedrich Kirschstein, war mit Mlenga Masiti Kapunga verheiratet und schürfte nach dem 2. Weltkrieg in Tansania Edelsteine. Basierend auf Erzählungen und Texten von Familienmitgliedern und Freunden entstand vorliegende Geschichte, wie der Autor im Nachwort schreibt. Sie nimmt uns hinein in das Neben- und Miteinander der Kulturen, der Sitten und Religionen. Zahlreiche schwarze, holzschnittartige Illustrationen bereichern den Text. Eveline Schindler

Titel: Die Reise nach Ägypten
Kollation: Geb., farb. illustr., 62 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2016
ISBN: 978-3-423-64022-0
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.11.2016
Die Reise nach Ägypten Eine Geschichte für alle Jahreszeiten
Weihnachtsgeschichten sollen auf wundersame Art berühren. So wie diejenige aus dem Kinderkrankenhaus in Managua, der Hauptstadt Nicaraguas. Dort findet eines Tages Schwester Salvadora den schwerkranken Strassenjungen Filemón. Der Kleine wird im Krankenhaus betreut und hört sich mit grossem Interesse die Weihnachtsgeschichte an, die Doktor Fernando Silva den Kindern an Heiligabend erzählt ...
> Der weitgereiste deutsche Schriftsteller Hermann Schulz, Sohn eines Missionars, führt die Lesenden in seinem neusten Werk nach Mittelamerika. Mit gelassener Heiterkeit und ohne mitleiderregenden Ton erzählt er eine Geschichte, die viel mehr ist als nur diejenige von Maria und Joseph. Tobias Krejtschi nimmt mit seinen eingestreuten, in Erdtönen gehaltenen Illustrationsfragmenten viele Details der Erzählung auf. Seine markanten, expressionistischen Bilder sind auf wenige, aber aussagekräftige Requisiten reduziert. Text und Bild zusammen vermögen Herzen zu öffnen, und das nicht nur an Weihnachten. Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Der silberne Jaguar
Kollation: -
Verlag, Jahr: Carlsen, 2007
ISBN: 978-3-551-58176-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: -
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.07.2016
Der silberne Jaguar
Rufus Flint wohnt für längere Zeit bei seiner Tante Josephine. Sie ist Lehrerin und engagiert sich zudem für arme Menschen in Belarus (Weissrussland), das vor 20 Jahren von der Tschernobyl-Katastrophe schwer getroffen wurde. Zusammen mit ihr soll Rufus einen Rollstuhl, eben den „silbernen Jaguar“ nach Svetlagorsk bringen. Der Rollstuhl wird zum „Objekt der Begierde“, aber auch zum Gegenstand, der Rufus Kontakte zu jungen Leuten verschafft, vor allem zu Jana. Dadurch erhält er Einblick in die sozialen und politischen Verhältnisse. Mit Schrecken muss er feststellen, dass der Staat hier nicht für die Menschen da ist. Und immer noch „küsst die schwarze Frau“, d. h. immer wieder sterben Menschen an den Folgen von Tschernobyl. Eine triste Situation, aber trotz Armut und Not durch die jungen Menschen voller Hoffnung, Tatendrang und Visionen. – Eine Liebesgeschichte? Ein Sozialbericht? Ein Abenteuer? Ich möchte eher die vielen unterschiedlichen Begegnungen hervorheben, die Rufus erlebt. Sie sind für ihn Lehrstücke – auch für den Leser. Ulrich Zwahlen

Titel: Lady Happy und der Zauberer von Ukerewe
Kollation: Geb., s.w. illustr., 203 S.
Verlag, Jahr: Aladin, 2016
ISBN: 978-3-8489-2065-5
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 10
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 05.05.2016
Lady Happy und der Zauberer von Ukerewe
Sam und seine Cousine Happy leben auf der Insel Ukerewe in Tansania. Das Leben da ist ziemlich langweilig. Ihr grösstes Problem ist, dass sie kein Geld für ein Konzert auf Sansibar haben. Eines Tages zieht Papis aus dem Senegal mit seiner Familie auf die Insel. Sein Vater ist Polizist und hat einen streng geheimen Spezialauftrag. Happy will unbedingt wissen, worum es da geht – vielleicht springt ja ein bisschen Geld für sie raus. Mit Sam und Papis verfolgt sie verschiedene Spuren. Dabei finden sie alte Münzen und stossen auf Geschichten aus der Zeit des 1. Weltkrieges. Hat das alles einen Zusammenhang?
> Hermann Schulz erzählt die abenteuerliche Geschichte aus Sams Perspektive. Dabei erfährt der Lesende nebenbei vieles über den Inselalltag. Gleichzeitig werden reale historische Ereignisse eingebaut. Illustriert wird das Abenteuer mit kleinen bis doppelseitigen Bleistiftzeichnungen von Barbara Yelin. Insgesamt entsteht ein sehr lebendig wirkendes Bild von Ukerewe. Karin Böjte

Titel: Warum wir Günter umbringen wollten
Kollation: Geb., farb. illustr., 156 S.
Verlag, Jahr: Aladin, 2013
ISBN: 978-3-8489-2017-4
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 20.02.2014
Warum wir Günter umbringen wollten
Deutschland 1945. Der 12-jährige Freddy lebt bei Verwandten auf einem Bauernhof. Sonntags zieht er mit Freunden durch die Gegend. Günter, ein Flüchtlingskind aus Ostpreussen, ist leicht behindert und möchte dazugehören. Als er sich nicht wegschicken lässt, quälen ihn die Jungen bis er verstört nach Hause geht. Günter verrät keine Namen, aber die Bande wird verdächtigt, und die Erwachsenen drohen mit Schlägen und Erziehungsheim. Die Jungen beschliessen, Günter "verschwinden zu lassen".
> Hermann Schulz beschreibt eindrücklich, wie sich die Jugendlichen aus Angst eine furchtbare Lösung ausdenken. Die Lesenden identifizieren sich mit Freddy, der vom schlechten Gewissen gequält wird und sich niemandem anvertrauen kann. Am Schluss ist es ein ehemaliger SS-Mann, der ihnen zeigt, wie sie aus der Situation heraus kommen. Die Erfahrung hat ihn gelehrt, was es heisst, sich dem Gruppendruck nicht zu widersetzen. Die Stimmung wird durch die schönen, düsteren Bilder von Maria Luisa Witte untermalt. Alexandra Reichart