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Titel: Wir wollten nichts. Wir wollten alles
Kollation: A. d. Dän., geb., 331 S.
Verlag, Jahr: Oetinger, 2015
ISBN: 978-3-7891-3920-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Liebe, Tod
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.03.2015
Wir wollten nichts. Wir wollten alles
Die 17-jährige Louise ist verliebt. Zum ersten Mal ist da jemand, der sie so sieht, wie sie wirklich ist. Klar, dass sie für ihren seelenverwandten Liam alles tun würde, denn der verspricht ihr, dass nichts sie je wieder trennen wird. Doch als Liam ihrem Glück ein klein wenig nachhelfen will, kann er nicht ahnen, in was für eine Spirale aus Macht und Gewalt die Liebenden geraten werden. Und bald gibt es nur noch einen letzten Ausweg...
> Das Jugendbuch der beiden Co-Autoren Sanne Munk Jensen und Glenn Ringtved beginnt mit einem gemeinsamen Selbstmord und wird aus der Perspektive der toten Louise erzählt. Erzähltechnisch geschickt springen die Autoren dabei zwischen der Vergangenheit, in der die junge Frau ihre Geschichte erzählt, und der Gegenwart, in der Louises Geist die trauernden Eltern begleitet, hin und her. Die Autoren verwenden im Buch oft typisch jugendliche Redewendungen und lassen Liam und seinen Vater auch hie und da in Englisch miteinander reden, da die Familie aus Irland stammt.Weil das Ende der Geschichte schon von Beginn weg bekannt ist, dreht sich im Buch alles um die Warum-Frage. Die Lesenden werden unerbittlich an die Probleme der jungen Protagonisten herangeführt, und plötzlich öffnet sich eine schonungslose Welt rund um Sex, Drogen und Gewalt. Louise ist noch naiv und nicht gefestigt und verfällt dem charismatischen Liam so stark, dass sie von ihm fremdgesteuert werden kann. Diese Liebe ohne Vorbehalt führt schliesslich zu massiven Grenzüberschreitungen und letztendlich zur Selbstaufgabe der jungen Frau. Die Geschichte erinnert etwas ans kontrovers diskutierte Buch "Nichts" von Janne Teller, denn auch hier erzeugen die Autoren Bilder im Kopf der Lesenden, die lange nachhallen werden. Sie tun dies, ohne die schlimmsten Szenen in allen Details zu schildern. Der erbarmungslose, tragische Roman über eine vermeintlich grosse Liebe, über fatale Abhängigkeiten und einen sinnlosen Tod richtet sich klar an junge Erwachsene und nicht an Jugendliche. Béatrice Wälti-Fivaz