Rezensionsdatenbank Info


Anzahl Resultate: 11
Titel: Der Überzählige
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Nilpferd bei G & G Verlag, 2019
ISBN: 978-3-7074-5232-7
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 20.11.2019
Der Überzählige
Nach Kriegsende 1945 werden Wiener Stadtkinder aufs Land geschickt, um sich einige Wochen bei den Bauern satt essen zu können. So auch die Autorin Christine Nöstlinger. Nachdem jedem Kind eine rosa Karte mit der Zieldestination um den Hals gehängt wurde, rollt der Zug langsam los. Durch eine kurze Unachtsamkeit verliert die kleine Christine ihre Karte. Was soll sie nun tun?
> Von der ersten Seite an sind die Lesenden sowohl durch die klare und direkte Wortwahl als auch die vielschichtigen Illustrationen berührt. Die auf den ersten Blick kargen, in Brauntönen gehaltenen Bilder verdeutlichen nach genauerer Betrachtung die Zustände nach dem Zweiten Weltkrieg: einfache Kleidung, verstörte Kinderblicke und öde Umgebung. Mit ihrem letzten Buch scheint sich die Autorin mit ihrer Vergangenheit versöhnt zu haben. Noch selten hat ein Buch das Thema Einsamkeit so deutlich zum Ausdruck gebracht. Es gehört in jede (Schul-)Bibliothek. Annina Otth

Titel: Florenz Tschinglbell
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Nilpferd bei G & G Verlag, 2016
ISBN: 978-3-7074-5188-7
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Erstes Lesen, Fantasie
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 30.09.2016
Florenz Tschinglbell
Sigi und Sisi streiten sich jeden Tag. Und immer wegen einer Sache: Sigi hasst es, wenn seine Schwester Lügenmärchen erzählt. Auch ihre neuste Geschichte über ihre Vampirfreundin Florenz Tschinglbell, die mit ihrem scharfzahnigen Hund Lin-Fu in der Kanalisation wohnen soll, bringt ihn zur Weissglut. Mit Witz versucht der heimkehrende Vater, die eskalierende Situation zu lösen, doch aus Spass scheint Ernst zu werden.
> Die Österreicherin zählt zu den bekanntesten und einflussreichsten Kinderbuchautorinnen des deutschen Sprachraums. Mit Florenz Tschinglbell gelingt ihr eine unaufdringliche Geschichte voller Überraschungen. Die monochrom poppige Gestaltung durch Maria Karipidou gibt dem Ganzen auch grafisch einen besonderen Pfiff. Die überraschende Wende am Ende lässt auch den erwachsenen Leser schmunzeln und staunen und zeigt, dass es um mehr als nur Versöhnung, Streit, Toleranz und Fantasie geht. Einen guten Start für Diskussionen in der Grundschule bietet der offene Schluss. Christina Weirich

Titel: Jeden Morgen um 10
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Nilpferd bei G & G Verlag, 2016
ISBN: 978-3-7074-5189-4
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Lustiges, Vorlesen
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 30.09.2016
Jeden Morgen um 10
Jeden Morgen um 10 Uhr nimmt Max, der Hund, das Fährschiff und setzt von La Maddalena auf die Insel Palau über. Dort verbringt er den ganzen Tag mit Faulenzen und fährt am Abend zurück. Auf der Insel wird seit langem gerätselt, was denn der Grund sein könnte, dass Max jeden Tag diese Reise auf sich nimmt. Die wildesten Spekulationen machen die Runde; Pfarrer, Bäcker, Gemüsefrau, Schneiderin, Baumeister und Wirtin machen sich so ihre Gedanken, und jeder ist sicher, dass seine Geschichte die einzig richtige ist. Ist sie das? Gina, die Tochter der Wirtin, will es ganz genau wissen!
> Fröhliche, bunte Bilder begleiten den Leser zu den verschiedenen Geschichten darüber, was denn nun der Grund für Max’ Reise sein könnte. Zum Vorlesen sehr gut geeignet, auch um selber neue Varianten zu den Tagesreisen zu erfinden. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt! Silvia Kaeser

Titel: Das grosse Nöstlinger Lesebuch
Kollation: Geschichten für Kinder mit vielen Bildern. Geb., farb. illustr., 284 S., Neuauflage
Verlag, Jahr: Beltz & Gelberg, 2011
ISBN: 978-3-407-79996-8
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.07.2016
Das grosse Nöstlinger Lesebuch
Was passiert, wenn Jim eine Bohne schluckt und diese plötzlich in ihm zu wachsen anfängt, wenn ein Hund in die Schule geht und dort als Lehrer die Kinder unterrichtet, wenn Hasenmütter erst nach 28 Kindern klug werden, oder wenn eine Kummerdose voller Kummer plötzlich ausleert? Das findet sich alles in vorliegendem Sammelband von kurzen, lustigen, aber auch längeren, griesgrämigen und immer wieder überraschenden Geschichten.
> Erfrischend tischt die Autorin alltägliche Abenteuer auf, wie sie zwar so wohl noch nie geschehen sind, aber durchaus geschehen könnten. Immer stellt sich Nöstlinger auf die Seite der Kinder, lässt diese Ungewöhnliches tun und den Erwachsenen auch mal auf die Finger klopfen. Schmucke Zeichnungen verschiedener Illustratoren ergänzen die Geschichten, die sich zum Vor- oder Selberlesen eignen. Obwohl vieles in dieser Sammlung schon veröffentlicht wurde, taucht man gern mal so richtig in Nöstlingers Phantasiewelt ein. Kathrin Wyss Engler

Titel: Lumpenloretta
Kollation: Geb., s.w. illustr., 124 S.
Verlag, Jahr: Nilpferd in Residenz, 2010
ISBN: 978-3-7017-2027-9
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Liebe, Sozialer Umgang
Alter: ab 10
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 20.07.2016
Lumpenloretta
Der introvertierte Glatze, der sich zum Entsetzen der Mutter täglich einen Kahlkopf schert, verliebt sich in die angehende Zirkusprinzessin Loretta. Seine neue Nachbarin und ihre Familie sind so ganz anders als die übrigen Bewohner der Siedlung. Glatze möchte aus dem Alltag ausbrechen, sich von elterlichen Fesseln lösen – auch wenn es unvernünftig scheint. Denn wer badet schon bei Gewitter im Baggersee?
> Christine Nöstlinger schreibt die traurig-zarte und zugleich hoffnungsvolle Liebesgeschichte in einer für sie neuen, saloppen Teeniesprache. Sie belässt es jedoch nicht bei einer simplen Lovestory, sondern wirft einen kritischen Blick auf jene, die „mit einem silbernen Löffel im Mund auf die Welt gekommen sind“ und wenig Toleranz für Lorettas Familie zeigen. Für helvetische Lesende dürften österreichische Begriffe wie „hinterherjappeln“ oder „ Kellerstüberl“ gewöhnungsbedürftig sein. Dafür bezaubert der beigelegte Türhänger: Bitte nicht stören: Ich denke / Ich träume. Nathalie Fasel

Titel: Als mein Vater die Mutter den Anna Lachs heiraten wollte
Kollation: Geb., 175 S.
Verlag, Jahr: Oetinger, 2013
ISBN: 978-3-7891-4337-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familie
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 30.08.2014
Als mein Vater die Mutter den Anna Lachs heiraten wollte
Der elfjährige Cornelius kann es nicht fassen: Sein alleinzerziehender Vater hat eine Freundin! Doch damit nicht genug, handelt es sich doch ausgerechnet um die Mutter von Anna. Anna ist neu in der Klasse und einfach unausstehlich. Als sich die Familien bei einem gemeinsamen Wochenende näher kommen sollen, wird schnell klar: Auch Anna hält nicht viel von der Beziehung ihrer Mutter mit Cornelius' Vater. Widerwillig verbünden sich die beiden Kinder, um die Hochzeitspläne zu durchkreuzen.
> Gewohnt frech und pointiert erzählt Christine Nöstlinger von den Schwierigkeiten, die eine Familienzusammenführung mit sich bringt. Dabei umgeht sie geschickt das Klischee der lebhaft-lustigen Patchwork-Familie und beleuchtet statt dessen die konfliktreichen Seiten dieses Modells. Ein Lesevergnügen mit viel Sprachwitz für Kinder und Erwachsene. Isabelle Udry

Titel: Der schwarze Mann
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Sauerländer, 2012
ISBN: 978-3-411-81137-3
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Angst, Entwicklung
Alter: ab 4
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 08.11.2013
Der schwarze Mann
Anton will unbedingt wissen wie der Wecker funktioniert. Dazu muss er ihn auseinandernehmen! Ganz in seine Tätigkeit versunken wirft er ab und zu ängstliche Blicke zur Tür. Wird nächstens seine Mutter auftauchen, ihn schelten und ihm, wie schon so oft, mit dem „schwarzen Mann“ drohen?
> Mit ausdrucksstarken Bildern und kurzen, prägnanten Texten führen die Autorin und die Illustratorin Anton zu einer fantastischen Lösung. Wie er diesem täglichen Konflikt entrinnt, ist genial: Er verbündet sich mit dem „kleinen schwarzen Mann,“ der ihm unzählige Male aus der Patsche hilft. Verblüffend, geradezu herzerfrischend ist auch die Umkehrung am Schluss, als der „schwarze Mann“ zu einem Riesen heranwächst und die Mutter erschreckt, sodass Anton ihr helfen muss. Der Junge geht gestärkt aus dem Erlebnis hervor und das Gleichgewicht zwischen Mutter und Sohn ist wieder hergestellt. Die Mutter verspricht Anton, ihm nie mehr zu drohen. „Ja, Mama, das wird gut sein, sonst erschrickst du wieder so sehr!“ Esther Marthaler

Titel: Als mein Vater die Mutter der Anna Lachs heiraten wollte
Kollation: Geb., 175 S.
Verlag, Jahr: Oetinger, 2013
ISBN: 978-3-7891-4337-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Familienprobleme
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 07.05.2013
Als mein Vater die Mutter der Anna Lachs heiraten wollte
Nie im Leben wollen Cornelius und Anna der gleichen Familie angehören. Nur leider haben sein Vater und ihre Mutter die Absicht, sich zusammen zu tun. Anna hat ihr ganzes bisheriges Leben in Salzburg zurückgelassen, inklusive Freunde, Garten und Hund. Alles nur, weil ihre Mutter nach Wien, in die Nähe ihres Freundes, ziehen will. Für Cornelius steht nicht ganz so viel auf dem Spiel. Trotzdem spannen die zwei gegen ihre Eltern zusammen und lernen einander dabei kennen und schätzen.
> Wie schwierig es für Scheidungskinder ist, die wechselnden Partner ihrer Eltern und erst noch deren Kinder zu akzeptieren, zeigt die Autorin hier an der Verzweiflung von Anna. Aus der Sicht von Cornelius, der das Ganze genau beobachtet und mit seinen lockeren Sprüchen aufheitert, erfahren die Lesenden von den "Verhinderungsplänen" und deren Ausführung. Dass die Angelegenheit sich am Ende fast ein wenig zu glatt löst, entspricht wohl leider nicht der Realität, nimmt der Erzählung aber etwas von ihrem Ernst. Monika Fuhrer

Titel: Die feuerrote Friederike
Kollation: Geb., farb. illustr., 78 S.
Verlag, Jahr: Sauerländer, 2013
ISBN: 978-3-411-81147-2
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Aussenseiter
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.05.2013
Die feuerrote Friederike
Eigentlich ist das Leben hoch oben im Turm mit Tante und Kater ganz gemütlich. Doch Friederike muss ab und zu unter die Leute und zur Schule gehen. Da fällt ihre feuerrote, wild abstehende Haarmähne sofort auf. Ausgelacht und tätlich angegriffen wird sie, bis sie eines Tages das Geheimnis ihrer Herkunft und die Möglichkeiten ihrer besonderen Haarpracht herausbekommt. Nun gilt es, dieses Potential mit Hilfe von guten Freunden und viel Ausdauer zu nutzen. Und bald kann Friederike sich vor den erstaunten Augen der Dorfbewohner in die Lüfte schwingen.
> Wie befreiend ist es, sich mit Unterstützung der Nächsten auf seine Stärken zu besinnen und allen Problemen zu "entfliegen", in ein vielversprechendes Wunderland! Die bekannte Autorin packt das Thema Anderssein in eine fantasievolle Geschichte und erzählt sie in einfacher Sprache. Die Illustratorin hat grossflächige, farbige Bilder dazu gemalt, die zum Verständnis des Geschehens beitragen. Monika Fuhrer

Titel: Guter Drache & Böser Drache
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Nilpferd in Residenz, 2012
ISBN: 978-3-7017-2112-2
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Mut, Freundschaft
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.05.2013
Guter Drache & Böser Drache
Was macht man mit zwei Drachen, wenn man in die Ferien fährt? Florians unsichtbares Drachenpaar, das ihn vor allem Bösen beschützt und ihn überallhin begleitet, will auf jeden Fall nicht mitfahren. Die beiden malen sich aus, was ihnen am Meer alles passieren könnte und werden sogleich sehr krank. Als Florian seiner Mama erzählt, dass er leider auf die Ferien verzichten muss, hört sie ihm gar nicht zu. So schleicht er nachts weg und legt sich im Park zwischen seine Drachen. Ob sie wohl eine Lösung finden? Als der Gärtner den kleinen Bub am nächsten Morgen in der Schubkarre heimbringt, wird jedenfalls auch die Mutter wach.
> Wer würde sich nicht den einen oder andern Beschützer wünschen, um sich in der manchmal fröhlichen und manchmal grausamen Welt zurecht zu finden? Aber oft reichen unsichtbare Freunde nicht aus, sondern es braucht Väter und Mütter, die sich Zeit nehmen und einfach zuhören. Gemeinsam werden dann alle so richtig mutig und stark. Kathrin Wyss Engler

Titel: Als mein Vater die Mutter der Anna Lachs heiraten wollte
Kollation: CD. Lesung, ca. 126 Min., 2 CD
Verlag, Jahr: Oetinger Audio, 2013
ISBN: 978-3-8373-0686-6
Kategorie: Nonbook
Schlagwort: Familienprobleme
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 28.02.2013
Als mein Vater die Mutter der Anna Lachs heiraten wollte
Cornelius (11) erfährt es als letzter: Sein Vater denkt darüber nach, die Mutter der Anna Lachs zu heiraten. Anna ist die Neue in Cornelius' Klasse, und insgeheim nennt er sie Pummel. Neben ihrem unattraktiven Äussern ist Anna auch noch unfreundlich. An einem gemeinsamen Wellnesswochenende zu viert finden Cornelius und Anna einen gemeinsamen Nenner: Sie sind beide gegen die Verbindung ihrer Elternteile. So hecken die Kinder einen Plan aus, um möglichst schnell ihr Ziel zu erreichen. Alles soll so bleiben, wie es bisher gewesen ist.
> Christine Nöstlingers ohnehin originelle Sprache erhält durch Martin Baltscheits prägnante Lesung die passende Färbung. Es entstehen eine enttäuschte, stets mürrische Anna und ein intelligenter, etwas eigener Cornelius, dessen Selbsterkenntnisse herrlich treffend betont sind. Figuren mit ausgeprägter Persönlichkeit, ein bitterernstes Thema und eine Stimme, in der immer auch ein Quäntchen Humor mitschwingt, machen dieses Geschichte zum puren Hörvergnügen. Karin Schmid