Rezensionsdatenbank Info


Anzahl Resultate: 8
Titel: Simpel
Kollation: Broschur, 304 S.
Verlag, Jahr: Fischer, 2009
ISBN: 978-3-596-80649-2
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 30.04.2018
Simpel
Colbert (17) stellt Simpel immer so vor: „Das ist mein Bruder, er ist geistig behindert“, und Simpel doppelt fröhlich nach: „I-di-ot“. Er ist 22 Jahre alt, mental aber auf der Stufe eines Dreijährigen und nie ohne sein geliebtes Stofftier Monsieur Hasehase. Da die junge Stiefmutter nicht mit einem geistig Behinderten zusammenleben will, übernimmt Colbert die Verantwortung für seinen Bruder. Er zieht mit ihm in eine Studenten-WG. Doch Simpel bringt deren Alltag ziemlich durcheinander. Die jungen Leute sind überfordert mit seiner Betreuung, und Colbert sieht keinen anderen Ausweg, als ihn wieder ins Heim Malicroix zurückzubringen. Doch Simpel ist den WG-Bewohnern mit seinem Charme so sehr ans Herz gewachsen, dass sie ihn nicht mehr missen wollen. – Die Autorin, die für dieses Buch den „Prix des lycées allemands“ erhielt, schildert Simpels Eigenheiten und seine spontanen Reaktionen so liebevoll und mit viel Witz, dass er auch die Herzen der Lesenden im Nu erobert. Therese Stooss

Titel: Vielleicht sogar wir alle
Kollation: A. d. Französ., geb., 355 S.
Verlag, Jahr: Fischer, 2012
ISBN: 978-3-596-85444-8
Kategorie: Belletristik
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Vielleicht sogar wir alle
In der Familie Doinel haben alle mit ihren Problemen zu kämpfen: Die Neuntklässlerin Charlie flüchtet vor dem anstrengenden Schulalltag in die Welt ihrer Mangafiguren. Ihr kleiner, hochintelligenter Bruder Esteban ist in der Schule ein Aussenseiter. Vater Marc, Leiter einer Transportfirma, kämpft nach dem Verkauf des Unternehmens gegen drohende Entlassungen. Mutter Nadine, eine engagierte Vorschullehrerin, fühlt sich zunehmend erschöpft und überfordert. Alle vier sind so mit ihren Sorgen beschäftigt, dass kaum Zeit bleibt zu sagen, wie gern sie sich haben.
> Die Autorin schildert den „ganz normalen Wahnsinn“ im Alltag einer gewöhnlichen Familie pointiert, doch durchaus realitätsnah. Leichtigkeit, Charme und Galgenhumor kennzeichnen ihren Erzählstil und lassen einem Haupt- und Nebenfiguren ans Herz wachsen. Die Sehnsucht nach einem Leben, in dem man nicht nur zu funktionieren hat, verbindet die Doinels und führt zu einem hoffnungsvollen Ende dieses berührenden Romans.

Titel: Das ganz und gar unbedeutende Leben der Charity Tiddler
Kollation: A. d. Französ., geb., farb. illustr., 570 S.
Verlag, Jahr: Fischer, 2011
ISBN: 978-3-596-85443-1
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.07.2016
Das ganz und gar unbedeutende Leben der Charity Tiddler
Es gibt so viele Dinge, die Charity gerne tun würde. Nur „schickt es sich nicht“, herumzustreunen, Insekten zu sammeln oder mit dem Vater zu fischen. So beschäftigt sich das Londoner Einzelkind schon früh mit wissenschaftlichen Büchern. Doch richtig wohl fühlt Charity sich nur auf dem Land. Dort lebt sie im Sommer inmitten von Dorfkindern und erforscht die Natur. Bald entwickelt sie eine Sicherheit im Zeichnen, die sie zur Illustration von lustigen Tiergeschichten nutzt.
> Das Mädchen wächst einsam im viktorianischen London auf. Als sie erwachsen wird, gelingt es Charity, ihre Vorstellungen von einem selbstbestimmten, unabhängigen Leben zu verwirklichen. Ihr grosses Talent, Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu zeichnen, nutzt sie beim Gestalten von Kinderbüchern. In der Liebe entscheidet sie sich, weit unter ihrer Würde, für einen Schauspieler. Frei nach dem Leben der Engländerin Beatrix Potter hat die Autorin hier ein ausführliches Sittengemälde ge-schaffen. Monika Fuhrer

Titel: Ich Tarzan – du Nickless!
Kollation: A. d. Französ., geb., farb. illustr., 56 S.
Verlag, Jahr: Moritz, 2011
ISBN: 978-3-89565-227-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Fremdsprachen, Lustiges
Alter: ab 7
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.07.2016
Ich Tarzan – du Nickless!
Wenn man neun Jahre alt ist, in Paris wohnt und die Ferien vor der Türe stehen, dann träumt man vom Baden im Meer und ganz sicher nicht vom „Baden in einer Sprache“. Doch Jean-Claudes Vater möchte seine Kinder mit einer fremden Sprache vertraut machen und reist deshalb mit der Familie nach Deutschland. Als Jean-Claude einen gleichaltrigen Jungen kennen lernt, erfindet er aus Spass eine Fantasiesprache, um sich mit ihm zu verständigen. Und wer hätte gedacht, dass er dank dieser neuen Sprache zum Helden wird?
> Fremdsprachen sind nützlich, das vermittelt die Autorin in dieser amüsanten Geschichte. Vorlesende Eltern werden das Buch ganz schnell an geübte Leseanfänger verlieren, denn das Spiel mit den vielen lustigen Namen macht einfach Spass. Ob „Traboim“ für Baum oder „Sprohott“ für Blume - die beiden Jungs in der Geschichte verstehen sich bestens. Die eingestreuten, farbigen Illustrationen von Michel Gay helfen mit, das Leseerlebnis zu vertiefen und die Lesemotivation zu fördern. Béatrice Wälti

Titel: 3000 Arten, Ich liebe dich zu sagen
Kollation: A. d. Französ., geb., 301 S.
Verlag, Jahr: Fischer KJB, 2015
ISBN: 978-3-596-85653-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Theater, Liebe
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.06.2015
3000 Arten, Ich liebe dich zu sagen
Die Vergangenheit und Wesensart von Chloé, Bastien und Neville könnte kaum unterschiedlicher sein. Ihre grosse Gemeinsamkeit ist die Sehnsucht nach einem anderen Leben sowie die Leidenschaft für das Theater. An der staatlichen Schauspielschule finden sie schnell zueinander, unterstützen sich gegenseitig beim Proben und entdecken nach und nach ihre Gefühle füreinander.
> Ein anspruchsvoller Jugendroman in gehobener Sprache. Wer wegen des Titels eine grosse Liebesgeschichte erwartet, wird möglicherweise enttäuscht sein. Die sich entwickelnde Beziehung zwischen den dreien ist zwar feinfühlig und realitätsnah beschrieben, doch im Vordergrund steht die Reise durch die Theaterliteratur. Die zahlreichen Szenen aus klassischen Theaterstücken bremsen den Lesefluss öfters, und das unaufhörliche Üben von Texten, Gestik, Mimik und Aussprache wird die breite Menge wohl kaum zu fesseln vermögen. Ein qualitativ gutes Buch, das sich klar von der Masse abhebt, thematisch aber nur einige wenige ansprechen wird. Eliane Hess

Titel: Tristan gründet eine Bande
Kollation: A. d. Französ., geb., s.w. illustr., 92 S.
Verlag, Jahr: Fischer, 2013
ISBN: 978-3-596-85487-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Alltag, Mut
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.03.2015
Tristan gründet eine Bande
Noch so gerne würde Tristan einer der Banden im Schulhaus angehören. Das würde ihn und seine Schwester vor den Übergriffen des kräftigen Olivier schützen. Damit er aufgenommen würde, müsste er allerdings eine Reihe ganz gemeiner Dinge tun. Darum entschliesst er sich kurzerhand, eine eigene Bande zu gründen. Mit ihr übt er in der Pause ein Theaterstück ein, und es gelingt der Geheimbande sogar, für Olivier ein Geschenk zu beschaffen.
> Der Drittklässler lässt sich von den Fünftklässlern nicht unterkriegen. Einerseits will er ihre Gemeinheiten nicht mitmachen, andererseits nicht darunter leiden. Mit seiner eigenen Bande hat er andere Ziele: Das Klima auf dem Schulhof soll erträglicher werden. Und plötzlich bleibt genug Raum und Zeit, sich an harmlosen und einfallsreichen Spielen zu erfreuen. Ein alltägliches Problem wird hier auf pfiffige Weise gelöst. Die Sprache ist einfach, da Tristan der Erzähler ist. So können sich auch Leseanfängerinnen und -anfänger daran wagen. Monika Fuhrer

Titel: Ein Ort wie dieser
Kollation: A. d. Französ., geb., 410 S.
Verlag, Jahr: Fischer, 2014
ISBN: 978-3-596-85627-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Soziales, Migration
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 04.09.2014
Ein Ort wie dieser
Cecile, die junge Grundschullehrerin, macht trotz Unsicherheiten vieles intuitiv richtig. Die Probleme ihrer Schützlinge, besonders das Schicksal einer afrikanischen Flüchtlingsfamilie, berühren sie zutiefst. Als sie sich in einen Angestellten des Tchip Burgers verliebt, ahnt sie nicht, dass sie sich bald mit ihm für dieselbe Sache engagieren wird. Eloi kämpft nämlich – nicht ganz legal, aber mit grosser Überzeugung – gegen die blinde Konsumgesellschaft und die Ausbeutung der Dritten Welt.
> Das Cover des hervorragenden Romans ist nicht sehr verlockend, und der Klappentext zielt am eigentlichen Thema vorbei. Schade! Denn ein weiteres Mal ist es der Autorin gelungen, eine bedrückende Materie mit unglaublicher Leichtigkeit zu vermitteln. Mit ihrem flüssig-witzigen Erzählstil schreibt sie gegen Rassismus an, kritisiert das gestörte Konsumverhalten unserer Gesellschaft und plädiert für Solidarität. Das hohe sprachliche und intellektuelle Niveau wird junge wie ältere Erwachsene überzeugen. Eliane Hess

Titel: Blutsverdacht
Kollation: A. d. Französ., Broschur, 253 S.
Verlag, Jahr: Fischer, 2012
ISBN: 978-3-596-85451-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Thriller, Familie
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 21.10.2012
Blutsverdacht
Weder mit ihrem Vater, einem angesehenen Arzt, noch mit ihrer kleinen Schwester kann Ruth die Erinnerungen an ihre verstorbene Mutter teilen. Um diese und deren Zwillingsschwester auf einem alten Klassenfoto unterscheiden zu können, stellt sie das Bild ins Internet. So erfährt sie, dass der Vater zuerst ihre Tante liebte und unter Mordverdacht geriet, als diese vor vielen Jahren umgebracht wurde. Je mehr Nachforschungen Ruth anstellt, desto verstörender scheint die Wahrheit. War ihr Vater damals wirklich unschuldig? Und warum ist Ruths Mutter so plötzlich gestorben?
> Der Thriller ist nicht so blutig, wie Titel und Cover dies andeuten. Es sind vielmehr die stückweise auftauchenden Enthüllungen und zahlreichen Verdachtsmomente, welche die Spannung bis ganz zum Schluss aufrecht erhalten. Auch wenn die Verkettung aller Geschehnisse und Personen etwas gesucht wirken mag, überzeugt der temporeiche Roman doch – nicht zuletzt wegen der lebendigen Figuren und der frischen Erzählweise. Doris Lanz