Rezensionsdatenbank Info


Anzahl Resultate: 6
Titel: Knock Out!
Kollation: Geb., s.w. illustr., 146 S.
Verlag, Jahr: Carlsen Comics, 2019
ISBN: 978-3-551-73363-4
Kategorie: Comic
Schlagwort: Anderssein, Sport
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 06.11.2019
Knock Out!
Auf dem Weg nach Hause wird Emile brutal zusammengeschlagen. Da taucht sein ehemaliger Gegner, Benny Paret, als Geist auf. Ihn hat Emile am 24. März 1962 im Boxkampf um den Weltmeistertitel so geschlagen, dass er zusammengebrochen und in der Folge gestorben ist. Der Geist von Paret lässt Emile sich erinnern, wie sein Leben verlaufen ist, und die Nacht überstehen. Als junger Mann aus St. Thomas, einer Karibikinsel, hat er in New York angefangen zu boxen. Er bestritt die ersten Kämpfe und war sogleich erfolgreich. Doch er durfte trotz seiner Erfolge nie sich selbst sein. Denn er war ein Schwarzer und homosexuell. Wenn das bekannt geworden wäre, hätte es das Ende seiner Karriere bedeutet.
> Reinhard Kleist gestaltet die äusserst berührende Geschichte von Emile Griffith in schwarz-weiss. Der farbliche Kontrast wirkt hart – passend zur Welt, in der Emile lebt. Und doch zeichnet der Autor mit wenigen gekonnten Strichen Emile ein Gesicht, das Wärme und Sensibilität ausstrahlt. Stimmt nachdenklich. Karin Schmid

Titel: Das Böse kommt auf leisen Sohlen
Kollation: A. d. Engl., geb., s.w. illustr., 350 S.
Verlag, Jahr: Aladin, 2017
ISBN: 978-3-8489-2098-3
Kategorie: Belletristik
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 15.01.2018
Das Böse kommt auf leisen Sohlen
In einer Herbstnacht kommt ein Zirkus in eine kleine Stadt. Er birgt ein dunkles Geheimnis, welches Will und Jim aufdecken. Nun werden die beiden Jungs vom Zirkusdirektor Mr. Dark und dessen unheimlichen Artisten gejagt. Wills Vater entdeckt in alten Büchern und Zeitungen die wahre Geschichte des Zirkus. Er versucht, die Jungs vor der drohenden Gefahr zu retten, und nimmt den ungleichen Kampf mit Mr. Dark auf. Mittels Lachen, Liebe und Zuversicht gelingt es ihm, das Böse zu besiegen.
> Die Neuauflage des 1962 erschienenen Romans beeindruckt durch die stimmungsvollen Illustrationen sowie die poetische Sprache. Die gruselige, packende Geschichte erzählt von den Mühen des Erwachsenwerdens zweier Jungs und der sich dadurch verändernden Beziehung zwischen Vater und Sohn. Zugleich steht der innere Konflikt des Vaters mit dem Älterwerden im Mittelpunkt. Die eher philosophische Lektüre ist wohl eher der Erwachsenenliteratur zuzuordnen, eignet sich aber ebenso für interessierte junge Erwachsene. Martina Friedrich

Titel: CASH – I see a darkness
Kollation: -
Verlag, Jahr: Carlsen, 2006
ISBN: 978-3-551-76837-7
Kategorie: Comic
Schlagwort: -
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
CASH – I see a darkness
Der aktuelle Output an Materialien über den 2003 verstorbenen Countrysänger Jonny Cash ist enorm. V.a. der erfolgreiche Film "Walk the Line" machte den Künstler auch einem neuen Publikum bekannt. Reinhard Kleist, preisgekrönter Berliner Comiczeichner, hatte aber seine Version der Geschichte bereits geschrieben, als der Film in die Kinos kam. Dennoch sind Parallelen unübersehbar: wie im Film ist das Konzert im Folson Prison (1968) Dreh- und Angelpunkt der Story. Während sich der Film aber auf die Liebesgeschichte mit June Carter konzentriert, ist der Comic vielschichtiger. In beeindruckenden, sich steigernden s/w Bildern zeigt er mehr den Musiker Cash, macht aber auch vor seiner exzessiven Drogensucht (und der grossen Kreativität gerade in dieser Zeit!) nicht halt. Bewegend sind die Bilder kurz vor seinem Tod, wo Cash, gezeichnet vom Verlust June Carters und seines wilden Lebens, einzelne Stationen seines Lebens Revue passieren lässt. Bei der Umsetzung der bekannten Cash-Hymnen wie "A Boy called Sue" oder "I shot a man in Reno" vertraut Kleist ganz auf seine Bilder. Interessant und das positive Gesamtbild abrundend ist das Vorwort des renommierten Musikjournalisten Franz Dobler. Maja Mores

Titel: HAVANNA – Eine kubanische Reise
Kollation: -
Verlag, Jahr: Carlsen, 2008
ISBN: 978-3-551-73434-1
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: -
Alter: junge Erwachsene
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.07.2016
HAVANNA – Eine kubanische Reise
Der Berliner Zeichner, der eine Reise nach Havanna unternimmt, um die Stimmungen in den Strassen einzufangen, die Atmosphäre des Landes zu erleben und die Orte der Revolution aufzufangen, will damit über den Kuba-Kitsch hinausgehen. Das Reisetagebuch berichtet sehr persönlich von seinen Erlebnissen in der pittoresken Stadt, auf der Uferpromenade Malecòn, in Bus und Taxi und von einigen wenigen Begegnungen. Eine davon ist die junge Kubanerin, welche einige Zeit in einem Gefängnis verbracht hat, da sie sich angeblich unsozial verhalten haben soll und zu viele Kontakte zu Ausländern gepflegt habe. – Der Autor und Künstler hat alle Eindrücke seiner Reise in Bilder gefasst. Es sind Aquarelle, Bleistiftzeichnungen, Tusch- und kolorierte Zeichnungen. Die Farbtöne sind ästhetisch abgestimmt. Die Dokumentation erfolgt wie ein Comic mit Text und Sprechblasen, aber auch mit stimmungsvollen Bildern. Das einzigartige und sehr persönliche Reisetagebuch ist für Kunst- und Kulturinteressierte und überhaupt kritische Reisehungrige geeignet. Maria Veraguth

Titel: Der Traum von Olympia
Kollation: Geb., s.w. illustr., 145 S.
Verlag, Jahr: Carlsen Comics, 2015
ISBN: 978-3-551-73639-0
Kategorie: Comic
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 18.09.2015
Der Traum von Olympia Die Geschichte von Samia Yusuf Omar
Samia vertritt Somalia bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking im 200-Meter-Lauf. Obwohl sie weit nach den anderen Athletinnen ins Ziel läuft, wird sie wie eine Siegerin bejubelt. Zurück in ihrer Heimat Mogadischu wird sie jedoch von islamischen Extremisten geschlagen und bedroht: Für Frauen gehört es sich nicht, Sport zu treiben. In der Hoffnung, doch für die Olympiade in London trainieren zu können, versucht sie die Flucht nach Italien. Im Alter von 21 Jahren ertrinkt sie kurz vor ihrem Ziel vor der italienischen Küste.
> Reinhard Kleist erzählt mit dieser Graphic Novel die wahre Geschichte der Sportlerin Samia Yusuf Omar stellvertretend für viele andere tragische Flüchtlings-Schicksale. Packend und gleichzeitig berührend werden ihr Erfolg und ihre Flucht mit einfachen Schwarz-Weiss-Zeichnungen dargestellt. Ein Buch, das sich bestens als Einstieg in das sehr aktuelle Thema der Flüchtlinge vor Europa eignet. Karin Böjte

Titel: 1914 - Ein Maler zieht in den Krieg
Kollation: Geb., farb. illustr., 100 S.
Verlag, Jahr: Aladin, 2014
ISBN: 978-3-8489-0078-7
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 29.04.2014
1914 - Ein Maler zieht in den Krieg
Franz Marcs Karriere am Anfang des 20. Jahrhunderts beginnt vielversprechend: Er gehört zum "Blauen Reiter", Klee, Macke und andere sind seine Weggefährten. Mitten in dieser schöpferischen Zeit beginnt der Erste Weltkrieg. Auch Marc wird eingezogen. Seine Haltung zu diesem Ereignis ist anfänglich eher positv, könnte der Krieg doch all die gesellschaftlichen Verkrustungen der letzten Jahrzehnte hinwegfegen. Aber je länger, desto stärker zeichnet sich die Katastrophe ab, welche Millionen von Leben kosten wird. Eines der Opfer ist Franz Marc: Als Meldereiter wird er am 4. März 1916 von einem Granatsplitter getötet.
> Eine Kriegschronologie findet sich am Schluss des Buches. Der Inhalt selber ist eine Mischung von Front- und Situationsberichten, Erzählung, biografischen Angaben sowie Stellungnahmen in Briefen und Karten Marcs. Ein spannendes Konstrukt! Leider ist die Schrift etwas klein. Und zu den meist düsteren Illustrationen gehörten eigentlich noch einige leuchtende Farbbilder Marcs. Ulrich Zwahlen