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Anzahl Resultate: 3
Titel: Friedrich der grosse Detektiv
Kollation: A. d. Engl., geb., 250 S.
Verlag, Jahr: Rowohlt, 2018
ISBN: 978-3-499-21791-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krieg, Krimi
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 14.10.2018
Friedrich der grosse Detektiv
Im Berlin der Dreissigerjahre liest Friedrich das Buch „Emil und die Detektive“. Er fühlt sich mit Emil, dem unerschrockenen Detektiv, stark verbunden. Bestimmt weil Emils Schlauheit ihm als Vorbild dient, aber auch, weil er Erich Kästner als seinen Nachbarn persönlich kennt und verehrt. Doch ist Kästner vielleicht ein Spion? Mit seinen Freunden versucht Friedrich, ganz nach Emils Vorbild, dies herauszufinden. Die Spuren führen ihn direkt in die Bespitzelungsmaschinerie des Nationalsozialismus.
> Der systematische Aufbau einer Diktatur wird aus kindlicher Perspektive beobachtet, aufgespürt und in seiner Dimension erfasst. Die Verflechtung von Kinderkrimi mit realen Begebenheiten – wie Hitlerjugend, Bücherverbrennung, Verfolgung von Kunstschaffenden – sorgt nicht nur für Spannung pur, sondern arbeitet eine von Vernichtung geprägte Zeit altersgerecht auf. Gleichzeitig ehrt Philip Kerr auf einfühlsame Weise einen grossen Autor und untermauert die Unsterblichkeit seiner Figur mit Hochachtung. Marcella Danelli

Titel: Die schaurigste Geschichte der Welt
Kollation: A. d. Engl., geb., 345 S.
Verlag, Jahr: Rowohlt, 2016
ISBN: 978-3-499-21765-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Grusliges, Jungs
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.12.2016
Die schaurigste Geschichte der Welt
Billy ist einsam, verbringt seine Zeit im Spukhaus der Bücher. Jedes Zimmer gleicht einem Gruselkabinett, liebevoll gestaltet durch den autistischen Besitzer, einen skurrilen, unfreundlichen Mann. Doch noch unheimlicher sind die Bücher. Um den Verkauf anzukurbeln, rufen Billy und Mr. Rapscallion einen Wettbewerb aus: Fünf Mutige dürfen an der Mitternachtslesung der „schaurigsten Geschichte der Welt" teilnehmen.
> Kerr gelingt ein tiefsinniger, vielschichtiger Roman voll bissigem, schwarzem Humor und glaubhaften Charakteren mit psychologisch faszinierenden Biografien. Selbst unsympathischen Figuren folgt der Leser gerne, da sie ihre Menschlichkeit offenbaren. Vom Spiel mit Überraschungen lebt der geistreiche Sprachstil, gespickt mit süffisanten Sticheleien gegen den Medienkonsum der Jugendlichen und ein starres Schulsystem. Quintessenz: Es gibt nichts zu fürchten ausser der Furcht. Doch das Gruseligste verbirgt sich im Nachwort und sollte keinesfalls allein und in der Nacht gelesen werden. Christina Weirich

Titel: Winterpferde
Kollation: A. d. Engl., geb., 286 S.
Verlag, Jahr: Rowohlt, 2015
ISBN: 978-3-499-21715-9
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 27.09.2015
Winterpferde
1941: In Askania Nova, einem Naturreservat in der ukraninischen Steppe, leben die seltenen Przewalski Pferde. Auch Kalinka, deren Familie von der SS ausgerottet wurde, findet dort Zuflucht. Doch dann taucht die SS auf. Mit Hilfe eines alten Tierpflegers gelingt Kalinka die Flucht – zusammen mit den letzten beiden Wildpferden. Wie sollen sie es aber bis zur Roten Armee schaffen, wo die SS doch bereits ihre Verfolgung aufgenommen hat?
> Während die Charaktere der Wildpferde und von Kalinka wandelbar und vielschichtig sind, schwächen die Figuren des SS-Hauptmannes und der zu euphemistisch dargestellten Roten Armee durch ihre Eindimensionalität die spannend inszenierte Geschichte. Dennoch ein kluger Roman, der authentisch einige der dunkelsten Kapitel der ukrainischen Geschichte erzählt, sehr einfühlsam die Stimmungen der Charaktere auf beiden Seiten widerspiegelt sowie mit verblüffender Leichtigkeit zoologische, geografische und historische Fakten in die Handlung einflicht. Christina Weirich