Rezensionsdatenbank Info


Anzahl Resultate: 16
Titel: Uli Unsichtbar
Kollation: Geb., s.w. illustr., 89 S.
Verlag, Jahr: Urachhaus, 2018
ISBN: 978-3-8251-5164-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Freundschaft, Mobbing
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.11.2018
Uli Unsichtbar
Uli zieht in eine neue Stadt und lässt alles Vertraute zurück. Zahlen aller Art geben ihm Sicherheit, sei es das Schrittezählen zum Freibad oder das Ausrechnen der Minuten, bis die Schule wieder beginnt. In den Ferien lernt Uli Petra und Niki kennen, doch der Schulstart wird trotz seiner neuen Freunde zum Albtraum und Uli immer unsichtbarer. Erst als nach einigen Wochen Ulrike neu in die Klasse kommt und «auf den Putz haut», traut sich Uli aus seinem Schneckenhaus.
> Ein hervorragendes Buch, das sich auf humorvolle und liebevolle Art der Themen Umzug, Freundschaft und Mobbing annimmt. Dank der klaren Sprache fällt es den Lesenden leicht, sich in die Lage von Uli zu versetzen und mitzufühlen, wenn ihm Ungerechtigkeit widerfährt. Es braucht Mut, sich zu verteidigen. Das Buch zeigt eine Möglichkeit auf, als Ulrike sich wehrt und die Klasse Regeln fürs Zusammenleben festhält (als Plakat im Buch). Die Illustrationen verdeutlichen den Text und machen ihn damit auch für jüngere Kinder lesefreundlich. Annina Otth

Titel: Da haben wir den Salat!
Kollation: Geb., farb. illustr., 164 S.
Verlag, Jahr: Hanser, 2018
ISBN: 978-3-446-26059-7
Kategorie: Belletristik
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 14.10.2018
Da haben wir den Salat! In 80 Sprichwörtern um die Welt
In 80 Sprichwörtern werden die Lesenden rund um den Globus geführt. Eingestimmt wird man durch eine Weltkarte auf dem Vorsatz, wo alle Orte der Handlungen gezeigt werden; in Europa liegt eine Minderheit. Jedes Sprichwort ist in eine zumeist unterhaltsame Kurzerzählung eingebettet. So wird etwa das historisch belegte "Honni soit ..." mit der Gründung des Hosenbandordens in Zusammenhang gebracht, oder die Beinahe-Havarie von Apollo 13 führt nach dem Hilferuf der Astronauten zum in Notlagen geflügelten Wort "Houston, wir haben ein Problem". Die meisten Episoden aus Uganda, Nigeria, Costa Rica sind exotisch und mit Hilfe von Fantasie entstanden. Am Schluss jeden Beitrags sucht der Erzähler eine im deutschen Sprachraum geläufige Version schmackhaft zu machen.
> Erfrischend sind die zum Text passenden farbigen Illustrationen von Regina Kehn; sie bereichern die manchmal ermüdenden Erlebnisberichte. Der Buchtitel ist berechtigt, und wer mag, kann auch Hinweise auf fremdes Gedankengut gewinnen. Siegfried Hold

Titel: Friedrich der grosse Detektiv
Kollation: A. d. Engl., geb., 250 S.
Verlag, Jahr: Rowohlt, 2018
ISBN: 978-3-499-21791-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krieg, Krimi
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 14.10.2018
Friedrich der grosse Detektiv
Im Berlin der Dreissigerjahre liest Friedrich das Buch „Emil und die Detektive“. Er fühlt sich mit Emil, dem unerschrockenen Detektiv, stark verbunden. Bestimmt weil Emils Schlauheit ihm als Vorbild dient, aber auch, weil er Erich Kästner als seinen Nachbarn persönlich kennt und verehrt. Doch ist Kästner vielleicht ein Spion? Mit seinen Freunden versucht Friedrich, ganz nach Emils Vorbild, dies herauszufinden. Die Spuren führen ihn direkt in die Bespitzelungsmaschinerie des Nationalsozialismus.
> Der systematische Aufbau einer Diktatur wird aus kindlicher Perspektive beobachtet, aufgespürt und in seiner Dimension erfasst. Die Verflechtung von Kinderkrimi mit realen Begebenheiten – wie Hitlerjugend, Bücherverbrennung, Verfolgung von Kunstschaffenden – sorgt nicht nur für Spannung pur, sondern arbeitet eine von Vernichtung geprägte Zeit altersgerecht auf. Gleichzeitig ehrt Philip Kerr auf einfühlsame Weise einen grossen Autor und untermauert die Unsterblichkeit seiner Figur mit Hochachtung. Marcella Danelli

Titel: Enno Anders
Kollation: Geb., farb. illustr., 158 S.
Verlag, Jahr: Urachhaus, 2017
ISBN: 978-3-8251-5122-5
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Alltag, Psychologisches
Alter: ab 7
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 08.10.2017
Enno Anders oder Löwenzahn im Asphalt
Ein Orchideenkind sei er, eine hochsensible Pflanze, die ihre Schönheit und Kraft nur entfalten könne, wenn das Umfeld exakt passt. Zu dieser Erkenntnis kommt Ennos Arzt, nachdem der Junge sich jahrelang als nutzlos und überflüssig wie Löwenzahn fühlte. Seine Mutter hat Mühe, seine Andersartigkeit zu akzeptieren, und die Lehrerin hält ihn für dumm. Trost findet Enno beim Schreiben von Briefen an seinen toten Opa, den er auf einem fernen Planeten vermutet, und beim Erfinden von Geschichten, die auf seinem Ursprungsplaneten spielen.
> Ennos Leiden wird einfühlsam beschrieben. Seine Traurigkeit und seine Hilflosigkeit sind schwer auszuhalten. Die Autorin gewährt einen genauen Blick in das Innere des Jungen. Dadurch schreitet die Geschichte wenig voran und ist über Seiten manchmal zäh. Welch eine Erleichterung die Diagnose schliesslich ist, stellt auch Regina Kehn auf einem Bild treffend dar: Enno strahlt, über ihm schwebt ein Siegeskranz und seine Mutter telefoniert mit der Lehrerin. Sandra Dettwyler

Titel: Nirgendwo ein stiller Ort!
Kollation: Geb., farb. illustr., unpag.
Verlag, Jahr: Aladin, 2016
ISBN: 978-3-8489-0120-3
Kategorie: Bilderbuch
Schlagwort: Heiteres, Hygiene
Alter: ab 4
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 19.08.2017
Nirgendwo ein stiller Ort!
Fritzi darf bei seiner Oma übernachten. Mitten in der Nacht muss er aufs Klo. Doch wo befindet sich dieses nun schon wieder? Auf dem Weg durch die verschiedenen Räume im Haus trifft er ein fröhliches Gespenst, mit dem er ein Computergame spielen darf. Weiter auf seiner Suche nach dem Klo futtert er ein paar Butterbrote mit einem Dinosaurier, bastelt und hämmert in der Werkstatt von Pinocchio und baut einen hohen Turm aus Bauklötzen mit dem Gorilla. Doch nach all dem Spielen muss er nun wirklich ganz, ganz dringend! Die vier Figuren begleiten ihn zum Klohäuschen vor dem Haus und stehen auch gleich selber in die Reihe.
> Ein amüsantes Bilderbuch über eine nächtliche Entdeckungstour durch Omas Haus. Hier kommt für den Protagonisten niemals Angst oder Heimweh auf, denn die bekannten Figuren aus seinen Kinderbüchern begleiten ihn liebevoll durch das fremde Haus. Lustig die diversen Posen von Fritzi, der dringend muss, auf dem Vorsatzblatt. Ruth Fahm

Titel: Die schaurigste Geschichte der Welt
Kollation: A. d. Engl., geb., 345 S.
Verlag, Jahr: Rowohlt, 2016
ISBN: 978-3-499-21765-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Grusliges, Jungs
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.12.2016
Die schaurigste Geschichte der Welt
Billy ist einsam, verbringt seine Zeit im Spukhaus der Bücher. Jedes Zimmer gleicht einem Gruselkabinett, liebevoll gestaltet durch den autistischen Besitzer, einen skurrilen, unfreundlichen Mann. Doch noch unheimlicher sind die Bücher. Um den Verkauf anzukurbeln, rufen Billy und Mr. Rapscallion einen Wettbewerb aus: Fünf Mutige dürfen an der Mitternachtslesung der „schaurigsten Geschichte der Welt" teilnehmen.
> Kerr gelingt ein tiefsinniger, vielschichtiger Roman voll bissigem, schwarzem Humor und glaubhaften Charakteren mit psychologisch faszinierenden Biografien. Selbst unsympathischen Figuren folgt der Leser gerne, da sie ihre Menschlichkeit offenbaren. Vom Spiel mit Überraschungen lebt der geistreiche Sprachstil, gespickt mit süffisanten Sticheleien gegen den Medienkonsum der Jugendlichen und ein starres Schulsystem. Quintessenz: Es gibt nichts zu fürchten ausser der Furcht. Doch das Gruseligste verbirgt sich im Nachwort und sollte keinesfalls allein und in der Nacht gelesen werden. Christina Weirich

Titel: Frieda aus der Flasche
Kollation: Geb., s.w. illustr., 152 S.
Verlag, Jahr: Jacoby & Stuart, 2012
ISBN: 978-3-941787-69-8
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Heiteres, Wichtel
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 22.07.2016
Frieda aus der Flasche
Seit 200 Jahren wohnt Frieda in der Flasche. Frieda, die Klabauterfrau mit den grünen, filzigen Haaren und dem fixen Mundwerk. Bis Franzi die gefangene Frieda entdeckt und den Korken endlich aus der Flasche zieht. Wie eine Meeresbrise weht Frieda durch den Familienurlaub und vertreibt alle Langeweile: Franzi besucht Friedas kunstvoll geschmückten Flaschenpalast, sie schliesst Freundschaft mit dem Nachbarsjungen Tobi und muss dringendst verhindern, dass das Ferienhäuschen verkauft wird. Wird Frieda ihr Versprechen halten und Franzi ihre drei Wünsche erfüllen? Oder hat die wirblige Meeresfrau etwa bloss geschummelt?!
> Frieda unterhält mit ihrem Charme, ihrer Tapsigkeit und der eigenen Logik. Der Erzählstil trägt ganz Friedas Züge: temperamentvoll, einfallsreich, spritzig. Nebst der heiteren Seite lässt uns das Buch darüber nachdenken, welcher Zauber dem Wünschen zugrunde liegt. Marcella Danelli

Titel: Freunde der Nacht
Kollation: Geb., s.w. illustr., 154 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2015
ISBN: 978-3-423-76116-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Freundschaft, Abenteuer
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 12.06.2015
Freunde der Nacht
Jojo (10) kennt die verrückten Ideen seiner Freundin Lea mittlerweile nur zu gut. Aber ihre heutige Aktion übertrifft selbst seine kühnsten Erwartungen. Lea überredet ihn zu einem Ausflug in der Mittsommernacht, weil sie Nachtlinge finden will, die Wünsche erfüllen können – denn Leas Familie muss wegziehen, was sie unbedingt verhindern will. Doch bald bekommen die beiden zu spüren, dass ihnen nicht alle Nachtgestalten freundlich gesonnen sind. Letztendlich entkommen sie den Nachtwesen und erkennen, dass ihre Freundschaft nach dieser Prüfung auch den Umzug überstehen wird.
> Jojos und Leas Geschichte ist originell, spannend und mitreissend. Was als lustiges Abenteuer zweier Freunde beginnt, wird immer mehr zum existenziellen Kampf um ihre Rückkehr nach Hause. Die Bedrohung wird für die Leser nach und nach greifbar. Das Buch gewinnt noch durch die schönen Illustrationen und die Farbgebung der Seiten, welche die Reise in die Nacht bildlich darstellen. Iris Mende

Titel: Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess
Kollation: A. d. Niederländ., geb., s.w. illustr., 174 S.
Verlag, Jahr: Carlsen, 2015
ISBN: 978-3-551-55099-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Freundschaft
Alter: ab 10
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 02.06.2015
Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess
Tess ist ohne Vater aufgewachsen, weil ihre Mutter dies vor 12 Jahren so entschieden hat. Durch Zufall findet sie den Namen ihres Vaters und sucht ihn im Internet. Ebenfalls durch Zufall treffen sich Tess und Samuel am ersten Tag seiner Familienferien. Gemeinsam erleben die beiden wunderbar-seltsam andere Ferientage. Sie helfen einem alten Nachbarn bei der Beerdigung seines Kanarienvogels, beherbergen inkognito den Vater von Tess und stehen jeden Tag vor neuen Herausforderungen, weil im Leben nie alles geplant werden kann.
> „Abschied ist ein bisschen wie sterben“, singt Katja Ebstein. Anna Woltz schreibt dazu eine wunderbar leichte Geschichte. Es geht um den Umgang mit Abschied im weitesten Sinn. Es geht ums Weglaufen, um Krankheit und Tod und vor allem um das Verheimlichen von Tatsachen. Trotz der philosophischen Tragweite ist eine sehr spannende und humorvolle Geschichte entstanden. Barbara Schwaller

Titel: Die unglaubliche Geschichte von Wenzel, dem Räuber Kawinski, Strupp und dem Suseldrusel
Kollation: Geb., s.w. illustr., 303 S.
Verlag, Jahr: mixtvision, 2014
ISBN: 978-3-944572-03-1
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Heiteres
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.03.2015
Die unglaubliche Geschichte von Wenzel, dem Räuber Kawinski, Strupp und dem Suseldrusel
Der braucht doch bloss "einen Lesesklaven für sein blödes, pupiges, langweiliges Rumgeschreibsel", versucht sich der quirlige Wenzel zu wehren. Seine Eltern wollen ihn zum schriftstellerisch tätigen Onkel in die Ferien schicken. Was soll er dort, er, der keine Bücher liest? Doch kaum ist Wenzel beim Onkel angekommen, geschieht etwas Unglaubliches.
> In diesem temporeichen Familienroman ist ganz viel los. Mit einem raffinierten Spiel zwischen Begebenheiten des Alltags und einer bunten Abenteuerwelt voll märchenhafter Figuren zieht die Autorin die Lesenden von Beginn weg in einen wirren Strudel. Das "klitzekleine-bisschen-eigentümliche" Chaos lebt von lustigen, sprachspielerischen Elementen und Wortschöpfungen (geschnitzfoltert, Zuppler), welche Gross und Klein begeistern dürften. Mit Logik darf man dieses Buch trotz der typografisch unterschiedlich gestalteten Abschnitte nicht angehen. Gefragt ist eher Fantasie. Béatrice Wälti-Fivaz

Titel: Schnappt die Schlittendiebe!
Kollation: Broschur, 134 S., Neuausgabe
Verlag, Jahr: Ravensburger, 2013
ISBN: 978-3-473-52503-4
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Krimi, Weihnachten
Alter: ab 10
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 13.01.2014
Schnappt die Schlittendiebe! Ein Weihnachtskrimi in 24 Kapiteln
Wie kommt dieser Gartenzwerg, der sich Orpheus nennt, in den Schrank der Detektivkanzlei von Niklas' Eltern? Niklas wittert einen spannenden Fall, gibt sich glatt als Detektiv aus und will sofort mit den Ermittlungen nach dem entführten Schlitten des Weihnachtsmanns Klaus des 127sten anfangen, als Elly, eine nervige Mitschülerin, ungebeten auftaucht. Zusammen versuchen sie das Rätsel zu lösen, geraten in ein kriminelles Abenteuer und befreien ganz nebenbei noch Nicks Eltern aus einer misslichen Lage. Und das Beste ist, dass Elly und Niklas Punkt 18 Uhr zum Krippenspiel erscheinen.
> Einfach zu lesen mit lustigen, passenden Bildern. Humorvoll und unterhaltsam bringen die Akteure das zeitweise gefährliche und fantastische Abenteuer hinter sich und verkürzen damit die 24 Adventstage mit spannenden 24 Kapiteln. Auch gut zum Vorlesen geeignet. Katharina Siegenthaler

Titel: Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen
Kollation: Geb., farb. illustr., 111 S.
Verlag, Jahr: Oetinger, 2013
ISBN: 978-3-7891-2019-0
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Dritte Welt, Gefühle
Alter: ab 13
Bewertung:
4 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 10.01.2014
Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen
Kirsten Boie erzählt Geschichten von Kindern aus Swasiland. Von Thulani, der sich nach dem Tod seiner Eltern unfreiwillig in der Rolle des Familienoberhaupts wiederfindet. Von Sonto, die für ihre Geschwister die Erinnerung an ihre tote Mutter lebendig halten will. Von Lungile, die Arbeit sucht, um Schuhe für ihre kleine Schwester kaufen zu können. Zwischen den Zeilen stehen die unaussprechlichen Geschichten: von Armut und Aids, Kinderprostitution und viel zu frühem Erwachsenwerden.
> Die Erzählungen sind sehr berührend, aber auch verstörend. Sie bilden eine Realität ab, die europäischen Kindern völlig fremd ist. Dass die Geschichten von wahren Begebenheiten inspiriert sind, macht sie umso trauriger. Daher ist es wichtig, dass junge Leserinnen und Leser mit dieser Lektüre nicht allein gelassen werden. Mit der Unterstützung Erwachsener und der Möglichkeit, über das Gelesene sprechen zu können, ist dieses aussergewöhnliche Buch gewiss ein Gewinn für Kinder und Jugendliche. Iris Mende

Titel: Das literarische Kaleidoskop
Kollation: Geb., farb. illustr., 213 S.
Verlag, Jahr: Fischer, 2013
ISBN: 978-3-596-85618-3
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Gedichte, Fabeln
Alter: ab 13
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 06.01.2014
Das literarische Kaleidoskop
Die Gebrüder Grimm, Theodor Storm und Christian Morgenstern sind in dieser Anthologie vertreten, aber auch modernere Autorinnen und Autoren wie Rose Ausländer, Daniil Charms oder James Krüss. Regina Kehn hat die siebzehn Gedichte, Fabeln und Märchen aufgeteilt, in ganz unterschiedlichen Stilarten und Techniken illustriert und den Text von Hand oder mit Druckbuchstaben in die Bilder geschrieben. Ihre Illustrationen nehmen die Stimmung der literarischen Vorlage auf, verbinden sich mit dem Text und widerspiegeln ihn.
> Durch das eigenwillige Vorgehen der Illustratorin erscheinen die mehrheitlich ernsten Texte in einem neuen, wenn auch eher düsteren Licht. So fröhlich-bunt, wie es das Cover andeutet, ist dieses Kaleidoskop nicht, aber gewiss vielfältig und überraschend. Die Originaltexte, die biografischen Angaben und das Quellenverzeichnis im Anhang sind hilfreich. Gerne würde man auch erfahren, welche Überlegungen hinter der persönlich gefärbten Auswahl und Anordnung der Texte stehen. Doris Lanz

Titel: Der Junge, der Gedanken lesen konnte
Kollation: Geb., illustr., 318 S.
Verlag, Jahr: Oetinger, 2012
ISBN: 978-3-7891-3191-2
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Entwicklung, Krimi
Alter: ab 10
Bewertung:
3 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 20.02.2013
Der Junge, der Gedanken lesen konnte Ein Friedhofskrimi
Valentin (11) kennt viele Pflanzen. Die Namen hat ihm seine Babuschka in Kasachstan beigebracht. Jetzt sind er und seine Mutter in Deutschland und haben gerade einen Umzug hinter sich. Valentin beschliesst, die Umgebung zu erkunden und trifft auf dem nahen Friedhof den polnischen Friedhofs-Gärtner, das picknickende Ehepaar, die dicke Dicke Frau und den alten Herrn Schmidt mit seinem Hund. Mesut, der türkische Junge, schnauzt ihn vorerst an.
> Valentin erzählt seine Geschichte selber. Behutsam folgt man ihm zu allen Schauplätzen seines Abenteuers, aber auch zur tragischen, familiären Situation in Kasachstan, die er und seine Mutter hinter sich gelassen haben. Die illustren Friedhofsbesucher, der heisse Sommer, seine Suche nach familiärer Geborgenheit und die Freundschaft zu Mesut sind wunderschön beschrieben, ebenso die philosophischen Gespräche mit Herrn Schmidt. Die gewählte Form als Krimi macht die Geschichte spannend, wirkt aber etwas aufgesetzt. Katharina Siegenthaler

Titel: Monty Vampir
Kollation: Geb., farb. illustr., 109 S.
Verlag, Jahr: dtv, 2012
ISBN: 978-3-423-76067-6
Kategorie: Belletristik
Schlagwort: Vampire
Alter: ab 7
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 20.02.2013
Monty Vampir
Monty Vampir soll während der mitternächtlichen Mondfinsternis zum ersten Mal einen Menschen beissen. Leider mag er Blut nicht besonders und zögert mit Zubeissen, als er auf das Mädchen Luzi trifft. Doch Luzi möchte gerne Vampirin werden und beisst Monty zu Demonstrationszwecken in den Hals. Nun wird er zum Menschen, seine Wangen sind auf einmal rosig und er kann tagsüber nicht mehr schlafen. Er begleitet Luzi in die Schule. Doch als er merkt, dass man Kreide nicht essen kann und die Tinte nicht aus dem Füller saugen darf, will er doch lieber wieder ein Vampir sein. Aber wie?
> Die Geschichte ist voll witziger Ideen und auch ein bisschen gruselig, wie es die Zielgruppe sicher erwartet: So hält sich Monty Vampir zum Beispiel eine Vogelspinne als Kuscheltier. Leider vermag die Autorin den Spannungsbogen nicht ganz zu halten, und die Geschichte wird gegen Schluss zunehmend flacher. Der Textumfang kann dank der grossen Schrift von geübten Erstlesenden bewältigt werden. Ruth Fahm

Titel: Ali Baba und die 40 Räuber
Kollation: CD. Kinderoper, ca. 44 Min., 1 CD
Verlag, Jahr: Jacoby & Stuart, 2012
ISBN: 978-3-941787-90-2
Kategorie: Nonbook
Schlagwort: Märchen, Abenteuer
Alter: ab 7
Bewertung:
2 von 4 Bücher
Rezension publiziert: 15.01.2013
Ali Baba und die 40 Räuber
Um die grausame, 40 Mann starke Räuberbande zu überwältigen, braucht es einiges an List, Mut und Neugierde. All diese Eigenschaften vereinen Ali Baba und seiner Frau in sich. Zwar muss erst noch Ali Babas gieriger Bruder grausam sterben, und daran wäre fast die ganze Familie gescheitert, aber die guten Geister sind ihnen allen hold und retten sie schliesslich vor den erbarmungslosen Räubern. Am Schluss feiern sie ein grosses Fest und erleichtert können die Hörenden aufatmen.
> Aufatmen ist allerdings nicht nur wegen der barbarischen Taten der 40 Räuber angesagt, sondern auch wegen der musikalischen Begleitung dieser fesselnd erzählten Banditenstory. Natürlich ist Musik Geschmacksache. Aber der Erzählfluss wird durch die sehr experimentelle Musik leider nicht unterstützt, sondern unangenehm gestört, und erleichtert gönnt man am Schluss seinen Ohren die Ruhe. Wenigstens hat die Geschichte ein Happyend und ist ausserdem sehr schön bebildert. Kathrin Wyss Engler